Alissa Ganijewa Eine Liebe im Kaukasus

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Inhaltsangabe zu „Eine Liebe im Kaukasus“ von Alissa Ganijewa

Marat, ein junger Anwalt, kehrt aus Moskau in seine Siedlung am Kaspischen Meer zurück. Seine Eltern haben bereits den Hochzeitssaal gebucht. Sie sind fieberhaft dabei, ihrem Sohn eine geeignete Braut zu präsentieren, während ihn der Fall einer ermordeten Bürgerrechtlerin nicht loslässt. Patja, auch sie aus Moskau zurückgekehrt, versucht sich vor den Nachstellungen Timurs in Sicherheit zu bringen, mit dem sie sich fünf Monate lang auf Facebook geschrieben hat und der sie, zur Freude der Eltern, partout heiraten will.

Die Präsentation der Kandidaten, ein wandernder Brautzirkus, führt quer durch die Milieus. Während des Vorstellungsmarathons kreuzen sich die Wege von Patja und Marat, die sich heftig ineinander verlieben. Romeo und Julia auf dem kaukasischen Dorf? Die Sache geht in der Tat nicht gut aus. Doch nicht die Eltern haben dabei ihre Finger im Spiel, sondern ein mafiotischer Krimineller, der zur falschen Zeit aus dem Gefängnis entlassen wird.

Alissa Ganijewa, eine mutige, weltoffene Schriftstellerin, erzählt diese Liebesgeschichte in zarten, rebellischen, zornigen Sätzen. Dialogreich, in komischen, oft skurrilen Szenen zeichnet sie das Bild einer Gesellschaft, in der globalisierte Lebensformen und traditionell geprägte Familienstrukturen, Archaik und Moderne aufeinanderprallen, während Korruption und Terrorgefahr ihr buchstäblich die brüchigen Fundamente wegzusprengen drohen.

Kaukasus Hutnah und Pur. Eine hervoragende Geschichte, Facettenreich ein Meisterwek

— Arietta

Mal was ganz anderes. Aufjedenfall ein Lesenswertes Buch

— beccy

Ein sperriger Roman zwischen politisch brisant und absurd-komisch.

— miss_mesmerized

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  • Kaukasus Hautnah und Pur

    Eine Liebe im Kaukasus

    Arietta

    28. June 2017 um 17:25

    Inhaltsangabe:Marat, ein junger Anwalt, kehrt aus Moskau in seine Siedlung am Kaspischen Meer zurück. Seine Eltern haben bereits den Hochzeitssaal gebucht. Sie sind fieberhaft dabei, ihrem Sohn eine geeignete Braut zu präsentieren, während ihn der Fall einer ermordeten Bürgerrechtlerin nicht loslässt. Patja, auch sie aus Moskau zurückgekehrt, versucht sich vor den Nachstellungen Timurs in Sicherheit zu bringen, mit dem sie sich fünf Monate lang auf Facebook geschrieben hat und der sie, zur Freude der Eltern, partout heiraten will. Die Präsentation der Kandidaten, ein wandernder Brautzirkus, führt quer durch die Milieus. Während des Vorstellungsmarathons kreuzen sich die Wege von Patja und Marat, die sich heftig ineinander verlieben. Romeo und Julia auf dem kaukasischen Dorf? Die Sache geht in der Tat nicht gut aus. Doch nicht die Eltern haben dabei ihre Finger im Spiel, sondern ein mafiotischer Krimineller, der zur falschen Zeit aus dem Gefängnis entlassen wird. Alissa Ganijewa, eine mutige, weltoffene Schriftstellerin, erzählt diese Liebesgeschichte in zarten, rebellischen, zornigen Sätzen. Dialogreich, in komischen, oft skurrilen Szenen zeichnet sie das Bild einer Gesellschaft, in der globalisierte Lebensformen und traditionell geprägte Familienstrukturen, Archaik und Moderne aufeinanderprallen, während Korruption und Terrorgefahr ihr buchstäblich die brüchigen Fundamente wegzusprengen drohen. Meine Meinung zur Autorin: Es ist mein erster Roman von Alissa Ganijewa, und ich muss sagen ich war sehr begeistert von der Geschichte. Es ist ein wahres Facettenreiches Meisterwerk, mit politischen und Familiären Hintergründen. Sie gewährte einem tiefe Einblicke in das muslimische Familienleben und Leben der Menschen im Kaukasus. Den Sitten, Gebräuchen, den alten Traditionen, die in die neue Zeit nicht mehr passen, den Heiratsplänen der Eltern und den Brautschauen. Den Konflikten und Bedürfnissen, der Perspektive-und Hoffnungslosigkeit. Ihr Schreibstil ist sehr Klar und Kraftvoll, sie reißt einem mit beim Lesen. Ein sehr Anspruchsvoller Roman, mit dem man sich auseinandersetzen muss, sehr viel erfährt und neues hinzulernt, was einem nicht bewusst war. Ihre Figuren sind sehr lebendig, und Bildhaft beschrieben. Man konnte beim Lesen hinter die einzelnen Fassaden und Charaktere blicken, es waren Menschen aus Fleisch und Blut. Sehr schön und hilfreich fand ich auch zum Schluss den Glossar und das Nachwort von Christiane Kröger. Ein wirklich mutiger Gesellschaft und Familienroman, den ich nur weiter Empfehlen kann. Meine Kurze Zusammenfassung zum Inhalt: Sehr gut haben mir Marat und Patja gefallen, die beide in Moskau leben, und von ihren Eltern in den Kaukasus ans Kaspische Meer wegen Heiratsplänen zurück beordert werden. Sehr gut war der Widerwillen der beiden zu spüren, sie leben in Moskau in einer anderen Welt, genossen die Freiheit, und jetzt letztendlich sollen sie sich dem Willen der Eltern beugen. Für beide ist der Hochzeitsall gebucht, es wird eine Brautschau stattfinden, die Eltern haben gewisse Partner ins Auge gefasst. Ich konnte mir vorstellen wie schrecklich das ist, zur Schau gestellt zu werden. Wirklich nicht leicht für die beiden, die andere Pläne und Träume haben. Sie wehren sich ja auch, haben allerlei Ausflüchte. Marat und Patja, kamen mir sehr Willens Stark vor, es war interessant und Amüsant ihnen bei ihren Argumenten wegen der Brautschau zuzuhören. Jeder der beiden hat so seine Vorstellungen von ihrem zukünftigen Leben, aber auch deren Eltern, besonders die Mütter haben ihren eigen Kopf. Die Mütter haben nichts anderes als eine Heirat im Kopf und das ihre Kinder gut versorgt sind. Wie das Leben so spielt, ausrechnet verlieben die beiden sich ineinander, was überhaupt nicht in das Konzept passt von den Eltern. Die beiden traten dabei eine Lawine Los und ein großes Chaos. Eine Geschichte voller Verwicklungen und unerwarteter Wendungen, teilweise sehr Amüsant, trotz des ernsten Hintergrundes. Einfach Kaukasus Hautnah und Pur ! https://www.amazon.de/review/R38PDCBEIZ9D65/ref=cm_cr_rdp_perm?ie=UTF8&ASIN=3518425544

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  • Eine Liebe im Kaukasus

    Eine Liebe im Kaukasus

    beccy

    05. January 2017 um 17:12

    Inhalt: Patja hat einige Zeit in Russlands Hauptstadt gelebt und kehrt nun zurück in ihre Heimat nach Dagestan. Dort fällt es ihr ganzschön schwer sich einzuleben, obwohl sie erst 25 ist, wird sie als alte Jungfer angesehen. Sogar Nachbarn und Freunde tratschen über Patja. Patjas Familie macht sich auf die Suche nach einem geeigneten Mann. Dann lernen wir Marat kennen , ein junger Anwalt. Auch Marat steckt in ähnlichen Schwierigkeiten wie Patja. Marats Eltern haben sogar schon ein Raum für die Hochzeit gebucht und planen das komplette Fest für den Sohn. Die Suche nach der perfekten Ehe gestalltet sich schwierig, doch irgendwann laufen sich die beiden über den Weg und lernen sich kennen. Meine Meinung: Der Titel "Eine Liebe im Kaukaksus" klingt schon sehr fremd, und genau so war auch dieses Buch für mich. Jedoch meine ich das nicht im negativen Sinne. Wir tauchen in eine Welt ab, in der die Religion das Leben und die Liebe bestimmt. Für uns Europäer spielt die Religion oft eine kleine Rolle. In Patjas und Marats Familie gibt es nichts wichtigeres als die Familie gut darstehen zu lassen. Klatsch und Tratsch darf in der Nachbarschaft nicht fehlen. Zwischenzeitlich fand ich es echt extrem wie die Leute der Nachbarschaft getratscht haben aber ich kann mir sehr gut vorstellen, das die Geschichte genau so real sein könnte. An manchen Stellen musste ich auch wirklich schmunzeln, was für ein heck meck betrieben wird. Da wird doch mal der Landrat befragt, um den geeigneten Ehepartner zu finden. Die Geschichte ist sehr interessant und detailreich beschrieben. Interssant war es, einfach mal eine andere Welt kennen zu lernen. Die Religion, das Land und die Menschen. Zudem finde ich das man beim lesen merkt das die Autorin noch etwas jünger ist, den der Schreibstil kommt sehr locker und flüssig rüber, was mir positiv aufgefallen ist. Was mir noch etwas gefehlt hat, sind die Emotionen zwischen den beiden. Trotzdem konnte mich das Buch mitreißen und begeistern. Mal ein ganz anderer Roman, der nicht nur Spaß macht sondern zeitweise auch über das Leben lert. Das Buch ist im Suhrkamp Verlag erschienen und kostet im Hardcover Format 22 Euro. Viel Spaß beim lesen!

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  • Zwischen Tradition und Moderne

    Eine Liebe im Kaukasus

    Curin

    20. December 2016 um 12:02

    Patja hat ein Jahr in Moskau gelebt und kehrt nun in ihre sehr traditionelle Heimat nach Dagestan zurück. In ihrem kleinen Dorf wird sie mit ihren 25 Jahren fast schon als alte Jungfer angesehen und soll daher schnellst möglichst verheiratet werden. Ähnlich geht es Marat, einem jungen Anwalt, für den Eltern bereits sogar schon einen Raum für die Hochzeit fest gebucht haben, obwohl die richtige Braut noch nicht gefunden ist. Beide werden  vielen jungen Leuten vorgestellt, bis sie sich zufällig über den Weg laufen und ineinander verlieben... .Alissa Ganijewa hat mich mit ihrem Roman in eine ganze andere Gesellschaft mitgenommen, in der Traditionen noch einen großen Stellenwert im Alltag einnehmen und es noch sehr wichtig ist, bis zu einem bestimmten Alter verheiratet zu sein. Man erlebt mit, welche skurillen Formen die Partnersuche annehmen kann, aber auch wie sich im Dorf die Angst vor sogenannten ,,Waldbrüdern" breitmacht, von denen man einen religiös motivierten Terroranschlag befürchtet. Aus der Sicht von Patja und Marat erlebt man den Zwiespalt mit, in dem sich gerade junge Menschen im Ort befinden. Sie sind gebildet und man merkt an vielen Stellen, dass sie auch eine viel differenziertere Sicht auf bestimmte Geschehnisse haben wie zum Beispiel die Festnahme von Halibek, einem mehr oder weniger angesehenen und sehr einflussreichen Mann in der Gegend. Dennoch wollen sie es ihren Eltern und der Verwandschaft gerne recht machen und sehen keinesfalls auf die alten Bräuche im Dorf herab.Während Marat nur vielen geeigneten Bräuten seine Aufwartung machen muss, hat es Patja schon schwerer. Sie hat von Moskau aus über Facebook mit einem jungen Mann namens Timur Nachrichten ausgetauscht, aber wird ihn zu Hause nicht mehr los. Seine Nachstellungen und seine aufdringlichen Versuche Patja zu heiraten, bergen manchmal eine gewisse Komik.Die Autorin Alissa Ganijewa schreibt stets gut lesbar und ermöglicht dem Leser einen Einblick in die Gesellschaft am Kaspischen Meer. Mit ein Wenig Ironie, aber ohne jegliche Respektlosigkeit schildert sie das Aufeinandertreffen von Tradition und Moderne. Sehr nützlich fand ich auch das Glossar am Ende des Buches, wo bestimmte Ausdrücke gut erklärt werden. Auch der Übersetzerkommentar von Christiane Körner hat mir noch mehr Informationen geliefert und mir geholfen, das Gelesene besser einzuordnen. Insgesamt hat mir ,,Eine Liebe im Kaukasus" sehr gut gefallen und mich häufig zum Schmunzeln gebracht. Gerne empfehle ich das Buch weiter.

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  • LovelyBooks Romane-Challenge 2016: Die Challenge mit Niveau

    aba

    LovelyBooks lädt im neuen Jahr wieder zu spannenden Challenges ein.Und auf euch warten tolle Gewinne.Die anspruchsvolle Gegenwartsliteratur ist 2016 wieder dabei!Liest du gerne Bücher mit Niveau?Dann ist diese Challenge genau das Richtige für dich.15 anspruchsvolle Romane möchten wir vom 01.01.2016 bis 31.12.2016 lesen.Es gelten Bücher - Gegenwartsliteratur -, die in diesem Zeitraum erscheinen (Ersterscheinungen) und an diesem Beitrag angehängt sind.Auch Neuauflagen – 2016 erschienen - von Klassikern.Die Regeln: Melde dich mit einem kurzen Beitrag hier im Thread an. Einstig ist jederzeit möglich. Und du kannst dich jederzeit wieder abmelden. Du verpflichtest dich zu nichts. Schreibe bitte zu jedem Buch, das du für die Challenge gelesen hast, eine Rezension bei LovelyBooks, und verlinke diese in einem einzigen Beitrag in diesem Thread. Dieser Beitrag, wird von mir unter dem entsprechenden User-Namen in der Teilnehmerliste verlinkt. Das wird dein Sammelbeitrag für deine Rezensionen sein. Es gelten nur Bücher, die an diesem Beitrag angehängt sind! Bitte beachten: Die Liste der Bücher erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.Nimmst du die Herausforderung an?Unter allen Teilnehmern, die es schaffen, 15 Romane mit Niveau bis zum 31.12.2016 zu lesen und zu rezensieren, wird ein tolles Buchpaket verlost.Natürlich mit den passenden Büchern zum Thema.Ich freue mich auf viele Anmeldungen!Teilnehmer:19angelika63AgnesMAmayaRoseanushkaArizonaaspecialkateban-aislingeachBarbara62BlaetterwindblauerklausbonniereadsbooksBookfantasyXYbookgirlBuchgespenstBuchinaBuchraettinCara_EleaCaroasCorsicanacrimarestricyranaczytelniczka73Deengladia78DieBertadigraEeyoreleerinrosewellFarbwirbel FederfeeFornikaFrauGonzoFrauJottfreiegedankenfrlfrohsinngefluegeltermondGela_HKGetReadyGinevraGirl56GruenenteGwendolinahannelore259hannipalanniHeldentenorIgelaInsider2199JoBerlinK2kkatrin297krimielselenikslesebiene27LesefantasieleselealesenbirgitleseratteneuLibriHollylisibooksLiteraturmaria1Marika_RomaniaMaritzelmarpijeMartina28MauelaMercadoMiamoumiss_mesmerizednaddoochNadja_KloosnaninkaNepomurksNightflowerNilNisnispardenPetrisPocciPrinzessinAuroraschokoloko29serendipity3012SikalsofiesolveigsommerleseStefanieFreigerichtsternchennagelSumsi1990suppenfeesursulapitschiTanyBeeTintenfantasieTochterAliceumbrellavielleser18wandabluewiloberwortjongleurzeki35

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  • Zerrissen zwischen Tradition und Moderne

    Eine Liebe im Kaukasus

    skywatcher

    09. November 2016 um 01:33

    "Eine Liebe im Kaukasus", der zweite Roman der in Dagestan geborenen Alissa Ganijewa, spielt in einer Siedlung nicht weit vom Kaspischen Meer und beschreibt den Clash zwischen Moderne und Tradition zwei junger Menschen. Marat, ein junger Anwalt, und Patja, beide aus Moskau in ihre Heimat in Dagestan zurückgekehrt, müssen sich dem Wunsch ihrer Eltern stellen und endlich heiraten!Abwechselnd wird in den Kapiteln aus der Sicht Patjas und Marats berichtet, von Patjas Mutter, die ihrer Tochter immer wieder zu verstehen gibt, dass eine unverheiratete Frau mit den Jahren immer mehr an Wert verliert und Marats Eltern, die für ihren Sohn bereits für den 13. August einen Festsaal gemietet haben - doch leider fehlt noch die passende Ehefrau!Die Mütter, hysterisch und nach Enkelkindern lechzend, zeigen ihren Sprösslingen Listen von heiratswilligen und potenziellen Ehepartnern, die Kinder, Marat und Patja, finden an niemandem gefallen. Timur, mit dem Patja aus Moskau eine längere Brieffreundschaft pflegte, sieht in dieser das Ja für eine Heirat, doch bei der Begegnung in der Realität kann Timur bei ihr nicht überzeugen. Und auch Marat lernt seiner Mutter zuliebe die von ihr ausgesuchten Frauen kennen, wird jedoch mit keiner richtig warm.Auf einer Feier treffen sich nun Marat und Patja, sehen sich einige kurze Male und schon sind beide unsterblich verliebt und das Ende ist sehr vorhersehbar...Die Geschichte ist an vielen Stellen leider etwas kitschig, manchmal sperrig zu lesen, doch kann ich mir gut vorstellen, dass es in kaukasischen Familien wirklich so zugeht! Denn dass die Eltern auch im Jahr 2016 auf eine Heirat bestehen, teilweise den Partner der Kinder aussuchen, kommt (oft) vor. Und die Darstellung der Brautwerbung, die Bedeutung der Jungfräulichkeit, die Gerüchte in einer kleinen Siedlung, in der immer die Frauen die billigen Prostituierten sind und froh sein können, wenn sie jemand bis zum 25. Lebensjahr zur (Zweit-) Frau nimmt, ist mal tragisch und mal amüsant zu lesen. Eingebettet ist die Liebesgeschichte in eine angespannte Umgebung, in der islamistische Brüder Terroranschläge verüben und brutale Übergriffe der Staatsgewalt an der Tagesordnung stehen.Es ist eine kleine Geschichte von dem Verlust von Tradition, Sprache und Kultur.Etwas störend empfand ich die Tatsache, dass Patja als emanzipierte Frau, die einige Jahre in Moskau bei ihrem Bruder ein scheinbar nicht unwildes Leben gelebt hat, natürlich kurze Haare hat, sich nichts aus Make-Up macht und auch mal in Gummistiefeln auf die Straße geht. Können nicht auch Frauen mit langen Haaren, rotgeschminkten Lippen und High Heels cool und emanzipiert sein?!Im Nachwort führt die Übersetzerin Christiane Körner einige wichtige Informationen zu der Thematik des Buches, das einige Symbole verständlicher macht und beispielsweise auch die Sufi-Motive erklärt. Dieses Nachwort lässt die gesamte Geschichte in einem etwas anderes Licht erscheinen und einige Passagen, zB die vielen Meeres-Motive, werden verständlicher. Ein schönes Cover (das Meer!) und eine interessante Geschichte!

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  • Wenig Spannung, aber sehr empfehlenswert!!!!

    Eine Liebe im Kaukasus

    Leseherz

    30. October 2016 um 08:13

    Wie fühlt  es sich an, wenn man in ein Land zurück beordert und man von seitens der Familie zur Heirat verplant wird? Spielen da Gefühle überhaupt eine große Rolle? Muss es überhaupt gleich Liebe sein oder reicht es, wenn jemand eine saubere Weste hat, einen gut bezahlten Job, einen guten Ruf und man dem anderen Menschen alles bieten kann, um im Munde aller zu sein? Patja kehrt zu ihrer Familie zurück und die Heiratskandidaten stehen bereit, um ihre Hand anhalten zu können, doch Patja interessiert das alles nicht. Genauso ergeht es Marat, Anwalt in Moskau, der von seinen Eltern mit Frauen überhäuft wird und sich erhoffen, dass am 13.8. die Hochzeit stattfinden kann. Doch auch er hält nichts von den geplanten Aktivitäten – soll doch die Hochzeit ausfallen, denkt er. Bis er Patja über den Weg läuft. Patja hatte einige Zeit Kontakt zu Timur, der in einer Jugendkomitee tätig ist. Er glaubt, sie liebe ihn weil sie sich lange schrieben. Doch Patja wollte den Menschen dahinter kennenlernen – erschrak später wie er wirklich ist. Sie zieht sich zurück und trifft auf Marat und lernt sich selbst neu kennen! Als beide ihren Familien klar machen, dass sie heiraten und zwar am 13.8. bricht das Chaos aus, alle redeten über die beiden als wären sie das Schlimmste auf Erden – zogen über den anderen her. Für Patja waren es spitze Steine, die man gegen ihr Herz warf – doch sollte es nicht so sein? Jemanden wirklich zu lieben und nicht, wie etliche russische Familien es halten? Doch es kommt anders. Marat wird entführt, für Patja bricht eine Welt zusammen und um im Meer sich von den strömenden Wellen mitreißen zu lassen, verließ sie die Siedlung…   Die Autorin beschreibt das wahre Leben, die Verplanungen eigener Verwandten, Spannungen in anderen Moscheen und traut sich, offen und ohne Scham darüber zu schreiben. Erst zum Ende kommt eine Spur von Spannung auf, die einem von allein dazu bringen, es bis zum Schluss zu lesen!

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  • Die Botschaft kam nicht dirket an - Sprachlich aber überzeugend

    Eine Liebe im Kaukasus

    Franzis2110

    10. September 2016 um 11:37

    In „Eine Liebe im Kaukasus“ landen wir im Leben von Patja und Marat. Patja verbrachte einige Monate in Moskau, um dort ein Praktikum zu absolvieren. Sie ist 25 Jahre alt und kehrt zurück in ihren Heimatort nach Dagestan. Dort gilt sie schon fast als alte Frau und muss daher dringend verheiratet werden. Während Patja versucht, sich vor Timur und seinen Nachstellungen zu flüchten, sind ihre Elter begeistert von ihm als potenziellen Kandidaten. Marat, ein junger Anwalt, der in Moskau praktiziert, kommt zurück zu seinen Eltern. Auch er muss nach Meinung seiner Eltern dringend heiraten. Der Hochzeitssaal ist deshalb bereits gebucht, der Tag stet fest, die künftigen Schwiegertöchter stehen Schlange. Marat will aber keine davon und wird von seiner Mutter von einer potenziellen Kandidatin zur nächsten mitgenommen. Eine Reise durch die Milieus in Dagestan Während der Suche nach der richtigen Schwiegertochter oder dem richtigen Schwiegersohn nimmt uns Alissa Ganijewa mit durch eine Reise der verschiedenen Milieus in Dagestan. Und dabei erleben wir auch, wie sich die Wege von Patja und Marat kreuzen und sich die beiden verlieben. Doch, anders als man nach dem Klappentext glauben mag, passiert dies doch sehr spät und nimmt erstaunlich wenig Raum ein. Im Vordergrund stehen das Leben in Dagestan allgemein, die Traditionen, Religion und Kultur. Vieles war für mich als Laie eher verwirrend, mir fehlte es an der Liebesgeschichte, die ich erwartet hatte. Alles kam mir recht unstrukturiert vor, wirr aneinander gereiht. Erst nachdem ich die Erklärung zu den Hintergründen der Traditionen und Hinweise gelesen habe, machte das Buch im Rückblick deutlich mehr Sinn. So soll es tatsächlich vor allem auf den Verlust der Sprache, der Traditionen, der Kultur aufmerksam machen. Es zeigt die zunehmende Vermischung der neuen, globalisierten Freizeitgewohnheiten und Konsumgewohnheiten auf und stellt Aberglaube, alte Konventionen und Nationalstolz daneben. Vor allem diese Suche nach Einheit, Versöhnung, Zusammenhalt spiegelt die Geschichte von Katja und Marat wieder. Symbole zur Einheit wie das Meer, der Rausch, die Figur Hidr, hier Halilbek, sollen das ganze verdeutlichen und eingehend näherbringen, was ich aber ebenfalls nur dank der Erklärung erfuhr. Moderne, globalisierte Gewohneiten vs. Aberlgaube, Tradition und Religion Im Rückblick macht das alles Sinn und hinterlässt einen bleibenden Eindruck. Allerdings wird das einem als Laie was die dortige Kultur, Tradition, die arabischen Wurzeln, Salafistentum und Islam angeht, nicht klar. Erst dank der Erklärung von Übersetzerin Christiane Körner, verstand ich, was das Buch eigentlich aussagen will. Leider ist die genau das, was mich an „Eine Liebe im Kaukasus“ stört. Ich erwarte von einer Geschichte, dass sie mir ihren Sinn und notfalls die wichtigen Erläuterungen dazu, bereits mittendrinnen offenbart. Dass sie auch mich als Laien abholen und einfangen kann. So habe ich das Buch gelesen, fand es ok, war aber nicht richtig überzeugt, weil mir genau dieses Klare „Ja, das ist die Botschaft und deshalb macht es alles so wie es dasteht Sinn“, fehlte. Sprachlich konnte mich Alissa Ganijewa dennoch vollkommen überzeugen! Das liegt gewiss nicht an Alissa Ganijewas Art zu schreiben, sondern einzig alleine an meinem Unwissen bezüglich dieser Themen, die sie transportieren wollte. Jemand, der sich in diesem Gebiet näher auskennt, Einblick in die Religion, Tradition, Bräuche und Symbole hat, der wird das Buch bestimmt als etwas Besonderes, faszinierendes, aufrüttelndes erleben. Sprachlich konnte mich Alissa dennoch vollkommen überzeugen. Leider konnte mich Alissa Ganijewa mit „Eine Liebe im Kaukasus“ nicht ganz begeistern. Ich wurde nicht richtig abgeholt und war größtenteils verwirrt. Auch wenn sie sprachlich punkten konnte. Erst dank der Erklärung von Christina Körner erschloss sich mir der doch tiefgründigere, spannende Sinn des Buches. Ich erwarte von einem Buch allerdings, dass es diesen Sinn und die wichtigsten Erklärungen dazu bereits mittendrin, im Laufe der Geschichte liefert, auch wenn ich nur ein Laie des Themas bin.Meine Empfehlung – wenn ihr das Buch lest, so lest am besten erst das Vorwort, dann könnt ihr die Botschaft, die Alissa Ganijewa vermutlich darstellen und transportieren will, deutlich besser verstehen und das Buch ist somit eventuell etwas ganz Besonderes für euch und zwar schon während des Lesens.

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  • Alissa Ganijewa - Eine Liebe im Kaukasus

    Eine Liebe im Kaukasus

    miss_mesmerized

    08. August 2016 um 06:08

    Nach einem Jahr in Moskau kehrt Patja zurück in ihr Heimatdorf in Dagestan. Dort scheint die Zeit stehengeblieben zu sein, denn für Frauen Mitte 20 gibt es nur ein Thema: Heiraten und Kinder bekommen. Mit 26 gilt Patja schon beinahe als alte Jungfer, die niemand mehr möchte. Auch Marat, ein Anwalt, der hauptsächlich in Moskau arbeitet, erlebt dies und seine Eltern haben kurzerhand einen Hochzeitstermin ausgemacht und einen großen Saal gebucht. Nur die Braut muss noch gefunden werden. Während die beiden versuchen sich vor aufdringlichen Verehrern, alten Dorffehden und den typischen Sorgen rund um die Brautwerbung zu schützen, begegnen sie sich und verlieben sich. Sollten die Pläne der Eltern etwa ganz unerwartet erfüllt werden?Alissa Ganijewas Roman ist bisweilen sperrig zu lesen. Dies liegt hauptsächlich an dem Aufeinandertreffen zweier sehr verschiedener Welten: einerseits die weltoffene und moderne Jugend, andererseits die in der Tradition verhafteten Dorfbevölkerung, die sich von ihren alten Geschichten nicht lösen kann. Gerade die Brautwerbung und die Hochzeit – damit verbunden eine Szene, in der ein Brautpaar von einer erbosten Mutter einer abgewiesenen Bewerberin bösartigst verwunschen wird – muten bisweilen absurd bis erschreckend an und versetzen einem lockere 100 Jahre in die Vergangenheit. Eine gewisse Distanz, die sich Patja und Marat in Moskau erworben haben, lassen auch sie die Vorgänge im Dorf amüsiert und ironisch betrachten ohne jedoch auf die Bräuche herabzuschauen und auch durchaus gewillt, dem elterlichen Willen nachzukommen. Neben diesem Liebesgeplänkel wird aber auch die politische Situation in der kaukasischen Republik nicht verschwiegen. Es erschreckt einem schon, wie die Figuren auf die Verhaftung eines korrupten Dorfhäuptlings reagieren, von dem nur die (für die Bewohner) positiven Seiten betont werden. Auch ein Mord scheint nichts Außergewöhnliches zu sein, sondern wird mit einer gewissen Routine kommentiert. Dass hier einiges im Argen liegt, ist mehr als offenkundig.Dass dieser Roman es auf die Shortlist des russischen Booker-Preises geschafft hat, ist leicht nachzuvollziehen. Er verlangt einiges vom Leser – aber durchaus positiv zu verstehen ist.

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