Allen Ginsberg

 4,3 Sterne bei 61 Bewertungen
Autor*in von Howl, and Other Poems, Gedichte und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Allen Ginsberg (1926-1997) war Dichter und Schriftsteller. Er war eine der zentralen Figuren der Beat Generation. Ginsberg hat das »Geheul« zunächst mündlich im Oktober 1955 in der Six Gallery in San Francisco vorgetragen, die Drucklegung erfolgte im Jahr darauf. Veröffentlichungen u. a.: »Kaddisch«, »Indisches Tagebuch«, »Der Untergang Amerikas«, »Jukebox Elegien«.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Allen Ginsberg

Cover des Buches Gedichte (ISBN: 9783499236754)

Gedichte

(9)
Erschienen am 01.07.2004
Cover des Buches Prosa (ISBN: 9783351050542)

Prosa

(2)
Erschienen am 14.02.2022
Cover des Buches Herzgesänge (ISBN: 9783927623774)

Herzgesänge

(1)
Erschienen am 01.01.1981
Cover des Buches Das Geheul (ISBN: 9783835338265)

Das Geheul

(0)
Erschienen am 14.09.2020
Cover des Buches Prosa und Lyrik / Poetry (ISBN: 9783351050993)

Prosa und Lyrik / Poetry

(0)
Erschienen am 14.02.2022
Cover des Buches Howl, and Other Poems (ISBN: 9781614275633)

Howl, and Other Poems

(30)
Erschienen am 05.02.2014
Cover des Buches Howl, Kaddish and Other Poems (ISBN: 9780141190167)

Howl, Kaddish and Other Poems

(5)
Erschienen am 31.03.2009

Neue Rezensionen zu Allen Ginsberg

Cover des Buches Gedichte (ISBN: 9783499236754)
Trishen77s avatar

Rezension zu "Gedichte" von Allen Ginsberg

Trishen77
Vielschichtiger als gedacht

"Denn wir können zusammen
die Schönheit der Seelen sehen
verborgen wie Diamanten
in dem Uhrwerk der Welt"

Allen Ginsberg, Poet und zerfleischender Hymniker, beteiligt an den Proklamationen von freier Liebe, von Drogenkonsum und Anarchie und in seinem Leben dem jüdischen, buddhistischen und atheistischen Glauben abwechselnd zugetan – sein Name dürfte selbst unbelesenen Leuten ein Begriff sein. Seine Haupt- und Blütezeit waren die 50er und 60er Jahre, die Zeit der aufkommenden Beat-Generation, an deren Konzeption und Entstehung er selbst, zusammen mit Jack Kerouac und William S. Burroughs, großen Anteil hatte (auch wenn Ginsbergs literarische Vorbilder nicht in irgendeinem ästhetischen Programmheft standen. Sie waren klassischer und hießen Whitman, Rimbaud, Dante und William Blake); jedoch: er war ein sehr viel versierterer und vielfältigerer Dichter.

"Hipster mit Engelsköpfen, süchtig nach dem alten himmlischen Kon-
takt zum Sterndynamo in der Maschinerie der Nacht"

"und die einäugige Vettel,
die bloß auf ihrem Arsch sitzt und am Webstuhl des
Schöpfers die geistigen Goldfäden durchschnipst"

Die zwei gewaltigen, bekannten Gedichte führt man fast schon mit ihm Mund, wenn man auf Ginsberg zu sprechen kommt: zunächst Howl (dt. Das Geheul), ein Abgesang und doch gleichzeitig auch eine Beschwörung, Anrufung; darin die Abgründe in der amerikanischen „fast and easy“ Nachkriegsgesellschaft, die zerschmetterte Traumrealität, das Zerfasern, abgehend, die verlorenen Geister und Genies im Schritt, im Blick; das in die Drogen flüchten, die Haltlosigkeit des Stadt- und Überschusslebens, mit großflächig-lyrischem Vollzug und kochender Phantasie beschrieben, nah an den Menschen, irgendwo zwischen Scheiterhaufen und Wehmutszonen. Ein Gedicht, das so viel Appell hat und so wenig einer ist, das von Generationsrandflächen spricht, die zerbrachen

"oder
von den besoffenen Taxis der Absoluten Realität überfahren
wurden",

Und dann das zweite, formal noch radikalere, im Inhalt aber eher sehr berührend-zerrissene Gedicht "Kaddish", in dem Ginsberg die Krankheit seiner Mutter, ihre Neurosen, Ängste und Schizophrenien aufarbeitet und beschreibt und den Versuch ihr immer wieder zu helfen. Diese Werke gehören, zusammen mit The Waste Land, Garcia Lorcas Dichter in New York, Walt Whitmans „Song of myself“, zu den eindrucksvollsten und dichtesten Lang-Gedichten des vergangenen Jahrhunderts.

"und das absolute Herz des Lebensgedichts, das sie sich aus dem Leib
rissen, bietet Nahrung für tausend Jahre"

Dieser Band ist jedoch auch eine Chance den anderen Ginsberg zu entdecken. Den Ginsberg der schrieb:

"Was als Begierde
begann

wird weiser
enden."

Ein Ginsberg, der über die Liebe, die nächtliche Verlorenheit schreibt, über das Altern und den Tod, über den Ruhm und die Fragen, die bleiben. Der reimt und Sätze von seltsam klarer Verrücktheit und Wahrheit schreibt, die nichts zu entstellen braucht.

"Sei freundlich zu den Helden,
die ihre Namen
in der Zeitung verloren haben."

Sehr bewegend seine einfachen Liebesgedichte, die in der einsprachigen Rowohlt-Auswahl ebenfalls zu finden sind; die hautnahe Schilderung eines Straßenraubs, bei dem Ginsbergs Gedanken sich urplötzlich auf sein Leben erstrecken und doch nur in dem kleinen Gegenstand pochen, der sein Verstand ist – in der Bedrohung wiegt er fast ein Nichts, wiegt nichts mehr auf, was Ginsberg eindrucksvoll beschreibt. Oder auch sein Gedicht “Der richtige Löwe”, eine wunderbar surreale metamorphe Lebensdröhnung.

"Ich kam nach Hause und fand einen Löwen in meinem Wohnzimmer
stürzte raus auf die Feuertreppe, schrie Löwe! Löwe!
Zwei Stenotypistinnen rauften sich die Haare und knallten das Fenster zu
Ich eilte heim nach Paterson und blieb dort zwei Tage.
[…]
"Ich ging zu meinem alten Liebhaber wir betranken uns mit seiner Freundin
Ich küsste ihn und verkündete ich hätte einen Löwen, meine Augen funkelten gefährlich,
Wir landeten kämpfend auf dem Boden ich biss in seine Braue & er warf mich raus
Zum Schluss saß ich wxend in seinem Jeep auf der Straße und stöhnte „Löwe“. "

Vor dem “Geheul” von Ginsberg ist man fast stumm und taub, “Kaddisch” gräbt sich tief und tiefer; vieles andere in Ginsbergs Werk lässt einen etwas hören, was vielfach nach Songs, Geschichten und einfachen Stimmen, die das Leben intensivieren und doch einfach nur spüren wollen, klingt. Zu viel könnte man hier noch sagen, was zögernd, unbestimmt, überbegeistert oder verloren wirken könnte. Viel könnte man ausschweifend zitieren, aber ich hoffe, dass es die paar kleineren Beispiele auch tun.

Es sei gesagt: Ginsberg, das ist nicht nur "Howl" und "Kaddish", das ist nicht nur Exzess und brodelnde Phantasie - auch, aber nicht nur. Es sind Ginsbergs Kathedralen, aber er hat auch einige schöne Kirchen gebaut, manchmal ebenso abspenstig, manchmal zärtlich verständig.

"Währenddessen ging ich auf Broadway stellte mir Endlosigkeit vor als Gummiball ohne Raum dahinter"

Cover des Buches Howl, and Other Poems (ISBN: 9781614275633)
A

Rezension zu "Howl, and Other Poems" von Allen Ginsberg

AnAnArtist
Genial

Einfach genial! Die Sprache, der Rhythmus, der Mut zum Ausdruck … Und das zu seiner Zeit: in den spießigen USA. Es ist nicht aus meiner Generation, so habe ich es erst spät entdeckt, aber es ist auch heute noch modern und aktuell. Am besten LAUT auf Englisch lesen, das ist wie Musik! Ginsbergs anderen Gesichte sind zum Teil auch super, seine Prosa ist nicht so mein Ding, aber die bewerte ich hier ja auch nicht ;)

Cover des Buches Howl (ISBN: 0872860175)
JenniferHilgerts avatar

Rezension zu "Howl" von Allen Ginsberg

JenniferHilgert
Ein Stück Geschichte

Wenn man sich als Dichterin in die Wellen einer fremden Sprache legt, sich ihren Formen und Farben anzupassen sucht, mal stürmisch und mal seicht zu sein, ohne sich in eigenen Welten zu ertränken, nicht im Alten untergehen, so singt man mit Sirenen, das altbewährte Lied, das mit dem rauen Liedtext gleich, der plötzlich in Vergessenheit gerät, bevor er neu geboren wird.

EinBuchSatz: http://schriftverkehr.net/2015/11/22/einbucheinsatz-ein-englisches-buch/

Gespräche aus der Community

Bisher gibt es noch keine Gespräche aus der Community zum Buch. Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Welche Genres erwarten dich?

Community-Statistik

73 Bibliotheken

13 Merkzettel

1 Leser*innen

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freund*innen und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber*innen und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks