Alison Lurie The Last Resort. Sommer in Key West, engl. Ausgabe

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Inhaltsangabe zu „The Last Resort. Sommer in Key West, engl. Ausgabe“ von Alison Lurie

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    The Last Resort. Sommer in Key West, engl. Ausgabe

    R-E-R

    22. September 2012 um 18:16

    Jenny Walker überredet ihren Mann, einen berühmten Tier- und Naturforscher, den Winter in Key West zu verbringen. Sommerliches Klima, statt kalter Erkältungsgefahr. Davon verspricht sich die Endvierzigerin auch eine frische Brise für ihre Ehe mit dem mehr als 20 Jahre älteren Mann. Wilkie hat sich in der letzten Zeit Besorgnis erregend verändert. Von einem vor Tatendrang und Enthusiasmus strotzenden Wissenschaftler ist er zu einem griesgrämigen Greis geworden, der seine Frau mehr als Last denn als liebenswerte Partnerin behandelt. Der Gatte stimmt dem Ortswechsel zu, wenn auch aus eigenen Motiven. Während Jenny die Sonne Floridas nutzen will, um ihrem Mann die Lebensfreude wieder zu geben, denkt dieser nur daran wie er seinem Leben möglichst schnell ein Ende setzen kann. Sein Freitod, bevor ihn Alter oder Krankheit dahinraffen, ist für ihn beschlossene Sache. Aber um seiner Frau den Schmerz und die “Sauerei” im eigenen Haus zu ersparen, will er sich lieber auf einer Insel im Atlantischen Ozean umbringen. Zwei Menschen, die über ein Vierteljahrhundert harmonisch miteinander gelebt haben, sich in Liebe zugetan waren und ihre Arbeit gemeinsam erledigten haben sich plötzlich nichts mehr zu sagen bzw. trauen sich nicht, dem anderen zu offenbaren was wirklich in ihnen vorgeht. Alison Lurie macht den Entfremdungsprozess des Ehepaares zum Hauptthema ihres Romanes, in dem es einmal mehr um die genaue Untersuchung zwischenmenschlicher Beziehungen geht. Weil Wilkie sich immer mehr von Jenny abgrenzt (aus Rücksicht damit ihr sein “inszenierter Unfall” nicht zu schwer wird) sucht diese nach anderweitigen Beschäftigungen. Bei einem missglückten Bad im Meer, bei dem sie beinahe Opfer von portugiesischen Galeeren wird, rettet ausgerechnet die lesbische Pensionswirtin Lee ihr Leben. Lee verliebt sich auf der Stelle und erfährt erst von ihrem homosexuellen Gärtner, dass sie sich ausgerechnet in die Frau des von ihr meistgehassten Homophobikers verschaut hat. Jacko, der mit dem HIV Virus infiziert ist, hat gerade das Anwesen, dass er von seinem an Aids verstorbenen Freund geerbt hat, über den Winter an die Walkers vermietet. Auf Empfehlung von Molly, der Witwe eines alten Freundes von Wilkie. Jenny fängt als Empfangsdame bei Lee an, fühlt sich ebenfalls zu dieser hingezogen und überlässt ihren Gatten seinem Schicksal (nicht ohne eine gehörige Portion schlechten Gewissens) und liefert diesen so den Fängen der Cousine von Jacko, Barbie, aus. Eine ebenso üppige wie naive Blondine, die sich von ihrem untreuen Ehemann zu emanzipieren sucht und als Begleitung von Jackos Mutter Dorrie bald allen mit ihren Jammertiraden und ihrer tollpatschigen Unbeholfenheit auf den Geist geht. Erst als ihre eigenen Mutter Myra anreist, um die widerspenstige Tochter zur Vernunft zu bringen und wieder dem politisch ambitionierten Gatten zuzuführen, regt sich ihr Geist in die richtigen Bahnen. Zu ihrer Befreiung soll ausgerechnet Wilkie beitragen um ihrer Aktion für die Rettung der Manati Seekuh Nachdruck zu verleihen. Lurie präsentiert einen munteren Kreis fein gezeichneter Figuren, die um das Kernproblem der Eheleute herum drapiert, ein ebenso kluges wie skurriles und unterhaltsames Lesevergnügen garantieren. Groteske Situationen (Wilkies Selbstmordversuche, die aus den unterschiedlichsten Gründen scheitern), Dialoge voll Ironie, Weisheit und bösem Spott (Lee, Molly, Jacko) und tragikomische Sequenzen wechseln sich ab. Was ich schade fand, war das etwas enttäuschende Ende dieses Spiels um Irrungen und Wirrungen der menschlichen Natur. Alles Handeln, Denken und Reden führt schlussendlich zu nichts. Es scheint als ob keiner der Protagonisten etwas aus den Geschehnissen lernt. Die Eheleute verstehen sich am Ende so wenig wie am Anfang ohne etwas an der Situation zu ändern oder gar ändern zu wollen. Der Status Quo scheint in Stein gemeißelt und die beiden Frauen geben sich mit der Hoffnung auf eine heimliche Fortsetzung ihrer Liebschaft zufrieden.

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