Allison Hoover Bartlett The Man Who Loved Books Too Much: The True Story of a Thief, a Detective, and a World of Literary Obsession

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Inhaltsangabe zu „The Man Who Loved Books Too Much: The True Story of a Thief, a Detective, and a World of Literary Obsession“ von Allison Hoover Bartlett

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    The Man Who Loved Books Too Much: The True Story of a Thief, a Detective, and a World of Literary Obsession
    TheRavenking

    TheRavenking

    08. February 2013 um 22:08

    Letztes Jahr wurde auch in Deutschland jemand verhaftet, der hunderte wertvoller Bücher aus Bibliotheken gestohlen hatte. Beileibe kein Einzelfall, wie die Geschichte von John Gilkey aus den USA zeigt, der jahrelang dem selben Hobby nachging. Mittels gestohlener Kreditkartendaten ergaunerte er sich eine Sammlung von wertvollen Erstausgaben und exklusiver Bücherschätze aus Antiquariaten. Zunächst war Gilkey bemerkenswert erfolgreich, doch dann wurde ein sog. Bücherdetektiv auf ihn Aufmerksam und stellte ihm schließlich eine Falle. Cop gegen Kriminellen, auf den ersten Blick klingt diese Geschichte, als wäre sie die in der literarischen Welt angesiedelte Version von Michael Manns Erfolgsthriller Heat. Zwei Männer, auf gegensätzlichen Seiten des Gesetzes, die sich ein spannendes Katz- und Maus -Spiel liefern. Ganz so aufregend ist es indes dann doch nicht. John Gilkey war kein intellektueller Vielleser, wenn man der Autorin glauben darf, interessierte ihn der Inhalt der Bücher überhaupt nicht, er wollte sie nur besitzen. Sein Traum war es, sich eine gewaltige Bibliothek aufzubauen, wie er es bei gewissen wohlhabenden, einflussreichen Menschen gesehen hatte. Zeit seines Lebens litt er unter seiner niedrigen White Trash Herkunft, und wollte sie durch sein Interesse für Bücher kompensieren. So las er die Werke, die er entwendete überhaupt nicht, sondern hortete sie zu Hause oder in diversen Verstecken, von denen die Polizei bis heute nicht alle ausfindig machen konnte. Die Objekte seiner Begierde fand Gilkey unter anderem in der Liste der 100 besten Romane des 20. Jahrhunderts vom Time Magazine. Er machte sich also ganz von den Werturteilen anderer abhängig. So ist das Interview, das die Autorin mit dem Dieb führt, dann auch wenig ergiebig. Warum hat er es getan? Einfach, weil es ihn wurmte, dass andere sich so etwas leisten können. Teure Bücher, wunderschöne, exklusive Bibliotheken. Er war ein niemand, der gerne ein jemand geworden wäre. Er stahl keine Autos oder teure Elektronik, es mussten Bücher sein, sie verkörperten seine Sehnsucht nach Distinguiertheit. Übrigens werden laut der Autorin Bücher heute immer öfter Opfer krimineller Machenschaften, es ist wesentlich einfacher sie zu stehlen, als z.B. teure Gemälde oder Schmuck und manch ein Band kann hunderttausende wert sein. Neben der zentralen Geschichte erhält man ein wenig Einblick in die Welt von Sammlern und Antiquaren. Bartlett besucht einen New Yorker Büchermarkt und trifft dort auch auf Prominente wie den Schauspieler Steve Martin. Sie beschreibt mit welch Liebe und Hingabe diese Menschen den Buchhandel betreiben, und gibt einige Anekdoten über berühmte Sammler preis, aber vom Titel habe ich mir doch etwas mehr versprochen. Letztendlich enttäuscht The Man Who Loved Books Too Much, weil es Allison Hoover Bartlett nicht gelingt zu erklären, was genau die Faszination von Büchern ausmacht, und weshalb manche für sie stehlen oder in gewissen Fällen sogar morden würden.

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