Allyson Braithwaite Condie Reached

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Inhaltsangabe zu „Reached“ von Allyson Braithwaite Condie

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  • Rezension zu "Reached" von Allyson Braithwaite Condie

    Reached
    sabisteb

    sabisteb

    06. January 2013 um 18:29

    The Pilot. The Poet. The Physic Nicht ganz ein Jahr ist vergangen, seit Cassia der Rebellion von „The Rising“ beigetreten ist. Während Ky und Indie als Piloten ausgebildet werden, hat man Cassia nach Central geschickt und ihr vorübergehendes Verschwinden vertuscht. Eine Seuche bedroht die Gesellschaft, eine Seuche, die sie ursprünglich selber geschaffen hat, um ihre Feinde zu bekämpfen und die nun auf die eigene Bevölkerung übergreift. Darauf hat die Rebellion jedoch gewartet, sie horten seit geraumer Zeit das Gegenmittel, und wollen so auf gewaltlose Art und Weise, durch Dankbarkeit, das alte System stürzen. Als die Krankheit jedoch mutiert, beginnt sie Situation außer Kontrolle zu geraden, denn das mutierte Virus ist auch für alle, die geimpft wurden gefährlich und tödlich. Wird es Kassia, Ky und Xander gelingen, ein Gegenmittel zu finden? Nachdem ich von Band 2 maßlos enttäuscht war, war ich vom letzten Band eher positiv überrascht. Ja, das Buch ist nicht wirklich komplett überzeugend, aber deutlich besser als ich nach Band 2 befürchtet hatte. Die Geschichte wird aus 3 Ich-Perspektiven erzählt, mal aus Cassias, Kys oder Xanders Sicht, so dass sich langsam ein Gesamtbild der Situation ergibt. Cassias Sichtweise ist jene der unbeteiligten Bevölkerung. Sie sieht, dass es Quarantänezonen gibt, und dass die bisherige Regierung an Kontrolle verloren hat. Mehr Freiheiten für den Einzelnen, bedeuten aber auch Chaos und Desorganisation. Ky fliegt mit Indie Arzneien und Lebensmittel in die betroffenen Städte. Wirklich viel bekommt er nicht mit, auch er durchschaut nicht, was politisch hinter den Türen passiert. Xander ist Arzt, er versorgt die von der Seuchte heimgesuchten und versucht ein Heilmittel zu finden. Obwohl viel passiert, obwohl die Geschichte gut ist, fehlt doch einiges. Zum einen fehlt die emotionale und sinnliche Tiefe. Die Geschichte wirkt fast, wie ein sachlicher Bericht aus drei Perspektiven. Worte die Sinneseindrücke vermitteln würden, Nebensätze, visuelle Eindrücke sind sehr spärlich. Das soll möglicherweise wiederspiegeln, wie die Menschen dieser Welt denken und schreiben, ihnen fehlen diese Ideen und Konzepte, für den Leser hingegen hinterlässt es ein Gefühl der Ferne und der Fremde. Die Autorin hat sich vielleicht einfach zu viel vorgenommen. Sie wollte die Geschichte nach einem im Buch erwähnten Gedicht ausrichten, dem die Handlung über drei Bände hinweg folg, dies wird immer wieder im Text wie mit dem Holzhammer unterbreitet, funktioniert für ich jedoch nicht. Ich kann den Versuch zur Kenntnis nehmen, mehr aber auch nicht. Überhaupt, die Gedichte, die Besessenheit der Bewohner dieser Welt mit Gedichten kann ich nicht verstehen. Eine Seuche grassiert, sie haben wirklich andere sorgen und handeln mit Gedichten, schreiben Gedichte, die Jagd nach Buchstaben, nach Gedichten wirkt durchweg aufgesetzt, gewollt, gekünstelt, wie für eine bestimmte Leserschaft konzipiert, aber nicht für diese Geschichte. Es ist verständlich, dass die Rebellen sich der Jugend bedienen, aber siebzehnjährige und achtzehnjährige Piloten? In dem Alter sind die Jugendlichen von heute nicht mal in der Lage, vernünftig Auto zu fahren. Immerhin, es ist der Autorin hoch anzurechnen, dass die grundlegende Biologie, die der Seuche zugrunde legt, soweit korrekt dargestellt ist, auch wenn die entsprechenden Passagen für den jugendlichen Leser teilweise ermüdend zu lesen sein dürften und die Vergleiche oft hinken. Als Biologe jedoch fragt man sich, warum nicht einfach monoklonale Antikörper zur Bekämpfung eingesetzt wurde, wo es doch so viele Menschen gab, die immun waren, das ist eine recht einfache und grundlegende Technik. Ich befürchte, dass die Übersetzung ins Deutsche so einiges verhunzen dürfte, schon daher, weil die sego lilly/ mariposa lily / Calochortus nuttallii keinen deutschen Trivialnamen hat. Red letter day / red garden day dürfte im Deutschen auch verloren gehen. Das Dreiecksdilemma wird auch ein wenig feige gelöst, indem die Probleme in gewisser Weise einmal aus dem Weg geräumt und einmal einfach glücklich aufgelöst werden. Immerhin, einige Fragen werden gelöst. Wirkliche Gesellschaftskritik wird jedoch nicht geübt, welche Wahl die Menschen treffen werden, was es außerhalb der Gesellschaft gibt und gab? Hingegen ist ein wenig aktuelle Gesellschaftskritik vorhanden, es ist jedoch fraglich, ob die Autorin das wirklich so meint: „I realize all over again that we don’t need to trade our art—we could give, or share.“

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