Scherbenpark

von Alina Bronsky 
4,0 Sterne bei266 Bewertungen
Scherbenpark
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Positiv (206):
TeleTabi1s avatar

Ein geniales Buch mit spannenden Einblicken und wunderbar authentischer und direkter Sprache!

Kritisch (13):

Flache Storyline, grässlicher Schreibstil!

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Inhaltsangabe zu "Scherbenpark"

"Die aufregendste Newcomerin der Saison (DER Spiegel) - jetzt als KiWi-Paperback. Es war die unwahrscheinliche Geschichte eines unverlangt eingesandten Manuskriptes, das den Verlag sofort begeisterte, und es wurde eines der erfolgreichsten Debüts: Mit ihrer Geschichte von Sascha, die ihr Schicksal selbst in die Hand nimmt, hat Alina Bronsky die Herzen ihrer Leser erobert. Was macht ihr Debüt so besonders? Da ist zum einen die siebzehnjährige Sascha Naimann, die aus Moskau nach Deutschland gekommen ist und mit ihren zwei ­jüngeren Geschwistern im Scherbenpark lebt - einem Hochhaus-Ghetto, in dem eigene Gesetze herrschen, die sie mit wilder Entschlossenheit bricht. Da ist zum anderen das katholische Elite-Gymnasium, das Sascha wegen ihrer Hochbegabung und ihrer prekären Lebenssituation angenommen hat, mitsamt den behüteten und ausstaffierten Mitschülerinnen, die keinen Schimmer von Algebra haben, aber ein volles Freizeitprogramm. Und da ist der Ton, in dem Sascha ihre Geschichte erzählt: Selbstbewusst und geradeheraus, beiläufig und trocken kommentiert sie ihre Umgebung, das verzweifelte Streben nach Glück, Freiheit und Wohlstand, das Scheitern ringsum und das eigene Aufbegehren.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783462041507
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:304 Seiten
Verlag:Kiepenheuer & Witsch
Erscheinungsdatum:21.09.2009
Das aktuelle Hörbuch ist am 25.08.2008 bei Argon erschienen.

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Rezensionen und Bewertungen

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    Marion_Holteivor einem Jahr
    Kurzmeinung: Die Geschichte einer jungen Spätaussiedlerin aus Russland, die in schwierigen Verhältnissen lebt, aber ihre Träume verwirklichen will.
    Atemlos

    Alina Bronsky, die Autorin, ist selbst Spätaussiedlerin. Dieses Buch erzählt die Geschichte von SASCHA, einer 17jährigen Spätaussiedlerin. Ihre Mutter wurde vom Stiefvater erschossen,jetzt lebt sie zusammen mit ihren jüngeren Stiefgeschwistern und einer entfernten Verwandten in einem Hochhauskomplex, der "Scherbenpark" genannt wird. Anders als viele Mitbewohner hat sie genaue Vorstellungen, was sie machen möchte. Sie ist hochbegabt und geht auf eine Elite-Schule. Zwei Träume malt sie sich aus: wie sie ein Buch über ihre Mutter schreiben wird und wie sie ihren Stiefvater umbringen wird. Mindestens einen Traum wird sie nie realisieren. Wie es dazu kommt, das erzählt Alina Bronsky in einem atemlosen Stil, der mich sehr gefesselt hat, obwohl ich sicher älter bin als die Zielgruppe des Romans. Ein Buch, das auch zum Nachdenken anregt, wie schnell man Menschen in Schubladen legt aufgrund ihrer Herkunft und ihrem Umfeld.

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    supersusis avatar
    supersusivor einem Jahr
    Kurzmeinung: Sascha ist 17, ihr Stiefvater hat ihre Mutter und deren neuen Freund erschossen, sie kümmert sich um die kleinen Geschwister. Der Spagat, S
    Jugendbuch

    Sascha ist 17 und lebt in einem sozialen Brennpunkt. Ihr Stiefvater hat ihre Mutter und deren neuen Freund erschossen und sie kümmert sich um ihre 2 kleinen Geschwister und um ihre Großtante, die sich eigentlich um die Kinder kümmern soll, aber kaum deutsch spricht. Sie geht auf´s Gymnasium, verliebt sich in einen älteren Mann, gibt Nachhilfe und muß den Anfeindungen der Nachbarn standhalten. All das ist ein bißchen viel, aber sie klammert sich an ihr Ziel : den Tod der Mutter rächen. Als dies nicht mehr möglich ist, verliert sie den Boden unter den Füßen.

    Die Sprache passt zu Sascha, die aus ihrer Sicht erzählt. Mal wirkt sie sehr reif und erwachsen, mal merkt man ihr die Verzweiflung darüber an, dass sie so viel Verantwortung schultern muß. Dann wieder reißt sie sich zusammen, da sie ja in der Schule und zuhause funktionieren muß, dann aber, wird sie schwach und vermisst ihre Mutter und immer wieder wird sie furchtbar wütend. Bei der Liebe steht sie sich selbst im Weg, was teils auf ihr Wesen, teils auf das Erlebte und teils auf die Pubertät zurückzuführen ist. Das Buch klingt sehr autentisch und ist in sich schlüssig. Mal ist es spannend, mal witzig und es läßt sich schnell lesen. Für Jugendliche finde ich es gut, da es eine andere Welt zeigt und daher offen für die Probleme anderer macht. Mir persönlich ist Sascha ein wenig unheimlich, denn sie ist manchmal sehr hart, zu hart für meinen Geschmack, was sie aber auch sein muß, um in ihrer Welt bestehen zu können. Man fragt sich, was aus Sascha wird, und aus den Geschwistern. Gibt es einen Weg da raus, das Vergangene zu bewältigen und Vertrauen in die Welt zu entwickeln ? Kann man ein normales Leben führen ? Aber so weit geht das Buch nicht. Es wird glaube ich nur ein Sommer beschrieben und dann Rückblenden und Erinnerungen.

    Ein Jugendbuch, das die Augen öffnet. 

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    Farbwirbels avatar
    Farbwirbelvor 2 Jahren
    Wut - Rot - Sascha

    Dies ist mein zweiter Roman, den ich von Alina Bronsky lese. Er ist für ein Publikum gedacht, dass etwas jünger ist, doch konnte ich mich von der Intensität des Romans gut mitreißen lassen.

    In 'Scherbenpark' geht es um Alexandra Naimann, kurz Sascha, die mit ihren beiden Geschwistern und der Cousine ihres Stiefvaters in einem Hochhauskomplex bei Frankfurt lebt.

    Stück für Stück erfährt man, dass Saschas Stiefvater vor zwei Jahren vor ihren Augen den neuen Partner und die Mutter selbst niedergeschossen hat und seit dem im Gefängnis sitzt. Sein Name ist Vadim. Vadim ist Saschas absoluter Wutmagnet. Sie will ihn umbringen, will sich rächen, will ihrem Unmut und ihrer Wut Luft machen.

    Durch einen deplatzierten Zeitungsartikel über Vadim kommt Sascha mit Volker in Kontakt, dessen Sohn Felix heißt. Sascha bükst für einige Zeit aus und wohnt bei den beiden Männern. Dabei lässt sie sich mit Felix ein, der ein Jahr jünger ist als sie und auch mit Volker bändelt sie etwas an.

    Die Gute ist komplett angstfrei und unerschrocken. Egal in welche Situation sie gerät, sie windet sich heraus, mimt den Platzhirsch und verteidigt ihre Familie wie eine Löwin. Das ist zu viel für eine 17-jährige. Ihre Wut frisst sie auf und dabei möchte sie eigentlich nur fliegen und frei sein.

    Durch leichte Andeutungen kann man erahnen, dass Sascha noch viel mehr durchmachen musste, als in dem Roman konkret benannt wird. Ihre Wut ist zu tiefst verständlich, doch sie zerreißt sie, macht sie kaputt.

    Ich liebe dich, denke ich, sind die traurigsten Worte der Welt. - S. 199

    Der Textfluss ist sehr angenehm und ich hatte das Buch schnell ausgelesen. Überwiegend werden kurze Passagen auf Saschas Sicht beschrieben, die im andauernden Wechsel mit Dialogen stehen. Dadurch fällt es beinahe schwer, eine Pause einzulegen. Bei aller Ernsthaftigkeit der Thematik bleibt der Humor nicht auf der Strecke, denn Sascha besitzt selbst erfrischenden, recht dunklen Humor, der den Leser zum Schmunzeln bringt.

    Tatsächlich könnte ich mir vorstellen, das Buch einmal in der Schule zu behandeln, denn es bietet auf verschiedenen Ebenen Möglichkeiten, pädagogisch zu wirken und gibt Jugendlichen einiges mit, zu dem sie sich positionieren können.

    Kommentare: 5
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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Eine sehr autentische Geschichte über das erwachsen werden, vertrackte Beziehungen und den Träumen von einem besseren Leben
    Scherbenpark - Alina Bronsky

    Nachdem ich vor Jahren mal eine sehr gute Theateradaption und auch den Film gesehen habe war ich doch sehr gespannt auf das Buch. Irgendwie habe ich es dann nur nie in die Finger bekommen dafür dann Speigelkind von Alina Bronsky (das fand ich übrigens sehr enttäuschend).

    Scherbenpark hat mir allerdings sehr gut gefallen. Der Erzählstil ist frisch und unkonventionell, Sascha als Erzählerin einfach sehr angenehm wenn auch manchmal fast unerträglich altklug. Dafür passt aber alles, alle Elemente passen und lassen so ein sehr plastisches Bild erscheinen.

    Für mich eindeutig eins der besseren Bücher diesen Monat.

    Meine Schwester hat es übrigens als Schullektüre gelesen (war damals auch mit im Theater, das fand sie damals nicht so gut, es war nur eine einzige Schauspielerin) und ich kann es mir dafür eigentlich ganz gut vorstellen, besonders wenn ich daran denke was für trockene Lektürebrötchen ich manchmal lesen musste.


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    schnaeppchenjaegerins avatar
    schnaeppchenjaegerinvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Ein Roman voller Wut und Traurigkeit, versetzt mit sarkastischen Elementen, die mich auch zum Schmunzeln brachten.
    Ein Roman voller Wut und Traurigkeit, versetzt mit sarkastischen Elementen

    Der Roman handelt von Alexandra Neimann, genannt Sascha, Russlanddeutsche, die in einem sozialen Brennpunkt bei Frankfurt/ Main wohnt. 

    Die 17-jährige Sascha wächst in einem Umfeld voll von Gewalt auf. Ihr Stiefvater Vadim erschießt aus Eifersucht ihre Mutter und deren Freund und verbüßt derzeit seine Haftstrafe. Sascha lebt nun zusammen mit Maria, der Cousine ihres Stiefvaters, die nach dem Mord aus Russland gekommen und kaum der deutschen Sprache mächtig ist, und ihren beidenjüngeren Halbgeschwistern.

    Sascha spricht perfektes Deutsch, ist gar hochbegabt und die einzige in der Siedlung, die ein Gymnasium besucht. Sie ist und fühlt sich ihrem gesamten Umfeld gegenüber überlegen. 

    Im Gegensatz zu den anderen Menschen, die ihrer Meinung nach keine Träume haben, hat sie sich zwei Ziele gesetzt: Vadim töten und ein Buch über ihre Mutter schreiben.

    Diese empfand sie stets als naiv und folglich mitschuldig an ihrem Schicksal - trotzdem möchte Sascha ihren Tod rächen.

    Als in der regionalen Tageszeitung ein Artikel über ihren Stiefvater im Gefängnis erscheint, der ihn schon fast als Opfer denn als Täter erscheinen lässt, fährt Sascha in die Redaktion der Zeitung. Dort lernt sie den Ressortchef Volker Trebur kennen, der sich aufrichtig für den Artikel einer Volontärin entschuldigt, und sich ihrer annimmt. Als Sascha es nicht mehr in der Wohnung bei Maria aushält, nimmt sie Volkers Angebot an und zieht zeitweise bei ihm ein. Volkers Sohn Felix verknallt sich Sascha. Sie wiederum lernt in der großen Vorstadtvilla eine Welt kennen, die trotz des gehobenen sozialen Status nicht nur eitel Sonnenschein ist.

    Die Protagonisten Sascha erscheint hart, emotionslos und gefühskalt, andererseits ist sie intelligent und belesen und kümmert sich liebevoll um ihre beiden Geschwister. deren Erziehung ihr unheimlich wichtig ist. Im Verlauf des Romans erkennt man, dass sie sich ihre harte Schale zugelegt hat, um im "Scherbenpark" nicht vor die Hunde zu gehen und ihre Gefühlswelt zu schützen. Sie wirkt unnahbar und fast schon arrogant, aber ihre freche und sarkastische Art machte sie mir dann doch sympathisch. 

    Alina Bronsky hat einen sehr flotten Schreibstil. Jeder Satz ist vor allem zu Beginn des Romans knallhart formuliert. Das Buch selbst ist in keine Abschnitte oder Kapitel untergliedert, so dass es einem schwerfällt, es zur Seite zu legen.

    Ein knackig geschriebener Roman voller Wut und Traurigkeit, aufgelockert durch Saschas sarkastische Art, die mich auch zum Schmunzeln brachte. Sowohl für erwachsene als auch jugendliche Leser empfehlenswert.

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    Schlehenfees avatar
    Schlehenfeevor 4 Jahren
    Ungeschönter Einblick in das Leben von Spätaussiedlern

    Im Solitär, dem städtischen sozialen Brennpunkt und sogenannten „Russen-Ghetto“ lebt Sascha Naimann, 17, intelligent, schlagfertig und abgebrüht. Sie verfolgt in diesem Sommer zwei Ziele: Vadim, den Mörder ihrer Mutter töten und ein Buch über ihre Mutter schreiben. Zwischen der Hoffnungslosigkeit der Aussiedler, mangelnden Sprachkenntnissen und traditionellen Kochkünsten entfremdet sich Sascha immer mehr von ihrem Umfeld. Vor allem als sie über einen Zeitungsbericht über Vadim dem Journalisten Volker und seinen Sohn Felix begegnet. Und immer noch ist sie angetrieben von ihrem Hass auf Vadim und den Schuldgefühlen, nichts gegen Vadims Terrorisierung von Mutter und Geschwistern unternommen zu haben. Gibt es für Sascha noch ein Leben jenseits des Scherbenparks?

    Alina Bronskys Debütroman entführte mich in ein anderes, unbekanntes und heutzutage fats vergessenes Milieu: das der Aussiedler aus Russland. Das an sich war schon interessant, vor allem aber die Sprache mit der Ich-Erzählerin Sascha alles schildert, hat mich richtig in das Buch eingesogen. Ohne Kapitelunterbrechungen redet sie sich alles von der Seele, in prägnanten Sätzen, mit unterschwelligem Humor oder geradliniger Verzweiflung. Ein sehr beeindruckender Sprachstil, so dass ich sicherlich noch einmal zu einem Werk von Alina Bronsky greifen werde.

    Frech, lustig, schlagfertig und mit dem Willen anzuecken, erzählt Sascha, wie sie nach Deutschland kam und mit ihren billigen Klamotten nicht in das Elite-Gymnasium, passte, dass sie aus Integrationsgründen aufnahm. Ernst wird es, wenn man nach und nach erfährt, wie es zu dem Mord an ihrer Mutter kam und wie dies Saschas Familie unter den eigenen Landsleuten stigmatisiert hat. Durch ihre Intelligenz und ihr Schicksal hebt sich Sascha willentlich von der umgebenden Armut und Hoffnungslosigkeit ab, etwas dass sie die anderen mit Stolz und gelegentlicher Arroganz spüren lässt. Trotz ihrer Mordpläne konnte ich mich sehr gut mit Sascha identifizieren, sie ist ein Mensch, der sich nicht unterkriegen lässt.

    Das Buch flachte zwar im letzten Drittel etwas ab, durch das offene Ende wirkt der Abschluss aber rund. Ein eigenwilliges und mitreißendes Leseerlebnis, das ich in dem recht dünnen Buch nicht erwartet hatte.

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    Lady_Martinis avatar
    Lady_Martinivor 4 Jahren
    Ein Mädchen auf Abwegen

    "Scherbenpark" ist die Geschichte von Sascha, einem 17 Jährigen Mädchen, die ein Leben voll Schmerz lebt und es aber schafft dennoch zu überleben.

    Sascha und ihre beiden Geschwister müssen mit ansehen wie Vadim (der Ex-Mann) ihre Mutter ermordet. Danach zieht eine ferne Verwandte aus Russland bei ihnen ein und kümmert sich um die Kinder.
    Doch Sascha ist nun die eigentliche "Erwachwachsene" und kümmert sich um alles und fühlt sich auch für alles verantwortlich.

    Der Leser blickt immer wieder in Sachas Seelenleben. Sie ist als junges Mädchen bereits so verbittert, hasst Männer und hat eine ständige Wut.
    Dennoch würde sie für ihre Geschwister alles tun und erweist sich manchmal als sogar liebreizend.

    Das Buch beschreibt auch ein gewisses Milieu, da Sascha mit ihrer Familie
    in schwierigen Verhälnissen lebt. Wir lernen dabei verschiedene Menschen kennen, die in ihrer Umgebung leben, die selbst viel Unheil erleben oder bewirken.

    "Scherbenpark" ist damit durchaus sozialkritisch und Sascha ist eine besondere Protagonistin, da sie sehr direkt und nüchtern die Welt betrachtet. Das ist sehr erfrischend. Doch zum Ende hin, wird die Geschichte immer absurder und Saschas Verhalten wird kaum noch nachvollziehbar.






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    blaublaugruens avatar
    blaublaugruenvor 4 Jahren
    Einschneidend

    "Scherbenpark" hat mich ergriffen und erschüttert. Der Sprache wegen, der Story wegen und auch wegen des Themas. Über Bronskys Debüt ist so viel geschrieben worden, ich nehm mich raus und lese jetzt "Spiegelkind". Bin gespannt.

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    Miias avatar
    Miiavor 5 Jahren
    Ein Mädchen, dass sich für alle verantwortlich fühlt

    Inhalt:
    Geh niemals in den Scherbenpark. Hier geht es laut, blutig und derb zu. Der Scherbenpark ist ein Ort der Kollisionen. Hier kracht es zwischen Ost und West, Männern und Frauen, Reich und Arm, Jung und Alt. Hier wird russischer Pop gespielt und alte Kriegslieder. Nicht wegzudenken sind Jugendgangs, Gepanschtes in Pappbechern, immer wieder ein Schachspiel und der Abreißkalender für die orthodoxe Hausfrau. Hier fliegen Steine und leere Flaschen. Und hier lebt Sascha. In diesem sehr heißen Sommer ist Sascha 17, und sie hat nur noch zwei Träume. Sie will ein Buch über ihre Mutter schreiben. Und sie will ihren Stiefvater Vadim töten.

    Meine Meinung:
    Als ich das Buch angefangen habe und den Klappentext gelesen habe, habe ich irgendwie etwas anderes erwartet, aber ich wurde trotzdem nicht enttäuscht.

    Wir erleben hier die Geschichte von Sascha, die ihren Stiefvater umbringen will. Nach und nach erfährt man was passiert ist. Das Buch ist sehr "schnell", weil es keine Kapitelunterteilungen gibt und man irgendwie dadurch gar keine Pause findet und gar nicht aufhören will zu lesen.
    Sascha ist eine sehr starke Persönlichkeit. Ich finde diesen Teil auch wirklich am besten an dem Buch. Ich persönlich kann mich gut in Sascha hineinversetzen. Sie fühlt sich für ihre Familie verantwortlich, will alles in Ordnung bringen und will, dass es ihnen gut geht und sie vorallem in Sicherheit sind. Sie wirkt sehr stark, aber man merkt oft, dass sie es eigentlich nicht ist.
    Wenn man zwischen den Zeilen liest, kann man viel über Sascha erfahren. Dadurch wird das Buch sehr tiefsinnig und lässt einen viel nachdenken.

    Allerdings finde ich die Geschichte teilweise auch viel zu überdreht - vorallem die Sache mit Felix und Volker. Viele Ereignisse sind irgendwie sehr zusammenhangslos und unbedeutend. Ich glaube viele Ereignisse wurden nur geschrieben, um zu zeigen wie zerrissen Sascha in ihrem Inneren eigentlich ist. Ich finde aber, dass durch diese Aneinanderreihung von Geschehnissen, die nicht immer zur Geschichte beitragen und durch das sehr offene Ende, welches einem nicht alle Fragen beantwortet, das Buch einen irgendwie nicht befriedigt zurücklässt. Das finde ich schade und hier habe ich irgendwie mehr erwartet. Schade!

    Edit: Ich muss noch kurz eine Sache loswerden, die mich irgendwie total fasziniert hat. Und zwar wird Sascha einmal gefragt bei welchem Film sie geweint hat. Interessant ist, dass sie dann eine Szene aus dem FIlm "My Girl" beschreibt. Faszinierend daran ist, dass ich genau diese Szene auch jedes Mal beschreibe, wenn ich die Frage gestellt bekomme und mich bisher niemand wirklich verstanden hat, weil niemandem die Szene so genau im Gedächtnis geblieben ist. Ich habe mich kurz gefühlt, als würde Frau Bronsky in meinem Hirn rumwühlen :D

    Fazit: Eine Geschichte über ein tiefsinniges kleines Mädchen, welches sich für alle verantwortlich fühlt. Guter Anfang, leider schwach zum Ende hin. Deshalb nur 3 Sterne!

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    dicketillas avatar
    dicketillavor 5 Jahren
    Sachas Welt

    Sie hat noch Träume, lebt in einem Hochhaus -Ghetto, wo viele keine Träume mehr haben, und wenn sind sie in ihren Augen kläglich, wie etwa eine reiche Heirat.
    Sascha Naimann ist als Zehnjährige vor 7 Jahren von Moskau nach Deutschland gekommen. Algebra und Geometrie kapierte sie schnell, ihre Mitschüler hielten das da noch für eine Krankheit .Sie wurde ihrer Mutter schon unheimlich, da sie logischer dachte als sie selbst. Ihre Begabung öffnette ihr den Weg zur Aufnahme an ein privat geführtes katholisches Gymnasium.
    Sie hat einen 9 jährigen Bruder Anton, und Alissa ihre kleine Schwester ist gerade einmal 4.
    Beide haben Vadim zum Vater, den ihre Mutter heiratete, bis sie ihn vor die Tür setzte. Einen Schritt, den sich Sascha schon viel eher gewünscht hätte, dann wäre es vielleicht nicht zu diesem schrecklichen Ende gekommen. So sorgt jetzt Maria, Vadims Cousine aus Nowosibirsk, für die traumatisierten Kinder, und versucht sie wieder zu einer Familie zu vereinen.

    Saschas Gedanken kreisen immer darum, wie sie Vadim umbringen kann. Sie möchte ein Buch über ihre Mutter schreiben. Sie erinnert sich an die schönen, aber auch hässlichen Momente ihres Lebens.
    Bis sie den Journalisten Viktor und dessen Sohn Felix kennen lernt, und sie sich beginnt zu verändern.

    Es sind Saschas Gedanken aus denen die Geschichte erzählt wird, ein zorniges Buch über ein Leben, dass nach Ausbruch schreit. In einer manchmal etwas schnoddrigen Sprache , mit viel Wut und Genervtheit der Hauptperson, was es dadurch aber auch einzigartig macht. Wir lernen Menschen in ihrer Ausweg -und Hilflosigkeit kennen, ausgegrenzt, mit wenig Perspektive ihrem Dasein zu entkommen.Auch wenn ich manchmal Sascha in ihrem Handeln nicht verstehen konnte, hat sie mir doch eine Gefühlswelt offenbart, die mir einen neuen Blickwinkel gezeigt hat.

    Ein beeindruckendes Buch, dass mir hier selbst durch eine Rezension ins Auge fiel, und ich gerne als sehr lesenswert empfehlen kann .

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    DieBuchkolumnistins avatar
    Eine Leserin hatte mich darauf angesprochen, ob ich Alina Bronskys "Scherbenpark" wandern lassen würde und ich das mache ich natürlich gern. Warum gehts im Buch: Geh niemals in den Scherbenpark. Hier geht es laut, blutig und derb zu. Der Scherbenpark ist ein Ort der Kollisionen. Hier kracht es zwischen Ost und West, Männern und Frauen, Reich und Arm, Jung und Alt. Hier wird russischer Pop gespielt und alte Kriegslieder. Nicht wegzudenken sind Jugendgangs, Gepanschtes in Pappbechern, immer wieder ein Schachspiel und der Abreißkalender für die orthodoxe Hausfrau. Hier fliegen Steine und leere Flaschen. Und hier lebt Sascha. In diesem sehr heißen Sommer ist Sascha 17, und sie hat nur noch zwei Träume. Sie will ein Buch über ihre Mutter schreiben. Und sie will ihren Stiefvater Vadim töten. Was es mit Vadim auf sich hat, warum Sascha und ihre kleine Geschwister ohne Mutter, dafür bei einer Tante leben, und was es bedeutet, in ein Dreiecksverhältnis mit einem Journalisten und seinem Sohn zu geraten: All das erzählt Scherbenpark mit Witz, Tempo und einer Energie, die mitreißt. Wie das Wanderbuch funktioniert: Ihr tragt Euch einfach der Reihe nach ein und in der Reihenfolge wird es dann auch verschickt! Die Teilnehmerzahl ist unbegrenzt. Ich schicke es heute hier los und jeder hat dann circa zwei Wochen Zeit um es zu lesen und weiterzuschicken. Geht es verloren, dann teilen sich der Absender und der Empfänger die Kosten für ein neues Exemplar. So, wer hat Lust dabei zu sein? Karla schickt los an: 1) kleene90 2) 3) 4) 5) ....
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    L
    Der Gefängnispsychologe soll sich mit Vadim befassen. Vor seiner ersten Begegnung mit ihm erhält er einen „Steckbrief“ den Sie verfassen. Hier soll folgendes aufgelistet werden: Persönliche Daten, Aussehen, Fähigkeiten, Charakterzüge, Einstellungen gegenüber seinen Mitmenschen und zu seiner Familie
    LESE-ESELs avatar
    Letzter Beitrag von  LESE-ESELvor 7 Jahren
    Danke!
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