Alma M. Karlin

 4,6 Sterne bei 7 Bewertungen
Autor*in von Einsame Weltreise, Ein Mensch wird und weiteren Büchern.

Lebenslauf

1889 kommt Alma Maximiliana Karlin im deutsch-slowenischen Cilli (Celje) im damaligen Österreich-Ungarn zur Welt. 1908 geht sie nach London, wo sie sich dem Sprachenstudium widmet und ihren Lebensunterhalt mit Übersetzungen und Privatstunden verdient. Nebenbei legt sie an der Royal Society of Arts und am Chamber Of Commerce hintereinander Prüfungen in Norwegisch, Schwedisch, Dänisch, Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch und Russisch ab und lernt Sanskrit, Chinesisch und Japanisch. 1914 muss sie London wegen des Ersten Weltkrieges verlassen und lebt daraufhin in Norwegen und Schweden. 1919 bricht sie schließlich zu ihrer Weltreise auf, die sie in den folgenden acht Jahren durch fünf Kontinente führen sollte. Durch ihre Reiseerlebnisbücher "Einsame Weltreise" und "Im Banne der Südsee", die sie nach ihrer Heimkehr nach Cilli verfasst, wird sie zu einer der berühmtesten und meistbewunderten europäischen Reiseschriftstellerinnen. Sie ist im Gegensatz zu den meisten ihrer zur deutschen Minderheit gehörigen Verwandten und Be­kannten eine entschiedene Gegnerin des Na­tio­­nal­­­sozialismus und hilft jüdischen Flüchtlingen. Als Jugoslawien von den Deutschen besetzt wird, wird sie sofort inhaftiert. Nach ihrer Entlassung schließt sie sich dem slowenischen Widerstand an. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs ist sie dennoch als deutschsprachige Schriftstellerin in Jugoslawien verpönt, bekommt auch keinen Reisepass.Sie stirbt 1950 arm und vergessen in der Nähe von Cilli. Erst seit der Unabhängigkeit Sloweniens 1991 wird sie allmählich wiederentdeckt.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Alma M. Karlin

Cover des Buches Einsame Weltreise (ISBN: 9783932338755)

Einsame Weltreise

(3)
Erschienen am 20.04.2022
Cover des Buches Ein Mensch wird (ISBN: 9783932338694)

Ein Mensch wird

(2)
Erschienen am 15.12.2020
Cover des Buches Im Banne der Südsee (ISBN: 9783932338786)

Im Banne der Südsee

(2)
Erschienen am 17.09.2020
Cover des Buches Dann geh ich in den grünen Wald (ISBN: 9783991380542)

Dann geh ich in den grünen Wald

(0)
Erschienen am 21.12.2023
Cover des Buches Dann geh ich in den grünen Wald (ISBN: 9783990296004)

Dann geh ich in den grünen Wald

(0)
Erschienen am 21.12.2023
Cover des Buches Die Wanderbücher (ISBN: 9783991380221)

Die Wanderbücher

(0)
Erschienen am 17.04.2023
Cover des Buches Erlebte Welt (ISBN: 9783949302183)

Erlebte Welt

(0)
Erschienen am 15.05.2023
Cover des Buches Ferne Frau (ISBN: 9783854359579)

Ferne Frau

(0)
Erschienen am 30.03.2021

Neue Rezensionen zu Alma M. Karlin

Cover des Buches Einsame Weltreise (ISBN: 9783932338755)
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Rezension zu "Einsame Weltreise" von Alma M. Karlin

Lottie1
"Wie Alma M. Karlin vor hundert Jahren alleine die Welt umreiste und dabei sich selbst entdeckte"

"Einsame Weltreise" ist der erste Band einer Trilogie von Alma Karlin, einer der bedeutendsten europäischen Reiseschriftstellerinnen. 1919 begibt sich Karlin auf eine achtjährige Weltreise. Von ihrem Heimatort Celje in Slowenien führt ihre Route über Süd- und Mittelamerika, Kalifornien und Hawaii bis nach Japan und China, wo der erste Teil der Trilogie endet. Ihr ehrgeiziges Ziel: "in Wort und Schrift für den Weltfrieden unter den Völkern zu arbeiten."

Das Unterfangen ist äußerst mutig, da Karlin völlig allein reist, was für eine Frau zu dieser Zeit kaum vorstellbar war. In ihrem Gepäck befinden sich nur ein wenig Geld, ihre Schreibmaschine "Erika" und ihr handgeschriebenes Wörterbuch in zehn Sprachen. Oftmals muss sie Wochen oder Monate an einem Ort bleiben, um durch Sprachunterricht, Dolmetschen und Kunst genug Geld für die Weiterreise zu verdienen (in Panama wird sie die erste vereidigte Dolmetscherin in der Geschichte der Provinz). Dadurch hat sie engen Kontakt mit Einheimischen und erhält tiefe Einblicke in Kulturen und Traditionen ihrer Reiseziele.

Diese Erfahrungen spiegeln sich in ihrem Buch wider. Karlin erzählt mit viel Liebe zum Detail und schafft es, die verschiedenen Orte und Länder lebhaft zu beschreiben. Ihr Schreibstil ist humorvoll, kreativ, künstlerisch und geprägt von einer guten Portion Selbstironie. Neben den Schilderungen der Länder und Menschen liefert sie auch Einblicke in die politische und wirtschaftliche Situation nach dem Ersten Weltkrieg sowie in ihre höchstpersönlichen alltäglichen Erlebnisse und Gefühle, die nicht immer positiv sind. Ständig kämpft sie mit Geldproblemen und Einsamkeit, zudem wird sie als Frau häufig von Männern erniedrigt und gewalttätig angegriffen. Diese Erlebnisse hinterlassen bleibende Spuren und prägen ihre Sicht auf Männer und romantische Beziehungen im Allgemeinen: "auf den tiefsten Tiefen meines Denkens aber lag der angeschwemmte Unrat, der mir zugeworfen worden war, und die Bitterkeit, dass der Mann im Weibe nur den Gegenstand seiner flüchtigen Lust und nicht ein Wesen sieht, dem er sich mitteilt, mit dem er des Lebens Wechselfälle verständnistief miterlebt [...], diese Bitterkeit ist nie wieder von mir gewichen."

Trotz ihres Wunsches, unterschiedliche Kulturen kennenzulernen, zeigt Karlin oft einen eurozentrischen, imperialistischen Blick. In diesem Aspekt ist sie leider Kind ihrer Zeit. Manche ihrer Kommentare sind schwer zu lesen, da sie Ideen der damaligen Rasseideologien widerspiegeln. Im Verlauf ihrer Reise nehmen diese Kommentare jedoch ab. Später wird sich Karlin im Zuge ihres antifaschistischen Engagements für jüdische Flüchtlinge vor und während des Zweiten Weltkrieges einsetzen.

Alma Karlins "Einsame Weltreise" bietet einen faszinierenden Einblick in die Welt der 1920er Jahre durch die Augen einer außergewöhnlichen Frau. Trotz ihrer problematischen Sichtweisen ist das Buch ein wertvolles Zeitdokument, das sowohl die Schönheit als auch die Herausforderungen einer Weltreise  schildert. 

Cover des Buches Im Banne der Südsee (ISBN: 9783932338786)
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Rezension zu "Im Banne der Südsee" von Alma M. Karlin

11-katatilinia
Im Banne der Südsee - Anna M. Karlin

Diese slowenische Schriftstellerin berichtet voller Humor von ihrer Reise 1919 in die Südsee von ihren Erlebnissen, dem sonderbaren Verhalten der männlichen Bevölkerung auf ihrer einsame, aber sehr selbstbewusste Reise.  Einer will sie auf der Stelle heiraten, ein anderer versucht, ihr Gewalt anzutun, das vereitelt sie, indem sie sich zu einem Paket macht. Dazu die Schwierigkeiten des Dschungels voller Mücken und Gekrabbel

Sie lernt in einer Kanureise das Leben der Ureinwohner, von ihr, wie damals üblich, Menschenfresser genannt wurden.

Ein herrliches Buch, das man in einem Rutsch lesen kann.

Cover des Buches Einsame Weltreise (ISBN: 9783932338755)
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Rezension zu "Einsame Weltreise" von Alma M. Karlin

aus-erlesen
Mehr als "nur" eine Weltreise

Und wieder so ein Jubiläum, das in diesem Jahr garantiert keine einzige Zeile in den Gazetten oder in Funk und Fernsehen (und im Web, muss man ja neuerdings dazusagen) wert sein wird. Am 24. November 1919 begann eine der spannendsten Reisen überhaupt. Eine Reise um die Welt. Zugegeben, das war zu damaliger Zeit schon kaum mehr eine Meldung wert. Aber es war eine Frau! Just in dem Jahr, in das Frauenwahlrecht eingeführt wurde. Alma Karlin war die mutige Frau, die es zuhause nicht mehr aushielt, die Sprachen in sich aufsog (u.a. Schwedisch, Norwegisch, Englisch, Chinesisch, Japanisch) wie kaum eine Andere. Sie studierte in London, arbeitete um sich den Aufenthalt leisten zu können als Sprachlehrerin und Dolmetscherin. Von frühester Kindheit an war sie mit einer Lähmung geschlagen. Doch hielt sie das davon ab ihre Träume umzusetzen? Nein!
Ihr Reisetagebuch, das immerhin einen Zeitraum von acht Jahren umfasst, ist nun endlich wieder erles- und ihre Reise erlebbar. Das geliebte London musste Alma Karlin verlassen, weil sie als Deutschsprachige nicht in Feindesland verweilen durfte. Sie sparte begierig ihr Einkommen und begann im November 1919 ihre Reise. Währungen unterlagen damals noch ungeheuerlichen Schwankungen. Lediglich der Dollar konnte als Konstante angesehen werden. Fahrpläne waren meist das Papier nicht wert, auf dem sie gedruckt waren. Und so kam es, dass sie schon mal eine Nacht auf dem Bahnhof verbrachte, weil der Zug noch meilenweit entfernt war. Cilli, das heutige Celje in Slowenien war ihr Ausgangspunkt. Japan das Ziel. Indien verweigerte ihr das Visum, Ägypten war ein abgeschottetes Land. Nur das Land der aufgehenden Sonne war frei von bürokratischen Übeln. Heute bucht man in Sekundenschnelle im Netz und binnen Tagesfrist schlürft man Cocktails unter Gleichgesinnten, die am anderen Ende der Welt ihr Basislager haben. Wie die Zeiten sich doch ändern.
Auf ihrer Reise ist Alma Karlin ganz auf sich gestellt. Lediglich ihre Erika, ihre Schreibmaschine bietet ihr Halt. Ihr vertraut sie alles an. Mehr Luxus erlaubt sie sich nicht, mehr Luxus wird ihr nicht erlaubt. Die großen Hotels interessieren sie genauso wenig wie die mondänen Clubs. Sie lebt unter den Einheimischen. Air B ’n B in seiner ursprünglichen Form. Wer heutzutage davon spricht Land und Leute kennenlernen zu wollen, endet oft beim vielzitierten Ritt auf einem Esel. Alma Karlin war wirklich mittendrin. Ihre Sprachkenntnisse waren der Schlüssel zu einem (wenn auch zeitlich begrenzt) Erlebnis, das allein schon in Buchform zum Schwelgen einlädt. 

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