Alice Schmid Dreizehn ist meine Zahl

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Inhaltsangabe zu „Dreizehn ist meine Zahl“ von Alice Schmid

Die neunjährige Lilly schildert ihr Leben in einem Dorf auf dem Berg Napf, zwischen den Kantonen Bern und Luzern, Ende der fünfziger Jahre. Inmitten von Armut und harten, bäuerischen Sitten verbringt Lilly ihre Kindheit und wehrt sich mit allen Mitteln gegen die Ungerechtigkeit in der Familie, gegen Gewalt und die Zumutungen der Erwachsenenwelt. Alice Schmid, Filmproduzentin aus der Schweiz, ist mit viel Liebe zum Detail ein Erstling von Gotthelfscher Wucht gelungen, anrührend, beklemmend und von großer Glaubwürdigkeit. Eine tief berührende und wahrhaftige Geschichte, deren Witz und Feinfühligkeit lange nachklingen.

Leider so gar nicht mein Fall :(

— Maeusekind
Maeusekind

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    Dreizehn ist meine Zahl
    Maeusekind

    Maeusekind

    11. December 2016 um 17:04

    So objektiv wie ich zu bewerten versuche und so sehr ich die Arbeit und den Ideenreichtum eines jeden Autors würdigen möchte - dieses Buch war leider absolut nicht mein Fall. Es war das erste Buch, bei dem ich ernsthaft in Erwägung gezogen habe, die Lektüre abzubrechen. Auch wenn der Roman gerade mal 160 Seiten hat, habe ich sehr lange dafür gebraucht, weil ich es immer wieder weglegen musste. Zwar habe ich mich überwunden und es bis zu Ende gelesen, besser wurde aber leider nicht. So schlimm, wie die Ungerechtigkeit in unserer Welt auch ist und so wichtig wie es auch ist, darauf hinzuweisen, muss ich nicht in einem gefühlten Abstand von fünf Seiten lesen, wie die Unschuld eines Kindes ausgenutzt und es vergewaltigt oder anderweitig genötigt wird. Es tut mir leid, aber so etwas zu lesen und dann auch noch aus einem kindlich-naivem Blickwinkel, bei dem die Ernsthaftigkeit der Thematik zu stark verloren geht, finde ich unpassend.Auch wenn die Protagonisten noch sehr jung sind, besteht für mich kein Grund, sie in ihrer Darstellung wenig komplex erscheinen zu lassen. Lilly merkt zwar, dass etwas in der Gesellschaft nicht stimmt, ihre einzige wirkliche Sorge scheint jedoch darin zu bestehen, ihrer Mutter zu gefallen. Auch die Handlung hätte durchdachter sein können. Für die Kürze des Romans gibt zu viele Schauplätze und Abenteuer, die Lilly mit ihren Freunden erlebt. Viele davon werden nur angerissen und nicht ausgereift genug zu Ende erzählt, sodass oft Fragen aufgeworfen werden, die der Roman auch im weiteren Verlauf nicht beantwortet. Die Idee, Begriffe des lokalen Dialektes einfließen zu lassen und in einem Glossar am Ende des Buches aufzuführen finde ich gut, die Stilistik der Sprache sticht dadurch jedoch nicht heraus. Auch konnte ich auch keine besondere Moral oder Nachricht erkennen, sodass mich der Roman leider nur mit vielen Fragen und Unverständnis zurückgelassen hat. 

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  • Rezension zu "Dreizehn ist meine Zahl" von Alice Schmid

    Dreizehn ist meine Zahl
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    30. June 2011 um 15:26

    Gerade einmal neun Jahre ist sie alt, die kleine Lilly, die in dem hier vorliegenden Romandebüt von Alice Schmid, ihre Kindheit und das Leben auf dem Napf im Entlebuch, einen Landstrich zwischen den Kantonen Bern und Luzern beschreibt. Ein raues und hartes Leben ist das dort. Obwohl nirgends im Roman eine Zeitangabe gemacht wird, vermute ich, dass die Handlung des Buches in den frühen sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts spielt. Ich vermute weiter, dass Alice Schmid, die gerade eben mit den Dreharbeiten zu einem Film mit den Titel „Eine Kindheit am Napf“ beschäftigt ist, hier wie dort eine nicht näher benannte Menge an autobiographischem Material verwendet hat. „Seit ich zählen kann, zähle ich“, beginnt das Buch, das seinen Leser von der ersten Seite an durch die Wucht und die Authentizität der Erfahrungen Lillys mitreißt und verstört. „Das hilft. Dreizehn ist meine Zahl. So oft haut Mutter mich auf den Rücken. Wenn ich vor Angst Bisi mache, zähle ich auch. Bis dreizehn bleibt es warm, danach wird es kalt zwischen den Beinen. Wenn es dunkel ist, pocht es dreizehn Mal an meine Ohren, Das ist der Tod im Treppenhaus. Hinter der Holzwand, wo Vater und Mutter schlafen, giert`s. Dreizehn Mal. Das ist, wenn Vater von der Nachtschicht kommt.“ Der Vater, der wie die anderen Männer im Dorf auch einen „Nebenverdienst“ hat, weil er sonst seine Familie nicht durchbringen könnte, „hat das Schweigen.“ Etwas, das für Lilly fast noch schlimmer ist als die Schläge der Mutter. Und so flüchtet sie sich immer wieder in ihre kindliche Phantasiewelt, in der die Wesen des sagenumwobenen Änziloches in der Nähe des Dorfes immer wieder eine große Rolle spielen. Und sie sucht die Freundschaft von Ueli, einem stillen Jungen, der nach dem Tod seine Mutter von seinem Vater auf das Übelste missbraucht wird, der aber in der Schule stumm bleibt und immer nur sagen kann: „Am Morgen…“, um den Zeitpunkt seines Missbrauchs zu benennen, dann bricht er ab, auch weil die Lehrerin Fräulein Sidler keine Geduld hat, ihm weiter zuzuhören. Und da ist Viertelabnünni, dessen Vater den Schnaps nicht nur brennt, sondern ihn auch in unvorstellbaren Maßen konsumiert. Alkohol und Missbrauch ist etwas, was in der Welt der Erwachsenen, so wie sie Lilly und ihre Freunde erleben, etwas völlig Normales zu sein scheint. Die älteren Geschwister von Lilly, Res und Dora, sind ihr keine wirkliche Stütze und so muss sie sehen, wie sie allein irgendwie durchkommt und sich auf alle diese verwirrenden und selbst den Leser noch verstörenden Dinge einen Reim macht, der sie überleben lässt. Natürlich spielen die Religion und der katholische Pfarrer eine große Rolle, und wenn Lilly und ihre Freunde die Linde nicht hätten, der sie alles erzählen können, um sich zu erleichtern, wer weiß, wie sie den Mief und die Bigotterie überlebt hätten. Einer überlebt nicht, eine der traurigsten Stellen des Buches. „Dreizehn ist meine Zahl“ ist ein Buch, das einen fesselt und umhaut. Ich vermute, mit dem Buch und dem Film über das gleiche Thema hat sich Alice Schmid von ihren eigenen Kindheitserfahrungen endlich befreit. Denn so wie sie Lilly erzählen lässt, kann man nicht erfinden als Schriftsteller. Das hat man so oder anders erlebt.

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  • Rezension zu "Dreizehn ist meine Zahl" von Alice Schmid

    Dreizehn ist meine Zahl
    verena83

    verena83

    08. April 2011 um 17:49

    In „Dreizehn ist meine Zahl“ erzählt die neunjährige Lilly von ihrer Kindheit auf dem Berg Napf und Ende der 50er Jahre ist das bäuerliche Leben dort alles andere als einfach. Doch inmitten all der harten, bäuerischen Sitten und Ungerechtigkeiten lässt sich Lilly nicht unterkriegen… weder von den Schlägen der Mutter, noch vom Zugriff ihrer älteren Geschwister oder den rigiden Regeln der Kirche. Einzig und alleine Lillys Vater scheint ihr Verbündeter zu sein, doch auch dieser kann ihr durch seine Schweigsamkeit oft nicht helfen. Und so bleibt Lilly nur noch jedes Mal in brenzligen Situationen bis dreizehn zu zählen – denn das Zählen hilft. Auch die Linde, der Lilly – gemeinsam mit ihren Freunden – all ihre Wünsche anvertrauen kann und ihre eigene Phantasiewelt sind eine unbezahlbar große Stütze in diesem schweren Leben… „Seit ich zählen kann, zähle ich. Das hilft. Dreizehn ist meine Zahl. So oft haut Mutter mich auf den Rücken.“ Dies sind die ersten Sätze dieser unglaublich verstörenden Geschichte, von der ich im selben Moment unglaublich gepackt wurde. Diese Sätze sind es, die mich sofort mitten ins Geschehen hinein gerissen haben und fortan hat mich dieses Buch nicht mehr los gelassen. Gemeinsam mit Lilly ging ich auf eine Reise in eine Zeit und in ein wahnsinnig hartes Leben, das meinem eigenen mehr als fremd ist und doch gelang es mir beim Lesen mich voll und ganz in dieses neunjährige Mädchen hinzuversetzen. Mit ihrer kindlichen Nüchternheit beschreibt sie Dinge wie beispielsweise Missbrauch oder Misshandlungen durch Erwachsene, aber auch unter Kindern. Aufgrund dieser Nüchternheit – und der Tatsache, dass die Dinge beim Namen genannt und nicht um den heißen Brei herumgeredet wird, wirkten diese abscheulichen Taten noch schockierender auf mich als sie ohnehin schon sind. Darüber hinaus erlebte Lilly aber natürlich auch glückliche Momente, sei es beim Akkordeon spielen oder bei der Linde, die immer ein offenes Ohr hatte (als Baum Widerworte zu geben wäre auch schwierig). Eindrucksvoll hat dieses neunjährige Mädchen damit bewiesen, dass sie sich von all den Zumutungen nicht unterkriegen lässt und dies bescherte mir bei der Lektüre auch den ein oder anderen Glücksmoment. Alles in allem emfpand ich das Lesen dieses Buches als absolute Bereicherung für mich selbst, denn die Geschichte hat mich wirklich zutiefst berührt und ergriffen. Und aus ebendiesem Grund vergebe ich für „Dreizehn ist meine Zahl“ auch 5 von 5 Sterne.

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  • Rezension zu "Dreizehn ist meine Zahl" von Alice Schmid

    Dreizehn ist meine Zahl
    Buecherwurm1973

    Buecherwurm1973

    02. April 2011 um 23:14

    Die neunjährige Lilly wächst in den fünfziger Jahren im Napfgebiet auf. Es herrschen raue Sitten. Gewalt gehört zum täglichen Leben. Sie geht mit Vreneli, Viertelabnüüni und Ueli zur Schule. Bald merkt Lilly, dass es in ihrer Familie ein Geheimnis gibt. Sie will es wissen und probiert es ihrem Vater, der immer schweigt, zu entlocken. Wer wissen will, was Lilly in ihrer Familie und mit ihren Kameraden sonst noch erlebt, muss das Büchlein (hat nur 155 Seiten) selbst lesen. Das Napfgebiet (zwischen dem Kanton Luzern und Bern, Schweiz) gilt heute noch als hinterwäldlerisch. Noch heute müssen die Bauern auf viele Maschinen verzichten, weil ihre Weiden ziemlich steil sind. Ich kann mir gut vorstellen, dass sich die Geschichte, um Lilly wirklich so zugetragen hat. Schade, dass die Autorin die Umgebung nicht besser beschrieben hat. Ich mag es, wenn Schweizer Autoren Dialektausdrücke einfliessen lassen. Hinten hat es für einige Ausdrücke eine Übersetzung.

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