Alice Schwarzer Eine tödliche Liebe

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Inhaltsangabe zu „Eine tödliche Liebe“ von Alice Schwarzer

Alice Schwarzer schrieb dieses Buch aus Empörung über die unkritische Berichterstattung der Medien über den Tod der Friedensaktivistin Petra Kelly und des Generals a. D. Gert Bastian. Ihrer Meinung nach handelte es sich dabei nicht um einen erweiterten Suizid, sondern im Fall der Frau um einen Mord. Schwarzer geht davon aus, dass Petra Kelly nicht sterben wollte. Diese These begründet Alice Schwarzer mit einer eingehenden Analyse der Beziehung der beiden Persönlichkeiten.

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  • "Eine symbiotische Liebe - unter Fremden"

    Eine tödliche Liebe
    Ginevra

    Ginevra

    Rezension zu „Eine tödliche Liebe“ von Alice Schwarzer (1993) Petra Kelly und Gerd Bastian – ein politisches Traumpaar aus der Gründungszeit der Grünen, das am 30.09.1992 zu Tode kam – durch erweiterten Suizid: Ex- Bundeswehr- General Bastian erschoss erst seine Lebensgefährtin Kelly, dann sich selbst. Kein Abschiedsbrief ergab Hinweise über die Gründe dieser Tat, besonders Petra Kelly stand davor mitten im Leben, wenn sie auch deutliche Anzeichen eines Burn-out-Syndroms zeigte, ein Krankheitsbild, das damals noch kaum beachtet wurde. Die Tat schockierte ganz Deutschland, besonders FreundInnen, Bekannte und politische WeggefährtInnen der beiden. Die Grünen widmeten Bastian und Kelly eine legendäre Gedenkfeier, bei der beide Seite an Seite ausgiebig und bewegend gewürdigt wurden. Lange wurde vermutet, dass der erweiterte Suizid von beiden gewollt und geplant gewesen sei, obwohl alle Indizien der Staatsanwaltschaft dagegen sprachen. Alice Schwarzer, die prominente Feministin, rollte ein Jahr später im vorliegenden Buch die Hintergründe auf, und stellt klar: Gerd Bastian ist ein Mörder, der die wesentlich jüngere Petra Kelly im Schlaf erschossen hat, da er sie mit in seinen Tod nehmen wollte. Ob er glaubte, dass die zerbrechlich wirkende Frau ohne ihn nicht leben könnte, oder ob er eine Kurzschlusstat beging, bleibt unklar. Interessant sind jedoch die Folgen: der Täter wurde von der Presse und den Grünen in Schutz genommen, als Held verehrt, während die Opferrolle der Frau einfach hingenommen wurde. Bastian als Vollstrecker einer Tat, die Kelly gewünscht hatte, aus einer gemeinsamen Depression heraus? Weit gefehlt!  Der 69-jährige Bastian fühlte sich seiner dynamischen Partnerin schon lange nicht mehr gewachsen. Eigentlich wollte er zu seiner Ehefrau Lotte zurückkehren, zu der er immer noch ein freundschaftliches Verhältnis pflegte, doch Petra Kelly liess ihn nicht los. Bastian war ihr „Fels in der Brandung“, der starke Soldat, der sie beschützte, wenn sie im politischen Schlachtgetümmel bedroht und angefeindet wurde. Sterben wollte sie noch lange nicht – zu eng war ihre Bindung an ihre FreundInnen und die Großmutter, die sie großzog, zu viele wichtige Vorträge standen in ihrem Terminkalender. Sie war bekennender Workaholic - doch ihre Gesundheit war fragil, eine körperliche Schwäche, Angst- und Panikattacken banden den Ex-General rund um die Uhr an sie. Zu eng und symbiotisch, meint Schwarzer – die Katastrophe war nicht mehr aufzuhalten. Alice Schwarzer beleuchtet zunächst die Lebenswege von Kelly und Bastian, dann ihre gemeinsame Geschichte, das Ende – und die Konsequenzen. Sie beschreibt zwei zwiespältige Charaktere, „zwei Fremde in Symbiose“. Die überzeugte Pazifistin und der Ex-Hitler-Soldat, der dem Krieg abschwor, aber zu Hause Waffen hortete. Die toughe Politikerin, die sich fragil und hilflos präsentierte, und ihre Liebesbotschaften an Bastian mit „Dein armes kleines Petralein“ unterschrieb, und der Ex-Frauenheld, der seit Jahren unter Impotenz litt. Beide wurden jahrelang idealisiert, als „Menschen der Zukunft“, unkonventionell und pazifistisch, „frei von Hass und Eigennutz“ – bis zum kontroversen Ende. Mich hat diese Doppelbiographie von der ersten Seite an gefesselt, ich fand sie spannend und unterhaltsam geschrieben, trotz des tragischen Anlasses. Schwarzer bleibt bei allen Beschreibungen respektvoll und fair, aber sie bezieht auch klar Stellung: Bastians Tat ist für sie klarer Mord, der aber in unserer patriarchalischen Gesellschaft verständnisvoll weggenickt wird, denn die Frau hat sich dem Willen des Mannes unterzuordnen. Schwarzer und Kelly waren nie beste Freundinnen, aber trafen oft in Diskussionen und Talk Shows aufeinander, wo sie oft kontroverse Meinungen vertraten. Ihre Analysen wirken gut recherchiert und fundiert, psychologisch überzeugend, persönlich engagiert und berührend. Sie lässt ihre eigene Geschichte mit einfliessen, was mir besonders gut gefiel: Kelly und Bastian wiesen viele Parallelen zu Schwarzers Großeltern auf. Fazit: Schwarzer schrieb diese Biografie für alle Paare, die nicht länger Täter und Opfer spielen wollen – „als Ermutigung zur Eigenständigkeit und Freiheit“. Schöner kann man es nicht auf den Punkt bringen!  5 von 5 Sternen von mir.

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  • Rezension zu "Eine tödliche Liebe" von Alice Schwarzer

    Eine tödliche Liebe
    sarahkolumbus

    sarahkolumbus

    22. April 2011 um 13:01

    Am 1. Oktober 1992 erschießt Gert Bastian seine Lebensgefährtin Petra Kelly während sie schläft. Danach erschießt er sich selbst. Die Staatsanwaltschaft und die Medien sprechen von einem Doppelselbstmord des prominenten Politikerpaares. Trauerfeier und Gedenkstunden finden für beide gemeinsam statt. Für Opfer und Täter. Alice Schwarzer recherchiert in "Eine tödliche Liebe - Petra Kelly und Gert Bastian"die Beziehung der beiden zueinander und versucht eine Analyse. Die emanzipierte, ehrgeize und doch unsichere und schwache Pazifistin Petra Kelly und der militaristische, autoritäre und alternde Playboy General Gert Bastian. Ihre Liebe, ein Widerspruch. "Ich kann ohne Gert nicht mehr leben", diese Worte werden Petra Kelly zum Verhängnis. Die anfänglich glamouröse Verbindung des Politikerpaares "gleitet mehr und mehr in die Isolation, den Krampf und Neurose". Petra Kelly, in der Partei der Grünen eine starke durchsetzungsfähige Politikerin, privat abhängig von Gert Bastian. Ohne ihn kann sie nicht reisen, wird in seiner Abwesenheit neurotisch und verbringt kaum eine Minute ohne ihn. Sie fordert alles von ihm - bis er nicht mehr kann. Starker psychologischer Einblick in die tödlich tragische Geschichte von Kelly und Bastian, klug - und an keiner Stelle langweilig- erzählt von Alice Schwarzer.

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  • Rezension zu "Eine tödliche Liebe" von Alice Schwarzer

    Eine tödliche Liebe
    ramonapop

    ramonapop

    18. August 2007 um 12:41

    Petra Kelly, Grüne