Nach den Erfahrungen mit der aufgeblähten Rhetorik des Faschismus wählt Ginzburg eine bewusst reduzierte, nüchterne Sprache – ein stiller, fast spröder Gegenentwurf.
Doch trotz dieser formalen Klarheit ermüdet das Buch durch ständige Wiederholungen, kaum Entwicklung und emotionaler Distanz.
Ein literarisch durchdachtes Erinnerungsprojekt – das leider oft mehr erstarrt als berührt und mich über weite Strecken langweilte.
Alice Vollenweider
Lebenslauf
Quelle: Verlag / vlb
Alle Bücher von Alice Vollenweider
Die Küche der Toskana
Kulinaritäten
Italiens Provinzen und ihre Küche
Italienische Reise: Ein literarischer Reiseführer durch das heutige Italien
Italiens Provinzen und ihre Küche
Neue Rezensionen zu Alice Vollenweider
Schon beim Erblicken des Titels weiß man, das kann nur gutgehen. Und dieses Vorurteil wird auf den folgenden 160 Seiten ein ums andere Mal bestätigt. Denn Italien und Essen – das passt wie Roma e storia und Napoli e vesuvio. Dolce vita zwischen zwei Buchrücken, mit Gaumenfreuden alla nonna. Davon kann man nie genug bekommen!
Das hat sich auch Alice Vollenweider gedacht. Und räumt mit dem Vorurteil auf, dass nur Pasta und Pizza auf dem Stiefel auf die Teller kommen.
So unterschiedlich die Regionen sind, so unterschiedlich sind auch die kulinarischen Gepflogenheiten. Im Laufe der Zeit hat sich sogar der vino zur Pizza in eine gepflegte Hopfenkaltschale verwandelt. Ja, mittlerweile hat der Bierkonsum den Weinverzehr überholt. Das aber nur als Randnotiz für all diejenigen, die mit offen stehendem Mund und stotternder Stimme in bella italia sich entrüsten wollen, dass der Traubensaft so sehr nach zuhause ausschaut…
Liest man das Buch nun mit oder ohne Lätzchen? Das muss jeder für selbst entscheiden. Wer jedoch bei Minestra di fagioli (Triestiner Bohnensuppe), Conchiglie e broccoli (Teigmuscheln mit Broccoli) oder Torta di ricotta (muss man wohl nicht übersetzen) ein leichtes, freudiges Grummeln in der Magengegend verspürt, sollte vorsorgen.
Denn es geht weiter. Region für Region, vom Trentino bis Sizilien, von Venetien bis Sardinien reicht die Menükarte. Und auf ihr hinterlassen Kalb, Hühnerleber und Kaninchen einen leckeren Nachgeschmack.
Schon beim Lesen fällt auf, dass es zwischen den Regionen sehr wohl gewaltige Unterschiede gibt. Während im Norden Polenta auf den Tisch kommt, vertreten Makkaroni bei einer Blindverkostung eindeutig Sizilien.
Neben den Unterschieden verbinden aber auch - zwischen den Zeilen - die Gemeinsamkeiten die cucina italiana. Wo andernorts mächtig Butter verwendet wird, schwören italienische Köche auf Olivenöl. Die barbarische Verwendung von Butter – die ersten italienischen Einwanderer in Deutschland staunten nicht schlecht wegen der Brocken Butter in deutschen Tiegeln – wird hier niemals das reine Öl ersetzen.
Wer Italien liebt, tut dies auch wegen der kulinarischen Entdeckungen. Dieses Buch strotzt nicht nur wegen der einfühlsamen Beschreibungen der Küche Italiens, sondern punktet nicht zuletzt wegen der enormen Anzahl an leicht nachzukochenden Rezepten. Achtundachtzig an der Zahl – und jedes einzelne ein Stück Italien. Buon appetito!
ein kleinod ist mir in die hände gefallen, und zwar im wahrsten sinne des wortes. klein im format, sodass es in jede tasche passt, mit lesezeichenbändchen und gelbem stoffumschlag. ein Buch, das wie ein handschmeichler daher kommt, mit angenehmem inhalt.
und das überraschende an dieser sache ist, dass das buch eine wiederauflage eines briefwechsels ist. jawohl, ein briefwechsel zwischen zwei persönlichkeiten, und auch das nicht direkt zwischen den personen sondern, je nachdem, wann wieder ein brieflein eingetroffen ist, abgedruckt als beilage der „Wochende“ der „Neuen Zürcher Zeitung“ im jahr 1975.
können wir uns das überhaupt noch vorstellen? wir schreiben einem netten menschen einen brief und warten dann bis zu drei wochen, um eine antwort zu erhalten. und heute? da rufen wir schon den betreffenden nach einer viertelstunde an, spätestens! und fragen nach, wo denn die antwort auf die e-mail bleibt.
hier aber gibt es reiseberichte, geschichtliches, hinweise auf alte bücher und vor allem: alte rezepte.
gerichte, die nur noch wenige kennen, die mich aber beim lesen neugierig machen, die ich nachkochen möchte, denn so gut wie keines ist wirklich bis aufs i-tüpfelchen beschrieben. ich werde beim lesen hungrig, besuche gewisse geschäfte von denen ich weiß, dass sie so manches auf lager haben, was es im jahr 1975 so noch nicht in dieser häufigkeit gab und versuche, das eine oder andere nachzukochen, was mir nur selten gelingt.
liebenswert ist es, wie ein brief auf den anderen eingeht, eine frage aufgenommen wird und erklärt, wo unwahrheiten, oder besser, falsche auskünfte richtig gestellt werden. so geht das jahr vorüber, die gerichte jahreszeitlich angepasst oder dem jeweiligen land, wo sich die beiden gerade aufhalten.
wie wäre es, wenn wir dieses büchlein als vorbild nehmen und selbst einmal wieder versuchen, uns in geduld zu üben und uns briefe zu schreiben.
Gespräche aus der Community
Welche Genres erwarten dich?
Community-Statistik
in 25 Bibliotheken
auf 3 Merkzettel
von 1 Leser*innen aktuell gelesen









