Almudena Grandes

 3.7 Sterne bei 87 Bewertungen
Autorin von Lulú, Die wechselnden Winde und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Almudena Grandes

Schon der erste Roman ein Volltreffer: Almudena Grandes Hernández ist 1960 in Madrid geboren. Nach ihrem Schulabschluss studiert sie Geographie und Geschichte in ihrer Heimatstadt und arbeitet anschließend als freie Verlagsmitarbeiterin. Schon früh beginnt sie zu schreiben, veröffentlicht 1989 ihren ersten Roman, „Lulú“. Ein Jahr darauf erscheint das Buch auf Deutsch sowie in über zwanzig weiteren Sprachen. Mit über einer Million verkauften Exemplaren wird das Buch ein weltweiter Erfolg und erobert die internationalen Bestsellerlisten. Eine Verfilmung wird bereits 1991 erstmals in Deutschland ausgestrahlt. Dass „Lulú“ kein einmaliger Erfolg war, beweist Grandes mit weiteren ausgezeichneten Romanen: Titel wie „Malena“ und „Das gefrorene Herz“ bestätigen ihren Status als internationale Top-Autorin. Ihre Bücher werden mehrmals ausgezeichnet, beispielsweise mit dem spanischen Literaturpreis La Sonrisa Vertical 1989. Im Jahr 1996 findet Grandes auch ihr privates Glück und heiratet den spanischen Dichter Luis Carcía Montero.

Alle Bücher von Almudena Grandes

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Cover des Buches Lulú (ISBN:9783499239687)

Lulú

 (25)
Erschienen am 02.05.2005
Cover des Buches Luftschlösser (ISBN:9783499238239)

Luftschlösser

 (11)
Erschienen am 01.02.2007
Cover des Buches Die wechselnden Winde (ISBN:9783499234200)

Die wechselnden Winde

 (13)
Erschienen am 03.05.2004
Cover des Buches Das gefrorene Herz (ISBN:9783499247675)

Das gefrorene Herz

 (8)
Erschienen am 01.12.2010
Cover des Buches Der Feind meines Vaters (ISBN:9783423143677)

Der Feind meines Vaters

 (5)
Erschienen am 01.12.2014
Cover des Buches Kleine Helden (ISBN:9783446260122)

Kleine Helden

 (4)
Erschienen am 23.07.2018
Cover des Buches Malena (ISBN:9783502102816)

Malena

 (3)

Neue Rezensionen zu Almudena Grandes

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Rezension zu "Kleine Helden" von Almudena Grandes

‚Wir sehen zu, wie einer nach dem anderen ins Unglück stürzt'
sabatayn76vor einem Jahr

‚Wir sehen zu, wie einer nach dem anderen ins Unglück stürzt, und denken, na ja, solange es mich nicht trifft ... Und jetzt hat es auch uns erwischt, klar, es musste ja so kommen. Wie hätten wir davonkommen sollen, wenn alle anderen um uns herum ihre Arbeit verlieren?‘ (Seite 37)

Almudena Grandes nimmt den Leser in ihrem Roman ‚Kleine Helden‘ mit in ein Viertel im Zentrum Madrids. Der Name des Viertels wird nicht verraten, und das spielt auch keine Rolle, denn im Vordergrund stehen die Bewohner, die sich durchs Leben kämpfen.

Sie alle haben Sorgen, denn die Zeiten haben sich geändert, überall hört man von Arbeitslosigkeit, Armut, Konkurrenz, Sparmaßnahmen, Verzweiflung, Zwangsräumung und Zukunftsangst.

Grandes stellt in ihrem Roman unzählige Protagonisten vor und gibt dem Viertel so ein Gesicht und viele individuelle Geschichten, die alle auf ihre eigene Weise vom Scheitern und Hoffen handeln. ‚Kleine Helden‘ vereint einen Mikrokosmos des Lebens in Spanien in sich, und man sieht die Straßen, Gassen, Kneipen und Plätze des Viertels vor sich, spürt das Flair der Stadt. Das hat mir vor allem deshalb so gut gefallen, weil ich Madrid bereits selbst bereist habe und weil ich Madrid für eine der schönsten Städte überhaupt halte.

Die schiere Vielfalt an Figuren macht das Buch lebendig, aber auch schwierig zu lesen, wenn man - wie ich - Probleme damit hat, sich Namen zu merken. Zwar habe ich mir beim Lesen Notizen gemacht, aber ich habe trotzdem bisweilen den Überblick verloren, was meine Lesebegeisterung etwas getrübt hat.

Grandes‘ Sprache ist anspruchsvoll, aber eingängig, ihre Schilderungen sind lebendig, und die Protagonisten wurden überzeugend charakterisiert, so dass mich ihr Schicksal sehr bewegen und mitreißen konnte. Im Verlauf empfand ich die Namensflut jedoch als mehr und mehr verwirrend, so dass mich der Roman in der zweiten Hälfte weniger fesseln konnte als zu Beginn.

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Rezension zu "Kleine Helden" von Almudena Grandes

Stimmiges Gesellschaftsbild, aber Handlung wie Puzzle zusammengesetzt
Sigismundvor einem Jahr

Mitten hinein ins Alltagsgeschehen eines Madrider Altstadtviertels vor Beginn der spanischen Wirtschaftskrise führt uns der vor drei Jahren im Original, erst im Juli 2018 auf Deutsch beim Hanser-Verlag erschienene Roman „Kleine Helden“ der Autorin Almudena Grandes (58), die als eine der erfolgreichsten Schriftstellerinnen ihres Landes schon mehrfach preisgekrönt wurde. Es sind die „Otto Normalverbraucher“ dieses quirligen Viertels, die, egal ob als Ureinwohner oder Einwanderer, seit Jahren wie in einem Dorf mitten in der Großstadt leben, sich kennen, sich lieben, sich zanken, sich sorgen.
Wir treffen im Roman auf Junge und Alte, Singles und Familien. Alle haben auf verschiedene Art mit persönlichen, familiären oder beruflichen Alltagsproblemen zu kämpfen. Da ist Bauingenieur Sebastián, der nach dem Zusammenbruch der spanischen Immobilienbranche seinen Arbeitsplatz verliert und nun als Pförtner arbeiten muss. Oder Marita, die Redakteurin beim nationalen Fernsehsender, die schließlich doch entlassen wird. Ihrem Ehemann hatte sein Arbeitgeber schon vorher das Gehalt gekürzt. Oder Amalia, Inhaberin eines etablierten Friseurgeschäfts, die durch die Wirtschaftskrise, da alle plötzlich sparen müssen, nicht nur ihre Stammkunden verliert, sondern sich zu allem Überfluss auch noch gegen die Konkurrenz eines chinesischen Fingernägel-Studios behaupten, das mit geschäftsschädigenden Dumping-Preisen arbeitet.
Als letztendlich noch das Gesundheitszentrums geschlossen werden soll, erwacht in diesen „kleinen Helden“ des Madrider Altstadtviertels die Macht und Kraft der Solidarität. Almudena Grandes will ihren Roman als Mutmacher verstanden wissen. In Zeiten von Globalisierung und Wirtschaftskrise gilt es, sich gemeinsam zu erheben, um gegen die schädigenden Folgen der Finanzkrise, gegen Armut und soziale Ungerechtigkeit zu kämpfen. Denn am Ende sind es doch immer die kleinen Leute, die unter der durch Fehlverhalten von Börse und Politik verursachten Rezession zu leiden haben.
Das von der Autorin behandelte Thema ist nicht nur für Spanier wichtig und wert, den Finger in die Wunde zu legen. Allerdings konnte mich Grandes' Roman nicht ausreichend fesseln, weshalb ich dann doch das 320 Seiten starke Buches nach mehrmaligem Zögern dann doch in dessen zweiter Hälfte enttäuscht abgebrochen habe. Enttäuscht deshalb, da der Roman recht unterhaltsam begonnen hatte und locker geschrieben ist. Doch entwickelt sich das Schicksal der „kleinen Helden“ nicht in einer sich chronologisch aufbauenden Handlung, sondern setzt sich wie ein buntes Puzzle aus einzelnen Geschichten und Situationsschilderungen zusammen, deren Protagonisten mal hier und mal da auftauchen. Wir lernen Marisa und Marita, Pilar und Amalia, Diana und Maria, Aurora und Adela mit ihren Ehemännern und Freunden kennen, ihre Kinder und Enkel, Väter und Großeltern. Kaum hat man beim Lesen die eine Familie in allen drei Generationen mit ihren vielen Namen im Kopf abgespeichert, beginnt schon eine neue Episode mit anderen Bewohnern des Viertels. Hat man sich deren Namen endlich eingeprägt, folgt schon die nächste kleine Geschichte, bis endlich irgendwann in einer anderen Situation die erste Familie wieder erscheint. Doch deren Namen hat man inzwischen längst schon vergessen, weshalb man sie sich wieder neu erarbeiten muss. Als „literarisches Wimmelbild“ wurde dieser Roman mal treffend kritisiert. Durch die Brüche zwischen den einzelnen Episoden kommt keine „Spannung“ auf, überhaupt kein Anreiz, schnell noch die nächste Seite lesen zu wollen. Schlimmer: Unterbricht man das Lesen nur für einen Tag, findet man sich unter den vielen Personen gar nicht mehr zurecht und hat längst vergessen, wer mit wem verheiratet ist und über wessen Kinder gerade gesprochen wird. Eigentlich schade. Denn die einzelnen Geschichtchen sind – jede für sich allein gelesen – humorvoll und flott geschrieben und bei allem Ernst des Themas trotzdem sehr unterhaltsam.

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Rezension zu "Kleine Helden" von Almudena Grandes

Solidarität
Buecherschmausvor einem Jahr

Es sind die kleinen Helden, oder oft auch die kleinen Heldinnen, von denen die spanische Autorin Almudena Grandes erzählt. Diejenigen, die ihr Leben trotz aller Widrigkeiten jeden Tag von Neuem stemmen, manchmal maulend, manchmal laut zeternd, aber immer wieder dafür sorgen, dass es irgendwie weiter geht, die Kinder in die Schule, das Essen auf den Tisch kommen und darüber hinaus aber auch nicht die Gemeinschaft vergessen wird. Denn darum geht es Almudena Grandes in ihrem unterhaltsamen, leichten, bunten, aber nicht trivialen Roman: um Solidarität.
Solidarität ist nötig, nicht nur, aber auch besonders in Spanien, das die Finanzkrise 2008 ganz besonders hart getroffen hat. Hier platzte infolge der Turbulenzen weltweit und der Lehman-Brothers-Pleite eine besonders große Immobilienblase – wer seit den letzten Jahren in Spanien unterwegs ist, stößt überall auf halb fertiggestellte und dann ihrem Schicksal überlassene Bauruinen –, zahllose Baukredite konnten nicht mehr bedient werden und wurden zwangsvollstreckt und die Arbeitslosigkeit stieg zeitweise auf weit über 20%. Besonders junge Menschen haben bis heute schlechte Chancen auf dem Arbeitsmarkt, Wohnen ist oft unerschwinglich, was viele Familien eng, manchmal zu eng zusammenzurücken zwingt. Viele Spanier suchen mittlerweile ihre Zukunft wieder im Ausland.
Und doch – wenn man die politischen Entwicklungen in Spanien betrachtet, besonders auch im Vergleich mit anderen europäischen Staaten, wenn man sieht, wie relativ gelassen die Spanier mit der großen Zahl von Immigranten aus Afrika umgehen, dann kommt schon ein wenig Bewunderung auf.
Almudena Grandes teilt diese Bewunderung offensichtlich. „Kleine Helden“ ist wie eine Hommage an ihre Landsleute,
Anhand eines nicht näher benannten Viertels im Zentrum Madrids und seiner Bewohner erzählt sie das eigentlich komplexe Thema – die Folgen der Finanzkrise, die Auswirkungen der Globalisierung, der soziale Kahlschlag, die zunehmende Armut weiter Teile der Bevölkerung – in einem bunten Reigen von Episoden. Das Figurenensemble umfasst alle Altersgruppen und sozialen Schichten und zeigt ein vielstimmiges, oft etwas chaotisches Bild. Manchmal kann man schon durcheinanderkommen bei Marisa, der unlängst entlassenen Radioredakteurin, Maria, der Krankenschwester, die um ihren Job im von Schließung bedrohten kommunalen Gesundheitszentrum bangt, der Großmutter Martina, die noch viel härtere Zeiten gekannt hat und der Anwältin Marita, die sich für die Familien einsetzt, die von Zwangsräumung bedroht sind. Aber irgendwie ist das gar nicht so schlimm, sie alle reihen sich in den großen Reigen ein, zusammen mit der Frisörin Amalia, die die Krise vor allem dadurch bemerkt, dass auch langjährige Stammkundinnen immer seltener kommen und die sich in neuester Zeit durch einen asiatischen Schönheitssalon direkt gegenüber bedroht fühlt, der seine Dienstleistungen zu Dumpingpreisen anbietet. Lehrerin Sofia fällt auf, dass immer mehr Kinder ohne Pausenbrot zur Schule kommen. Aber natürlich sind auch Männer betroffen. So arbeitet beispielsweise der Bauingenieur Sebastian nach seiner Entlassung als Pförtner.
Die Wut und die Verzweiflung der Anwohner bündeln sich in der drohenden Schließung des Gesundheitszentrums, dass nicht nur Arbeitsplätze, sondern vor allem auch ortsnahe Versorgung garantierte. Und hier entwickeln die Menschen plötzlich Kampfgeist, beginnen sich zu wehren. Aber auch in anderen Bereichen entwickeln sie Solidarität. Koordiniert werden diese Aktionen oft in der Bar von Pascual, hier findet schließlich die Schulspeisung statt, hier treffen sich die verschiedenen Aktionsgruppen. Hier schlägt das Herz des Viertels.
Ein Jahr verfolgen wir das Schicksal der Bewohner, dann gestattet sich Grandes eine Art Epilog. Das Leben geht weiter, nicht alles wird wieder gut, manche Entwicklungen sind besorgniserregend. Aber irgendwie wird es weitergehen mit den Kleinen Helden.
Ein Gutteil der Wut, aber auch der Hoffnung der Bewohner des Viertels ist sicher auch die Wut und Hoffnung der Almudena Grandes. Und ihr Lösungsansatz, Solidarität, ist sicher auch die Botschaft, die sie mit ihrem Buch vermitteln will. Da ist natürlich auch ein wenig Schwarz/Weiß, es geht nicht ganz ohne Klischees und sicher wird auch manches ein wenig vereinfacht. Aber durch die genaue, liebevolle Beobachtungsgabe der Autorin, die bunte, unterhaltsame Schilderung und den rundum menschenfreundlichen Ansatz ist „Kleine Helden“ ein durch und durch sympathisches Buch, das die Schattenseiten nicht verschweigt, ihnen aber eine positive Utopie entgegensetzt. Ich habe es sehr gern gelesen.

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Almudena Grandes wurde am 07. Mai 1960 in Madrid (Spanien) geboren.

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