Alice Sebold Lucky

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Inhaltsangabe zu „Lucky“ von Alice Sebold

Reveals how Alice Sebold's life was transformed when, as an eighteen-year-old college freshman, she was raped and beaten in a park near campus. This book also chronicles her recovery as she triumphs, managing through grit and coincidence to help secure her attacker's arrest and conviction.
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  • You save yourself or you remain unsaved

    Lucky

    capkirki

    15. November 2013 um 10:18

    Ich habe “The Lovely Bones” (“In meinem Himmel”) noch nicht gelesen, aber den Film gesehen und er hat doch einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Als ich gehört habe, dass die Geschichte um ein vergewaltigtes und getötetes Mädchen auf den eigenen Erlebnissen der Autorin beruht, wollte ich mehr wissen. Und so kam ich zu “Lucky” – ein Buch über Sebolds Leben und Erfahrungen. Sie ist gerade 18 geworden und Studentin an der Syracuse University im US-Bundesstaat New York als sie eines Nachts im Park angegriffen wird. Ihr Peiniger zerrt sie in eine Unterführung, schlägt sie zusammen und vergewaltigt sie brutal. Für sie ist es die erste sexuelle Erfahrung. Wider Erwarten überlebt sie die Tat, ihr Vergewaltiger lässt sie gehen. Sie schleppt sich zurück in die Uni und schafft es, einen Wachmann zu alarmieren, der sofort Hilfe holt. Mit dem Notarzt kommt sie ins Krankenhaus, wird untersucht, genäht, fotografiert, befragt – jedes Detail der Tat muss sie wiedergeben. Wie in Trance erzählt sie, was ihr passiert ist, wieder und wieder … auf der Wache meint ein Polizist zu ihr, sie hätte Glück gehabt, denn an gleicher Stelle sei vor einiger Zeit ein Mädchen nach ihrer Vergewaltigung getötet worden. “You were lucky…” Sie ruft ihre Mutter an und wird nach Hause gebracht. Monatelang muss sie sich erholen, bevor sie wieder an die Uni zurückkehren kann. Doch sie lässt sich nicht unterkriegen, kehrt zurück und steht eines Tages bei einem Spaziergang über den Campus ihrem Vergewaltiger gegenüber. Er wird verhaftet, es kommt zum Gerichtsverfahren und wieder muss Alice aussagen… Dieses Buch kann man nicht wie andere rezensieren. Hier erzählt ein Vergewaltigungsopfer von dem Moment, der ihr Leben – der sie selbst – komplett veränderte. Jahrelang kämpft sie gegen die Erinnerungen, gegen die Tat, gegen Vorurteile. Sie will nicht das Opfer sein, sie will kein Mitleid, sie will einfach ihr Leben zurück. Niemand will die Details der Vergewaltigung hören, vor allem der Vater hat Schwierigkeiten, das Geschehene zu verarbeiten. Alice wechselt an die Uni nach Texas, zieht dann nach New York, kellnert, nimmt Heroin, versucht den richtigen Weg in ihrem Leben zu finden. Dann folgen Jahre in einer Kunstkolonie in Kalifornien, sie lebt im Wald ohne Elektrizität – 1999 veröffentlicht sie “The Lovely Bones” – ein Erfolg und auch ein Weg, die schrecklichen Momente in der Hand ihres Peinigers zu verarbeiten. “Lucky” erzählt von ihrem Kampf, von ihrem Versuch, zu überleben, lange nach der eigentlichen Tat. Es ist ein schonungslos ehrliches Buch. Ich hatte Schwierigkeiten, die Vergewaltigungsszene fertig zu lesen. Man hört fast täglich von Vergewaltigungen, selten liest man aber so im Detail, was passiert und selten haben mich Seiten in einem Buch mehr angeekelt. Doch durch die genaue Schilderung der Tat, durch die peinlichen Befragungen bei der Polizei und vor Gericht, begreift man erst, was die Opfer einer Vergewaltigung tatsächlich durchmachen müssen. Was solch eine Tat – auch Jahre danach – noch für sie bedeutet. Plötzlich ist Alice nicht mehr nur Alice, sondern das Mädchen, das vergewaltigt wurde. Die Tat verändert nicht nur sie, sondern auch alle Menschen um sie herum und es ist klar, der einzige, der sie retten kann, ist sie selbst. “You save yourself or you remain unsaved.” Es ist ein verstörendes Buch, das mir auch ein wenig Angst gemacht hat. Gleichzeitig zeigt es aber auch, was für eine Kraft und was für ein Mut in manchen Menschen steckt. Alice hat gekämpft, gegen ihren Angreifer, gegen die Blicke und Einstellungen der Anderen und gegen sich selbst. Ob man nach so einer Erfahrung den Kampf ganz gewinnen kann – ich weiß es nicht. Es gibt wohl ein Leben davor und ein Leben danach und für das Danach muss man jeden Tag neu aufstehen. “Since then I’ve always thought that under rape in the dictionary it should tell the truth. It is not just forcible intercourse; rape means to inhabit and destroy everything.”

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  • Rezension zu "Lucky" von Alice Sebold

    Lucky

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    06. June 2011 um 12:38

    Alice Sebold, die Autorin von „In meinem Himmel“, erzählt in ihrem Debut davon, wie sie mit 19 Jahren auf ihrem Heimweg von einem Fremden vergewaltigt wurde und über den langen steinigen Weg der Besserung nach der Attacke. Dieses Buch ist nichts für schwache Nerven, so viel ist klar. Gleich im ersten Kapitel tut Sebold das Unvermeidliche – sie beschreibt die Nacht ihrer Vergewaltigung im Detail. Diese Schilderung ist herzzereißend, ekelerregend und machte mich abwechselnd traurig und wütend. Es ist das erste Kapitel, und schon möchte ich das Buch am liebsten weg legen. Doch dabei fängt der Weg von Alice Sebold in ein Leben nach der Vergewaltigung erst an und es lohnt sich weiter zu lesen, auch wenn es manchmal weh tut. Als Leser und als Frau stehe ich Alice Sebold mit gemischten Gefühlen gegenüber. Einerseits verurteile ich sie für ihre Naivität nach Mitternacht durch dunkle Parks zu flanieren. Andererseits bewundere ich die Selbstverständlichkeit mit der sie zur Polizei geht und ihren Vergewaltiger hinter Gittern bringen will – die wenigsten Frauen in ihrer Situation haben die Kraft dazu. Doch trotz dieser Kraft wird schnell klar, Alice Sebold ist traumatisiert, leidet bald sogar an einer post-traumatischen Belastungsstörung, und das alles obwohl sie unaufhörlich dafür kämpft ihre Erlebnisse zu verarbeiten. Ich merkte, für Sebold gibt es kein zurück zu „Vor der Vergewaltigung„, das Verbrechen hat sie verändert, unumkehrbar wurde es ein Teil von ihr. Erschreckend sind aber auch die vielen Beispiele junger amerikanischer Frauen, die am College vergewaltigt werden, und niemals Anzeige erstattet haben. Als Außenstehender kann man schnell vergessen, dass Vergewaltigung eines der häufigsten Schwerverbrechen ist und dabei nur äußerst selten gesühnt wird, denn die Opfer schämen sich von dem zu sprechen, was ihnen geschah. Ein meiner Meinung ganz erschreckendes Detail des Gerichtsprozesses um Alice Sebold, welches sie auch oft scheinbar Kopfschüttelnd hervor hebt, ist, dass sie bessere Chancen hatte ihren Vergewaltiger ins Gefängnis zu bringen, weil sie zum Tatzeitpunkt noch Jungfrau war. Was ist nun das erschreckende daran? Die Menschen, welche offenbar im amerikanischen Rechtssystem tätig sind, die zu glauben scheinen, wenn eine Frau sich einem Mann freiwillig hingibt – dann darf jeder sie nehmen, ungestraft und ungeachtet ihres freien Willens. Abschließend sei noch zu sagen, dass dieses Buch einen lehrt, wie wichtig es ist für dieses Verbrechen die Augen offen zu halten, sich selbst zu schützen und hat man das nicht geschafft, Gerechtigkeit zu suchen und so langsam zu heilen. Alice Sebold ist das beste Beispiel dafür, dass die Forderung nach seinem Recht und nach Vergeltung auch und gerade für Vergewaltigungsopfer nichts horrendes, sondern etwas selbstverständliches ist, das unter allen Umständen unterstützt werden muss. Dies ist eines von den Büchern, die ich jeder Frau, die ich kenne und jeder Frau, die diesen Blog liest, ans Herz legen möchte. Lies es, auch wenn es schwer fällt. Lies es, auch wenn es weh tut.

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  • Rezension zu "Lucky" von Alice Sebold

    Lucky

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    13. August 2007 um 09:46

    Ein wirklich sehr bewegendes Buch. Bemerkenswert, wie die Autorin Alice Sebold mit der Vergewaltigung umgeht. Muss man gelesen haben!

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