Alistair MacLeod As Birds Bring Forth the Sun and Other Stories

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Inhaltsangabe zu „As Birds Bring Forth the Sun and Other Stories“ von Alistair MacLeod

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  • Erzählungen von Cape Breton Island

    As Birds Bring Forth the Sun and Other Stories

    Saralonde

    25. June 2016 um 15:34

    Auf Cape Breton Island in der kanadischen Provinz Novia Scotia leben vorwiegend Nachfahren schottischer Auswanderer, die während der Highland Clearances aus dem schottischen Hochland vertrieben wurden. Dieses Erbe prägte die Kultur der Insel entscheidend, man sprach lange noch Gälisch, was sich heute vor allem noch in der reichen Musiktradition widerspiegelt. Der 2014 leider verstorbene Autor Alistair MacLeod, der auf Cape Breton Island aufwuchs, lässt die Traditionen und die Lebensweise der Insel in seinen Werken aufleben. Es kommt nicht häufig vor, dass ich gleich auf der allerersten Seite eines Buches zum Bleistift greife, um schöne Sätze zu unterstreichen. Dieses Buch ist so eines. Die Naturbeschreibungen von Alistair MacLeod kommen mit einer Wucht, einer unbändigen Kraft, die nahezu atemberaubend ist. Etwa die Beschreibung der Forellen in den fast ausgetrockneten Flüssen im Sommer: „They are very unlike the leaping, spirited trout of spring, battling and alive in the rushing, clear, cold water; so electrically filled with movement that it seems no parasite could ever lodge within their flesh.“ (Seite 7) Die kraftvolle Sprache ist jedoch keinesfalls auf Naturbeobachtungen beschränkt, sie tritt überall in Erscheinung, zieht sich durch das ganze Buch: „The music causes the hair to bristle on the backs of our necks and brings out the wildness of our grief and dredges the depths of our dense dark sorrow.“ (Seite 14) Ich kann mich nicht erinnern, wann ich zuletzt eine so eindrückliche Sprache genießen durfte. Thematisch beschäftigen sich die sieben Kurzgeschichten mit dem einfachen Leben auf der Insel, das durch Naturgewalten und den Kreislauf der Jahreszeiten geprägt ist, sowie den Traditionen, die weit in die Vergangenheit in Schottland zurückreichen. Die Geschichten sind dabei vor allem durch zwei zentrale Aspekte gekennzeichnet: Naturgewalten und Sterblichkeit bzw. Tod, letzterer auch im übertragenen Sinne bezogen auf das Aussterben der Traditionen, begleitet von einer wunderbaren Melancholie, die nie wehleidig wirkt, sondern nur bedauernd zur Kenntnis nimmt, dass die Zeiten sich ändern. In der sprachlich besonders eindrucksvollen ersten Geschichte, „The Closing Down of Summer“, geht es beispielsweise um die Männer, die in der traditionellen Bergbauindustrie der Insel arbeiten und jederzeit mit Tod oder zumindest Verletzungen rechnen müssen, ein Fakt, der die Mentalität der Familien prägt: „Yet we are not surprised or critical of each other, for she too is from a mining family and grew up largely on funds sent home by an absentee father. Perhaps we are but becoming our previous generation.“ (Seite 18) Doch auch diese Tradition stirbt aus, auch weil die Väter nicht anders können, als ihren Söhnen von einer solchen Karriere abzuraten: „And yet because it seems they will follow our advice instead of our lives, we will experience, in any future that is ours, only an increased sense of anguished isolation and an ironic feeling of confused bereavement.“ (Seite 23) Die Kurzgeschichten von Alistair MacLeod sind ein wunderschönes sprachliches Juwel, das ich euch wärmstens ans Herz legen möchte. Noch nie hat ein Werk dieses Genres mich so beeindruckt zurückgelassen.

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