Die Freundschaft zwischen den beiden Außenseitern Moni und Oscar erscheint zuerst als Zweckgemeinschaft. Die schrille, aber liebe Hausfrau und der jugendliche, weltfremde Überflieger scheinen so gar nicht zusammenzupassen. Humorvoll und kurzweilig erzählt Alina Bronsky von der Annäherung der beiden Charaktere, die unterschiedlicher nicht sein könnten, und lässt den Leser mit rätseln, was in Monis Vergangenheit geschehen ist, und in welcher Beziehung sie zu Oscars Idol, dem Mathegenie Daniel Johannsen, steht. Eine klare Leseempfehlung.
Alina Bronsky
Lebenslauf
Deutsche Schriftstellerin mit russischen Wurzeln: Die Schriftstellerin Alina Bronsky, geboren 1978 in Russland, wurde 2008 mit ihrem Roman „Scherbenpark“ berühmt: Ihrem spannenden, scharfzüngigen Erzählstil kann sich nahezu niemand entziehen. Ihr Debütroman wurde sowohl für den „aspekte“-Literaturpreis als auch für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert.
In ihren Romanen „Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche“ und „Baba Dunjas letzte Liebe“ – beide für den Deutschen Buchpreis gelistet – sind es vor allem die schrullig-skurrilen Figuren, die die Lektüre zu einem Lesevergnügen machen. Neben ihren Romanen für erwachsene Leser ist Alina Bronsky auch mit Jugendbüchern sehr erfolgreich.
Bei dem Namen Alina Bronsky handelt es sich um ein Pseudonym, der Geburtsname der Schriftstellerin ist nicht bekannt. Alina Bronsky hat vier Kinder und lebt mit dem Schauspieler Ulrich Noethen in Berlin.
Im Jahr 2021 erschienen ihre Bücher "Barbara stirbt nicht" und "Das Geschenk".
Alle Bücher von Alina Bronsky
Pi mal Daumen
Baba Dunjas letzte Liebe
Scherbenpark
Barbara stirbt nicht
Spiegelkind
Der Zopf meiner Großmutter
Schallplattensommer
Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche
Neue Rezensionen zu Alina Bronsky
Als leidenschaftliche Hobbyköchin, die ebenso leidenschaftlich liest, hätte ich mir kaum ein Buch ausdenken können, das meine beiden Herzensthemen schöner vereint als dieses: Ein Buch über Essen, geschrieben von einer Schriftstellerin. Als ich also im Rahmen einer Verlagsverlosung ein Exemplar von Alina Bronskys „Essen" gewann, war meine Freude groß. Zu groß, wie sich herausstellen sollte.
Das Buch erscheint in der Reihe „Leben" des Hanser Verlags, in der bekannte deutschsprachige Autorinnen und Autoren sich Gedanken zu den wesentlichen Themen des Lebens machen. Bronsky widmet sich in zwölf kurzen Geschichten verschiedenen Gerichten, Getränken und Lebensmitteln, die in ihrem Leben eine besondere Rolle gespielt haben – am Ende jedes Kapitels wartet ein entsprechendes Rezept. Das klingt verlockend. Die Realität war leider eine andere.
Mein Hauptkritikpunkt ist der fehlende literarische rote Faden. Was sich mir beim Lesen bot, war weniger eine stringente Erzählung als eine willkürliche Aneinanderreihung mehr oder weniger belangloser autobiografischer Anekdoten. Der Aufbau der einzelnen Kapitel ist essayistisch und streift verschiedenste Themen. Das mag für manche reizvoll sein – mir fehlte schlicht die erzählerische Dichte. Hat es mein Leben bereichert, zu erfahren, dass Bronsky aufgrund ihrer sowjetischen Wurzeln niemals ein Kaltgetränk direkt aus dem Kühlschrank trinken würde? Keineswegs. Hat es mich wenigstens unterhalten zu lesen, dass sie belegte Brote nicht für eine vollwertige Mahlzeit hält? Nicht wirklich.
Ich möchte fairerweise festhalten: Pointenreich erzählt Bronsky, wie sich deutsche und sowjetische Essgewohnheiten unterscheiden, und wer sich für ihre persönliche Biografie interessiert, mag das durchaus schätzen. Mir war es zu wenig. Das Buch dürfte vor allem solche Leserinnen und Leser interessieren, die an autobiografischen Auskünften der Autorin interessiert sind. Wer hingegen kulinarische Tiefe, literarischen Anspruch oder gar handfeste Kochrezepte sucht, wird enttäuscht sein.
Denn richten wir den Blick auf die Rezepte: Vielleicht, dachte ich, retten sie das Büchlein. Leider nein. Als Beispiel sei die Frankfurter Grüne Soße genannt: „Finden Sie ein Paket der sieben notwendigen Kräuter ... Grundlage ... Schmand, Joghurt oder süße Sahne ..." Mengenangaben sucht man vergeblich, denn „nur Sie wissen, wie grün Sie es haben wollen." Für eine erfahrene Hobbyköchin, die es gewohnt ist, Rezepte als verlässliche Ausgangsbasis zu betrachten und nach eigenem Ermessen anzupassen, ist das keine charmante Freiheit – das ist schlicht eine Leerstelle.
Das Buch ist so schmal, dass eine Lektüre zwischen zwei Mahlzeiten zu schaffen ist. Darin liegt vielleicht seine einzige wirkliche Stärke: Es hält nicht lange auf. Für mich jedoch bleibt es eine vertane Chance. Ein Buch, das Essen und Literatur hätte zusammenbringen können und an beidem zu wenig liefert. Der Appetit auf weitere Bücher von Alina Bronsky ist mir damit erst einmal vergangen.
Wenn Kinder schwere Schicksal erleiden, gehen Sie unterschiedlich damit um. Manche ziehen sich zurück, werden anhänglich oder sind von Angstzuständen geplagt. Oder sie schlagen ins aggressive Gegenteil um. Sascha möchte morden!
Denn Vadim hat ihre Mutter und deren neuen Freund umgebracht. Natürlich ist das niederträchtige Verbrechen auch nach zwei Jahren nicht vergessen. Weder bei Sascha, die eigentlich Alexandra heißt, noch bei ihren Geschwistern, Anton und Alissa, die unterschiedlich damit umgehen und die ebenfalls ihre Mutter aber auch ihren Vater verloren haben, der jetzt im Gefängnis sitzt. Als ein Zeitungsartikel mit einem Interview von Vadim erscheint, kocht die Wut bei Sascha über. Sie läuft in die Redaktion und lernt dort Volker kennen. Es entsteht erst eine Bekanntschaft, die auf Mitleid fusst. Die Beziehung zum viel älteren Mann scheint ihr Schutz zu bieten. Sie kommt bei ihm unter und lernt dessen Sohn kennen. Sie die Männer hasst und sich von ihnen abgestoßen fühlt, bekommt so etwas wie Geborgenheit in diesem Männerhaushalt.
Dieser Plot ist so ambivalent wie seine Protagonistin. Die hochbegabte Sascha versucht mit Wut und Sarkasmus, ihr schreckliches Schicksal zu meistern. Dabei eckt sie überall an. Bei Konflikten geht sie in die Vollen. Sie ist 17 Jahre alt und lebt in dem Bewusstsein, niemanden mehr zu brauchen. Das macht sie gleichzeitig stark aber auch unglaublich verletzlich. Versehrt an Leib und Seele hat sie einen ungesunden Umgang mit ihrem Körper. Sie erkennt ihre Grenzen nicht, was sie ein ums andere Mal geschunden zurücklässt.
Sie wirkte auf mich wie eine Nuss, die man nicht knacken kann. Gibt man ihr Freiheit will sie Nähe, gibt man ihr Nähe bricht sie aus. Will man sie lieben fährt sie ihre Stacheln aus, sucht aber nach Liebe, sobald man eine Grenze zieht. Diese junge Seele ist sehr zerrissen und ziemlich allein. Mich hat das sehr betrübt.
Die Nebenfiguren wirken neben dieser omnipräsenten jungen Frau sehr blass. Als Volker in einer Situation nach meinem Empfinden eine Grenze überschreitet, fehlte mir das Verständnis. Insgesamt treten sehr viele Personen in Erscheinung, aber keine Person hinterlässt einen tiefgreifenden Einfluss. Der Stil von Alina Bronsky ist unverkennbar und wirkt hier noch sehr frisch und jung. Das Ende hat mich leider nicht für sich einnehmen können, ist aber konsequent, wenn man die anderen Werke der Autorin kennt. Sie ist keine große Freundin von klaren Enden
Der Roman ist harter Stoff, dafür dass es Schullektüre ist, aber mit vielen Diskussionsanlässen ausgestattet. Ich spreche eine Empfehlung aus für alle, die einen kratzigen und direkten Sound mögen und auf der Suche nach einer sehr besonderen Protagonistin sind
Gespräche aus der Community
Alina Bronskys Heldinnen sind etwas Besonderes. Stark, eigenwillig, vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig, aber immer mit einem großen Herz. So eine Frau ist auch Moni, die sich für ein Mathe-Studium im Alter entscheidet. Als sie dem 16-jährigen Studenten Oscar begegnet, ahnt sie nicht, was das Schicksal mit ihr vorhat …
Neugierig? "Pi mal Daumen" ist der neue Roman von Alina Bronsky!
https://www.lovelybooks.de/autor/Alina-Bronsky/Pi-mal-Daumen-13050393416-w/rezension/23679759126/
Endlich habe ich es lesen dürfen.
Zwei Paare, die einmal befreundet waren, feiern zusammen Weihnachten. Doch nichts ist mehr wie früher. Kathrin und Peter sind nur widerwillig angereist, um den mittlerweile verwitweten Klaus beizustehen. Als ihnen völlig unerwartet die viel jüngere Sharon die Tür aufmacht, bricht ihre Welt zusammen: Klaus' Neue! Ein Weihnachten voller Verwicklungen und Offenbarungen nimmt seinen Lauf ...
https://www.lovelybooks.de/autor/Alina-Bronsky/Das-Geschenk-2941031055-w/rezension/4099939560/
Meine Rezi kommt spät, sorry. Nochmal vielen Dank für das Buch, habe sehr gern mitgelesen.
"Der rot gefärbte Zopf legte sich wie eine Schlange um ihren Kopf, und das gepunktete Kleid wurde dank einer Stoffblume am Ausschnitt zum Festgewand."
Lange haben wir auf Neues von Alina Bronsky warten müssen. Mit der unbelehrbaren Rosalinda und Baba Dunja hat sie nicht nur unsere Leserherzen erobert, sie hat uns nach ihren Geschichten süchtig gemacht. Aber das Warten hat sich gelohnt! In ihrem neuen Roman "Der Zopf meiner Großmutter" stellt uns Alina Bronsky eine Frau vor, die einen das Fürchten lehrt… aber auch das Lieben.Mehr zum Inhalt
Kaum jemand kann so böse, so witzig und rasant von eigenwilligen und doch so liebenswerten Charakteren erzählen wie Alina Bronsky: Max’ Großmutter soll früher einmal eine gefeierte Tänzerin gewesen sein. Jahrzehnte später hat sie im Flüchtlingswohnheim ein hart-herzliches Terrorregime errichtet. Wenn sie nicht gerade gegen das deutsche Schulsystem, die deutschen Süßigkeiten oder ihre Mitmenschen und deren Religionen wettert, beschützt sie ihren einzigen Enkel vor dem schädlichen Einfluss der neuen Welt. So bekommt sie erst als Letzte mit, dass ihr Mann sich verliebt hat. Was für andere Familien das Ende wäre, ist für Max und seine Großeltern jedoch erst der Anfang.
Ein Roman über eine Frau, die versucht, in einer Gesellschaft Fuß zu fassen, die ihr entgleitet. Über einen Mann, der alles kontrollieren kann außer seine Gefühle. Über einen Jungen, der durch den Wahnsinn der Erwachsenen navigiert und zwischen den Welten vermittelt. Und darüber, wie Patchwork gelingen kann, selbst wenn die Protagonisten von so einem seltsamen Wort noch nie gehört haben.
Lust auf eine Leseprobe?
Mehr zur Autorin
Alina Bronsky, geboren 1978 in Jekaterinburg/Russland, lebt seit Anfang der Neunzigerjahre in Deutschland. Ihr Debütroman "Scherbenpark" wurde zum Bestseller, fürs Kino verfilmt und ist inzwischen beliebte Lektüre im Deutschunterricht. Es folgten die Romane "Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche" und "Nenn mich einfach Superheld". "Baba Dunjas letzte Liebe" wurde für den Deutschen Buchpreis 2015 nominiert und ein großer Publikumserfolg. Die Rechte an Alina Bronskys Romanen wurden in zwanzig Länder verkauft. Sie lebt in Berlin.
Seid ihr neugierig geworden? Möchtet ihr Max und seine Großmutter kennenlernen?
Dann dürft ihr diese Leserunde nicht verpassen!
Zusammen mit KiWi verlosen wir 25 Exemplare von "Der Zopf meiner Großmutter" unter allen, die sich im Rahmen einer Leserunde über den neuesten Roman von Alina Bronsky austauschen und im Anschluss eine Rezension schreiben möchten.
Bewerbt euch*, indem ihr bis zum 12.05. auf diese Frage antwortet:
Rette sich wer kann! Max' Großmutter kommt!
Welche sind eure liebsten Erinnerung an eure Großmutter?
Zusätzliche Informationen
Alina Bronsky wurde am 02. Dezember 1978 in Jekaterinburg (Russland) geboren.
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