Allard Schröder

 3.9 Sterne bei 20 Bewertungen

Alle Bücher von Allard Schröder

Der Hydrograf

Der Hydrograf

 (20)
Erschienen am 04.10.2016
De dode arm / druk 4

De dode arm / druk 4

 (0)
Erschienen am 14.10.2014

Neue Rezensionen zu Allard Schröder

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Rezension zu "Der Hydrograf" von Allard Schröder

Eine unterhaltsame Geschichte ohne große Emotionen oder packende Story
lesestundenvor 2 Jahren

Insgesamt habe ich die Geschichte als unterhaltsam empfunden, wurde aber vom Buch nicht mitgerissen oder begeistert. Dazu ist Franz ein zu farbloser Mensch und auch die anderen Passagiere sind einem nicht wirklich sympathisch. Nennenswerte Spannung hat die Geschichte ebenfalls nicht. Die Darstellung des Meeres und den Bezug, den Schröder immer wieder zu Franz Innenleben herstellt, ist hingegen sehr gut gelungen. Die Stärke von diesem Roman liegt in der Charakterisierung eines durchschnittlichen Menschen, die sich durchaus echt anfühlt und mit dem geschilderten Lebensweg, Gedanken und Gefühlen sehr gut eine Persönlichkeit portraitiert. Als kurzweilige Zwischenlektüre zur Zerstreuung ist das Buch durchaus empfehlenswert, große Gefühle, Emotionen oder eine packende Liebesgeschichte erwarten hier den Leser allerdings nicht.

Ausführliche Rezension:  http://www.lesestunden.de/2017/02/der-hydrograf-allard-schroeder/

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krimielses avatar

Rezension zu "Der Hydrograf" von Allard Schröder

Langsame Geschichte eines Ziellosen
krimielsevor 2 Jahren

Was bleibt von einem mittelmäßigen Leben? Schönschrift eines unbekannten Beamten im Melderegister, ein paar Geräte, mit denen Nachkommen nichts anfangen können - doch die Geschichte holt den Protagonisten Karsch aus dem Chor heraus und macht ihn zum Solisten. Mit der Langsamkeit, fast Langweiligkeit einer zunächst ereignislosen und ziellosen Reise wird der Leser in einen Lebensabschnitt des pommerschen Adligen Franz Karsch im Vorjahr des Ersten Weltkrieges geführt.

Klappentext:
Hamburg, 1913: Ein junger Hydrograf schifft sich auf der Posen mit Ziel Valparaíso ein, vorgeblich, um das Verhalten der Wellen zu erforschen. Eigentlich jedoch befindet er sich auf der Flucht vor einem geordneten, aber uninspirierten Leben und einer arrangierten Ehe. Als in Lissabon eine schöne und rätselhafte Tänzerin an Bord kommt, rücken die wissenschaftlichen Interessen des Meeresforschers endgültig in den Hintergrund. Wie würde sein Leben aussehen, könnte er es an der Seite einer solchen Frau verbringen? Doch der Hydrograf ist nicht der einzige Passagier, der sich für die Tänzerin interessiert, und sie ist nicht das, was sie auf den ersten Blick zu sein scheint. In seinem preisgekrönten Roman zeichnet Allard Schröder das sensible Bild einer zerrissenen Persönlichkeit, deren Lebensweg vorherbestimmt scheint, bevor sie sich in der abgeschotteten Welt eines Schiffs auf hoher See endlich der Vision eines anderen Daseins hinzugeben wagt.

Die Geschichte ist sehr langsam erzählt, in poetischer, fast altertümlicher Sprache. Das Tempo passt sich an das Meer an, so scheint es - bei ruhiger See verläuft der Fortgang der Ereignisse sehr gemächlich, mit vielen sinnierenden Blicken zurück. Das Leben des Protagonisten Franz Karsch-Kürschwitz, fast ereignislos wie die Reise, auf der er sich befindet, plätschert am Leser vorbei. Franz hat sich ohne Ziel eingeschifft, betreibt anfangs noch Forschungen zu Wellenbewegung und Seegang, doch im Laufe der Reise versinkt er in eine wissenschaftliche Flaute, genau wie das Meer immer mehr Stille, Windstille und der Bewegungslosigkeit transportiert.
Wie durch ein trübes Fenster bekommt man als Leser kurze Rückblenden in das frühere Leben von Franz, ohne dabei wirklich involviert zu werden.

Das Auftauchen der schönen und rätselhaften Asta Maris an Bord stiftet Unruhe unter den gegensätzlichen Passagieren.

Karsch als Symbol für den dünkelhaften Adel Anfang des 20.Jahrhunderts erscheint unfähig, sich seiner Mittelmäßigkeit, die auf mich nicht angenehm melancholisch, sondern eher unangenehm depressiv und selbstzerstörerisch wirkt, entziehen zu können. Er zieht sich gerne auf bekanntes und sicheres Terrain zurück, will zwar flüchten, wird jedoch, je weiter er von Deutschland weg ist, immer deutscher und ist genauso gefangen wie in der Heimat.
Der aufstrebende Industrielle und Bürgerliche Moser verkörpert für mich das Bild des neue Machers, mit allen positiven und negativen Eigenschaften. Mit seiner Rassentheorie, der wohlüberlegten Zuchtauslese für Sippe, Stamm und Rasse nimmt er die schlimme Zukunft vorweg. Durch seinen Tatendrang und dem Ruf nach Entscheidungen durch die Mehrheit hebt er sich deutlich vom Dünkel und Standesdenken Karschs ab.
Todtleben, der Intellektuelle und Zyniker wird ausgebootet.

"Moser hatte eine glühende Zukunftsvision, in der er und seinesgleichen das Sagen haben würden, Todtleben suchte den Tod und dadurch umso mehr das Leben, Karsch suchte gar nichts."
(Seite 144)
Der Autor benutzt seine Figuren als Platzhalter. Moser als der neue Unternehmer, Todtleben als der Intellektuelle, Karsch als Adel. Alle werden ihres Flairs beraubt und zurecht gestutzt. Jede Klasse wird sozusagen degradiert.
Auch das Frauenbild entspricht der damaligen Zeit: Heilige oder Hure.

Ich habe die Lektüre um die aus der Zeit gefallene Figur Franz Karsch sehr genossen, die kunstvolle und althergebrachte Sprache, die Langsamkeit, mit der sich die Geschichte entwickelt hat, und das für mich sehr passende Ende einer tragischen Figur, die unfähig ist, sich gegen ihren Untergang zur Wehr zu setzen oder aus ihrer Rolle auszubrechen.

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Milagros avatar

Rezension zu "Der Hydrograf" von Allard Schröder

Über den Ozean
Milagrovor 2 Jahren

Eine merkwürdige Geschichte, im wahrsten Sinne des Wortes. Merkwürdig, denkwürdig.
Ich habe das Buch schon vor einigen Tagen gelesen und die Geschichte schwirrt immer noch in meinen Gedanken herum. Ich dachte, es wäre beruhigend, eine langsam dahinplätschernde Erzählung zu lesen. Ich irrte mich. Diese Geschichte um den adeligen, reichen Hydrografen, der sich Anfang des 20. Jahrhunderts auf ein Schiff in Richtung Südamerika absetzt, auf der Flucht vor Verantwortung, Langeweile und möglicherweise auch seiner Angst vor den gesellschaftlichen Ansprüchen, beruhigt nicht, sie beunruhigt den Geist vielmehr.  Ein kleines Kammerspiel bietet sich dem Leser, der sich selbst zunächst ein wenig in der ruhigen, entspannten Szene an Bord verliert. Drei Männer, die sich beäugen, mit sich selbst beschäftigt und ihrem selbst auferlegten Protokoll folgend, lullen einen fast ein wenig ein, da ist dieses Dahinplätschern. Es gibt einige Gespräche, zwischen dem Adligen, einem Lehrer und einem Geschäftsmann werden dabei aber eher die gesellschaftlichen Unterschiede deutlich.  Sicherlich ergeben sich auch einige Ungereimtheiten, aber doch ist das Leben an Bord ruhig,  alles bleibt unaufgeregt. Das Bild wandelt sich, als eine Frau an Bord kommt. Interessant alleine schon dadurch, dass sie eben eine Frau ist. Interessant aber auch, weil sie geheimnisvoll ist. Eine Tänzerin oder Schauspielerin, das Gepäck voller Aufkleber aus den unterschiedlichsten Ländern. Sie bringt das Gefüge durcheinander, sie führt Gespräche mit den anderen Personen, steht vielleicht nur dort , neben einem der Mitreisenden. Es brechen plötzlich Eifersucht und Misstrauen auf. Die Männer beäugen sich, versuchen dabei, der Frau ihr Geheimnis zu entreißen. 
Die Geschichte verlangt nach einem Leser, der sich einlassen will auf eine Vergangenheit, die mit wundervollen Bildern beschrieben wird, mit dem Geschmack des Ozeans und den Abenteuern Südamerikas. Dann vergisst man das Erzählte auch bestimmt nicht mehr.

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Gespräche aus der Community

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Mare_Verlags avatar
Liebe Lovelybooks-Leserinnen und Leser,

die Niederlande und Flandern sind Ehrengäste der diesjährigen Frankfurter Buchmesse und auch wir bei mare haben im Herbst einen wunderbaren niederländischen Roman im Programm: Allard Schröders "Der Hydrograf" erscheint am 4. Oktober. Wir verlosen hier exklusiv 15 Vorab-Leseexemplare.

Zum Buch: 
Hamburg, 1913: Ein junger Hydrograf schifft sich auf der Posen mit Ziel Valparaíso ein, vorgeblich, um das Verhalten der Wellen zu erforschen. Eigentlich jedoch befindet er sich auf der Flucht vor einem geordneten, aber uninspirierten Leben und einer arrangierten Ehe. Als in Lissabon eine rätselhafte Schönheit an Bord kommt, rücken die wissenschaftlichen Interessen des Meeresforschers endgültig in den Hintergrund. Wie würde sein Leben aussehen, könnte er es an der Seite einer solchen Frau verbringen? Doch der Hydrograf ist nicht der einzige Passagier, der sich für sie interessiert, und sie ist nicht das, was sie auf den ersten Blick zu sein scheint. In seinem preisgekrönten Roman zeichnet Allard Schröder das sensible Bild einer zerrissenen Persönlichkeit, deren Lebensweg vorherbestimmt scheint, bevor sie sich der abgeschotteten Welt eines Schiffs auf hoher See endlich der Vision eines anderen Daseins hinzugeben wagt.

Hier geht's zur Leseprobe.

Möchtest Du zu den 15 Vorlesern gehören?* Dann bewirb Dich und beantworte bis zum 25. September 2016 die folgende Frage:
Die Reise des jungen Hydrografen Franz von Karsch-Kurwitz gleicht einer Flucht vor einer arrangierten Ehe und vorgezeichneten Zukunft, die ihm Zuhause bevorsteht. Unter welchen Umständen könntet Ihr Euch ein Ausbrechen aus eurem Alltag vorstellen?

Wir warten gespannt auf Eure Antworten und freuen uns auf zahlreiche Bewerbungen!

Euer mareverlag

* Bedingung ist, dass Ihr euch zeitnah am Austausch in allen Leseabschnitten beteiligt und abschließend eine Rezension zum Buch schreibt.
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