Almut Hielscher

 3.9 Sterne bei 11 Bewertungen

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Mord am Waterberg

Mord am Waterberg

 (11)
Erschienen am 15.07.2017

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Rezension zu "Mord am Waterberg" von Almut Hielscher

Mord am Waterberg - geschichtlich gut recherchiert, aber kein wirklicher Krimi
Lese_gernevor 10 Monaten

Katrin möchte nur ihre ermordete Schwester Anna aus Namibia zurückholen. Der Kurzaufenthalt nimmt eine unerwartete Wendung. Sie kann nicht glauben, dass der erst 17jährige Täter Anna ermordet haben soll. Katrin ermittelt eigenständig, als sie von der Polizei keine Hilfe erhält. Dabei stößt sie auf Misstrauen der Namibier, die immer noch unter den Folgen des Völkermordes an ihren Ahnen leiden. Katrin ist im Zwiespalt. Soll sie die gefährliche Spur weiterverfolgen oder soll sie lieber nachhause fliegen und alles ruhen lassen. Vieles deutet auf einen Rachemord hin, der mit der Kolonialherrschaft Anfang des 20.

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„Mord am Waterberg“ war für mich weniger ein Krimi. Das Buch ist natürlich spannend aufgebaut. Allerdings sehe ich das Buch eher als Familiendrama und geschichtliche Lehrstunde für die Schlacht am Waterberg, die 1904 unter General Lothar von Trotha gegen die namibische Bevölkerung geführt und so zum Völkermord wurde. Ab da ist auch klar, warum das Buch im Jahr 2004 handelt. Hier jährt sich dieses Massaker zum 100. Mal. Außerdem ist das Thema gerade auch sehr aktuell, da der deutsche Staat sich eigentlich bis zur Bundestagswahl bei den Hereros entschuldigen wollte. Das Buch hat mir gut gefallen. Ziemlich am Schluß ist mir ein Logikfehler mit einem Datum aufgefallen. Außerdem habe ich einige Rechtschreibfehler bemerkt und kann so sagen, dass das Buch schlecht lektoriert ist. Mir selbst hat es nichts ausgemacht, dass das Buch weniger ein Krimi ist, da ich an Geschichte immer interessiert bin und bis dahin von den Hereros fast nichts wusste. Aber wer jetzt einen typischen Krimi erwartet könnte enttäuscht sein. Da mir im Buch eben ein Logikfehler und die Rechtschreibfehler aufgefallen sind, das Genre nicht ganz Krimi entspricht gebe ich dem Buch eine Bewertung von *** Sterne.

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Laudia89s avatar

Rezension zu "Mord am Waterberg" von Almut Hielscher

kein Krimi, aber guter Einblick
Laudia89vor 10 Monaten

Der rätselhafte Mord an ihrer Schwester Anna bringt Katrin nicht nur näher an die namibisch-deutsche Vergangenheit, sondern auch zunehmend in Gefahr. Das ahnt sie aber nicht, als sie sich auf den Weg in den Süden Afrikas macht, um den Leichnam ihrer ermordeten Schwester nach Deutschland zu holen. Der eigentlich geplante Kurzaufenthalt nimmt eine unerwartete Wendung, als sie die Chance ergreift, den Mordfall an ihrer Schwester eigenständig aufzuklären. Dabei stößt sie nicht nur auf das Misstrauen der Namibier, die immer noch das Nachbeben des Völkermords an ihren Ahnen spüren, sondern auch auf einen Feind, der sein tödliches Augenmerk jetzt auf Katrin selbst legt.

Der Schreibstil ist gut, aber ich finde sehr stockend. Ich hatte viele Probleme am Ball zubleiben. Mir hat die Spannung gefällt und es kam mir nicht wie ein Krimi vor.

Die Erzählungen über die Stadt selbst waren interssant so das das Buch mehr einer Erzählung hier rüber ähnelt als wie gesagt einem Krimi.

Der Grundgedanke finde ich ist ein sehr spanndes Thema, aber man hätte den Mord weglassen können und evtl. nur über das Leben von Anna mit Probleme und Schwierigkeiten erzählen können.

Wer diese Buch als Krimi lesen möchte wurde ich das Buch persönlich nicht empfehlen, aber um einen einen Einblick über das Land zu bekommen ist sehr gut mit diesem Buch bedient.


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SalanderLisbeths avatar

Rezension zu "Mord am Waterberg" von Almut Hielscher

Das dunkle Erbe der Kolonialzeit
SalanderLisbethvor einem Jahr

Da steht es Schwarz auf Weiß: Raubmord. Anna ist tot. Katrin beginnt zu begreifen. Vor zwei Tagen hatte die Nachricht etwas Unwirkliches. Sie kam von so weit her. Anna sollte tot sein? Mitten in der Nacht hatte ihr der Landesdirektor des Deutschen Entwicklungsdienstes das Unfassbare mitgeteilt und darum gebeten, dass ein Familienmitglied nach Namibia komme. (Auszug Seite 8)

 

Tod einer Entwicklungshelferin

Es ist ein trauriger Grund, den Katrin Sattler, eine Buchhändlerin aus Stuttgart, nach Namibia führt. Sie will den Leichnam ihrer jüngeren Schwester nach Hause holen. Anna Sattler, die als Entwicklungshelferin am Fuße des Waterbergs gearbeitet hatte, war in ihrem Haus erschlagen aufgefunden worden. Der des Raubmordes verdächtige 17-jährige Jugendliche bestreitet die Tat.

Auch in Katrin wächst die Überzeugung, dass die Polizei den Falschen verhaftet hat und sie fühlt sich verpflichtet, den wahren Täter zu finden. Sie übernachtet im Haus ihrer Schwester und findet dort Briefe der längst verstorbenen Großtante vor, die vor mehr als 80 Jahren nach Namibia auswanderte und die von ihrem Leben auf einer Farm erzählen. Auch Annas Tagebuch gibt Katrin einige Aufschlüsse über ihr Leben.


Das dunkle Erbe der Kolonialgeschichte

Anna hatte ihre Arbeit in einem Kulturzentrum mit großem Enthusiasmus geführt und sich leidenschaftlich für eine Verbesserung der Beziehungen zwischen Hereros und Deutschen eingesetzt. Die Hereros hatten unter der deutschen Kolonialherrschaft großes Leid erfahren und auch Generationen später sind die Schrecken des Völkermordes und die Ausbeutung durch die Kolonialherren noch fest in den Köpfen der Einheimischen fixiert.

Annas Engagement stieß nicht nur auf Begeisterung bei der Dorfgemeinschaft, zum Beispiel hatte sie sich bemüht, Onkel Jonas das Handwerk zu legen, einem alten Weißen, der Geld zu Wucherzinsen an die verarmte Bevölkerung verleiht. Ein Motiv hätte auch Annas Chef, der Manager des Zentrums, den sie der Geldunterschlagung bezichtigt hatte. Aber der deutsche Entwicklungsdienst in Windhoek will von Korruption nichts wissen oder unternehmen. Weiter findet Katrin heraus, dass ihre Schwester ein Verhältnis mit einem verheirateten Mann hatte und dass dessen eifersüchtige Ehefrau Voodoo-Zauber ausübte.

Bei ihren Nachforschungen schlägt Katrin Misstrauen und offene Feindseligkeiten entgegen und nach einigen Drohanrufen und einem Einbruch in ihrem Haus muss sie erkennen, dass sie sich zunehmend in Gefahr begibt. Gleichzeitig wird sie durch die Briefe der Tante mit der Vergangenheit ihrer Familie konfrontiert.


Ambitioniertes Debüt

Obwohl ich die Thematik sehr interessant finde, habe ich leider keinen richtigen Bezug zu der Geschichte gefunden. Dass die beiden Autorinnen versuchen, in ihrem Debüt anhand einer Kriminalgeschichte auf die Zustände in Namibia und die Nachwirkungen seiner Geschichte hinzuweisen, ist aller ehrenwert und sehr ambitioniert. Leider ist dies nicht wirklich gelungen und konnte mich gar nicht erreichen. Gut gemeint ist nicht gleich gut gemacht. In schlichter Sprache werden Dialoge geführt, die ich als künstlich empfunden habe und die nur der Information des Lesers sorgen sollten. Meinem Empfinden nach wollen die Autorinnen viel zu viele Themen unterbringen, deshalb wird alles nur oberflächlich gestreift und tiefe Einblicke können so gar nicht entstehen. Die Charakterisierungen wirken holzschnittartig und besonders zu Katrin fand ich keinen Zugang oder konnte mich nicht in sie hineinversetzen. Dabei sollen Rückschauen in die Kindheit einen Blick in die Psyche ermöglichen. Katrin war die größere, vernünftige Schwester, die sich immer um die jüngere, abenteuerliche Schwester gekümmert hatte. Da sie Anna in Afrika nie besucht hatte und kaum etwas von ihrem Leben wusste, fühlt sie sich in dieser von Schuldgefühlen getragenen Situation praktisch verpflichtet, da zu bleiben.


Die ganze Story krankt an den Ungereimtheiten im Plot. Wenig inspirierend, dass Katrin fast sämtliche wichtige Erkenntnisse aus dem Tagebuch zieht. Als dieses Tagebuch bei dem Einbruch gestohlen wird, findet sie ein weiteres im Papiermüll.

Am wenigsten hat mich das Setting überzeugt. Einzelne Schauplätze werden beschrieben, die sich aber irgendwie nicht zu einem stimmigen Ganzen vereinen. Zu keinem Zeitpunkt hatte ich eine Vorstellung, wie es da aussieht. Es entstanden keine Bilder vor der im Klappentext beschriebenen atemberaubenden Schönheit vor meinen Augen. Auch nicht von den Hereros, die versuchen Tradition und Moderne in Einklang zu bringen. Für mich ist Mord am „Waterberg“ mehr eine Reportage über die Auswirkungen der gewaltvollen deutsch-namibischen Kolonialvergangenheit als eine Kriminalgeschichte. Dafür sind die etwas mehr als 200 Seiten vielleicht auch zu knapp, vor allen Dingen, wenn zum Schluss noch eine Liebesgeschichte für Katrin aufgedrückt wird.

Im Anschluss findet man eine geschichtliche Dokumentation der Ereignisse von Deutsch-Südwest-Afrika bis zur Republik Namibia in Form einer Zeitlinie von 1842 bis 2017.


Zwei Autorinnen

Almut Hielscher wurde 1943 geboren und arbeitete unter anderem 8 Jahre beim STERN sowie 15 Jahre beim SPIEGEL. Sie kann auf einige persönliche Erfahrungen in Südafrika zurückblicken, denn sie war mehrere Jahre als Korrespondentin für Afrika mit Sitz in Johannesburg tätig und hat auch für den Deutschen Entwicklungsdienst (DED) in Namibia gearbeitet.

Uta König wurde 1947 geboren und absolvierte Studium und Journalisten-Ausbildung in Paris. Die langjährige STERN-Reporterin wechselte 1995 zum Fernsehen und hat beim NDR seitdem mehr als 50 Reportagen und Dokumentarfilme gemacht. 1998 bekam sie den Grimme-Preis für die beste Dokumentation. Beide Autorinnen leben in München.



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Gespräche aus der Community

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Namibia - sengende Hitze, unhygenische Zustände und Vorurteile gegenüber Deutschen. Für die Stuttgarterin Anna, die den Leichnam ihrer Schwester überführen will ohnehin ein heikles Pflaster, aber also sie sich noch in die Mordermittlungen einmischt, wird es richtig gefährlich. Ermittelt gemeinsam mit uns und einem Teil des Autorenteams pünktlich zum Veröffentlichungstermin des Printbuches in diesem spannenden Fall.

Darum gehts:
Katrin Sattler kann es nicht fassen: Ihre kleine Schwester Anna, abenteuerlustig, herzlich und der unangefochtene Liebling ihrer Eltern, ist tot – kaltblütig erschlagen mit einem silbernen Kerzenleuchter. Schockiert reist die junge Stuttgarterin nach Namibia, wo Anna sich als Entwicklungshelferin unermüdlich für die Verbesserung der Beziehungen zwischen den einheimischen Herero und den Deutschen eingesetzt hat. Voller Ungeduld will Katrin den Leichnam so schnell wie möglich nach Deutschland holen und aus diesem Land verschwinden, das ihr mit der sengenden Hitze, den unhygienischen Zuständen und den aufdringlich bettelnden Kindern mehr als suspekt ist. Doch dann erfährt Katrin, dass der vermeintliche Mörder ihrer Schwester ein 17-jähriger Jugendlicher ist, der vehement bestreitet, die grauenvolle Tat begangen zu haben. Kurzerhand beschließt sie, der Sache auf den Grund zu gehen. Während Katrin dem Geheimnis um Annas Tod immer näher kommt, muss sie erkennen, dass ihre Schwester nicht die unbeschwerte junge Frau war, als die sie sie in Erinnerung hat. Annas Engagement stieß nicht nur auf Begeisterung bei den Namibiern, die den Völkermord, den ihre Vorfahren an ihren Ahnen verübt hatten, nicht vergessen können und der jungen Deutschen oft mit Argwohn, Misstrauen und sogar Hass begegneten.
Als Katrin schließlich selbst ins Visier des Täters gerät, muss sie eine folgenschwere Entscheidung treffen: Soll sie unverrichteter Dinge wieder nach Hause fliegen und den Mord ungesühnt lassen oder ihr Leben riskieren, um Annas Tod aufzuklären und einen Unschuldigen vor einem schrecklichen Schicksal zu bewahren?









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Letzter Beitrag von  rewarenivor 10 Monaten
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