Alina Bronsky , Denise Wilk Die Abschaffung der Mutter

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Inhaltsangabe zu „Die Abschaffung der Mutter“ von Alina Bronsky

Was ist das Muttersein unserer Gesellschaft wert?
Eine Schwangerschaftsvorsorge, die in Entmündigung gipfelt. Geburten, bei denen es vor allem um eines geht: (Kosten-)Effizienz. Ein Wochenbett, das seinen Namen nicht mehr verdient. Stillen nur unter Ausschluss der Öffentlichkeit und keinesfalls zu lange. Väter, die versuchen, die bessere Mutter zu sein. Eine Politik, die alles dafür tut, Kinder so schnell wie möglich in die Krippe zu stecken. Die Verunsicherung von Müttern als Geschäftsmodell. Wertschätzung? Unterstützung? Fehlanzeige.
Wer sich heute als Frau für ein Kind entscheidet, der muss verrückt sein, so könnte man meinen. Denn Mütter werden in unserer Gesellschaft zunehmend bevormundet, kleingehalten und überwacht. Jegliche Kompetenz mit dem eigenen Kind wird ihnen abgesprochen. Wer im Beruf ernstgenommen und von seinem Umfeld anerkannt werden möchte, der lässt seine Bedürfnisse als Mutter unter den Tisch fallen. Denn eines will man auf gar keinen Fall sein: eine Glucke. Schritt für Schritt vollzieht sich so die Abschaffung der Mutter. In ihrem Buch liefern Alina Bronsky und Denise Wilk eine schonungslose Analyse der Entwicklungen. Pointiert und zugespitzt schildern sie, wer die Nutznießer sind, und fragen, was sich ändern muss, damit Mütter wieder den Rückhalt bekommen, den sie verdienen.

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  • Polarisiert, pauschalisiert, weckt Albträume

    Die Abschaffung der Mutter

    Eva-Maria_Obermann

    05. April 2016 um 14:23

    Angefangen bei den Untersuchungen in der Schwangerschaft werfen die Autorinnen einen Blick auf alles, womit sich eine Mutter heute konfrontiert sieht. Die Bevormundung durch Mediziner, die Anleitungen zur Kindererziehung, den Druck, zu arbeiten. Eine Abwertung der Mutter meinen Frau Bronsky und Frau Wilk. Diesem Buch lässt sich schwer zu Leibe rücken, ohne persönliche Kommentar einfließen zu lassen. Schon allein, weil beide Autorinnen vor allem ihre eigenen Erlebnisse aufgreifen und pauschalisiert wiedergeben (das geben die beiden auch in ihrer Einleitung zu). Ich möchte hier trotzdem trennen und den Versuch einer vernünftigen Kritik unternehmen. Viele Punkte, die die Autorinnen aufgreifen, sind interessant, diskussionswürdig und wichtig. Die stetige Abwertung der Hebammen durch die immer weiter steigenden Krankenkassenbeiträge beispielsweise, gegen die trotz gesellschaftlichem Protest nichts unternommen wird. Der von der Empfängnis an lastende Druck auf einer Frau, „plötzlich“ Mutter zu sein und die überhöhten, unerreichbaren Eigenschaften, die damit verbunden sind. Doch bereits hier zeigt sich eine erste Diskrepanz. Während Frau Bronsky und Frau Wilk nämlich in einem Satz eben jene Erhöhung kritisieren, ist es im Grunde gerade sie, die beide erhalten wollen. Das zeigt nicht erst dann, wenn beide den Vätern absprechen, adäquate Bezugspersonen zu sein oder sie den Platz einer Mutter an der Seite ihres Kindes sehen und Kleinkindbetreuung in der KiTa oder bei Tageseltern ablehnen. Es zeigt sich an der Tatsache, wie die Autorinnen mit der Mutterfigur in ihrem Buch umgehen und wie sie immer wieder tiefe Seitenschläge auf andere Meinungen austeilen. Als Quellen nutzen die Beiden dabei nicht etwa Fachliteratur, sondern fast ausschließlich journalistische Texte, oft Kommentare und Kolumnen, die durch ihre Textgattung bereit gefärbt sind und deren Aussagekraft je nachdem als krasser Gegenpunkt herhalten muss oder als längst belegte eigene Meinung. Hier zeigt sich sehr deutlich, wie leicht es sein kann, der eigenen Meinung polarisierende und pauschalisierende Stimmen hinzuzufügen, um den Anschein einer fundierten Grundlage zu wahren. Doch Die Autorinnen gehen – was eigentlich wichtig wäre – nicht konstruktiv mit den verwendeten Texten um, sie reflektieren ihre eigenen Aussagen nicht und gehen auch nicht auf bestehende Gegenstimmen zu ihren Theorien ein. Im Grunde wird Die Abschaffung der Mutter, dessen Kernaussage so viel mehr verdient hätte, zu einer Ansammlung von Vorwürfen und Schreckensbildern, angefangen von „gezwungenen“ Untersuchungen und Geburten bis zur Enteignung des Kindes durch die staatliche Erziehung. Ein Buch, das ich keiner werdenden Mutter wünsche, sie wird weder sich, noch ihrem Mann oder ihrem Umfeld mehr vertrauen. Im Grunde sprechen die Autorinnen, allen Müttern, die sich für ein Krankenhaus als Geburtsort oder einen frühen KiTa-Platz entscheiden ihre Mütterlichkeit ab. Selbst homosexuelle Paare, die ein Kind adoptieren werden angegriffen, weil die Mutter fehlt, Leihmutterschaft (ohne Frage ein großes Problem) wird gemeinsam mit „Retortenkindern“ verteufelt, immer mit dem netten Spruch „Wir wünschen allen, die es anders machen alles gute“, der hier mehr nach einem „Kannst es ja probieren, ist aber trotzdem falsch“ klingt. Als Leserin hatte ich oft den Eindruck, die Autorinnen verteidigen ihre Entscheidung, ihre Kinder eben nicht frühzeitig in die KiTa zu geben, weil sie den Eindruck haben, das zu müssen. Hier liegt das große Problem. Denn dabei greifen sie alle an, die dies tun, erhöhen die Mutter zur alleinigen akzeptablen Bezugsperson des Kindes, zu einer Person, die aus Instinkt alles weiß, was sie wissen muss, wie sie ihr Kind auf die Welt bringt, es umsorgt und erzieht. Unsicherheit, Fragen oder andere fähige Personen mit anderem Geschlecht oder ohne familiären Bezug werden schlicht als unnötig, nicht existent oder falsch nebenangestellt. Kurz: Die Abschaffung der Mutter pauschalisiert und polarisiert mit fragwürdigen Argumenten und ohne fundierten Hintergrund, oft allein auf den Meinungen und Erlebnissen der Autorinnen gefußt.

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