Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche

von Alina Bronsky 
4,0 Sterne bei152 Bewertungen
Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche
Bestellen bei:

Neue Kurzmeinungen

Positiv (120):
TamiraSs avatar

Scharfzüngig und böse - und dahinter meist sehr traurig

Kritisch (10):
Mika_Schulzes avatar

Nichts für Zartbesaitete.

Alle 152 Bewertungen lesen

Auf der Suche nach deinem neuen Lieblingsbuch? Melde dich bei LovelyBooks an, entdecke neuen Lesestoff und aufregende Buchaktionen.

Inhaltsangabe zu "Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche"

Die Geschichte der leidenschaftlichsten und durchtriebensten Großmutter aller Zeiten
Jenseits des Urals herrscht das heimliche Matriarchat und die schöne Tatarin Rosalinda fühlt sich viel zu jung, um Großmutter zu werden. Doch der Abtreibungsversuch an der Tochter Sulfia misslingt und Aminat wird geboren. Zum ersten Mal steht die despotische Rosalinda einem Geschöpf gegenüber, das sie mit Haut und Haaren liebt. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion führt Rosalindas Überlebenswille die drei unzertrennlichen Frauen nach Deutschland. Da ist die Tatarin längst die leidenschaftlichste Großmutter aller Zeiten – und der Leser Zeuge haarsträubender Ereignisse und komischer Szenen.Ein Roman über das Aufwachsen eines Mädchens, das zwischen glückloser Mutter und selbstverliebter Großmutter zerrieben wird, über ein Leben zwischen drei Kulturen, über drei Jahrzehnte voller Schicksalsschläge und überraschender Wendungen, über die vergessenen Geheimnisse der tatarischen Küche – mit einer Heldin, die auch als Putzfrau in Deutschland alle Fäden in der Hand hält.
'Alina Bronsky lässt das Mutter monster munter aus der Schule der Diktatoren plaudern – grausam und ulkig.' (Stern)
'Ihr rasanter Stil ist zwingend, die Geschichte unterhaltsam und fesselnd, die Sprache witzig und böse.' (NDR)
'Beißend komisch' (The New Yorker)

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783462043921
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:320 Seiten
Verlag:Kiepenheuer & Witsch
Erscheinungsdatum:19.04.2012
Das aktuelle Hörbuch ist am 27.07.2010 bei tacheles! erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

Neu
4 Sterne
Filtern:
  • 5 Sterne51
  • 4 Sterne69
  • 3 Sterne22
  • 2 Sterne8
  • 1 Stern2
  • Sortieren:
    Herbstroses avatar
    Herbstrosevor einem Jahr
    Kein Gericht nach meinem Geschmack …


    Rosalinda will immer hoch hinaus, sie wäre gerne etwas Besseres, als es ihre Verhältnisse zulassen. Sie fühlt sich jung und schön und will deshalb auch noch nicht Großmutter werden, als ihre Tochter schwanger nach Hause kommt. Sulfia muss abtreiben, ob sie will oder nicht. Die Prozedur wird von der Nachbarin auf dem Küchentisch vorgenommen, mit wenig Erfolg. Das Baby kommt zur Welt und Rosalinda nimmt die kleine Aminat sofort in Besitz, als wäre sie die Mutter. Alle Versuche Sulfias, sich ihrer Mutter zu widersetzen, misslingen mehr oder weniger. Rosalinda bestimmt, wen ihre Tochter zu heiraten hat und wie Aminat erzogen wird. Auch als Sulfia mit ihrem Mann und inzwischen zwei Kindern nach Israel auswandern will, weiß Rosalinda dies mit unfairen Mitteln zu verhindern. Als dann später die Verhältnisse in Russland immer schlechter werden kommt Dieter gerade recht, der an einem Kochbuch über die tatarische Küche schreibt. Als Rosalinda bemerkt, dass der vermutlich pädophile Deutsche an der kindlichen Aminat großen Gefallen findet, bedrängt sie ihn, Sulfia, Animat und sie selbst nach Deutschland zu holen. Auch dort spinnt sie ihre Fäden und alle sollen nach ihrer Pfeife tanzen …

    Alina Bronsky
    (der Name ist ein Pseudonym) wurde 1978 in Jekaterinburg, dem damaligen Swerdlowsk in der UdSSR, geboren. Als sie 12 Jahre alt war, wanderte ihre Familie nach Deutschland aus. Sie arbeitete später als Werbetexterin und Redakteurin beim Darmstädter Echo, nachdem sei ein begonnenes Medizinstudium abgebrochen hatte. Alina Bronsky ist Mutter von vier Kindern. Der Vater ihrer ersten drei Kinder verunglückte 2012 tödlich in den Walliser Alpen. Heute lebt sie mit dem Theater- und Filmschauspieler Ulrich Noethen, von dem sie eine Tochter hat, in Berlin-Charlottenburg.

    „Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche“ ist Alina Bronskys zweiter Roman und stand 2010 auf der Longlist zum Deutschen Buchpreis. Dass es sich hier keineswegs um ein Kochbuch handelt, wie der Titel vielleicht vermuten lässt, merkt man schon nach den ersten Sätzen. Der Schreibstil ist scharfzüngig, bissig, sehr direkt und bisweilen von zynischem Humor, so dass dem Leser das Lachen im Halse stecken bleibt. Selten habe ich ein Buch gelesen, bei dem mir die Protagonistin von Anfang bis Ende so unsympathisch war, wie hier. Die Story ist breit gefächert und umfasst viele Themen die für den Leser interessant sein könnten, wenn sie denn ausführlicher behandelt worden wären. Da die Geschichte aus Sicht von Rosalinda geschrieben ist, lernt man leider nur ihre Aspekte kennen – die Ansichten und Denkweisen der anderen Personen bleiben im Hintergrund. War die Handlung anfangs noch interessant und unterhaltsam, flachte sie bald ab, wurde eintönig und voraussehbar, um zuletzt in einem viel zu hektischen, oberflächlichen Schluss zu münden.

    Fazit: Ein Buch, das deprimiert und schlechte Laune macht – das aber viele Emotionen weckt und bei dem man sich streiten kann, ob es gefällt oder nicht. 

    Kommentieren0
    93
    Teilen
    Osillas avatar
    Osillavor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ein absolut empfehlenswertes Buch. Auch wenn man zunächst von Stil und Thematik abgeschreckt sein wird, so lohnt es sich weiter zu lesen.
    EINE GROSSMUTTER, DIE MIT GRAUENHAFTER SELBSTSICHERHEIT IHR LEBEN UND DAS IHRER FAMILIE ZERSTÖRT

    Die schärfsten Gerichte der tartarischen Küche ist ein ungewöhnlicher Roman. Schon vor einigen Monaten habe ich dieses Buch regelrecht verschlungen und war gleichzeitig angewidert, von solch einer herrschsüchtigen, gnadenlosen und unmenschlichen Großmutter. Tief im Innersten will sie nur das Beste für ihre Tochter und ihre Enkeltochter, doch mit ihren Handlungen zerstört sie nicht nur ihr eigenes Leben, sondern das aller anderen Menschen in ihrer Umgebung gleich mit. Darum ist es wohl so, dass man dieses Buch entweder liebt, oder es hasst. Ich gehöre zu erster Fraktion und empfehle dieses Buch gerne immer wieder interessierten Lesern. Man sollte aber starke Nerven haben, wenn man sich diesem Buch widmet.

    Alina Bronski wurde 1978 in Russland geboren und wuchs auf der asiatischen Seite des Urals und später in Südhessen auf. Sie ist Texterin und Redakteurin, lebt in Frankfurt und debütierte 2009 mit ihrem Roman Scherbenpark. Schon ihr Debütroman war sehr erfolgreich und wurde in mehrere Sprachen übersetzt. Des Weiteren hat sie mit Spiegelkind (Arena 2014) auch ein lesenswertes Jugendbuch verfasst, dessen Fortsetzung unter dem Titel Spiegelriss 2015 erschien.

    Rosalinda und ihre Handlungen stehen im Mittelpunkt der Geschichte. Sie behauptet von sich selbst, dass sie eine wunderschöne und perfekte Frau, aber leider mit ihrer dummen Tochter Sulfia gestraft ist. Als ihre Tochter dann auch noch viel zu jung schwanger wird, noch dazu nicht weiß, von wem, versucht sie alles, um dieses ungewollte Baby loszuwerden. Und genau dies ist die Stelle im Buch, für welche der Leser starke Nerven braucht. Denn Rosalinda versucht mit einer Stricknadel das ungeborene Baby abzutreiben. Alina Bronsky nimmt kein Blatt vor den Mund und beschreibt schonungslos im Detail diese Tortur. Der Abtreibungsversuch missglückt Rosalinda und so kommt die kleine Aminat zur Welt. Aminat ist ein sehr gescheites Kind und fortan kümmert sich Rosalinda um die Zukunft ihrer Enkelin, da sie der Meinung ist, ihre Tochter sei dazu nicht fähig. So lenkt Rosalinda sowohl das Leben ihrer Tochter, als auch das ihrer Enkelin in die Bahnen, die sie für richtig hält, ohne Rücksicht auf Verluste. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion schafft sie es, ihre Tochter mit einem deutschen Mann zu verheiraten. Dies ist das Ticket nach Deutschland; für alle drei Frauen, denn Rosalinda hat selbst Pläne für ihr Leben. „Alina Bronsky erzählt die Geschichte vom Aufwachsen eines Mädchens, das zwischen glückloser Mutter und selbstverliebter Großmutter zerrieben wird, von einem Leben zwischen drei Kulturen, von drei Jahrzehnten voller Schicksalsschläge und überraschender Wendungen […] mit einer Heldin, die auch als Putzfrau in Deutschland alle Fäden in der Hand hält.“ (Klappentext der Hardcover Ausgabe). Doch am Ende muss auch die unfehlbare Rosalinda feststellen, dass ihre Entscheidungen nicht immer die richtigen waren.

    Schonungslos erzählt Alina Bronsky die Geschichte dreier Frauen, die untrennbar miteinander verbunden sind. Im Mittelpunkt die selbstverliebte Großmutter, die beim Leser absolut kein Mitgefühl erzeugt. Aber genau das ist es, was mich an diesem Buch so fasziniert hat. Alina Bronsky schafft es, eine absolut unsympathische Protagonistin zu entwerfen. Der Leser ist angewidert von dieser Person und das zeugt von Bronskys schriftstellerischem Talent. Tragische Momente wechseln sich mit komischen Episoden aus dem Leben der drei Frauen ab. Dialoge der beiden schlagfertigen Frauen Rosalinda und Aminat runden die Geschichte weiter ab. Die Absurdität der Handlungen Rosalindas scheint ins unermessliche anzusteigen. Die Situation in der Familie spitzt sich nach und nach zu und es wird deutlich, dass selbst die komischen Momente der Geschichte keineswegs komisch sind. Am Ende schaut der Leser mit Entsetzen von diesem Werk auf.

    Ein absolut empfehlenswertes Buch. Auch wenn man zunächst von Stil und Thematik abgeschreckt sein wird, so lohnt es sich weiter zu lesen. Denn irgend wie schafft es Alina Bronsky am Ende doch noch, dass Rosalinda einem ans Herz wächst. Denn hat sie dies alles nicht einfach nur getan, im Glauben das Leben ihres Kindes und ihrer Enkelin ein wenig besser zu machen?

    Kommentare: 2
    4
    Teilen
    Nicnames avatar
    Nicnamevor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Wie kann jemand mit solch guten Intensionen nur so fehlgeleitet sein?
    Braucht das Böse eine Intension?

    Wie kann jemand mit solch guten Intensionen nur so fehlgeleitet sein?

    Ein erstaunlich gutes Buch, welches erschreckend die Irrwege einer Frau
    beschreibt, die darum kämpft, sich und ihre Familie durchzubringen.
    Gleichzeitig sich selber und ihre Handlungen aber in keiner Weise reflektiert -
    vielleicht, weil dies ihre Stärke beeinträchtigen würde oder die Zeit für
    solche Dinge einfach nicht gegeben ist.

    Sie sieht sich selber als die Beste, das Maß aller Dinge und alles um sich
    herum redet sie klein. Durch ihre wahrscheinlich doch recht schwierige Kindheit
    hat sie hohe Ansprüche an sich selber und setzt diese auch bei den Personen in
    ihrem Umfeld an.



    Es ist nicht leicht diese Frau (Protagonistin) zu mögen, aber es  ist genauso wenig leicht diese Frau zu hassen.
    Alina Bronsky hat -meiner Meinung nach- ein erstaunliches Buch aus der Sicht von
    Rosa geschrieben, in welchem der Leser ihren Gedanken folgt und versteht,
    weswegen sie Dinge tut.

    Sie handelt nicht aus Bosheit, dass ihre Handlungen aber schlussendlich böse
    Konsequenzen haben, Familien auseinanderreißen und alle Menschen in ihrem
    Umfeld (bis auf das Ende) unglücklich machen, kann und will sie nicht sehen.

    Die Ansätze von Erkenntnis keimen erst ganz am Ende des Buches auf.

    Kommentieren0
    2
    Teilen
    Mrs_Nanny_Oggs avatar
    Mrs_Nanny_Oggvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Famose Schilderung verschiedener Kulturkreise und ein genial-witziges Charakterbild einer sehr dominanten Frau!
    Diese Frau hat alles im Griff

    Rosalinda hat (verlorene) tatarische Wurzeln und lebt in der Sowjetunion. Sie ist selbstverliebt, dominant und hat alle Fäden in ihrer Familie und ihrer Umgebung in der Hand. Als ihre nach ihrer Meinung nach verkrüppelte und dumme Tochter Sulfia mit 17 Jahren schwanger wird, versucht sie auch dieses Problem auf ihre Weise zu lösen. Doch der illegale Abtreibungsversuch gelingt nur teilweise : ein paar Monate später wird ihre Enkelin Aminat geboren - das schönste Wesen auf dem ganzen Erdkreis! Seit diesem Zeitpunkt ist Rosalinda mit Leib und Seele Großmutter, obwohl sie sich eigentlich noch viel zu jung dazu fühlt. Ihrer Tochter Sulfia spricht sie jegliche Mutterfähigkeiten ab und versucht, Aminat für sich allein zu haben. Doch auch Sulfia ist trotz ihrer vielen vermeintlichen Schwächen, eine starke Frau und dazu eine gute Seele. Nach mehreren von Rosa in die Wege geleiteten Ehen und dem Scheitern der eigenen, erlebt Rosa zu ihrem Entsetzen den Zusammenbruch der Sowjetunion. Da hilft nur noch eins: Sulfia muss einen Deutschen heiraten, damit Großmutter mit Tochter und Enkelin ins gesegnete Land im Westen ziehen können. Sie schreckt scheinbar vor nichts zurück, um ihr Ziel zu erreichen. Selbst im Westen hat Rosa immer noch die Fäden in der Hand, auch wenn sie am Schluss so einiges an ihrer Lebenseinstellung revidieren muss.
    Der Roman lebt durch die starke Ich-Erzählung von Rosalinda, die so selbstverliebt ist, dass oft komische Situationen entstehen. Auch wenn vieles wirklich nicht zum Lachen ist, wirken selbst die schlimmsten Erlebnisse dadurch weniger krass.
    Die Autorin Alina Bronsky ist 1978 in Jekaterinenburg/Russland geboren worden und wuchs dann in Südhessen auf. Sie weiß genau, von was sie spricht und es gelingt ihr sehr gut, uns die russische Seele näher zu bringen.
    Eine ganz klare Leseempfehlung! Ich freue mich auf mehr Romane von ihr.

    Kommentieren0
    11
    Teilen
    Ginevras avatar
    Ginevravor 3 Jahren
    Achtung: ultrascharf gewürzt!

    Rosalinda ist entsetzt: ihre unscheinbare Tochter Sulfia, bisher brav und fügsam, ist schwanger, und das ohne passenden Ehemann! Als ein stümperhafter Abtreibungsversuch fehlschlägt, bringt Sulfia - entsprechend später - ein gesundes Baby auf die Welt. Für Rosalinda ist klar, dass das energievolle Mädchen eine kleine Kämpferin ist, ihre einzig würdige Nachfahrin, die den tartarischen Namen Aminad tragen soll.

    Fortan hat Rosalindas Leben nur einen Sinn: die kleine Aminat mit liebevoller Strenge zu erziehen, denn das kann die lasche Sulfia natürlich nicht alleine. Doch bald geraten die beiden ganz gewaltig aneinander. Sulfia schleppt alle möglichen und unmöglichen Männer an, um eine eigene Familie zu gründen – doch das Schicksal in Form von Rosalinda macht ihr immer wieder einen Strich durch die Rechnung. Doch am Ende ist es Aminat, die allen zeigt, was sie will…

    Alina Bronsky wurde 1978 in Russland geboren, brach ein Medizinstudium ab, um Texterin und Autorin zu werden. Ihre Jugendbücher (z.B. „Spiegelkind“) wurden mehrfach für renommierte Buchpreise nominiert.
    Mich hat das Lesen dieses außergewöhnlichen Buches von der ersten Seite an fasziniert: eine richtig unsympathische Person berichtet über ihr hartes Leben, und wie sie mit Härte versucht, sich dem Schicksal entgegenzustemmen. Eigentlich steckt hinter der rauhen Schale eine lebenskluge und sensible Frau, der nichts entgeht – aber die oft die falschen Schlüsse zieht. Ihr Lebensmotto: strenge Selbstdisziplin, klare Führung, keine Gefühle zeigen – wenn das so einfach wäre! 

    Oft entstehen dadurch komische Situationen, wenn sie z.B. „Original tartarische Gerichte“ erfindet, um einen pädophilen Kochbuchautoren zu becircen. Sie greift aber auch zu rabiaten und brutalen Mitteln, wenn die sanfte Tour nicht zum gewünschten Erfolg führt.
    Wenn man sich erst mal an den scharf gewürzten Ton gewöhnt hat, bringt einen dieses Buch oft zum Lachen, zum Mitfiebern und zum Mitleiden. Zwischen den Zeilen steckt jede Menge Kritik an überzogener Strenge, aber auch an zuviel Laissez-faire. In der Mitte des turbulenten Romans steckt jede der drei Frauen in einem persönlichen Schlamassel – und alles kommt ganz anders, als erwartet.

    Fazit: ein Buch, erzählt aus einer ungewöhnlichen Perspektive, voller überraschender Schicksalswendungen und Lebensweisheiten, die nicht immer zum Erfolg führen.
    Von mir gibt’s dafür 5 von 5 Sternen!

    Kommentare: 1
    19
    Teilen
    Ay73s avatar
    Ay73vor 4 Jahren
    Kurzmeinung: So eine Großmutter wünsche ich keinem... die ist so egoistisch.. aber es liest sich gut und ist amüsant...
    Tatarische Großmutter mit Haltung, Würde und viel Egoismus

    Sowjetunion vor dem Verfall. Rosalinda eine betörende und schöne Frau erfährt von ihrer Tochter Sulfia, dass diese schwanger aber nicht wisse von wem. Gleich bekommen wir die Einstellung von Rosalinda mit die ihre Tochter Sulfia, hässlich, krumm, dumm und sehr abschätzend behandelt. Eigentlich will sie gar nicht Oma werden und versucht auch die Geburt zu verhindern, doch dann kommt dieses süße und hübsche Baby zur Welt. Sie nennen die Enkelin Aminat und Rosa macht es zur Lebensaufgabe dieses Kind "richtig" zu erziehen...

    Rosa geht sogar soweit, Sulfia das Kind wegzunehmen. Sulfia die einen Mann findet und heiratet holt sich ihre Tochter zurück. Die drei Frau aus drei Geneerationen versuchen bestmöglichst mit einander klar zu kommen. Sulfia die als Krankenschwester arbeitet, findet ihre Ehemänner immer im Krankenhaus. Rosa versucht Sulfia auch immer zu einer Heirat und zu einem zweiten Kind zu drängen. Nur die arme Sulfia, ist so resigniert was ihre Mutter sagt und regt sich schon gar nicht mehr auf. Der Vater/ Mann Boris verlässt Rosa und diese beginnt sich mit anderen Männern zu vergnügen, hört mir ihren Vergnügungen dann doch wieder auf, weil sie das Gefühl hat, dass Aminats Erziehung falsch läuft und sie wieder eingreifen muss.

    nach zwei gescheiterten Ehen von Sulfia, hat Rosa endlich die Lösung für alle drei gefunden, sie ziehen nach Deutschland nachdem sie Dieter kennen gelernt haben.. (auch ein Pflegefall aus dem Krankenhaus). Nur Sulfia kehrt schnell wieder zurück um den Vater zu pflegen der einen Schlaganfall erlitten hat.

    Seit dem ist Aminat nicht mehr dieselbe, sie widersetzt sich ihrer Oma und Rosa versucht wie immer ihre Bedürfnisse und Einstellung voranzutreiben.

    Sehr schöne und schlichte Sprache, aber eine zum Teil sehr nervende Großmutter.. du meine Güte... das wünsche ich keinem. Interesssant und amüsant zu lesen.

     

    Kommentare: 2
    12
    Teilen
    Callsos avatar
    Callsovor 5 Jahren
    Familiengeschichte: Ab ins gelobte Deutschland!

    Eine Familiengeschichte mit Höhen und Tiefen. Und irgendwie auch ein klitzekleines, modernes Märchen.

    Vieles an dem Buch hat mir sehr gut gefallen. Ich habe mich letztlich aber doch (nur) für 3 1/2 Sterne entschieden.

    Alina Bronsky ist eine feine Erzählerin. Sie erzählt flüssig, beobachtet sehr fein und überzeichnet die Charaktere.

    Die tatarische Familie wächst in einfachen Verhältnissen auf. Die Mutter dominiert die Familie und gibt Ton und Taktik an. Sie kämpft als Mutter und Großmutter an allen Fronten, um der Familie trotz der Armut und der Entbehrlichkeiten ein anständiges Leben zu ermöglichen. So verheiratet sie ihre nicht sehr hübsche Tochter Sulfia im Laufe des Buches gleich dreimal. Und zwischendurch packt sie der Einfall, das Glück in Deutschland zu (ver-) suchen...

    Ein ganz unterhaltsames Buch, leider mit einigen Längen. Die Story hat ein ordentliche Bandbreite (Auswanderung, Armut, Bestechung, Pädophile). So ist das Gesamtpaket nicht immer ganz realistisch...

    Gleichwohl bin ich von Alina Bronsky auch wegen ihrer Kreativität und ihres Einfallsreichtums sehr begeistert.

    Kommentieren0
    6
    Teilen
    Ein LovelyBooks-Nutzervor 5 Jahren
    Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche von Alina Bronsky.

    Rosalinda, nach eigenen Aussagen eine rundherum außerordentlich begabte Person, wird Großmutter. Obwohl ihre Tochter Sulfia ein ganz besonders nutzlose und unansehnliche Person ist, wird ihre Enkeltochter Aminat eine wahre Schönheit. So wehrt sich Rosalinda auch mit Zähnen und Klauen, als Sulfia mit ihrer Tochter ein neues, dem Einfluss der Großmutter fernes, Leben beginnen will. Schließlich weiß Rosalinda als einzige, was das beste ist für Sulfia, Aminat, ihre Familie und den Rest der Welt…

    Mit diesem Roman hat sich Alina Bronsky zu meiner deutschen Lieblingsautorin gemausert. Nach ihrem Erstlingswerk Scherbenpark, das mir schon sehr gut gefiel, hat sie nun wieder einen überaus lesenswerten Roman geschrieben – nicht umsonst auf der Longlist für den deutschen Buchpreis 2010.

    Ich mag vor allem den Erzählstil der Autorin, klar und ohne unnötige Schnörkel. Bronsky scheint keine Sprachakrobatik zu benötigen, um ihre Geschichten zu erzählen und ich bin dankbar dafür. Was gesagt werden muss, das wird angesprochen – alles andere überlässt sie dem Leser.

    So ist ihre Geschichte selbst auch nicht unnötig aufgeblasen, in “Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche” widmet sie sich einer Figur, einer Sichtweise und alles, was selbige berührt wird erörtert, den Rest kann man sich sparen (Laut Hauptfigur Rosalinda wäre es sowieso uninteressant im Vergleich zu dem, was sie alles erlebt  )

    Das einzige was mich an diesem Roman gestört hat, ist zugleich das wichtigste an ihm – Hauptfigur und Ich-Erzählerin Rosalinda. Diese ist die unsympathischste Figur, der ich in den letzten 100 Romanen begegnet bin und dann haut mir Bronsky auch noch über 300 Seiten ihre Sichtweise um die Ohren. Das war auf den ersten 50 Seiten fast nicht zu ertragen und ich hatte schon überlegt das Buch weg zu legen, aber dann ging es doch irgendwie. Man gewöhnt sich schließlich an alles 

    Alles andere, seien es nun die Charaktere oder der Handlungsverlauf sind durch Rosalindas Sichtweise verzerrt – sie kommt dabei immer tadellos weg und wenn mal was schlimmes passiert sind die anderen schuld, denn die sind schließlich zu nichts zu gebrauchen. So weiß man beim Lesen nie, wie viel von dem, was man von der Hauptfigur vorgesetzt kriegt auch so stimmt, ob es nicht doch etwas anders war und Rosalinda etwas weniger geglänzt hat.

    Oft taten mir die anderen Charaktere leid, besonders Tochter Sulfia kriegt doch arg viel vorgesetzt von Mutter Rosalinda – die scheinbar die Leben von Tochter und Enkelin zerstört, was man allerdings nie wirklich erfährt. Das machte mich oft wütend und im gleichen Augenblick mit dem Eigenlob der nicht gerade bescheidenen Großmutter konfrontiert zu sein, sorgte oft für Frustration, bis ich beschloss an diesen Stellen auf Durchzug zu schalten – und nebenbei sei erwähnt, die Hauptfigur ist nie so schwer zu ertragen, wie auf den ersten 100 Seiten, danach wird es besser, aber nie richtig gut.

    Eine mal tragische, mal komische Geschichte, durchwachsen und komplex wie das Leben nun mal ist – typisch Bronsky, zu Mindest weißt “Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche” in diesem Hinblick Ähnlichkeiten zu Scherbenpark auf. Sogar der Seitenhieb auf die deutsche Medienlandschaft fehlt nicht, war es im Debut noch die Boulevard-Presse, sind es nun Casting-Shows. Die Kritik bleibt aber unterschwellig und nur am Rande geäußert, kein zentraler Handlungspunkt, so viel Aufmerksamkeit hat das Thema dann doch nicht verdient.

    Alina Bronsky kann schreiben, keine Frage. Dennoch dürfte ihre Ich-Erzählerin für viel Frust unter den Lesern sorgen. Das macht dieses Buch zu einem, das man entweder liebt oder nicht zu Ende liest.

    Kommentieren0
    1
    Teilen
    B
    Buecherteichvor 6 Jahren
    Rezension zu "Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche" von Alina Bronsky

    Zum Inhalt wurde hier schon so viel geschrieben, dass ich diesen Teil auslasse.
    Ich habe dieses Buch einige Zeit vor mir hergeschoben, weil ich ausgesprochen skeptisch war.
    Beim Lesen fesselt es - man wird neugierig, wie es weitergeht, und die Spannung wird geschickt gehalten.
    Wenngleich die Protagonistin nicht sehr sympatisch ist. Absolut selbstverliebt und egozentrisch.
    Bestimmt gibt es viele, die diese Art Literatur mögen, mein Fall ist es nicht.

    Kommentieren0
    2
    Teilen
    shaims avatar
    shaimvor 6 Jahren
    Rezension zu "Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche" von Alina Bronsky

    Inhalt:
    Alina Bronsky erzählt von der tartarischen Schönheit Rosalinda, die mit Mitte vierzig Großmutter wird und darüber alles andere als begeistert ist, geschweige denn, sich vorstellen kann, das ein Mann ihre Tochter überhaupt anfassen könnte. Während Tochter an eine im Traum entstandene Schwangerschaft glaubt, organisiert Rosalinda eine illegale Abtreibung, die aber leider misslingt.
    Sobald ihre Enkelin, die auf den Namen Aminat hört, auf der Welt ist, kommen in Rosalinda Gefühle auf, die sie für Ihre Tochter nie hatte und sie fängt an dafür zu kämpfen, daß Aminat ein gutes Leben hat und ihr alle Türen offen stehen. Dazu ist ihr fast jeden Mittel recht. Mit einem unglaublichen Selbstbewusstsein, manipuliert und intregiert sie und tyrannisiert ihre gesamte Familie, um an ihr Ziel zu kommen.

    Meine Meinung:
    Alina Bronsky pflegt einen lockeren und Schreibstil und die 320 Seiten vergehen, wie im Flug. Trotz der größtenteils wirklich unsympathischen Hauptfigur, musste ich oft lachen. Allein die maßlose Selbstüberschätzung von Rosalinda lässt einen schmunzeln und man freut sich schon darauf was sie sich als nächstes vornimmt, um an ihr Ziel zu kommen.
    Ich denke, entweder man liebt Rosalinda und somit das Buch oder man hasst sie. Ich fand sie irgendwo bewundernswert, da sie nie aufgegeben hat und egal wie, immer ihre Ziele umgesetzt hat.
    Mir hat das Buch besser gefallen, als Frau Bronskys erster Roman "Scherbenpark" und kann ihn jedem empfehlen, der eine starke Frau mit der Botschaft: "Das Leben schenkt dir nichts", kennenlernen will, die zum Teil so skurrile Ansichten von der Welt hat, daß man einfach nur lachen muß.
    Ein super unterhaltsames Buch.

    Kommentieren0
    5
    Teilen

    Gespräche aus der Community zum Buch

    Neu

    Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

    Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

    Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach

    Hol dir mehr von LovelyBooks