Alison Sinclair Darkborn

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  • Rezension zu "Darkborn" von Alison Sinclair

    Darkborn

    serpent

    05. March 2011 um 10:45

    Seit 800 Jahren teilt ein Fluch die Gesellschaft in die “Darkborn” und die “Lightborn”. Für die Einen ist das Sonnenlicht tödlich, die Anderen ertragen die Dunkelheit nicht. So leben die zwei Gruppen zwar zusammen in der Stadt Minhorne, begegnen sich jedoch nie. Der Kontakt ist beinahe undenkbar – können sie sich doch nicht einmal gegenseitig berühren ohne einander zu verletzten. Ihre unterschiedlichen Leben bringen auch weitere Besonderheiten mit sich: während die “Lightborn” über eine eigene Magie verfügen, sind die “Nightborn” ausnahmslos blind und nur sehr selten mit magischen Fähigkeiten ausgestattet. Um ihr fehlendes Augenlicht zu kompensieren, betreiben sie das “sonning” – etwas, das man sich als eine Mischung aus Echolot und Wärmesehen vorstellen kann. Die wenigen Zauberer, die es unter den “Darkborn” gibt, sind außerdem gesellschaftlich verachtet, gefürchtet und leben meist im Verborgenen. Alison Sinclair erzählt nun in “Darkborn” die Geschichte dreier Nachtgeborener, die durch eine Verkettung von Umständen in politische Intrigen und gefährliche Machenschaften hinein gezogen werden. Alles beginnt in der Nacht, als vor der Tür des Arztes Balthasar (folgend: Bal) die junge Lady Tercelle Amberley auftaucht – hoch schwanger von einem heimlichen Geliebten, sich ihrer auswegslosen Lage bewusst würde ihr mächtiger Verlobter etwas davon erfahren. Bal gewährt der Frau Asyl und bringt ihre Zwillinge nur wenige Stunden später zur Welt, erkennt jedoch schnell die brisante Situation: obwohl die Kinder Nachtgeborene sein müssten, können sie sehen. So etwas hat es seit der Fluch vor über 800 Jahren ausgesprochen wurde nicht mehr gegeben und Bal ist noch erschrockener als er von der Lady erfährt, dass ihr Geliebter sie immer am Tage besucht hat. Bal gibt die Kinder zu ihrer Sicherheit fort und bereut diese Entscheidung nicht, als kurze Zeit darauf zwei Männer in sein Haus eindringen um den Aufenthaltsort der Zwillinge aus ihm heraus zu prügeln. Der Arzt wird beinahe totgeschlagen und seine Tochter entführt – würden nicht in letzter Sekunde seine Frau Telmaine, ihr Begleiter der Zauberer Ishmael und seine Nachbarin, die Lichtgeborene Floria, auftauchen, wäre noch Schlimmeres passiert. Tercelle flieht und während Bal und Telmaine verzweifelt nach ihrer Tochter suchen, geschehen Anschläge auf Politiker und diejenigen, die von den Zwillingen wissen. Es entwickelt sich ein spannender Fantasy-Thriller, der den Auftakt zu einer Trilogie bildet. Ich muss gestehen, dass ich dem Buch eher zwiegespalten Gegenüber stehe. Wirklich toll finde ich die Welt, die Alison Sincalir schafft, da die Idee einer durch Licht und Schatten zweigeteilten Gesellschaft eine interessante Grundlage bildet. Auch, dass die “Darkborn” blind sind und ihre eigene Art zu “sehen” haben, fand ich sehr faszinierend. Leider versäumt Sinclair es den Begriff des “sonning” richtig zu erklären und man wird als Leser schon auf den ersten Seiten mehrfach damit konfrontiert ohne sofort begreifen zu können worum es sich dabei handelt (auf der ersten Seite haben meine Mutter und ich noch zusammen gerätselt: “Was zum Anziehen?” “Sowas wie ein Knicks?”). Erst nach einigen Seiten wird die Bedeutung des Fantasiewortes klar und fortan ist es nicht mehr verwirrend es ständig zu lesen. Die Sprache ist ansonsten sehr schön und bisweilen sogar elegant und passend zum Hintergrund der Geschichte etwas altertümlich anmutend. Schwierig für mich persönlich waren allerdings die umgangssprachlichen Sätze, die besonders von Ishmael immer wieder zu lesen sind. Der gute Mann “verschluckt” beim Sprechen nämlich gerne ganze Buchstaben und man bekommt Konstruktionen wie “t’Vladimer” (statt “to Vladimer”), “th’only” (statt “the only”) und noch Abstrakteres zu lesen – um nur mal ein paar der einfachen Beispiele zu nennen. Auch der Druck des Buches war sehr ermüdend. Hier sollte wohl an Druckerkosten gepsart werden, denn die Seiten sind sehr eng mit nur wenig Abstand zum Rand (sowohl oben und unten als auch zur Seite) bedruckt und weisen nur sehr wenige bis gar keine Absätze auf. Enttäuscht war ich von der Geschichte selber etwas, weil der Klappentext ein Fantasybuch verspricht, dass sich um die Neugeborenen dreht. Dem ist aber nicht wirklich so. Die Zwillinge tauchen am Anfang auf, sind dann auch der Grund dafür, dass Bal, Telmaine und Ishmael in die Untergrund-Intrigen hinein gezogen werden, aber ansonsten tauchen die Kinder nicht mehr auf. Viel mehr hält man einen handfesten Thriller in der Hand, in dem die Protagonisten immer wieder auf der Suche nach ihrer Tochter in lebensbedrohliche Situationen geraten und nebenher Telmaine mit einem von ihr gut gehüteten Geheimnis lernen muss umzugehen. Die (Haupt-)Charaktere sind und bleiben leider auf Distanz für den Leser. Gerade Balthasar, mit dem das Buch beginnt, rückt immer mehr in den Hintergrund und seine Frau wird zur heimlichen Protagonistin der folgenden Handlung. Erstaunlicherweise hatte ich für Bal immer einen alten Mann vor Augen wenn ich von ihm gelesen habe – ob es an seiner Ausdrucksweise, Handlungsweise oder seinem Namen liegt kann ich nicht sagen – sodass ich mir manchmal in Erinnerung rufen musste, dass er eigentlich ein recht junger Familienvater ist. Die handelnden Personen bleiben also die gesamte Lektüre über dem Leser recht fremd. Dennoch war die Geschichte einnehmend und hatte, wie erwähnt, durchaus reizvolle Ideen auf deren Fortsetzung man gespannt sein kann. Wenn man an das nächste Buch (“Lightborn”) ohne falsche Erwartungen herangeht, hat man sicherlich viel mehr Spaß an dem Thriller. Eine Empfehlung also für alle, denen Romantic Fantasy zu langweilig ist und die auch etwas Action beim Lesen brauchen.

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