Allie Larkin Sortieren nach: Sitz! Platz! Liebe

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Inhaltsangabe zu „Sitz! Platz! Liebe“ von Allie Larkin Sortieren nach:

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    Sitz! Platz! Liebe

    Bissfan

    16. December 2011 um 20:40

    (Rezension von Feder) Savannah ist verzweifelt. Seit dem Moment, in dem sie ihrer großen Liebe Peter zum ersten Mal über den Weg gelaufen ist, hatte sie sich diesen Tag ausgemalt – den Tag, an dem die perfekteste aller Hochzeiten steigen würde. Und perfekt war sie auch, wenn man von dem winzigen kleinen Makel einmal absah, dass ihre beste Freundin Janie und nicht sie die Frau war, die im weißen Kleid an der Seite ihres Peters auf den Altar zuschritt und damit Vans noch verbliebene Hoffnungen, Peter für sich zu erwärmen, endgültig zunichtemachte. Und als wäre das noch nicht genug, musste sie auch tapfer die erste Brautjungfer mimen und sich für das Glück ihrer beiden besten Freunde freuen. Doch sie kann Peter einfach nicht vergessen. Und so scheint ihr zu Hause in ihrer Wohnung der einzige Ausweg zu sein, sich gnadenlos mit Wodka volllaufen zu lassen, um ihren Kummer und ihre Einsamkeit wenigsten für ein paar Stunden zu vergessen – ein fataler Fehler. Denn als sie nach ihrer durchzechten Nacht vollkommen verkatert am Boden ihres müffelnden Bades wieder zu sich kommt, weiß sie nicht mehr so genau, was sie eigentlich getan hat. Hat sie womöglich Peter angerufen, um ihm in einem verzweifelten, vom fadenscheinigen Mut des Alkohols getriebenen letzten Aufbegehren ihre Liebe zu gestehen? Oder hat sie – was noch schlimmer wäre – etwa ihre Freundin Janie erreicht und dieser offenbart, dass es ihr ganz und gar nicht in den Kram passte, dass diese sich Vans Traummann geangelt hat? Doch ihre diesbezüglichen Befürchtungen scheinen unbegründet und sie beginnt, sich der Hoffnung hinzugeben, in der Nacht keine kopflosen Aktionen unternommen zu haben – bis sie ihren Laptop aufmacht und von einer neuen Nachricht in fremder Sprache in Empfang genommen wird: „Pres Potvridt – Hund bestätigt“ verkündet ihr die Betreffzeile und vage prasseln die Erinnerungen auf sie ein. Alte Rin-Tin-Tin-Filme und ihre vom Alkohol noch verstärkte Einsamkeit hatten sie dazu bewogen, nachts auf einer slowakischen Seite einen süßen kleinen Schäferhund-Welpen zu kaufen, der sie auch noch ein kleines Vermögen gekostet hat. Ihr anfänglicher Schock ob dieser Erkenntnis verwandelt sich bald in euphorische Freude. Endlich ist sie nicht mehr allein! Sie würde einen süßen, kleinen Gefährten haben, der ihr fortan nicht mehr von der Seite weichen würde. Aber weit gefehlt: Als sie den Hund schließlich am Flughafen in Empfang nehmen will, erwartet sie kein flauschiges Fellknäul mit tapsigen Pfoten, sondern ein zwanzig Kilo schweres, schwarzes Ungetüm, das ihr Leben fortan vollkommen auf den Kopf stellen soll. Stress mit Nachbarn und zernagte Gegenstände sind dabei nur ein Gesichtspunkt, mit dem sie sich auseinandersetzen muss. Denn kaum ist Joe in ihr Leben getreten, da klopft auch die Liebe gleich zweier Männer an ihre Haustüre. Wird es ihr gelingen, den erdrückenden Ballast ihrer Vergangenheit endgültig los zu werden, oder wird sie für immer davon beherrscht werden? „Sitz! Platz! Liebe!“ von Allie Larkin erzählt auf herzerwärmende, abwechslungsreiche Art die Geschichte einer Frau, die viel zu lange einer fadenscheinigen Illusion von Liebe hinterher gelaufen ist und dabei beinahe vergessen hat, selbst zu leben. Und genau in dieses kleine Dilemma wird man schon auf den ersten Seiten hineingeworfen, ohne das lang um den heißen Brei herum geredet wird. Zugegeben, der sprachliche Stil lässt an der einen oder anderen Stelle ein paar kleine Makel erkennen, was ich äußerst schade finde. Auch haben sich in die Übersetzung hier und da ein paar grammatikalische Fehlerchen eingeschlichen, was mir den Einstieg in die Lektüre etwas erschwert hat. Doch spätestens als Joe auf den Plan tritt und mit Witz und Charme jedes Wort zu einem wahren Lesegenuss macht, sind diese kleinen Unzulänglichkeiten wieder vergessen. Die Idee hinter der Geschichte ist auch nicht wirklich innovativ und bedient einige Klischees, die dieses Genre nur zu gerne aufzuweisen hat. So spannt die elfengleiche, immer wunderschön aussehende Janie unabsichtlich ihrer nicht ganz so perfekten Freundin Van die vermeintliche Liebe ihres Lebens aus. Van ist im Gegensatz zu ihrer Freundin zwar nicht elfengleich, hat die Kurven dafür aber an den richtigen Stellen. Die davon tief getroffene Van legt sich als „Freundersatz“ einen Hund zu und verliebt sich bis über beide Ohren in den sexy rustikalen Tierarzt – der ganz zufällig auch noch das komplette Gegenteil ihrer ehemaligen Flamme Peter ist. Dass Van aus eher bescheidenen Verhältnissen kommt, ihre Freundin und auch Peter dafür zur gehobenen Schicht gehören und so in einer ganz anderen Liga als Van spielen, gibt dem Ganzen noch einen aschenputtelmäßigen Touch. Meiner Meinung nach eine nicht wirklich gute Kombination für einen mitreißenden Roman, was einfach daran liegt, dass dieses „armes Mädchen wird von den Widrigkeiten ihres Daseins beinahe in die Knie gezwungen, kriegt am Ende aber doch noch ihr Happy End“-Thema einfach schon zu abgenutzt ist. Aber ich wurde beim Lesen schnell eines Besseren belehrt. Denn die liebenswerte, teils gefühlvolle, teils erheiternde Art, in der der ganze Roman aufgezogen ist, lässt die Klischees weniger plump und aufgesetzt wirken, als es normalerweise der Fall ist. Natürlich ist es bisweilen etwas nervenaufreibend, die Protagonistin mal wieder über ihre ach so perfekte Freundin jammern zu hören. Diese sieht nämlich auch nach einer durchzechten Nacht noch umwerfend aus, während Van selbst erst umfassende Restaurationsarbeiten vornehmen muss, um wieder vorzeigbar zu sein. Aber als wirklicher Störfaktor kann es doch nicht bezeichnet werden, da die Protagonistin dafür einfach viel zu liebenswert ist und das Buch durch seinen Witz besticht. Insgesamt sind es vor allem die Charaktere – allen voran der Schäferhund Joe –, die das Geschehen so fesselnd gestalten. Da wäre zunächst einmal Van. Die „tragische“ Protagonistin, die ihre Mutter vor einigen Jahren verloren hat und tapfer auf der Hochzeit ihrer beiden besten Freunde gute Laune mimen muss, obwohl sie am liebsten heulen würde. Es ist mir nicht schwer gefallen, mich in ihre Gefühlswelt zu versetzen und ihre Handlungsweisen nachzuvollziehen. Sie steht am sprichwörtlichen Scheideweg ihres Lebens und muss sich entscheiden, ob sie weiter einer verlorenen Illusion ihrer Vergangenheit nachjagt, oder sich auf einen unbekannten Weg in Richtung Zukunft begibt. Den Stoß in die richtige Richtung gibt ihr ausgerechnet ein von ihr im Alkoholrausch übers Internet bestellter, slowakischer Schäferhund, der ihr Leben ganz schön auf den Kopf stellt. Besagter Hund reißt sie aus ihrer Einsamkeit und gibt ihr den Antrieb, etwas in ihrem Leben zu verändern. Auf seine stürmische, liebenswerte Art bringt er frischen Wind in ihren Alltag und lässt sie alles mit etwas anderen Augen sehen. Es ist der Autorin hier wirklich wunderbar gelungen, die Veränderung aufzuzeigen, die ein Hund in ein stagnierendes Menschenleben bringen kann, ohne dabei die Sorgen, Probleme und Ärgernisse auszusparen, die man mit seinem neuen Gefährten auf vier Pfoten haben kann. Auch die übrigen Charaktere sind abwechslungsreich und lebhaft gestaltet und geben der ganzen Geschichte eine gewisse Tiefe und Wärme, die über das ein oder andere Klischee geschickt hinwegzutäuschen vermag. „Sitz! Platz! Liebe!“ ist sicherlich kein Buch, das als besonders gehobene Lektüre einzustufen ist, dazu fehlt es der Geschichte einfach etwas an Originalität. Aber mit dem bevorstehenden Frühling ist es dank seiner leichten, mitreißenden Art bestens als entspannende Nachtlektüre, oder für einen genüsslichen Lesenachmittag an der frischen Luft geeignet.

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