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AlissaStone

vor 5 Jahren

Fragen an Alissa

Hier könnt ihr mich mit Fragen löchern – ob zum Buch oder auch zum Schreiben. Ich freu mich, mit euch in Kontakt zu treten.

RebekkaT

vor 5 Jahren

Fragen an Alissa

Ich finde, die Spielszenen enthalten - anders als die Rahmenhandlung - einige Details, die neben einer hohen Vorstellungskraft und Einfühlungsvermögen auch und vor allem auf echte Erfahrungen schließen lassen. Lässt Du Lydia hier Deine eigenen Sessions nacherleben?

AlissaStone

vor 5 Jahren

Fragen an Alissa
@RebekkaT

Zwar besitze ich diese Neigung und lebe BDSM auch aus, jedoch sind die Sessions, die Lydia erlebt, ein Produkt meiner Phantasie. Ich fühle mich gern in andere Menschen ein, weshalb es mir nicht schwer fiel, mich in meine Protagonistin einzufühlen. Und da ich als BDSMer weiß, was Angst, Schmerz, Enthaltsamkeit, Bestrafung und die damit einhergehende Erregung in Körper und Geist auslösen, konnte ich das gut und plausibel beschreiben.

Starbucks

vor 4 Jahren

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@AlissaStone

Du lebst dies aber nicht in einem Sklavinnenverhältnis, so wie Lydia? Nimmst du auch mal die andere Seite ein??

AlissaStone

vor 4 Jahren

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@Starbucks

Ich lebe in einer D/s-Beziehung. Natürlich auf freiwilliger Basis. Aber für Außenstehende würde es vermutlich so aussehen, wie es auch bei Lydia aussieht. Vieles läuft "gegen meinen Willen" ab. Weigerung oder schlechte Leistung wird bestraft. Ich habe mich meinem Dom unterzuordnen. So absurd es klingt, aber daraus ziehe ich meine Lust, sie bringt mich dazu, Grenzen zu überschreiten. Natürlich spielt gegenseitiges Vertrauen und Einfühlungsvermögen seitens meines Freundes eine wichtige Rolle; er kennt mich und weiß bzw. spürt wie weit er gehen kann. Wir "spielen" im Prinzip das Szenario, was Lydia in echt erlebt. Und Lydia trägt zweifelsohne die selbe Neigung wie ich und viele andere BDSMer in sich, sonst würde sie das alles nicht erregend finden.
Im echten Leben ist das, was Lydia zugestoßen ist unvorstellbar, kriminell und nicht wünschenswert. Aber dazu sind Romane doch da. Einzig in einem Roman kann der Leser in eine solche Welt abtauchen, die in der Realität sonst nur im Kopfkino möglich wäre.

Starbucks

vor 4 Jahren

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@AlissaStone

Freiwilligkeit heißt dann aber auch, man kann einem Job nachgehen, hat auch noch Freunde, kann sich mit diesen treffen, seine Familie pflegen außerhalb der Beziehung etc.?
Zusammengefasst: Man will dann noch mehr vom Leben als nur die Beziehung?

AlissaStone

vor 4 Jahren

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@Starbucks

Je nachdem welche Bedürfnisse man hat. In meinem Fall lebe ich BDSM im sexuellen Sinne. Es ist nicht mein Lebensinhalt, ich habe einen Job, Freunde, ganz normalen Alltag in dem ich meine Frau stehe. Aber es gibt Leute, die BDSM zu ihrem Lebensinhalt machen. Das ganze nennt sich TPE (totaler Machtaustausch) - hierbei unterwirft sich der submissive Part vollkommen. D.h. der dominante Partner entscheidet über das komplette Leben des Subs. Der Sub hat keine eigenen Entscheidungen mehr zu treffen. Natürlich ist das von beiden Seiten so gewollt.

Starbucks

vor 4 Jahren

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@AlissaStone

Ich finde das total interessant hier, und das Buch hilft mir auch, hier Einblicke zu bekommen.
Das erstere (deine Variante) finde ich total okay. Das zweitere TPE finde ich krank. Na ja, vielleicht kann ich mich auch nur nicht hinein versetzen, aber solche Menschen haben doch ein Problem auf ganz anderer Ebene. Ist dann eher Mila so eine TPE-Frau?
Hast du selbst auch TPE-Bekannte? Oder bleiben diese unter sich?

AlissaStone

vor 4 Jahren

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@Starbucks

Ich finde es auch total spannend in Kontakt mit meinen Leser zu treten, mich mit ihnen zu unterhalten und verschiedene Ansichten kennenzulernen.
Hm, solange beide Parteien kein Problem damit haben und glücklich damit sind, würde ich es gar nicht mal als krank sehen. Jedem das seine, mir das meine.
Ja, Mila würde ich als TPE-Typ einordnen, wobei sie dabei absolut devot ist. BDSM ist ein riesiges Feld mit vielen Facetten an Vorlieben und mehr oder weniger ausgeprägten Neigungen.
Ich hatte in Foren schon Kontakt zu Leuten, die bereits TPE gelebt haben. Die sind nicht anders als andere. Im Kopfkino findet so ein TPE-Gedanke schon mal Platz, aber in echt wär das auch nichts für mich.

Starbucks

vor 4 Jahren

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@AlissaStone

Aber das TPE würde den Menschen doch komplett auf seine Sexualität reduzieren...Oder?

AlissaStone

vor 4 Jahren

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@Starbucks

Die betrachten das nicht mehr rein sexuell. Es ist eine Art Lebensweise für sie. Vermutlich sehen sie das als ihre Bestimmung, als etwas, was sie brauchen, um glücklich zu sein. So wie es Frauen gibt, die total in Haushalt und Familie aufgehen, oder auch welche, die ihre Erfüllung im Karrieremachen finden, so finden diese Leute ihre Erfüllung in der absoluten Unterwerfung. Nur weil sie eben in der Minderheit sind, wird es vom Mainstream nicht als normal angesehen. Andererseits, was ist schon normal?

Starbucks

vor 4 Jahren

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@AlissaStone

Das stimmt schon. Aber auch Lydia fragt sich ja immer und immer wieder, ob das normal sein kann.

Mal ein ganz anderer Gedanke zu Lydia: Sie müsste ja längst als vermisst gelten. Sie müsste doch wenigstens an ihre Familie denken, die sich große Sorgen machen und für sie versuchen, ein Lebenszeichen zu senden oder sich zu befreien. Oder hat sie gar keine Angehörigen?

AlissaStone

vor 4 Jahren

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@Starbucks

Naja, die Mehrzahl praktiziert ja eigentlich Blümchensex, weshalb man sich als BDSMer schon hin und wieder vor Augen hält, dass das ja eigentlich nicht der Norm entspricht, was man da so alles macht und man fragt sich auch ab und zu warum das so ist, dass man was mag, was andere als pervers ansehen. Gedanken wie "Das ist doch nicht normal" tauchen bei mir schon öfter mal auf, auch wenn ich genau weiß, dass es kein Normal in dem Sinne gibt. Man wird halt durch Medien und Gesellschaft in Schablonen gepresst, die uns sagen möchten, was normal sei, und vergisst desöfteren, dass jeder Mensch ein Individuum ist.

Als Lydia ganz am Anfang von Jeff und Theo überwältigt wird, geht sie im Gedanken durch, wer sich wohl Sorgen um sie machen wird. Ich zitiere mal schnell:
"Und es gab niemanden, der nach mir suchen würde. Der Kontakt zu meinen Eltern war schon lange abgebrochen, weil ich irgendwann keine Zeit mehr gefunden hatte, mich bei ihnen zu melden. Bei den wenigen Freunden, die ich im Laufe der letzten Jahre gehabt hatte, war es nicht anders. Niemand würde mich vermissen. Meine Kunden schon gar nicht. Es gab genügend Dolmetscher, die bereit waren, meinen Platz einzunehmen, so wie es auch leicht sein würde, einen Ersatz für meinen Ausfall in Marseille zu finden. Was interessierte schon Wirtschaftsbosse und Politiker oder deren Assistenten, wo ich war, wenn ich nicht ans Handy ging oder ihre E-Mails beantwortete."

Starbucks

vor 4 Jahren

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@AlissaStone

Ja stimmt. Aber eine Frau wie Lydia wird vermisst. Sie glaubt, keine guten Freunde zu haben, aber nun ja..

Und doch, ich finde etwas doch vielleicht unnormal: Dass jemand Freude daran hat, anderen weh zu tun. Alex ist ja nicht gerade zimperlich. Woher kommt das, dass daran jemand Vergnügen haben kann. In Lydias Fall muss man sagen, sie kann doch auch nicht wissen, ob er irgendwann zu weit gehen wird. Irgendwas war ja auch da mit Mel - weiter weiß ich aber nichts über sie bisher.

Liest überhaupt noch jemand mit, oder bin ich doch die Letzte?

Starbucks

vor 4 Jahren

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@AlissaStone

Ja stimmt. Aber eine Frau wie Lydia wird vermisst. Sie glaubt, keine guten Freunde zu haben, aber nun ja..

Und doch, ich finde etwas doch vielleicht unnormal: Dass jemand Freude daran hat, anderen weh zu tun. Alex ist ja nicht gerade zimperlich. Woher kommt das, dass daran jemand Vergnügen haben kann. In Lydias Fall muss man sagen, sie kann doch auch nicht wissen, ob er irgendwann zu weit gehen wird. Irgendwas war ja auch da mit Mel - weiter weiß ich aber nichts über sie bisher.

Liest überhaupt noch jemand mit, oder bin ich doch die Letzte?

PS: Hast du auch Freunde, die diese Praktiken in Fragen stellen/nicht normal finden/nicht verstehen?

AlissaStone

vor 4 Jahren

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@Starbucks

Das sollten wir mal sadistische Männer fragen, warum das so ist ;-). Wobei sie vermutlich auch keine Antwort darauf geben können. Es ist einfach eine Neigung, die man nicht erklären kann, die aber da ist. Und sie ist nicht gerade selten, wenn man sich mal in einschlägigen Foren umsieht. Ich für meinen Teil bin froh, dass es so Männer gibt, denn sonst bliebe meine Lust ja unerfüllt. Sadisten sind ja noch lange keine Soziopathen, die einfach drauf loshauen wollen ohne Mitgefühl zu empfinden. Sie sind mitunter sehr, sehr einfühlsam und legen Wert darauf, dass das Vertrauen bestehen bleibt – auch wenn das jetzt paradox klingen mag.

Warum denkst du, dass Lydia gute Freunde hat? Wer sagt, dass sie als Karrierefrau, die immer auf Reisen ist, Wert darauf legt, Freundschaften zu pflegen?
Man darf nicht vergessen, es ist ein Roman und nicht die Realität. In einem Roman gelten andere Gesetze. Ein Autor möchte den Leser unterhalten, ihn überraschen und ihn einfach in eine Welt führen, die er in der Realität nicht erleben wird/kann. Natürlich kann man alles hinterfragen und nach etwas suchen, was unter realistischen Gesichtspunkten unglaubwürdig sein könnte. Dabei passieren in der Realität mehr Absurditäten als in einem Roman.
Lass dich einfach überraschen, wie es weiter geht. Ich bin nämlich schon sehr gespannt, was du zum nächsten Abschnitt sagst.

Ja, ich habe Freunde, die mit dieser Thematik nichts anfangen können. Aber sie kennen mich als Mensch und machen sich deshalb um mich keine Sorgen oder so. Meine Freunde sind sehr tolerant und würden mich nicht verurteilen - sonst wären sie auch nicht meine Freunde ;-).

Eine Frage hätte ich jetzt mal an dich: Nachdem du ja nicht die Einzige bist, die sich auf diese Leserunde beworben hat und eigentlich keine Ambitionen zu SM hat. Was hat dich dazu veranlasst, dich um dieses Buch zu bewerben?
Ich muss zugeben, ich bin eigentlich davon ausgegangen, dass sich nur Leser bewerben, die SM erregend finden. Umso überraschter war ich, dass es doch auch ein paar gibt, die SM nicht verstehen. Was mich dann schnell mal Sterne bei der Rezension kostet, was ich wiederum sehr schade finde, denn es geht ja aus dem Klappentext und dem Cover hervor, dass es sich um SM handelt.
Ich merke jedoch, dass dich das Thema sehr interessiert, kann es sein, dass du dir vom Roman Antworten auf deine Fragen zu dem Thema erhofft hast? Wenn ja, wurden deine Erwartungen erfüllt? Würde mich sehr interessieren.

Starbucks

vor 4 Jahren

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@AlissaStone

Es ist doch genau das: Ein Einblick in eine mir unbekannte Welt. Und ja, ich bekomme viele Antworten. Und ja, ich wusste, worauf ich mich einlasse. Und nein, ich werde nicht enttäuscht.

Ich weiß nicht, ob man da um Sterne fürchten muss. Ich lese auch gern Bücher über Homosexuelle und muss es nicht sein. Da sehe ich kein Problem.

AlissaStone

vor 4 Jahren

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@Starbucks

Dann bist du sehr aufgeschlossen. Was ich super finde, denn das muss man bei einem Roman dieser Art schon sein. Ich hab einfach die Erfahrung gemacht, dass unbedarfte Leser geschockt waren und deshalb negative Schlüsse daraus gezogen haben. Vermutlich weil Shades of Grey und Konsortien ein anderes Bild von BDSM vermittelt haben, das sehr weichgespült ist. Klar man kann es sowieso nicht jedem recht machen. Und abgesehen davon hat Shades of Grey BDSM salonfähig gemacht, wir müssen uns jetzt nicht mehr verstecken ;-D

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