Alon Hilu

 3.3 Sterne bei 24 Bewertungen
Autor von Das Haus der Rajanis, The House of Rajani und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Alon Hilu

Alon HiluDas Haus der Rajanis
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Das Haus der Rajanis
Das Haus der Rajanis
 (23)
Erschienen am 18.02.2011
Alon HiluThe House of Rajani
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The House of Rajani
The House of Rajani
 (1)
Erschienen am 06.01.2011
Alon HiluDeath of a Monk
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Death of a Monk
Death of a Monk
 (0)
Erschienen am 02.08.2007

Neue Rezensionen zu Alon Hilu

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Rezension zu "Das Haus der Rajanis" von Alon Hilu

Rezension zu "Das Haus der Rajanis" von Alon Hilu
Ellen-Dunnevor 6 Jahren

Wieder ein historischer Roman, diesmal vor dem Hintergrund der jüdischen Siedler in Palästina im Jahr 1895. Und es gibt so viele Dinge, die mir an diesem Buch über die Freund- und Feindschaft zwischen dem israelischen Siedler Isaac Luminsky und dem hellsichtigen, borderline geisteskranken palästinensischen Jungen Salah sowie dessen Mutter nicht gefallen. Die Charaktere sind durch die Bank abscheulich und von ihren Vorurteilen gegen die jeweils andere Bevölkerungsgruppe zerfressen, der Stil, gerade im Tagebuch von Salah, der die Hälfte der Geschichte aus seiner Sicht erzählt, ist oft überladen und dadurch mühsam zu lesen. Und dass mit dem seltsamen Liebesdrei- bzw. Viereck (Sowohl Isaac als auch Salahs Mutter Afifa sind verheiratet) kein gutes Ende nehmen kann, macht das Lesen nicht gerade zu einem leichten Vergnügen.
Trotzdem hat mich die Geschichte in ihren Bann gezogen und ich musste wissen, wie die Geschichte endet. Also stehe ich dem Buch zwiespältig gegenüber - empfehle es aber trotzdem jenen, die sich für historische Romane, vor allem des Nahen Ostens, bzw. die Israel-Palästina-Problematik interessieren.

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Rezension zu "Das Haus der Rajanis" von Alon Hilu

Rezension zu "Das Haus der Rajanis" von Alon Hilu
WinfriedStanzickvor 7 Jahren

Dieser Roman des 1972 in Jaffa geborenen israelischen Schriftstellers Aloin Hilu hat in seiner Heimat nach seinem Erscheinen 2008 großes Aufsehen erregt und eine leidenschaftliche Debatte ausgelöst über die Bedeutung der jüdischen Kolonisation lange vor der Gründung des Staates Israel und über die unterschiedlichen Sichtweisen, die Juden und Palästinenser bis auf den heutigen Tag über die historischen Ereignisse in Palästina Ende des 19. Jahrhunderts haben.

Erzählt wird die Geschichte des jungen jüdischen Agrarwissenschaftlers Isaac Luminsky, der im August 1895 zusammen mit seiner gerade erst geehelichten Frau Esther zusammen mit vielen anderen jüdischen Siedlern mit einem Schiff im Hafen von Jaffa ankommt. Von den Ideen Theodor Herzls inspiriert, will er im Lande Zion ein neues Leben beginnen. Doch der Neuanfang gestaltet sich schwierig. Nicht nur mangelt es an allen Enden an den Mitteln, für seine Ideen fehlt es ihm vorrangig an Grundbesitz. Dazu kommen erhebliche eheliche Probleme, denn seine Frau Esther hat nicht nur mit dem Gelobten Land ihre Anpassungsschwierigkeiten, sondern auch an der ehelichen Sexualität, die ihrem überaus potenten und lustvollen Mann wichtig ist, findet sie überhaupt keine Freude und verweigert sie mit allen möglichen Ausreden.

Irgendwann begegnet Luminsky dem zwölfjährigen muslimischen Salach Rajani, der auf einem großen Areal und Besitz am Stadtrand lebt. Mehr noch als für den Jungen beginnt sich Luminsky aber für dessen schöne Mutter Afifa zu interessieren. Ihre sexuelle Ausstrahlung auf der einen, und die Aussicht auf einen großen Besitz rauben Luminsky zeitweise die Sinne. Doch er verfolgt sein Ziel unbeirrt. Eines Tages jedoch fliegt die Affäre auf, als der zunehmend mehr an geistiger Verwirrung leidende Salach Luminsky mit seiner Mutter bei eindeutigen sexuellen Handlungen ertappt. Als dann auch noch Vater Salachs von einer langen Reise nach Haus zurückkehrt, spitzen sich die Ereignisse zu.

Der Roman basiert auf den persönlichen Briefen und Tagebuchaufzeichnungen von Isaac Luminsky (1868-1947), der als Agronom Mitglied der ersten Aliya war. Die Sprache des Romans hat die damalige Art und Weise zu schreiben beibehalten, was dem einen oder anderen Leser die Lektüre schwer machen dürfte, Mir hat diese Sprache wegen ihres Reichtums sehr gefallen.

Obwohl es ein historischer Roman ist, ist sein Thema brandaktuell in Israel. Das möge ein Zitat aus dem Epilog des Romans verdeutlichen:
„Luminsky weihte sein Leben zwei gleichermaßen hochgesteckten wie einander widersprechenden Zielen; zum einen dem massiven Landerwerb in Palästina, insbesondere in Untergaliläa, von arabischen Großgrundbesitzern, ein Vorgehen, das die Pachtbauern ihres Einkommens und des Landes beraubte, das sie über viele Jahre bestellt hatten. Dieses Land sollte später von jüdischen Ansiedlungen und Kibbuzim genutzt werden, die das Banner einer sozialistischen Ideologie vor sich hertrugen. (Vgl. dazu die eben erschienenen Bücher von Aharon Appelfeld „Der Mann, der nicht aufhörte zu schlafen“ und Zeruya Shalev, „Für den Rest des Tages“, d.R.).
Luminskys zweites Ziel indes war das Bemühen, zu einer Annäherung und Befriedung zwischen Juden und Arabern im Lande beizutragen, eine Aufgabe, der er sich tatkräftig und mit zuweilen kontrovers diskutierten Mittel widmete.“

Der Roman ist Teil einer Neubewertung der zionistischen Bewegung in Israel und man versteht, warum er dort angesichts der sich immer weiter zuspitzenden innenpolitischen Lage so heftig diskutiert wurde. Zusammen mit den oben erwähnten Neuerscheinungen von Appelfeld und Shalev vermittelt er dem deutschen Leser einen guten Einblick in die Situation eines zerrissenen Landes, das sich seiner Wurzeln nicht mehr sicher ist und vor einer ungewissen Zukunft steht.

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Rezension zu "Das Haus der Rajanis" von Alon Hilu

Rezension zu "Das Haus der Rajanis" von Alon Hilu
Literaturvor 7 Jahren

Alon Hilu entführt uns mit seinem Buch „Das Haus der Rajanis“ ins Israel am Ende des 19. Jahrhunderts. Das frisch vermählte jüdische Ehepaar Luminsky reist mit dem Schiff nach Jaffa, um im Lande Zion ein neues Leben zu beginnen. Der Neubeginn ist nur unter erschwerten Bedingungen möglich, da es an Arbeit und Grundbesitz mangelt, eine Integration nicht stattfindet, auch gar nicht gewollt ist und zwischenmenschliche Probleme innerhalb der Ehe aufkommen. Diese Ausweglosigkeit wandelt sich, als Jacques Luminsky die arabische Familie Rajani mit ihrem großen und großzügigen Landbesitz kennenlernt, wobei er sich dem psychisch kranken Sohn Salach widmet, die Frau Afifa leidenschaftlich begehrt und schon bald das gesamte Anwesen an sich reißen möchte.

Hilu tabuisiert nichts, sondern er spricht auch Themen wie Sexualität, Begierde und Angst klar und deutlich an. Stilistisch ist es ein Buch, in das sich der Leser aufgrund der besonderen Wortstellung und der metaphorischen Sprache erst einfinden muss, wobei fraglich bleibt, ob der Stil die historische Sprache des 19. Jahrhunderts imitieren möchte, ob die Weise, wie sich der Autor ausdrückt und wie er die Handlung ordnet, kulturell bedingt ist, ob es sich um eine Kunstsprache handelt oder ob der erschwerte Lesefluss durch die Übersetzung bedingt ist. Der Perspektivenwechsel zwischen den Tagebuchaufzeichnungen von Jacques Luminsky und den Ich-Erzählungen von Salach ist einerseits verwirrend, da die Sprache und die Metaphorik wechseln, andererseits auch spannend, da der Perspektivenwechsel zeigt, wie stark sich „Innen- und Außensicht“ unterscheiden und wie sehr diese kulturell geprägt sind. Anhand dieser ausgewählten Beziehungsverstrickung und dieser unterschiedlichen Sichtweise wird deutlich, wie bereits im Kleinen Interessen zwischen Juden und Arabern aufeinanderprallen, sodass die nationalen Auswirkungen verständlich werden. Salachs Visionen und Prophezeiungen erhalten im historischen Rückblick schnell Realität.

Dieses Buch erfordert Zeit, Geduld und Energie, um sich dem Inhalt wirklich ganz widmen zu können, aber diese Investition zahlt sich insofern aus, als das wichtige Thema über die zionistische Bewegung und der Beginn der Konflikte in Israel im Buch ihre Würdigung finden sowie als die Lebens- und Denkweise der Menschen, die dort leben, verständlich und vielschichtig aufgezeigt wird. 4 Sterne.

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