Alissa Walser Am Anfang war die Nacht Musik

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Inhaltsangabe zu „Am Anfang war die Nacht Musik“ von Alissa Walser

Wien, 1777. Franz Anton Mesmer, der wohl berühmteste Arzt seiner Zeit, soll das Wunderkind Maria Theresia Paradis heilen, eine blinde Pianistin und Sängerin. In ihrer hochmusikalischen Sprache nimmt Alissa Walser uns mit auf eine einzigartige literarische Reise. Ein Roman von bestrickender Schönheit über Krankheit und Gesundheit, über Musik und Wissenschaft, über die fünf Sinne, über Männer und Frauen oder ganz einfach über das Menschsein.

gänzliches Fehlen von direkter Rede empfand ich als schwerfällig. Interessante Idee für ein Buch, Charaktere blieben aber leider flach.

— Marjuvin

ich musste mich erstmal an den schreibstil gewöhnen, eine schöne wahre geschichte voller poesie

— eulenmama

wunderschön! lyrisch, geheimnisvoll, den Stil der erzählten Epoche nachahmend.

— wandablue

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  • Perfektes Szenenbild aus dem Wien des 18. Jahrhunderts

    Am Anfang war die Nacht Musik

    wandablue

    Am „Anfang war die Nacht Musik“ spielt im Wien des 18. Jahrhunderts und erzählt von dem Arzt Mesmer und seiner Patientin Maria. Der Arzt spielt meisterhaft die Glasharmonika und experimentiert seit langem mit Magnetismus, dem animalischen Fluidum, das er mithilfe seiner Hände nutzt, um die Nerven seiner Patienten zur Ruhe zu bringen. Mesmer ringt verzweifelt um die Anerkennung seiner Kollegen, besonders um die des Kollegen Störck, der so gut mit Worten umzugehen und seine Methoden kristallklar auf Papier zu bringen weiss. Nimmt Mesmer deshalb die Herausforderung an, die hochmusikalische Maria Paradis in seine medizinische Obhut zu nehmen, die blinde Tochter des Hofsekretärs und Protegée der Kaiserin? Zu deren Ärger wird es immer schlimmer mit Maria, denn die unnatürlich vorquellenden Augen des jungen Mädchens rollen wie die einer Tollwütigen, so dass die Kaiserin sich ihrer Kunst nicht mehr bedienen kann ohne bei ihrem Anblick Abscheu zu empfinden. Oder ist es Mitleid, denn die ehrgeizigen Eltern drangsalieren Maria und haben sie jahrelang mitleidlos miss(-be)handeln lassen, so dass Messmer seufzend anmerkt, es sei an und für sich schon eine Kunst, dass die Patientin die Kuren ihrer Ärzte überlebte. Gelingt Messmer, woran die anderen scheiterten, den Sehnerv der Patientin mit seiner umstrittenen Methode wieder herzustellen? Die Kaiserin wartet schweigend zu Hofe, die Kollegen der Schulmedizin hämisch. Ich bin sicher, dieses Buch wird nicht jedem gefallen. Es klingt in einer eigenen Sprache, die vergangene Epoche und deren Geisteshaltung nachahmend, musikalisch, auslassend, verhüllend, andeutend; jedoch nicht unlogisch, so wie auch die Musik nicht unlogisch ist, sondern einem strengen Konzept folgt. Man weiss nicht immer, was Realität ist und was Wunschdenken, üble Nachrede oder Geschehen, das erhöht den Reiz des Buches, es ist ein bisschen schwermütig und ein bisschen geheimnisvoll. Dass Mesmer später nach Paris flieht, wovor? Vor seiner Ehe, vor seinem Erfolg, vor seinem Misserfolg oder vor sich selber? ist ein weiterer poetischer Höhepunkt oder Tiefpunkt, ganz wie man es deutet. Fazit: Dieses Buch hat mich nach und nach immer mehr in die erzählte Epoche und in seine Musikalität hinein gezogen als ob ich die selben Kleider trüge und genau so röche wie das Küchenmädchen Kaline und genau so viel Musik und Magnetismus in mir flösse wie in den Protagonisten.

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  • Rezension zu "Am Anfang war die Nacht Musik" von Alissa Walser

    Am Anfang war die Nacht Musik

    Delphine

    30. September 2010 um 10:10

    Hier meine Rezension auf französisch:
    http://www.goethe.de/ins/fr/bor/prj/lit/110/aae/wal/frindex.htm

  • Rezension zu "Am Anfang war die Nacht Musik" von Alissa Walser

    Am Anfang war die Nacht Musik

    Lovelykathi

    20. June 2010 um 12:50

    Eine Geschichte die besser klingt als sie dann schlussendlich ausgeführt wird. Eine Sprache - wunderschön kunstvoll - aber die Geschichte eher verschleiernd als erzählend. Ein Ende, das sich nur als eines ausgibt. Ein Buch aus dem sich viele wundervolle Zitate entnehmen lassen - Kostprobe gefällig: "Man wacht, um zu essen und zu trinken, damit man ohne zu verhungern schlafen kann" (S.9) "Warten heißt, die Zeit füllen mit Gedanken an das, was er hätte tun können." (S. 37) "Singen [...]. Sich dem Atem öffnen. Sich innen vom Atem streicheln und außen von der Stimme einhüllenlassen." (S. 109) "Seine Wortlosigkeit in Schweigen verwandelte" (S. 164) Sprachlich ein Lesegenuss auf höchster Stufe, wer aber eine Geschichte will - mit Hand und Fuß ist damit vielleicht nicht erstklassig bedient.

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  • Rezension zu "Am Anfang war die Nacht Musik" von Alissa Walser

    Am Anfang war die Nacht Musik

    merle81

    28. April 2010 um 14:28

    Wien im 18. Jahrundert. genauer im Jahre 1777.
    Franz Anton Messmer ist Arzt und Entwickler einer neuen Heilmethode mit Hilfe des Magnetismus. Zunächst eher belächelt erlangt er durch die Behandlung einer blinden Pianistin Aufmerksamkeit die schon bald ins negative umschlägt. Neue Methoden seien Quacksalberei und er ein Scharlatan...

  • Rezension zu "Am Anfang war die Nacht Musik" von Alissa Walser

    Am Anfang war die Nacht Musik

    LarissaMaria

    21. April 2010 um 23:34

    Das Buch ist himmlisch schön geschrieben, sehr feinfühlig. Für musikalische und empfindliche Menschen sicher leichter zu begreifen...

  • Rezension zu "Am Anfang war die Nacht Musik" von Alissa Walser

    Am Anfang war die Nacht Musik

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    11. April 2010 um 11:59

    Sie ist die Kunst mit der stärksten Ausdruckskraft. Die Musik. Nicht einmal die Sprache mit ihrer Vielfältigkeit kann sich mit ihr messen lassen - angesichts der unendlichen Möglichkeiten der Musik und der Töne, Gefühl und Gedanken zu äußern. Haben doch Worte nur eine begrenzte Anzahl an Bedeutungen. Und sie haben auch die Eigenschaft, nicht immer genaues Abbild zu sein. Lügen kann man nur mit Worten. Liegt Wahrheit dann nur in Klängen? Oder sorgen auch diese für Verwirrung – sollte man sich eher nur auf das Sichtbare verlassen? Welcher Sinn sorgt für Sicherheit? Die Kraft der Musik und die Eigenschaft, Menschen miteinander zu verbinden, sowie jene Fragen, stellt sich Alissa Walser mit ihrem kürzlich erschienen Roman „Am Anfang war die Nacht Musik“, der zwei besondere Menschen in den Mittelpunkt rückt, in einer Zeit, als Musik als Kunstform die Literatur nahezu übertrumpfte. DER ARZT UND DIE PIANISTIN Eines Tages im Januar 1777 taucht sie in seiner Praxis auf. Nicht zu übersehen, mit ihrem merkwürdigen Aussehen. Das elegante Kleid, der gigantische Haarturm mit seinen Schleifen und Glöckchen, das Gesicht - eine Maske aus einer dicken Puderschicht. Mediziner Franz Anton Mesmer ist von der Erscheinung der Tochter des Hofrates Paradies Maria Theresia irritiert. Sein Auftrag, die junge und begnadete Pianistin, ein Wunderkind, das Augenlicht zurückzugeben, lässt ihn das fremde Äußere indes vergessen. Die junge Frau zieht in das Haus des Arztes ein, in dem er samt seiner Frau Anna Maria, der Haushälterin Kaline, einigen Musikern und Patienten sowie einem Hund lebt. Keiner seiner Vorgänger hat die Tochter des Hofrates auf einen so guten Weg bringen können. Ob mit Baldrian, Schwefel oder Blutegel. All samt scheiterten sie, selbst der Hofarzt der Kaiserin. Die Blindheit der Musikerin, die unter dem Schutz der Kaiserin steht, gilt als unheilbar. In Medizinerkreisen wird Mesmer belächelt, doch seine spezielle Behandlung schlägt an, die neben dem Einsatz der Magnete auch eine Vor-Form der Psychotherapie beinhaltet. In Gesprächen möchte er ihrem Leiden auf den Grund gehen, das die Welt der Hofrattochter seit frühester Kindheit plötzlich über Nacht in Dunkelheit versetzt. Zur Verblüffung ihrer Eltern beginn der Heilungsprozess, tritt das Licht in ihr Leben, werden Gegenstände, Personen sichtbar. Doch dieser Fortschritt hat ihren Preis, zum Ärger ihrer Eltern, die in ihrer Begabung gewiss Ruhm und Ehre wittern. Das Klavier spielen bereitet ihr Mühe, die Töne sammeln sich nicht mehr fehlerfrei zueinander. Und auch Mesmers Frau Anna sieht die wachsende Vertrautheit zwischen Arzt und Patientin mit Skepsis, auch wenn der Heilerfolg das Renommee des Mediziners sprunghaft steigert. Denn die Beziehung von Mesmer und der Hofratstochter erwächst aus einer besonderen Gemeinsamkeit: beide lieben die Musik. AUSSENSEITER Und dies in einer Zeit, als Mozart sich nach den ruhmreichen Kinder- und Jugendjahren als freier Komponist durch die Lande schlägt (sicherlich immer noch mit dem Titel Wunderkind behaftet) und unweigerlich ein Leben als Außenseiter – abseits der „normalen“ Massen – führt. Und Außenseiter – das sind auch der Arzt und seine berühmte Patientin. Er, der für seine spezielle Behandlungsmethode kaum ernst genommen wird, sie, die als begnadete Pianistin zwar vergöttert wird, aber sich durch ihr künstliches Aussehen, wenn auch von den Eltern aufgedrängt, von den anderen sich abhebt. Gerade diese erste Begegnung und das Kennenlernen mittels der Musik und Gesprächen, wie dies Alissa Walser in einer poetischen, fast musikalischen Sprach erzählt, zeichnet diesen Roman vor allem aus. Doch es ist auch die Beschreibung der teils verschrobenen Charaktere und des Lebens im Haus des Mediziners, die dieses Buch zu einem Erlebnis werden lassen, seien es die Patienten in Mesmers Haus oder die rigiden Eltern der blinden Pianistin. Stimmungen gibt es viele: mal recht komisch anmutende, als Maria Theresia sich an den Hund der Mesmers Nasenstüber für Nasenstüber gewöhnt, mal bezaubernd, als sie das Licht und die Welt um sich herum wahrnimmt. Und eine Hauptrolle – wenn sie auch unsichtbar ist, in leisen und sanften Tönen und Vergleichen erscheint – sollte man nicht vergessen. Die Musik. So erkennt Mesmer das Wohlergehen seiner Patienten an ihrer Stimme, werden Heilmethoden oder auch nur ein Händedruck mit Musik verglichen, ersetzen für einen Blinden meist Geräusche die optischen Reize. Dieser Mangel der Sehkraft und der spätere Gewinn derselben, das Erzählen über jenen Wandel, setzen diesen Roman auch auf eine philosophische Ebene. Mit Mesmer diskutiert Maria Theresia über die Aufgabe der menschlichen Sinne, die Wahrheit und die Frage, inwiefern die Wahrheit nur an sichtbare Dinge geknüpft sein muss. Dass Walser dieser wunderbaren Beziehung ein irgendwie jähes Ende bereitet, lässt den Leser irgendwie enttäuscht zurück. Beide gehen schließlich getrennte Wege, auch wenn sie eines Tages noch einmal in Paris aufeinanderstoßen. Man spürt in dieser Entwicklung - in gewissem Sinne eine rückwärtsgewandte – dass der Geschichte dadurch ihren Reiz genommen wurde. Vielleicht hatte man sich einfach ein romantisches Ende erhofft. Walser lässt die beiden Personen indes auseinanderdriften, in der Zeit der eigenen Wege irgendwie auch gegenseitig verlieren. So hätte auch die poetische Sprache sich in irgendeiner Weise ändern müssen, um diesen Bruch in Sprache zu vergegenwärtigen. Dies geschieht jedoch nicht, so dass man schließlich in den letzten Kapiteln, die im Übrigen als Titel alle eine Zeitangabe des Geschehens tragen – irgendwie diese Poesie nicht mehr folgen kann, die vielleicht auch an einen abgleitet, einen ungerührt lässt, trotz der schicksalsträchtigen Wiederbegegnung.

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  • Rezension zu "Am Anfang war die Nacht Musik" von Alissa Walser

    Am Anfang war die Nacht Musik

    blumuli02

    15. March 2010 um 23:06

    war schön zu lesen, habe mich aber die ganze Zeit gefragt, warum ich es lese, keine Spannung, kein Höhepunkt, plätschert einfach vor sich hin

  • Rezension zu "Am Anfang war die Nacht Musik" von Alissa Walser

    Am Anfang war die Nacht Musik

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    12. December 2009 um 19:26

    Interessante Idee, aber etwas langatmig umgesetzt.

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