Das Haus der Rajanis

von Alon Hilu 
3,3 Sterne bei23 Bewertungen
Das Haus der Rajanis
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Kurze Frage an alle. Das Buch erscheint doch erst am 16.2. Ich dachte, man dürfe vorher keine Rezension veröffentlichen? Oder gilt das nur f...

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Inhaltsangabe zu "Das Haus der Rajanis"

August 1895: Ein Schiff mit jüdischen Siedlern erreicht den Hafen von Jaffa, unter ihnen der junge Agrarwissenschaftler Isaac Luminsky mit seiner schönen Frau Esther – frisch verheiratet und voller Zukunftserwartungen. Doch bereits der erste Kontakt mit den palästinensischen Arabern verläuft unglücklich: Esthers Koffer landen im Wasser. Isaac freundet sich mit dem zwölfjährigen muslimischen Salach Rajani an, der verträumt, mitunter etwas verstört auf dem weitläufigen Familienanwesen am Stadtrand abgeschottet aufwächst. Mehr und mehr interessiert sich Isaac allerdings für dessen attraktive Mutter Afifa und das fruchtbare Land der Rajanis. Die Ereignisse überschlagen sich, als der Vater des Jungen nach langer Geschäfts- reise zurückkehrt, Salach seine Mutter und Isaac in flagranti erwischt und die arabischen Arbeiter vom Land der Familie vertrieben werden. Freundschaft schlägt in Hass um, Salachs geistige Verwirrung nimmt zu, die Grenzen zwischen Realität und Phantasie verschwimmen ... In seinem neuen Roman, der in Israel enormes Aufsehen erregte, entwirft Alon Hilu ein farbiges und genaues Bild Palästinas Ende des 19. Jahrhunderts, erzählt sinnlich, komisch und spannend in Form wechselnder Tagebucheinträge von einem dramatischen Konflikt, der bis heute anhält. So bekommt man einen ungeschminkten, jüdischen wie palästinensischen Blick auf die historischen Ereignisse.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783406612879
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:354 Seiten
Verlag:Beck, C H
Erscheinungsdatum:18.02.2011

Rezensionen und Bewertungen

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    Ellen-Dunnes avatar
    Ellen-Dunnevor 6 Jahren
    Rezension zu "Das Haus der Rajanis" von Alon Hilu

    Wieder ein historischer Roman, diesmal vor dem Hintergrund der jüdischen Siedler in Palästina im Jahr 1895. Und es gibt so viele Dinge, die mir an diesem Buch über die Freund- und Feindschaft zwischen dem israelischen Siedler Isaac Luminsky und dem hellsichtigen, borderline geisteskranken palästinensischen Jungen Salah sowie dessen Mutter nicht gefallen. Die Charaktere sind durch die Bank abscheulich und von ihren Vorurteilen gegen die jeweils andere Bevölkerungsgruppe zerfressen, der Stil, gerade im Tagebuch von Salah, der die Hälfte der Geschichte aus seiner Sicht erzählt, ist oft überladen und dadurch mühsam zu lesen. Und dass mit dem seltsamen Liebesdrei- bzw. Viereck (Sowohl Isaac als auch Salahs Mutter Afifa sind verheiratet) kein gutes Ende nehmen kann, macht das Lesen nicht gerade zu einem leichten Vergnügen.
    Trotzdem hat mich die Geschichte in ihren Bann gezogen und ich musste wissen, wie die Geschichte endet. Also stehe ich dem Buch zwiespältig gegenüber - empfehle es aber trotzdem jenen, die sich für historische Romane, vor allem des Nahen Ostens, bzw. die Israel-Palästina-Problematik interessieren.

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    WinfriedStanzickvor 7 Jahren
    Rezension zu "Das Haus der Rajanis" von Alon Hilu

    Dieser Roman des 1972 in Jaffa geborenen israelischen Schriftstellers Aloin Hilu hat in seiner Heimat nach seinem Erscheinen 2008 großes Aufsehen erregt und eine leidenschaftliche Debatte ausgelöst über die Bedeutung der jüdischen Kolonisation lange vor der Gründung des Staates Israel und über die unterschiedlichen Sichtweisen, die Juden und Palästinenser bis auf den heutigen Tag über die historischen Ereignisse in Palästina Ende des 19. Jahrhunderts haben.

    Erzählt wird die Geschichte des jungen jüdischen Agrarwissenschaftlers Isaac Luminsky, der im August 1895 zusammen mit seiner gerade erst geehelichten Frau Esther zusammen mit vielen anderen jüdischen Siedlern mit einem Schiff im Hafen von Jaffa ankommt. Von den Ideen Theodor Herzls inspiriert, will er im Lande Zion ein neues Leben beginnen. Doch der Neuanfang gestaltet sich schwierig. Nicht nur mangelt es an allen Enden an den Mitteln, für seine Ideen fehlt es ihm vorrangig an Grundbesitz. Dazu kommen erhebliche eheliche Probleme, denn seine Frau Esther hat nicht nur mit dem Gelobten Land ihre Anpassungsschwierigkeiten, sondern auch an der ehelichen Sexualität, die ihrem überaus potenten und lustvollen Mann wichtig ist, findet sie überhaupt keine Freude und verweigert sie mit allen möglichen Ausreden.

    Irgendwann begegnet Luminsky dem zwölfjährigen muslimischen Salach Rajani, der auf einem großen Areal und Besitz am Stadtrand lebt. Mehr noch als für den Jungen beginnt sich Luminsky aber für dessen schöne Mutter Afifa zu interessieren. Ihre sexuelle Ausstrahlung auf der einen, und die Aussicht auf einen großen Besitz rauben Luminsky zeitweise die Sinne. Doch er verfolgt sein Ziel unbeirrt. Eines Tages jedoch fliegt die Affäre auf, als der zunehmend mehr an geistiger Verwirrung leidende Salach Luminsky mit seiner Mutter bei eindeutigen sexuellen Handlungen ertappt. Als dann auch noch Vater Salachs von einer langen Reise nach Haus zurückkehrt, spitzen sich die Ereignisse zu.

    Der Roman basiert auf den persönlichen Briefen und Tagebuchaufzeichnungen von Isaac Luminsky (1868-1947), der als Agronom Mitglied der ersten Aliya war. Die Sprache des Romans hat die damalige Art und Weise zu schreiben beibehalten, was dem einen oder anderen Leser die Lektüre schwer machen dürfte, Mir hat diese Sprache wegen ihres Reichtums sehr gefallen.

    Obwohl es ein historischer Roman ist, ist sein Thema brandaktuell in Israel. Das möge ein Zitat aus dem Epilog des Romans verdeutlichen:
    „Luminsky weihte sein Leben zwei gleichermaßen hochgesteckten wie einander widersprechenden Zielen; zum einen dem massiven Landerwerb in Palästina, insbesondere in Untergaliläa, von arabischen Großgrundbesitzern, ein Vorgehen, das die Pachtbauern ihres Einkommens und des Landes beraubte, das sie über viele Jahre bestellt hatten. Dieses Land sollte später von jüdischen Ansiedlungen und Kibbuzim genutzt werden, die das Banner einer sozialistischen Ideologie vor sich hertrugen. (Vgl. dazu die eben erschienenen Bücher von Aharon Appelfeld „Der Mann, der nicht aufhörte zu schlafen“ und Zeruya Shalev, „Für den Rest des Tages“, d.R.).
    Luminskys zweites Ziel indes war das Bemühen, zu einer Annäherung und Befriedung zwischen Juden und Arabern im Lande beizutragen, eine Aufgabe, der er sich tatkräftig und mit zuweilen kontrovers diskutierten Mittel widmete.“

    Der Roman ist Teil einer Neubewertung der zionistischen Bewegung in Israel und man versteht, warum er dort angesichts der sich immer weiter zuspitzenden innenpolitischen Lage so heftig diskutiert wurde. Zusammen mit den oben erwähnten Neuerscheinungen von Appelfeld und Shalev vermittelt er dem deutschen Leser einen guten Einblick in die Situation eines zerrissenen Landes, das sich seiner Wurzeln nicht mehr sicher ist und vor einer ungewissen Zukunft steht.

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    Literaturs avatar
    Literaturvor 7 Jahren
    Rezension zu "Das Haus der Rajanis" von Alon Hilu

    Alon Hilu entführt uns mit seinem Buch „Das Haus der Rajanis“ ins Israel am Ende des 19. Jahrhunderts. Das frisch vermählte jüdische Ehepaar Luminsky reist mit dem Schiff nach Jaffa, um im Lande Zion ein neues Leben zu beginnen. Der Neubeginn ist nur unter erschwerten Bedingungen möglich, da es an Arbeit und Grundbesitz mangelt, eine Integration nicht stattfindet, auch gar nicht gewollt ist und zwischenmenschliche Probleme innerhalb der Ehe aufkommen. Diese Ausweglosigkeit wandelt sich, als Jacques Luminsky die arabische Familie Rajani mit ihrem großen und großzügigen Landbesitz kennenlernt, wobei er sich dem psychisch kranken Sohn Salach widmet, die Frau Afifa leidenschaftlich begehrt und schon bald das gesamte Anwesen an sich reißen möchte.

    Hilu tabuisiert nichts, sondern er spricht auch Themen wie Sexualität, Begierde und Angst klar und deutlich an. Stilistisch ist es ein Buch, in das sich der Leser aufgrund der besonderen Wortstellung und der metaphorischen Sprache erst einfinden muss, wobei fraglich bleibt, ob der Stil die historische Sprache des 19. Jahrhunderts imitieren möchte, ob die Weise, wie sich der Autor ausdrückt und wie er die Handlung ordnet, kulturell bedingt ist, ob es sich um eine Kunstsprache handelt oder ob der erschwerte Lesefluss durch die Übersetzung bedingt ist. Der Perspektivenwechsel zwischen den Tagebuchaufzeichnungen von Jacques Luminsky und den Ich-Erzählungen von Salach ist einerseits verwirrend, da die Sprache und die Metaphorik wechseln, andererseits auch spannend, da der Perspektivenwechsel zeigt, wie stark sich „Innen- und Außensicht“ unterscheiden und wie sehr diese kulturell geprägt sind. Anhand dieser ausgewählten Beziehungsverstrickung und dieser unterschiedlichen Sichtweise wird deutlich, wie bereits im Kleinen Interessen zwischen Juden und Arabern aufeinanderprallen, sodass die nationalen Auswirkungen verständlich werden. Salachs Visionen und Prophezeiungen erhalten im historischen Rückblick schnell Realität.

    Dieses Buch erfordert Zeit, Geduld und Energie, um sich dem Inhalt wirklich ganz widmen zu können, aber diese Investition zahlt sich insofern aus, als das wichtige Thema über die zionistische Bewegung und der Beginn der Konflikte in Israel im Buch ihre Würdigung finden sowie als die Lebens- und Denkweise der Menschen, die dort leben, verständlich und vielschichtig aufgezeigt wird. 4 Sterne.

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    connelings avatar
    connelingvor 7 Jahren
    Rezension zu "Das Haus der Rajanis" von Alon Hilu

    lan Hilu entführt uns in die Zeit Ende des 19 Jahrhunderts nach Palästina. Er hat einen etaws eigenwilligen Stil, welcher etwas schwierig zu lesen ist, was aber auch an der Übersetzung liegen kann.

    Isaac sieht Esther, er ist sofort verzaubert von ihr, irgendwie iet er aber schon überrascht, dass sie einer Hochzeit zustimmt.

    Voller Hoffnung auf einer gute und tolle Zukunft ziehen die Beiden nach Jaffa, er ist Agrarwissenschafler und möchte dort gutes Land finden um es zu bebauen, was sie möchte ist mir nicht klar, einfach nur Warschau entfliehen?

    Die Hoffnungen werden nicht erfüllt, Esther weist jegliche Zuwendungen von sich, sie möchte nicht berührt werden, Land lässt sich so weit auch keines finden. Issac beginnt seine Erfahrungen und Gefühle in einem Tagebuch niederzuschreiben.

    Isaac sucht bei andern Frauen körperliche Nähe, schämt sich aber sofort danach wieder. Er lernt Salach kennen, einen arabischen Jungen, mit dessen Muter er dann eine Beziehung anfängt. Parallel zu Isaacs Tagebuch schreibt auch Salach seine Gefühle nieder.

    Teilweise war ich fast verwirrt, konnte nicht folgen, man muss wirklich sehr konzentriert lesen. Das Haus der Rajanis ist keine Lektüre, die man eben schnell nebenbei lesen kann. Mir hat das Buch trotz mancher Mühen gut gefallen, es steckt viel Gefühl in dem Buch und ich bin sehr froh, dass ich nicht aufgegeben habe, denn zwischendurch wollte ich es echt weg legen. Es ist edem zu empfehlen der in eine andere Welt entführt werden möchte

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    buecherwurmollivor 7 Jahren
    Rezension zu "Das Haus der Rajanis" von Alon Hilu

    Große Lyrik, nichts dahinter
    Isaac Luminsky ist ein Agrarwissenschaftler, welcher mit seiner Frau Esther nach Jaffa ausgewandert ist, um sich dort einer langsam wachsenden jüdischen Kolonie anzuschließen. Als seine Frau und er sich fast ausschließlich streiten, lernt Isaac den Jungen Salach Rajani kennen. Der Junge, welcher von geistigen Schäden gequält ist, sieht in ihm einen Engel, welcher gekommen ist, ihn von seinem Unheil zu befreien. Doch schon bald wendet sich das Interesse des Juden ab von dem stark Selbstmord gefährdeten Jungen und er interessiert sich zunehmend für dessen Mutter Afifa. Afifa besitzt ein großes Grundstück, welches für einen Agrarwissenschaftler sehr anziehend ist. Als Isaac beginnt, mit Afifa eine sexuelle Bindung einzugehen und der Vater Salachs zurückkehrt in ,,Das Haus der Rajanis'' beginnt eine Familientragödie mit ungeahnten Ausmaßen.

    Meine Meinung über dieses Buch ist wohl so gespalten, wie das Volk der Palästinenser und das der Israelis. Wo wir auch gleich beim Thema sind. Oder bessergesagt sein sollten, denn entgegen des Klappentexts, befasst sich das Buch nur oberflächlichst mit den geschichtlichen Geschehnissen in Israel. Diese Tatsache hat mich sehr enttäuscht. Die zu Anfang etwas gewöhnungsbedürftige Schreibart des Autors Alon Hilu hat mich nach ein paar Seiten sehr fasziniert und hat wirklich sehr gut in die Handlung hineingepasst. Auch war ich sehr angetan von der Präzision, mit welcher der Autor semtlichen Figuren Leben eingehaucht hat. Auch die detaillierte Darstellung der wunderschönen Natur Israels hat mir sehr gefallen. Mir ist aufgefallen, dass das Buch, welches auch als ,,humorvoll erzählt'' bezeichnet wird, mich kein einziges Mal zum Schmunzeln gebracht hat. Auch die zahlreichen Liebesaffairen haben das Buch sehr zäh gemacht und sollten wohl eher als Lückenfüller dienen.

    Alles in Allem lässt sich sagen, dass das Buch wohl kaum geschichtlich interessant ist, dafür aber mit einer guten Handlung und charismatischen Charakteren einiges wieder gutmacht

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    Queenelyzas avatar
    Queenelyzavor 8 Jahren
    Rezension zu "Das Haus der Rajanis" von Alon Hilu

    Ich hätte schon skeptisch sein sollen, als ich mich gar so sehr auf dieses Buch gefreut habe. Meistens, wenn ich mit solch hohen Erwartungen an etwas herangehe, bin ich danach enttäuscht - so auch hier. Aber lasst mich von vorne beginnen:

    Das Buch schildert die Ankunft jüdischer Siedler in Jaffa, allen voran Isaac Luminsky und seine schöne Frau Esther. Doch vn Anfang an läuft nicht alles rund; Esther läßt sich nur äußerst widerwillig zu den ehelichen Pflichten "überreden", und der studierte Agrarologe ist unglücklich, weil er dort keine fruchtbare Erde vorfindet. So streift er umher, bis er auf einmal auf ein wunderbares Gut mit Orangenbäumen und fetter, gesunder Erde stösst...

    Ein zweiter Erzählstrang bringt uns den Jungen Salach näher, der recht seltsam wirkt und eine überschäumende Fantasie sein eigen nennt. Es kommt, wie es kommen muss, Salach und Isaac begegnen sich, freunden sich an - und damit nimmt das Unglück seinen Lauf. Denn Isaac fühlt sich auch zu Salachs Mutter hingezogen, die beiden beginnen eine Affäre.

    Als der Ehemann unerwartet wiederkommt, gibt es sehr viel Ärger, zumal Salach ihm verrät, dass öfter mal ein Mann, sein Engel, wie er ihn nennt, zu Besuch kommt. Dabei hatten sowohl Salachs Mutter als auch Isaac Salach verboten, darüber zu reden. Doch auf einmal ist der verhasste Ehemann und Vater tot, eigenartig...

    Die ersten ca. 150 Seiten des Buches habe ich nur so verschlungen. Die biblische Sprache des Buches gefiel mir sehr, ich fand sie überhaupt nicht gewöhnungsbedürftig oder schwer nachzuvollziehen. Doch dann driftete das Buch für meinen Geschmack zu stark ab ins Fantastische. Salachs Visionen, seine Prophezeiungen und seine "Hirngespinste" waren mir einfach zu abgedreht, da hatte ich irgendwie doch eher eine Familiengeschichte und einen geschichtlichen Roman erwartet.

    Zudem wurde mir erst hinterher, durch den Tipp einer anderen Leserin bewußt, dass das Buch wohl eine Reminiszenz an Shakespeare, und da vornehmlich an die Werke Macbeth und Hamlet sein soll, denn der Plot sei dort entliehen. Tja, aber diese beiden Werke kenne ich nicht, sodass mir auch diese Ähnlichkeit und Verbeugung vor Shakespeare verborgen blieb. Ich weiß nicht, ob der Autor davon ausging, dass jeder einigermaßen bewanderte Leser diese Geschichten kennt und damit auch sein Buch besser versteht und zu deuten weiß...

    Tja, wirklich schlecht bewerten möchte ich das Buch nicht, denn es gehört einiges an Ideenreichtum dazu, diese Story so zu entwickeln und sich auch noch vor Shakespeare so zu verbeugen. Was vielmehr nicht passte, war meine Erwartung an das Buch, aber da kann der Autor nichts dafür, dass ich etwas anderes erwartet habe.

    Da ich aber eben auch keine Lobeshymnen singen kann, bewerte ich das Buch mit guten drei Sternen. Ich denke mal, ich werde es sicher später noch einmal zur Hand nehmen, vielleicht ist mit meinem jetzigen Wissen der Lesegenuss dann ein ganz anderer...

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    Erinnyes avatar
    Erinnyevor 8 Jahren
    Rezension zu "Das Haus der Rajanis" von Alon Hilu

    Das frisch verheiratete Ehepaar Isaak und Esther Luminsky erreicht mit einigen anderen jüdischen Siedlern den Hafen von Jaffa. Die Beziehung zwischen beiden ist gespannt, da sich Esther standhaft weigert, sich ihrem Ehemann hinzugeben. Dieser beginnt daraufhin aus Not und Verzweiflung ein Tagebuch, in dem er das Geschehen im neuen Land festhält. Während Esther eine Zahnarztpraxis eröffnet zieht Isaak durchs Land, da er als Agrarwissenschaftler arbeiten und ertragreiches Land aufkaufen will. Dadurch lernt er nach einiger Zeit Afifa und Salach Rajani kennen und es kommt natürlich wie es kommen muss: der sexuell unbefriedigte Isaak beginnt eine Affäre mit Afifa. Mit deren Junge Salach verbindet Isaak hingegen eine Freundschaft, die erst endet, als Salachs Vater die Bühne des Geschehens betrifft, bzw. dieses endgültig verlässt.
    Salach, selbst abgeschottet vom Rest der Welt und verträumt, verkraftet das Geschehen um ihn herum nicht gut. Er hat Visionen von zukünftigem Geschehen, was ihn tiefdepressiv und beinahe wahnsinnig dazu bringt, sein Leben und Denken ebenfalls in einem Tagebuch festzuhalten. Die Angelegenheit mit Isaak, Afifa und seinem Vater führen letztendlich dazu, dass sich seine einstmalige Freundschaft zu Isaak in grenzenlosen Hass wandelt. So nehmen die Dinge ihren Lauf und enden in einem tieftraurigen Finale.

    Ein sehr poetisches und künstlerisches Buch. Es ist beinahe Arbeit zu nennen, es zu lesen, da man neben der sehr intelligenten Sprache auch noch die sehr komplexen Charaktere der Figuren verarbeiten muss und diese im Kontext einer komplett anderen Kultur sieht. Im Laufe der Zeit wandelt sich das Geschehen zu einer exotischen und fremdartig schilldernden Blüte, die man als Europäer sehr verzückt verfolgen kann. Das Abgleiten in den Wahnsinn, die Verzweiflung einer enttäuschten Ehe, die Sehnsucht nach Liebe, all dies sind Themen, die aufgeführt werden. Sehr schön ist auch der Perspektivwechselt zwischen Isaak und Salach, die einem mehr über die verschiedenen Kulturen der Beiden verraten als jeder andere Roman es gekonnt hätte. Isaak und Esther stoßen sich beide ab, man fragt sich, warum sie geheiratet haben. Die ständig beschworene Liebe mag man kaum glauben. Überhaupt sind Verrat, Lug und Trug, Hinterhalt und Gier Hauptthemen und hinterlassen einen vom goldenen Glanz des Orients geblendeten Leser.

    Fazit: ein absolutes Kunstwerk. Das Buch selbst ist wunderschön gestaltet und sehr edel anzusehen. Die Geschichte gleicht dem, kann es aber nicht zur Gänze fortsetzen. Man fühlt sich, als hätte man ein großes Stück Weg zurückgelegt, wenn man dieses Buch gelesen hat. Ansonsten gibt es aber an der stilistisch einwandfreien Sprache viel zu entdecken. Insgesamt ein überdurchschnittlich gutes Buch.

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    catangeleyezs avatar
    catangeleyezvor 8 Jahren
    Rezension zu "Das Haus der Rajanis" von Alon Hilu

    Alon Hilu entführt uns mit seinem Buch „Das Haus der Rajanis“ ins Israel am Ende des 19. Jahrhunderts. hierbei lernen wird das frisch vermählte jüdische Ehepaar Luminsky kennen, welches auf einem Schiff nach Jaffa reist, um im Lande Zion ein neues Leben zu beginnen.

    Die ersten Kapitel sind, manchmal jedenfalls, doch leicht nervig zu lesen, da sich Jacques dort massiv über seine sexuellen Gelüste auslässt und diese sich manchmal recht plump lesen. Doch beim weiteren Lesen des Buches wird der einzigartige Schreibstil des Autors deutlich und macht das Buch zu einem Leseerlebnis.

    Der Neubeginn ist nur unter erschwerten Bedingungen möglich, die versprochene Arbeit und der fruchtbare Grundbesitz sind nicht ausreichend vorhanden, eine Integration ist weder gewünscht noch gewollt und auch die Ehe von Jaques ist nicht das, was er sich vorstellte. Erst die Begegnung mit Afifa und ihrem Sohn Salach, einer verheirateten Araberin und deren fruchtbares und wundervolles Anwesen ändern die Situation, Jaques widmet sich dem psychisch kranken Sohn Salach und begehrt Afifa leidenschaftlich und schon bald das gesamte Anwesen. Er bereitet alles vor, um die arabischen Pachtbauern, die für die Familie arbeiten, durch eigene, aus Russland emigrierte Juden zu ersetzen und so der Herr über das fruchtbare Land zu werden. Die Situation schärft sich immer mehr zu und die Forderungen werden immer höher. Mehr sei zu dem Buchinhalt jedoch hier nicht verraten.

    In dem Buch finden sich keine Tabus, es werden diverse Themen angesprochen und es zeigt sich hierbei deutlich, dass von beiden Seiten in der damaligen Zeit Vorurteile, Urteile und Ereignisse jeweils unterschiedlich dargestellt werden und wurden. Der Perspektivenwechsel zwischen den Tagebuchaufzeichnungen von Jacques, den Ich-Erzählungen von Salach sowie seiner Geschichte ist einerseits verwirrend, da die Sprache und die Metaphorik wechseln, andererseits auch spannend.

    Dieses Buch erfordert Zeit, Geduld und Energie, um sich dem Inhalt wirklich ganz widmen zu können, aber diese Zeit lohnt sich, zumal das wichtige Thema über den Beginn der zionistische Bewegung und der Beginn der Konflikte in Israel im Buch ihre Würdigung finden. Auch ist hier nicht nur die jüdische Seite, sondern durch die Visionen Salachs, auch die arabische Seite zu sehen und man erkennt, dass keine der beiden Seiten unschuldig an den Konflikten, die bis in die heutige Zeit fortdauern, unschuldig ist. Ein Buch, das 5 Sterne mehr als verdient hat.

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    DasBuchmonsters avatar
    DasBuchmonstervor 8 Jahren
    Rezension zu "Das Haus der Rajanis" von Alon Hilu

    Der Unterschied zwischen Realität und Vorstellung

    In dem Buch Das Haus der Rajanis von Alon Hilu geht es um einen jüdischen Agrarwissenschaftler, der sich mit einer störrischen Dame verheiratet und versucht sein Glück in Israel, er wird beuaftragt Land für die jüdischen Kolonien zu finden. Er heißt Isaac Luminsky und seine Frau, Esther, ist Zahnärztin und ziemlich kalt, wodurch Jacques seine Triebe außerhalb auslebt,ja sogar zunächst wie ein Tagelöhner wirkt, da seine Frau durch ihre Tätigkeit als Ärztin das Geldins Haus holt.

    Dann geht es in dem Buch auch noch um einen kleinen Jungen, Salach Rajani heißt er, er ist von schmächtiger Gestalt und eher ein Autor, viel zu intelligent und geisteskrank, er hat Visionen und ist depressiv. Seine Mutter muss ein großes Gut fast alleine verwalten, denn der Vater ist oft auf Reisen.

    An einem Tag treffen sich die beiden aufder Geldwechslerpassage, und Salach glaubt, er sei der Gute Engel, der ihn retten und ihm Glück bringen wird. Schon beinahe verliebt sehnt Salach sich nach Isaac, doch dieser findet im Endeffekt Salachs Mutter interessanter, noch dazu ist er hinter das Gut der Rajanis her, da es fruchtbar und wunderschön ist.

    Als nun der Vater von einer langen Reise wegen Krankheit nach Hause kommt, erfährt ervon dem Fremden, der tagtäglich aus und eingehtund wird fuchsteufelswild. Er stirbt und Salach wird nun stärker von Prophezeiungen über einem Krieg zwischen den Arabern und Juden geplagt, noch dazu redet ihm der Geist seines Vaters ein, er wurde von dem Ehebrecher gemordet und Salach müsse ihm rächen.

    Mehr will ich von dem Buch nciht erzählen.

    Meine Meinung: Alon Hilu hat ein Meisterwerk geschaffen, welches viele Interpretationsmöglichkeiten bietet. Ich habe schon lang kein Buch mehr gelesen, das mich zuÜberlegungen und Interpretationen so enorm angeregt hat. Das Buch besteht aus Tagebucheinträgen, einmal von isaac und einmal von Salach, man weiß am Ende nicht mehr was Wirklichkeit, was Verschleierung und was Illusion ist, alla ETA Hoffmanns Sandmann. Der geplagte Geist des Vaters und die Totengräber erinnern eher an Hamlet, der Schreibstil ist trotz seiner "Altbackenheit" flüssig zu lesen und die Beschreibungen sind poetisch. Araber werden erdgebunden dargestellt, verloren gehend in der neuen Situation und Juden, tja. . . eher nach außen hui, innen pfui. Dann auch noch das "versagte Heldenelement", welches wir auch von Das Leben des Galilei kennen: Was wäre passiert, wäre das Gut nicht aus der Hand gegeben worden? Hätte das den Sieg der Araber bedeutet? Und den Verlust der Kolonien? Wie ihr seht, vergleiche ich das Buch mit großen Werken und genau als das sehe ich auch dieses Buch an.

    Das Cover passt im übrigen sehr gut zu dem Buch, wunderschöne Orangen, doch wer weiß, ob sie innen nicht doch faul sind

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    SunshineRoses avatar
    SunshineRosevor 8 Jahren
    Rezension zu "Das Haus der Rajanis" von Alon Hilu

    Der jüdische Agrarwissenschaftler Issac begibt sich mit seiner Frau auf den Weg nach Jaffa um dort ein neues Leben zu beginnen. Deren Start in ihrer neuen Heimat verläuft jedoch nicht reibungslos, da schon bei ihrer Ankunft die Spannungen zwischen den palästinensischen Arabern und den neu ankommenden Juden deutlich werden.
    Wer allerdings hofft, mit Alon Hilus Roman „Das Haus der Rajanis“ einen Roman gefunden zu haben, der den schon lange schwelenden Konflikt zwischen Palästinensern und Arabern näher beleuchtet, der wird enttäuscht werden. Über die Geschichte und die Kulturen dieser Bevölkerungsgruppen wird nur wenig berichtet. Schließlich tritt schon frühzeitig der junge Araber Salach in Issacs Leben, der von Selbstmordgedanken gequält und geistig mehr als verwirrt erscheint. Salachs Mutter bittet Isaac, sich ein wenig um den Jungen zu kümmern, da er sich in seiner Anwesenheit wohl ein wenig besser fühle. Als sich Salchas Mutter und Isaac näher kommen, wandelt sich Salachs Liebe zu Hass und Eifersucht gegenüber Isaac. Der Autor bricht somit den Konflikt der unterschiedlichen Kulturen auf ein Einzelschicksal herunter, welches wohl nur bedingt repräsentativ ist.
    Nichtsdestotrotz empfang ich diesen Roman als einen –im positiven Sinne – sehr außergewöhnlichen. Verfasst ist er in Form von Tagebucheinträgen von Isaac, wie auch von Salach. So bekommt man einen sehr guten Einblick in Isaacs Empfindungen sowie in die Psyche des Jungen. Auch wenn es bei Salachs Einträgen immer schwierig ist zwischen Realität und Wahnsinn zu unterscheiden, so macht vielleicht genau dies den Reiz aus, weiterzulesen. Schließlich möchte man wissen, was wirklich passiert ist und ob der Hass auf Isaac noch dramatischere Wendungen nach sich zieht.
    Die Sprache ist zu Beginn vielleicht ein wenig gewöhnungsbedürftig, da der hier verwendete Stil wohl schon recht alt sein dürfte und durch aus unserer Perspektive „verdrehte“ Satzstellungen und teilweise unglaublich lange Schachtelsätze befremdlich wirkt. Aber genau dies gefällt mir an dem Roman so gut. Schließlich gewöhnt man sich nach ein paar Seiten an diesen Stil und außerdem ist es eine willkommene Abwechslung zu all den Romanen, die sprachlich gesehen ebenso von Schülern der Mittelstufe hätten verfasst werden können. Hinzu kommt, dass der Roman Ende des 19. Jahrhunderts spielt und dieser so eben viel authentischer wirkt.
    Auch wenn mich Isaacs Geschichte und die Sprache des Romans schnell in ihren Bann gezogen haben, so hätte der Autor noch viel mehr aus seinem Roman machen können. Ziemlich schnell vertieft er sich nämlich nur auf die Beziehung zwischen dem Jungen und Isaac. Was um die beiden herum geschieht, kommt um einiges zu kurz und der Leser hat das Gefühl, dass die Geschichte einfach nicht vollständig erzählt wurde. So fragt man sich, welche Probleme Esther eigentlich mit ihrem Mann hat, dass sie so lange auf Abstand zu ihm geht. Und was erzählt Isaac ihr eigentlich, warum er sich die ganze Zeit auf dem Gut der Rajanis aufhält? Solche und ähnliche Fragen bleiben leider unbeantwortet.
    Nichtsdestotrotz kann ich den Roman all jenen empfehlen, die sich gerne mal eine etwas anspruchsvollere Lektüre zu Gemüte führen möchten und auch vor den wahnsinnigen Gedanken eines Jungen nicht zurückschrecken.

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