Almudena Grandes Luftschlösser

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Inhaltsangabe zu „Luftschlösser“ von Almudena Grandes

Liebe und Verrat, Kunst und Tod María, Jaime und Marcos verbindet eine verhängnisvolle Ménage à trois. Ihre Liebe überwindet alle gesellschaftlichen Schranken, doch dann drohen Eifersucht und Missgunst die Luftschlösser zum Einsturz zu bringen. Ein großer Roman, der den Versuch eines erotischen Aufbruchs in Zeiten des politischen Wandels beschreibt. „Almudena Grandes ist eine hervorragende Erzählerin.“ (Süddeutsche Zeitung)

Eine aufregende Geschichte über eine Dreiecksbeziehung mit zerschmetternden Folgen.

— enchantingoneiro
enchantingoneiro

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  • Rezension zu "Luftschlösser" von Almudena Grandes

    Luftschlösser
    Beagle

    Beagle

    02. October 2009 um 17:00

    Wohl kein alltägliches Leben, das die drei Kunststudenten Jaime, Markos und José während der 1980er Jahre in Madrid führen. Durch eine heikle Situation - Markos möchte mit José schlafen, es regt sich aber nichts bei ihm - gelangen sie in eine Menage á trois, da Jaime nun für seinen Freund "einspringt". Anfängliche Skepsis verfliegt, denn José, die Ich-Erzählerin, geniest diese individuelle Art, sich selbst frei zu fühlen, ihre beiden Männer werden zu einem wichtigen Baustein in ihrem Leben. Doch dieses kann auch anders - das anfängliche Glück wird bald von Eifersucht und Neid durchkreuzt, es erwachen die dunklen Seiten einer Dreier-Beziehung. Auch wird, ganz nebenbei, das Leben der drei Protagonisten erzählt, von der Studienzeiit über die Malerei bis hin zu Markos´ Tod. Ein Buch, das schön zu lesen ist, aber auch tiefe Traurigkeit auslöst.

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  • Rezension zu "Luftschlösser" von Almudena Grandes

    Luftschlösser
    Kablutrin

    Kablutrin

    09. February 2007 um 17:32

    »Zehn Jahre früher hätte das nicht stattfinden können, und zehn Jahre später auch nicht. Aber wir schrieben das Jahr 1984, wir waren zwanzig, Madrid war zwanzig, Spanien war zwanzig, und alles war an seinem Platz. Es gab eine dunkle Vergangenheit, eine strahlende Gegenwart und für die Zukunft gestellte Weichen.« Es ist das Geheimnis ihres Lebens, an das die Kunstschätzerin María José hier zurück denkt. Eine ganz persönliche Geschichte, die sich vor dem zeitlichen Hintergrund der »Movida« abspielt. In den 1980er Jahren aufgekommen, brach diese Madrider Bewegung die traditionelle, noch vom Franquismus geprägte spanische Kulturszene auf. Grell, Aufsehen erregend und äußerst populär war sie, ein ganz spezifisches Lebensgefühl ging aus von Miquel Barcelós Malerei oder Pedro Almodóvars Filmen. In »Luftschlösser« gibt es die Bars mit den schwarz gestrichenen Wänden im Malasan-Viertel, wo man laute Musik hört mit hymnischen Texten, tanzt und sich dem Rausch der neuen Freiheit hingibt. In Almudena Grandes’ Romanen ist das oft so, dass ihre Figuren von dieser Zeit geprägt und durchdrungen sind, heißen sie nun Lulú, Malena oder eben jetzt María José. Es sind Variationen über ein bereits vergangenes Madrid, verschiedene Schauplätze zwar und andere Konflikte, aber immer typisch für diesen bestimmten Abschnitt der spanischen Geschichte. Das klingt jetzt nach der großen Tradition des europäischen Stadtromans, nach Joyce und Döblin, Grass und Cela. Es gibt aber noch mehr bei Almudena Grandes, oder sollte man besser sagen weniger? Schon beim Debutroman »Lulú. Die Geschichte einer Frau« konnte man nicht so richtig entscheiden, ob das nun »pornographischer Schund« sei oder ernstzunehmende Literatur. Und genauso ratlos – ist Almudena Grandes nun eher Verfasserin von Trivialliteratur oder eine ernstzunehmende literarische Autorin? – war man dann auch bei allen folgenden Veröffentlichungen der Autorin, bei »Malena« genauso wie bei »Die wechselnden Winde«, bei den Erzählungen »Sieben Frauen« oder bei »Atlas der Liebe«. Diesmal ist es nicht anders, denn die Geschichte, die Grandes in »Luftschlösser« erzählt, klingt so sentimental, nach Herzschmerz. Eines Tages bekommt María José überraschend einen Anruf von Jaime, der ihr vom Selbstmord des gemeinsamen Freundes und Ex-Liebhabers Marcos erzählt, dem berühmten Maler. In den 24 Stunden, die zwischen dieser Nachricht und der Beerdigung liegen, lässt die Protagonistin ihre Studentenzeit Revue passieren, als sie sich wie ein Mann José nannte, schon am frühen morgen Cognac trank, selbstgedrehte Zigaretten mit Pfeifentabak rauchte und Mongoloide malte, um zwischen den anderen Studenten der Madrider Kunsthochschule aufzufallen. Damals lernte sie den »Wunderzeichner« Jaime und seinen Freund Marcos kennen, den »entwaffneten Engel ohne Flügel und Schwert«. José ist frigide, Marcos impotent und Jaime bringt alles wieder ins Lot. Zumindest vorerst, denn eine Frau und zwei Männer, das kann bekanntlich ja nicht gut gehen: »Als wir zu dritt waren, war die Welt so riesig, dass wir sie mit unseren sechs Händen nicht fassen konnten. Als ich nur noch zwei Hände hatte, war sie so klein, so bedeutungslos, wie eine Brotkrume zwischen meinen Fingern«. Bei »Brotkrume« spätestens könnte man, völlig entnervt über so viel Kitsch, den Impuls haben, den Roman lieber der guten Freundin mit ihrem Faible für Gaby Hauptmann zu schenken. Dass man ihn vorher aber selber doch noch schnell bis zum Ende liest, liegt an seinen Figuren, die immer besser sind als die zu ihnen gehörende Liebesgeschichte. Die Geschichten von Figuren wie diesen und die verschiedenen Zeitebenen, in denen sie sich ereignen, wusste Grandes schon in ihren opulenten Vorgängerromanen gekonnt ineinander zu schieben und miteinander zu verflechten. Im schmalen Band »Luftschlösser« kann sich diese Komplexität nicht in diesem Maße entwickeln, das »Kompositionstalent« der Schriftstellerin klingt aber trotzdem an, wenn sie hin und her wechselt zwischen dem Büro der Kunstschätzerin María José mit ihrem gegenwärtigen, dröge gewordenen Leben und der Erinnerung an eine andere, vergangene Zeit voller sexueller, emotionaler und kultureller Erfahrungen. Und auch die manchmal kitschigen Formulierungen werden entschuldbar, denn Grandes Texte scheinen, mehr als die meisten der anderen spanischen Autoren, an der Übersetzung zu leiden: Während ihr zugegebenermaßen etwas blumiger Stil für den spanischen Leser noch ganz normal klingt, dann stolpert der deutsche Leser bereits und denkt an das Heft vom Bahnhof. Es ist gerade diese Ambivalenz ihres Werkes, die Grandes zu einer der interessantesten spanischen Schriftstellerinnen macht; eine der erfolgreichsten ist sie ohnehin. Ihr neuer Roman »Luftschlösser« ist alles in allem dann »irgendwie doch« empfehlenswert. Dass er gefällt, so wie auch schon »Lulú«, »Malena«, »Sieben Frauen«, »Atlas der Liebe« oder »Die wechselnden Winde«, mag man wegen des trivialen Anklangs aber nur schwer zugeben. Almudena Grandes hat viele Leser, die meisten von ihnen wohl heimliche, denn »so etwas« würden sie offiziell ja nie lesen.

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