Alice Pung Ungeschliffener Diamant

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Inhaltsangabe zu „Ungeschliffener Diamant“ von Alice Pung

Alice kommt als Tochter chinesisch-kambodschanischer Einwanderer kurz nach deren Ankunft in Melbourne zur Welt und wächst dort zwischen zwei Kulturen auf, wie sie gegensätzlicher nicht sein könnten: hier die strenge Tradition der chinesischen Enklave, Hausgötter, Aberglauben und Alltagszeremonien, dort die Freiheit des westlichen Wunderlands, in dem alles möglich scheint. Schon bald kommt ihr die Welt der Eltern exotischer vor als die neue Heimat, wo der Vater einen Elektrohandel betreibt und sich in Arbeit stürzt, während die Mutter Goldschmuck fertigt und an der neuen Sprache scheitert. Irgendwann gehen Alice die Worte aus, um sich mit ihrer Mutter zu verständigen. Mal ernst und verzweifelt, dann wieder leichtfüßig ironisch entfaltet dieses erzählerische Juwel seinen unwiderstehlichen Charme.

Ein ebenso bittersüßer wie humorvoller Roman über chinesisch-kambodschanische Einwanderer in Australien.

— Barbara62
Barbara62

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  • Vom Schicksal von Einwandererkindern

    Ungeschliffener Diamant
    Barbara62

    Barbara62

    Bei edition fünf erscheinen jedes Jahr in fünf roten Leinenbänden wiederentdeckte oder neue Autorinnen aus aller Welt. Eine davon ist die junge Australierin Alice Pung, Tochter chinesisch-kambodschanischer Einwanderer, deren autobiografischer Roman 2007 als bestes australisches Debüt ausgezeichnet wurde. Im Asienviertel Melbournes baute sich die Familie durch harte Arbeit eine Existenz auf. Die chinesische Oma prägte Alices Kindheit, das Verhältnis zur Mutter, deren fehlende Englischkenntnisse die Verständigung erschwerten, war schwierig. Frühe Verantwortung, enormer Leistungsdruck und der kulturelle Spagat machten Alice die Eingliederung schwer, doch setzte sie sich schließlich durch und empfindet heute Verständnis und Dankbarkeit für die Eltern. Ein ebenso bittersüßer wie humorvoller Roman.

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  • Leserunde zu "Ungeschliffener Diamant" von Alice Pung

    Ungeschliffener Diamant
    edition_fuenf

    edition_fuenf

    Liebe Leserinnen und Leser, diese Leserunde dreht sich um den Roman Ungeschliffener Diamant der jungen australischen Autorin Alice Pung: Wie lebt es sich, wenn die Kultur der Eltern eine ganz andere ist als die des Landes, in dem man groß wird? Als Tochter chinesisch-kambodschanischer Einwanderer wächst Alice mitten in Melbourne zwischen Hausgöttern, Aberglauben und strengen Traditionen auf. Doch schon bald kommt ihr die Welt der Eltern exotischer vor als die neue Heimat, und Alice wird zur Grenzgängerin zwischen den Kulturen. Wie kann sie ihre eigenen Vorstellungen von einem erfüllten Leben verwirklichen, ohne die Eltern vor den Kopf zu stoßen? Und kann ausgerechnet die Liebe zu einem "weißen Gespenst" gut gehen? Ungeschliffener Diamant, 2007 als bestes australisches Debüt ausgezeichnet, erzählt von den Herausforderungen des Erwachsenwerdens in einer globalisierten Welt. Mal ernst und verzweifelt, dann wieder augenzwinkernd ironisch entfaltet dieses autobiografisch motivierte Buch seinen besonderen Charme.  Uns interessieren eure Gedanken zu diesem Buch! Wir haben 15 Rezensionsexemplare verlost, aber natürlich dürfen auch alle anderen LeserInnen mitreden.  Wir freuen uns schon jetzt auf eure Besprechungen!

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  • Rezension zu "Ungeschliffener Diamant" von Alice Pung

    Ungeschliffener Diamant
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    14. February 2013 um 20:35

    Seit dem Jahr 2010 werden in der „edition fünf“ jedes Jahr fünf bekannte oder weniger bekannte Titel herausgegeben. Es sind Bücher, die lesenswert sind und in denen man sehen kann, was und wie Frauen erzählen. Es sind Titel, die einzeln zu lesen sind oder in jedem Jahr als Gesamtes einer großen Reihe. Ein Titel aus dem Jahr 2012 soll dem Leser hier besonders ans Herz gelegt werden: Ungeschliffener Diamant von Alice Pung (Band 11 der Reihe) wurde 2007 als bestes australisches Debüt ausgezeichnet. Die Autorin wurde 1981 geboren und lebt und arbeitet als Schriftstellerin und Anwältin in Melbourne. Und dort spielt der Großteil der Geschichte, die erzählt wird. In dem teils biographischen Roman wird der Leser in die Welt von Agheare/Alice hineingeführt. Als Tochter chinesisch-kambodschanischer Einwanderer wächst Alice mitten in Melbourne zwischen Hausgöttern, Aberglauben und strengen Traditionen auf. Da gibt es ihre Großmutter, die ihrer Mutter das Leben zur Hölle macht, Alice hingegen abgöttisch liebt. Alice´ Mutter hat Probleme, die fremde Sprache zu lernen und verzweifelt fast daran. Alice selbst hat Schwierigkeiten, in der Schule Freunde und Anschluss zu finden. Sie muss im Haushalt helfen und ihre kleinen Geschwister hüten, während die Mutter den ganzen Tag in ihrer Goldschmiede arbeitet, um zusätzlich Geld für die Familie zu verdienen. Zusätzlich lernt Alice viel für die Schule und verliebt sich später sogar in einen „weißen Geist“, wie die Eingewanderten die Australier zu nennen pflegen. In Rückblicken wird vom Leben in China und Kambodscha und der Flucht und Vertreibung der älteren Familienmitglieder aus diesen Ländern berichtet. Stellenweise ist das Buch sehr lustig, besonders am Anfang, wenn die Familie nach Melbourne kommt und zwei Kulturen aufeinanderprallen. An anderer Stelle ist es sehr melancholisch und traurig, dann wieder ironisch und humorvoll. Zu Recht wurde dieser Roman in die edition fünf aufgenommen und mit einem Nachwort von Olga Grjasnowa (Der Russe ist einer, der Birken liebt) versehen. Die Bücher der Reihe sind nicht nur inhaltlich absolut lesenswert, sondern sie zeichnen sich zusätzlich durch eine wunderschöne Aufmachung aus: der Bucheinband ist aus rotem Leinen gefertigt, die Seiten sind in Fadenheftung gebunden und ein Lesebändchen rundet die edle Aufmachung ab. Ein nettes Geschenk für jeden Buchliebhaber oder zum Selberkaufen und -lesen.

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  • Rezension zu "Ungeschliffener Diamant" von Alice Pung

    Ungeschliffener Diamant
    Blaustern

    Blaustern

    05. February 2013 um 20:33

    „Ungeschliffener Diamant“ ist der autobiographische Roman der Australierin Alice Pung, welche chinesisch-kambodschanischer Abstammung ist. Ihre Eltern und Großeltern flüchten aufgrund politischer Umstände aus China nach Kambodscha, dann nach Vietnam und schließlich nach Australien. Alice wächst somit in Melbourne auf, der freien modernen westlichen Welt und in einem Elternhaus, welches streng an der asiatischen Kultur und Tradition festhält. Ihre geliebte Großmutter erzählt ihr viel über die chinesische Heimat und den familiären Hintergründen. Alice sitzt zwischen zwei Stühlen. Sie will sich in die westliche Welt integrieren, aber es auch ihren ehrgeizigen Eltern rechtmachen. Sie muss sogar noch während der Schule den Haushalt führen und für die Geschwister sorgen, und ist schon bald überfordert. Außerdem gelingt es ihr trotz aller Bemühungen nicht, zur australischen Gesellschaft dazuzugehören, obwohl sie einen sehr guten Schulabschluss und einen Studienplatz für Jura bekommen hat. Bald schon landet Alice in Depressionen. Zum Glück gelingt es ihr aber, wieder ins Leben zurückzufinden und sich ihren großartigen Schulabschluss zunutze zu machen. Alice Pung beschreibt in liebevollen und anschaulichen Episoden die Integration in der westlichen Gesellschaft mit all ihren Träumen und Schwierigkeiten und oft auch Grausamkeiten für die Einwanderer, dem Aufeinandertreffen der verschiedenen Kulturen, sprachlichen Problemen und die strenge Familientradition, wie weiterhin durchgesetzt werden soll. Sie sucht ihre eigene Identität in diesem ganzen Wirrwarr, was so manches Mal bedrückend rüberkam. Andererseits besteht ihr Schreibstil hauptsächlich aus einer lebendigen und humorvollen Sprache, in dem die neuen Erfahrungen der Asiaten berichtet werden.

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  • Rezension zu "Ungeschliffener Diamant" von Alice Pung

    Ungeschliffener Diamant
    Queenelyza

    Queenelyza

    Ich hatte mich sehr auf dieses Buch gefreut, das bereits von außen durch eine schlichte, aber sehr edle Aufmachung neugierig macht. Leider konnte mich der Inhalt des Romans nicht gleichermaßen begeistern. Alice, die als Kind kambodschanisch-chinesischer Eltern in Australien geboren wird, hat es nicht leicht im Leben. Sie klemmt zwischen zwei Kulturen, der offenen, australischen Art und der eigenwilligen, zurückgezogenen asiatischen Welt, in der ihre Eltern verhaftet sind. Es ist schwer für das junge Mädchen, sich an beide Welten anzupassen, zu groß sind die Unterschiede. Die Eltern schuften sich halb zu Tode, und den Auswanderertraum wahr zu machen und nicht zu scheitern. Dabei übersehen sie, dass ihre Kinder sich selbst erziehen und versorgen müssen und so niemanden haben, mit dem sie über ihre Leben und ihre Schwierigkeiten reden könnten. Einzig Alices Großmutter ist für sie da. Aber die Großmutter stirbt, und Alice kann dem Druck auch nicht mehr standhalten, sie wird depressiv. Doch sie kämpft sich heraus und entscheidet sich letztendlich dafür, sich nicht unterkriegen zu lassen. Hört sich toll an? Ja, eigentlich schon. Die Geschichte ist zwar nicht superspannend, aber wartet mit vielen Details auf, gerade von der Großmutter und ihren Geschichten erhalten wir ein gutes Bild der Familie und der Situation. Auch die Hintergründe werden ausführlich - für mich manchmal zu sehr - beleuchtet. Es wäre auch ohne die vielen intensiven Rückblicke möglich gewesen, die Situation der Familie zu verstehen. Was mich sehr störte, war die extreme Distanz, mit der die Geschichte erzählt wurde. Selbst wenn schlimme Dinge erzählt wurden, wurden die Ereignisse so beiläufig geschildert, dass ich mit den Schultern gezuckt habe und mir gedacht habe: ach ja? Keiner der Protagonisten wurde mir wichtig, keiner zeigte Emotionen. Die Ereignisse wurden aufgezählt, dann kamen die nächsten Ereignisse, fertig. Keine Reflektion, kein Gefühl, das fehlte mir sehr. Es muss kein schnulziges "Alles wird gut" sein, im Gegenteil. Vielleicht muss das so sein, wenn man selbst als Autorin eine ähnliche Situation erlebt hat, einiges davon autobiografisch ist, ich weiß es nicht. Aber für mich als Leser habe ich das als sehr unbefriedigend empfunden. Dass es auch anders ging, beweist die Autorin nämlich in den letzten zwei Teilen des Buches. Als Alice krank wird und sich zum ersten Mal verliebt, wird sie plötzlich "greifbar", zugänglicher und verständlicher. Warum sie so handelt, was sie tut, ihre Entschlüsse und Sorgen, auf einmal sind sie da. Nur für mich ein wenig zu spät. Leider konnte ich auch den angekündigten Humor nirgends entdecken, der war wohl nicht wirklich meine Wellenlänge. So gibt es leider von mir nur eine durchschnittliche Wertung.

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  • Rezension zu "Ungeschliffener Diamant" von Alice Pung

    Ungeschliffener Diamant
    Rezistern

    Rezistern

    17. January 2013 um 11:18

    Der 2006 erschienene erste Roman von Alice Pung mit dem Titel Ungeschliffener Diamant (Unpolished Gem) erhielt im Jahre 2007 die Auszeichnung „Bestes australisches Debüt“. Er ist nun im Verlag edition fünf erstmalig in deutscher Übersetzung herausgekommen. Inhalt Die Ich-Erzählerin Alice/Agheare wird als Tochter chinesisch-kambodschanischer Eltern kurz nach deren Einwanderung in Australien geboren. Alice wächst mit ihrer Familie in Melbourne auf inmitten zweier Welten und Kulturen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten - in einem weltoffenen, modernen westlichen Land auf der einen Seite und einem streng traditionsverhafteten Elternhaus auf der anderen Seite, in dem exotischer Aberglauben, Hausgötter und die chinesischen Wurzeln der Familie einen hohen Stellenwert behalten. Wir begleiten Alice durch ihre Kindheit und Jugend bis hin zur Aufnahme ihres Jurastudiums und erleben, wie sie sich mit diesen 2 Welten zu arrangieren versucht, sich aber auch zunehmend von der Welt ihrer Eltern entfremdet. Durch die vielen Geschichten der von Alice sehr geliebten Großmutter erfahren wir viel über die familiären Hintergründe und Schicksalsschläge – ihrer ursprünglich chinesischen Heimat, dem kambodschanischen Exil, der Flucht vor dem brutalen Pol-Pot-Regime und seiner Killing Fields nach Vietnam bis hin zur Auswanderung nach Australien von einem thailändischen Flüchtlingslager aus. Während ihre Eltern hart arbeiten, um ihren Kindern den „Großen Australischen Traum“ zu ermöglichen, erleben wir, wie Alice, selbst noch ein Kind, neben der Schule zunehmend den Haushalt führen und ihre Geschwister hüten muss. Aus der permanenten Überforderung und ihrem eigenen Antrieb stets allen Ansprüchen 150%ig genügen zu müssen, gerät sie schließlich in eine existenzielle Krise und wird depressiv. Zum Glück gelingt es ihr, schrittweise ins Leben zurückzufinden und durch ihren herausragenden Schulabschluss wieder neuem Lebensmut zu schöpfen. Meine Meinung Sehr eindringlich und einfühlsam beschreibt Pung in vielen Episoden, wie schwierig es für die Immigrantenkinder in Australien ist, sich einerseits in die westlich geprägte Gesellschaft zu integrieren und zugleich den Erwartungen der ehrgeizigen chinesischen Eltern zu genügen und ihrem mehr traditionellen kulturellen Hintergrund und überholten Moralvorstellungen gerecht zu werden. Trotz allen Bemühens gehört sie niemals zur australischen Gesellschaft richtig dazu und bleibt stets Außenseiterin. Sie bleibt gefangen in der traditionsverhafteten Welt ihrer Familie, da ihr eine echte Distanzierung zu allem nicht gelingen mag. Wir erfahren in diesem Roman mit wie vielen Verletzungen, Demütigungen und letztlich auch einer Entfremdung von den eigenen Eltern diese Einwandererkinder zu kämpfen haben. Das Streben nach Sicherheit und Wohlstand im neuen Land hat einen bitteren Beigeschmack für alle und den Preis, den jeder dafür zahlen muss, ist hoch. Der Autorin gelingt es hervorragend, uns dies in den verschiedensten Episoden anschaulich zu machen. Es ist eine schmerzvolle Suche nach eigener Identität inmitten zweier Kulturen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Da der Roman viele autobiographische Züge trägt, empfand ich diese Schilderungen häufig als außergewöhnlich intensiv und manchmal auch als bedrückend. Doch Pung versteht es sehr gekonnt dies alles in einer wundervollen, lebendigen und oft humorvollen Sprache zu schreiben. Sie ist eine haarscharfe Beobachterin und vermag es ihre Einschätzungen in äußerst witzige und treffende Formulierungen zu stecken, wodurch das Buch trotz aller Eindringlichkeit zugleich unterhaltsam ist. Fazit Dieses Buch ist tatsächlich ein verborgenes „Juwel“ und ich bin dem Verlag edition fünf sehr dankbar, dass er uns dieses in deutscher Sprache zugänglich gemacht hat! Ein besonderes Lesevergnügen, thematisch hoch interessant und vor allem auch sprachlich beeindruckend! Absolut lesenswert!

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  • Rezension zu "Ungeschliffener Diamant" von Alice Pung

    Ungeschliffener Diamant
    Biene2004

    Biene2004

    15. January 2013 um 10:43

    Inhaltsangabe Alice kommt als Tochter chinesisch-kambodschanischer Einwanderer kurz nach deren Ankunft in Melbourne zur Welt und wächst dort zwischen zwei Kulturen auf, wie sie gegensätzlicher nicht sein könnten: hier die strenge Tradition der chinesischen Enklave, Hausgötter, Aberglauben und Alltagszeremonien, dort die Freiheit des westlichen Wunderlands, in dem alles möglich scheint. Schon bald kommt ihr die Welt der Eltern exotischer vor als die neue Heimat, wo der Vater einen Elektrohandel betreibt und sich in Arbeit stürzt, während die Mutter Goldschmuck fertigt und an der neuen Sprache scheitert. Irgendwann gehen Alice die Worte aus, um sich mit ihrer Mutter zu verständigen. Mal ernst und verzweifelt, dann wieder leichtfüßig ironisch entfaltet dieses erzählerische Juwel seinen unwiderstehlichen Charme. Meine Meinung Die Idee zum Buch gefällt mir richtig gut, zumal die Autorin Alice Pung hier ihre eigene Lebensgeschichte erzählt. Die Umsetzung war für mich persönlich allerdings recht gewöhnungsbedürftig, da der Schreibstil mit seinen ganzen "Wahhs, Ahhs, Ohhs" doch schon recht nervig ist. Zum Ende des Buches wurde die Ausdruckweise allerdings besser, vielleicht habe ich mich auch einfach im Laufe der vielen Seiten daran gewöhnt... Nach anfänglichen Schwierigkeiten, mich überhaupt in die Geschichite einzufinden und mir für mich selber die ganzen Informationen und Hintergründe zu sortieren, war ich an manchen Stellen doch schon recht geschockt, wie sehr Alice alias Agheare zwische die familiären Fronten geraten ist. Die vielen erschreckenden Episoden stimmten mich total nachdenklich, z. B. das Ausspielen zwischen Mutter und Schwiegermutter finde ich schon extrem heftig. Auch die Tatsache, dass Alice immer recht "klein" und "kurz" gehalten wird, spiegelt sich ganz extrem am Ende des Buches wider, als Alice ihren ersten Freund hat und die Liebe entdeckt. Ehrlich gesagt hatte ich aufgrund der oben kopierten Inhaltsangabe völlig andere Erwartungen an dieses Buch, auch die Art und Weise der Autorin, ihre Geschichte zu Papier zu bringen, konnte mich nicht übermäßg berühren und begeistern. Meiner Meinung nach hätte dieses Thema noch viel besser umgesetzt werden können, einzelne Situationen hätten spannender und packender beschrieben werden können. Mich konnte dieses Buch leider nicht so richtig überzeugen! Fazit Man kann es lesen, muss man aber nicht unbedingt!!

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  • Rezension zu "Ungeschliffener Diamant" von Alice Pung

    Ungeschliffener Diamant
    Arizona

    Arizona

    13. January 2013 um 19:55

    Alice wächst als Tochter chinesisch-stämmiger Immigranten in Melbourne auf. Die Autorin erzählt in ihrem autobiographischen Roman in Rückblenden auch die Lebensgeschichte ihrer Großeltern und ihrer Eltern. So reisen wir mit zurück nach China, Kambodscha und Vietnam und erfahren auch viel über die Großmutter, der Alice sehr nahe gestanden ist. Die Haupthandlung spielt in Australien, wo wir Alice von ihrer Geburt durch ihre Kindheit und Jugend bis zum Alter von 19 Jahren begleiten. Wir erhalten Einblick in das von chinesischen Traditionen geprägte Familienleben und erfahren von Alice Problemen, die sich dadurch ergeben,dass sie zwischen zwei Kulturen aufwächst. Die Autorin erzählt mit feinem Humor eine bruchstückhafte Geschichte voller Rückblenden. Mich hat sie damit sehr gefangen genommen und die schöne Sprache hat mich verzaubert. Einen Stern Abzug gebe ich, da ich am Anfang des Buches etwas Probleme hatte die verzwickte Familiengeschichte ganz zu verstehen und ich mich darüber etwas geärgert habe. Aber hinterher lief es dann von Kapitel zu Kapitel besser und das Buch hat sich für mich gesteigert bis zum Schluss, wo wir nochmal ganz viel über Alice und ihre Gedanken und Gefühle erfahren. Ein Buch, das mich ganz nachdenklich zurücklässt, und mir gezeigt hat, dass China und Australien gar nicht so weit von uns entfernt sind wie es scheint. Die Probleme der Migration und Integration, des Verwobenseins in Traditionen ist auch übertragbar auf andere Länder und Kulturen. Vielen Dank an Edition fünf für dieses Buch!

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  • Rezension zu "Ungeschliffener Diamant" von Alice Pung

    Ungeschliffener Diamant
    Fynigen

    Fynigen

    Alice kommt als Tochter von chinesisch-kambodschanischen Flüchtlingen in Ausstralien auf die Welt, und wächst mit den unterschiedlichen Kulturen und Sprachen sowie Norm- und Wertvorstellungen auf. Ziemlich viel Last für eine kleine Kinderseele, und viel "Gewicht" zu tragen, für jemand, der selbst noch Halt braucht. In dem Buch "Ungeschliffener Diamant" erzählt die Autorin Alice Pung, wie sie ihre Kindheit und Jugend in Australien erlebt hat. Das Buch fängt im Prolog schon vor ihrer Geburt an. Im Verlauf des Buches werden die kompletten Familienkonstelationen und wie sie wo und wann zueinandergefunden haben beschrieben und geklärt. Manchmal sehr kompliziert zu verstehen. Es wir geschildert wie sie als Kind schon zwischen den Fronten der Mutter und Großmutter steht, von ihnen "erpresst" wird, sich ungeliebt und wertlos fühlt. Wie sie als Jugendliche bei ihren jüngeren Geschwistern die Mutter "ersetzt" da diese an Depressionen erkrankt, und wie sie irgendann unter dem ganzen Druck der auf ihre lastet zusammenbricht. Wie sie die erste Liebe kennenlernt, und immer im Zwiespalt der Gefühle und der Tradition in der sie erzogen wurde steht. Da ich völlig andere Erwartungen an das Buch hatte, war ich im Nachhinein recht enttäuscht, da von der eigentlich erwarteten Handlung recht wenig erfüllt wurde.

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  • Rezension zu "Ungeschliffener Diamant" von Alice Pung

    Ungeschliffener Diamant
    irismaria

    irismaria

    07. January 2013 um 14:47

    In ihrem autobiographischen Roman „Ungeschliffener Diamant” erzählt die junge australische Autorin Alice Pung von ihrer Jugend als Kind chinesisch-kambodschanischer Eltern in Australien. Man erfährt viel über ihr Leben aber auch das ihrer Eltern und Großeltern, die durch die jeweiligen politischen Umstände begründete Flucht der Familie von China nach Kambodscha, Vietnam und schließlich Australien. In diesem Land erleben die Menschen zum ersten Mal Freiheit von Terror und Not und versuchen, ihr Leben in der neuen Heimat neu aufzubauen und doch den eigenen Wuurzeln treu zu bleiben. Alice Pung schreibt flüssig und spannend und durch viele liebevoll beschriebene Details werden die Szenen und Personen lebendig. Der Schwerpunkt der Geschichte, die vor Alices Geburt beginnt und bis zum Studienbeginn und der ersten Liebe geht, liegt eindeutig auf dem Familienleben. „Ungeschliffener Diamant” ist eine wundervolle Geschichte von Integration und Leben in einer fremden Welt, von den Träumen der Einwanderer und dem Versuch ihrer Verwirklichung, von dem Aufeinandertreffen westlicher und asiatischer Kultur.

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  • Rezension zu "Ungeschliffener Diamant" von Alice Pung

    Ungeschliffener Diamant
    bookgirl

    bookgirl

    03. January 2013 um 11:32

    In Kambodscha sagt man: "Ein Mädchen ist wie weiße Baumwolle - einmal beschmutzt, nie wieder rein. Ein Junge ist wie ein Edelstein - je mehr er geschliffen wird, desto mehr glänzt er". Inhalt Alice wächst als Tochter chinesisch-kambodschianischer Eltern in Australien auf. Sie geht dort zur Schule, hilft den Eltern im Haushalt und passt auf die kleineren Geschwister auf. Ihre Geschichte zeigt auf, wie schwierig es ist, sich in der neuen Heimat zurechtzufinden, ohne seinen kulturellen Hintergrund gänzlich zu verlieren. Meine Meinung Alice Pung beschreibt eindringlich die Schwierigkeiten, die mit der Integration in einem fremden Land zusammen hängen. Insbesondere, wenn man anders aussieht und die Familie eine andere Struktur und Kultur hat. Mich hat die Geschichte so manches Mal nachdenklich gemacht und das Verständnis für andere Kulturen und ihre Lebensmuster noch verstärkt. Die Biographie zeigt auf, dass es nicht immer nur an einem selber liegt, ob man bereit ist sich zu integrieren, sondern tief verankerte Werte innerhalb der Familie mit dem größten Respekt gelebt werden und es schwer ist sich dem entziehen. Betroffen hat mich eine Szene gemacht, die sehr deutlich zeigt, dass es trotz dem hart erarbeiteten Wohlstand schwer ist in der Gesellschaft akzeptiert zu werden. Bei der Abschlussfeier an der Privatschule sitzen die Kinder trotz Bestnoten an dem einzigen ethnisch gefärbten Tisch, statt bei den weißen Australiern. Gerade für die Eltern ist es hart zu sehen, dass sie sich abgerackert haben, nur um auf schmerzliche Weise feststellen zu müssen, dass es nicht reicht um auch gleichberechtigt zu sein. Am Beispiel der Mutter kann man sehr gut erkennen, dass es zwar möglich ist auch ohne Sprachkenntnisse in einem anderen Land zu leben, wenn man in einer entsprechenden Gegend wohnt, dass es aber für das Selbstbewusstsein nicht förderlich ist, da man zu abhängig von anderen ist. Alice selber leidet auch an der sprachlichen Problematik, muss sie doch erkennen, dass ihr Chinesisch immer schlechter wird, da sie hauptsächlich Englisch spricht. Ihr wird schon als Kind viel abverlangt, worunter sie leidet und an einer schweren Depression erkrankt, die auch durch die familiären Zustände begründet ist. Die Liebe birgt für sie große Zweifel. Wird sie ihrer selbst willen geliebt oder ist es doch nur der Exoten-Status, der sie für andere interessant macht? Diese Frage alleine macht es für sie fast unmöglich eine Partnerschaft auch wirklich zu leben, da sie immer wieder zweifelt, ob die Liebe, die ihr entgegen gebracht wird, echt ist. Der ständige Konflikt wird sehr ehrlich von Alice Pung verpackt. Sie schreibt ihre anrührende Geschichte mit sehr viel Verständnis für ihre Familie, wenngleich sie auch deutlich macht, wie schwer es ist mit zwei Kulturen groß zu werden. Fazit Für mich ist dieser Roman kein ungeschliffener Diamant, sondern ein kleines Juwel und verdient daher eine absolute Kauf- und Leseempfehlung

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  • Rezension zu "Ungeschliffener Diamant" von Alice Pung

    Ungeschliffener Diamant
    miss_mesmerized

    miss_mesmerized

    27. December 2012 um 16:06

    Die Ich-Erzählerin Alice lebt in Australien, wo ihre Eltern nach der Flucht aus China und Kambodscha bzw. Vietnam ein neues Leben anfangen wollen. Die ersten Eindrücke der neuen Kultur sind überwältigend und für die Mutter bisweilen überfordernd. Die Anwesenheit der Schwiegermutter macht es für die junge Frau nicht einfacher und auch Töchterchen Alice ist hin und her gerissen. Doch nach und nach schafft die Familie den Aufstieg und das Kind aus schlichten Verhältnissen schafft es einen Studienplatz für Jura zu ergattern. Alice repräsentiert die zweite Generation Asiaten in Australien. Zwar stellt ihr das Land all seine Möglichkeiten offen, doch der familiäre Rahmen ist eng gesetzt. Sie steckt zwischen den beiden Kulturen, will es ihren Eltern recht machen und die asiatische Kultur und Tradition auch bewahren, andererseits merkt sie, dass sie keinen Zugang zur Jugendkultur hat und beispielsweise bei ihrem ersten Date völlig überfordert ist. Über weite Teilen schwankt das Buch zwischen zwei Extremen: mit viel Humor werden die Erfahrungen der Asiaten im neuen Land geschildert, gleichzeitig verschweigt Pung auch die Grausamkeiten nicht, die die Familienmitglieder erlebt haben und das streng geordnete hierarchische Familiensystem mit all seinen Regeln. Entfremdung der Kinder durch die neue Kultur, auftauchende sprachliche Barrieren im neuen Land aber auch zwischen den Generationen, Verständnislosigkeit und falsche Vorstellungen von den Kulturen, all das gelingt es Alice Pung in ihrem biographisch angelegten Roman unterzubringen. Ein Buch, dass sehr viele Einblicke in eine fremde Kultur und in das innerste der Familien erlaubt. Als besonderes Extra noch ein Nachwort von Olga Grjasnowa, die ähnliche Erfahrungen in ihrem Leben gemacht hat.

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