Alison Lurie Die Wahrheit über Lorin Jones

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Inhaltsangabe zu „Die Wahrheit über Lorin Jones“ von Alison Lurie

Wenn man im eigenen Leben in der Luft hängt, kann es gefährlich sein, sich ganz auf das Leben eines anderen einzulassen. Dies erfährt Polly Alter, Kunsthistorikerin und frisch geschiedene Mutter, als sie den Auftrag annimmt, die Biographie der jungen Malerin Lorin Jones zu schreiben, die vor Jahr und Tag plötzlich aus der New Yorker Kunstszene verschwand und in Florida eines mysteriösen Todes starb.

Zwei Frauenleben geschickt miteinander verknüpft - aus schwarz und weiß wird grau und am Ende wird es romantisch.

— Ruby Summer

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    Die Wahrheit über Lorin Jones

    Ruby Summer

    08. January 2017 um 18:44

    Die frisch geschiedene Polly Alter soll eine Biographie über die von ihr bewunderte Künstlerin Lorin Jones schreiben. Selbst gerade an einem Punkt ihres Lebens angelangt, an dem nichts sie wirklich zufrieden stellt – ihr Sohn lebt einige Monate beim Vater, ihre Freundin zieht mit einer lesbischer Geliebter bei ihr ein, kein Mann scheint der Richtige für sie zu sein – identifiziert sie sich sehr stark mit der früh verstorbenen Malerin. Doch nicht alles ist so eindeutig gut oder böse, wie es am Anfang scheint. Lorin war keineswegs die zarte Künstlerseele, auf der „die Männer” herum getrampelt sind und auch ihr Tod ist niemand anderem als ihr selbst anzulasten. Polly braucht einige Zeit, um sich damit abzufinden, dass es nicht ausreicht, „nur” feministisch zu denken, um damit automatisch auf der Seite der Guten zu stehen. Geschickt deckt Alison Lurie Schicht für Schicht auf und erhellt damit gleichzeitig sowohl Pollys als auch Lorins Leben und Sein. Ein Buch für Menschen, die gern über Frauen lesen und die es mögen, hinein gezogen zu werden in den Sog einer Erzählung, deren Protagonisten in ihrem Verlauf wie gute Freunde werden, die man nicht mehr missen möchte.

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  • Rezension zu "Die Wahrheit über Lorin Jones" von Alison Lurie

    Die Wahrheit über Lorin Jones

    R-E-R

    14. July 2010 um 14:53

    Wahrheit ist , was wahr bleibt Wenn ich an New York Ende der 1980er Jahre denke, fällt mir sofort der Film “Harry und Sally” ein. “Männer und Frauen können keine Freunde werden, der Sex kommt ihnen immer dazwischen.” Diesen Satz aus dem Film könnte man auch auf das Buch anwenden. Es geht um Männer, Frauen und Sex. New York 1988. Die Kunsthistorikerin Polly hat sich von ihrem Mann getrennt um an ihrem Projekt zu arbeiten. Einer Biographie der Malerin Lorin Jones. Diese kam 1969 unter mysteriösen Umständen ums Leben. Anhand von Interviews mit ihrer Familie, ihren Ex-Männern, diversen Kunstsammlern, -händlern und Galeristen versucht Polly das Leben dieser geheimnisvollen Künstlerin zu rekonstruieren. Sie stößt dabei auf unglaubliche Parallelen zu ihrer eigenen Biographie. Und auf viele unterschiedliche Aussagen die nicht zueinander passen wollen. Die Romane von Alison Lurie erinnern mich in ihrer entlarvenden Spitzzüngigkeit an die von Jane Austen. Es passiert nichts spektakuläres. Trotzdem bringt einen jeder Satz der Ironie des menschlichen Zusammenlebens näher. Systematisch seziert die Autorin Pollys Leben. Ihre Ehe hat sie nach 14 Jahren aufgegeben, weil sie ihrem Mann nicht nach Denver folgen wollte, wo dieser eine wesentlich bessere Stellung erhalten hatte. Im Buch liest sich das so: “Vierzehn Jahre lang hatte sie ihn für einen anständigen, großzügigen, einfühlsamen, nichtchauvinistischen Mann gehalten. Dabei war er ein Ehemann des zwanzigsten Jahrhunderts mit den psychologischen Tricks einer viktorianischen Ehefrau. Er tat was er wollte und ließ Polly dabei als den Drachen erscheinen“. Bevor Wut, Depressionen und Einsamkeit Polly auffressen, nimmt sie ihre langjährige Freundin Jeanne bei sich auf. Einer Lesbierin, die sich ebenfalls gerade von ihrer Lebenspartnerin getrennt hat. Was zunächst wie eine gute Lösung aussieht, erweist sich im Verlauf des Buches als Alptraum. Denn Jeanne erweist sich als nervtötender, feministischer Ehegattenersatz. Nur kann sie Polly auf sexueller Ebene nicht befriedigen. Da ist ihr ein handfester Mann lieber. Weswegen sie mit dem ehemaligen Geliebten, der von ihr portraitierten Malerin, eine Affäre anfängt. Was wiederum Jeanne in einen hysterischen Anfall und aus der Wohnung treibt. Nicht ohne vorher einiges von Pollys Eigentum einzupacken. So wechselt bei Polly sowohl privat als auch bei ihrem Buchprojekt die Stimmung ständig von Himmelhochjauchzend bis zu Tode betrübt. Je mehr Interviews sie führt umso unsicherer wird sie. Männlichen Gesprächspartnern misstraut sie allein aus dem Grund weil es sich um Männer handelt. Bei den Frauen verlässt sie sich auf ihren Instinkt, der sie oft genug im Stich lässt. Sie ist leicht zu beeinflussen, noch leichter zu verwirren und gerät sehr schnell in Wut. Was für den Leser sehr vergnüglich ist. Denn oft überrumpelt Polly ihre Gesprächspartner geradezu mit ihrer Unhöflichkeit. Radikal feministisch. Ihr Ziel durch die Biographie der Malerin Lorin Jones sowohl deren als auch ihrem Leben Sinn und Erfüllung zu geben misslingt jedenfalls gründlich. Trotzdem ist das Buch nicht depressiv oder melancholisch. Dafür sorgt der elegante Wortwitz, die scharfe Beobachtungsgabe und die spöttische Spitzzüngigkeit der Autorin. Auch die Atmosphäre der späten 1980er Jahre fängt sie brillant ein. Feminismus, Chauvinismus, Sexismus. Drei Schlagworte denen die Autorin Leben einhaucht. Das wahre Leben.

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