Alonso Cueto Das Flüstern der Walfrau

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Inhaltsangabe zu „Das Flüstern der Walfrau“ von Alonso Cueto

Als Véronica nach 25 Jahren ihrer früheren Klassenkameradin Rebeca wieder begegnet, ist ihr erster Impuls zu fliehen, denn Rebeca, "die Walfrau", ist dicklich, einsam und eine Außenseiterin. Aber so sehr sich Véronica auch darum bemüht, wird sie ihre gemeinsame Geschichte doch nicht los - und Rebeca folgt ihr plötzlich überallhin ... Ein feinfühliges Porträt zweier Frauen, die durch Freundschaft und Hass miteinander verbunden sind.

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  • Rezension zu "Das Flüstern der Walfrau" von Alonso Cueto

    Das Flüstern der Walfrau
    HeikeG

    HeikeG

    12. August 2008 um 20:59

    Überlebende der Erinnerung Auf einer dienstlichen Geschäftsreise nimmt auf dem Rückflug eine extrem dicke Frau neben Verónica - um die Vierzig, Journalistin im Ressort Internationales einer Zeitung - Platz. Es ist ihre alte Schulfreundin Rebeca, ein Mädchen, welches schon in der Kindheit für ihr Anderssein von vielen, zuweilen auf grausamste Art und Weise, gehänselt wurde. Verónica jedoch fühlte sich zu ihr hingezogen. Doch diese Freundschaft durfte nur im Verborgenen blühen. Denn Verónica wollte nicht, dass man sie wegen dieses Pummelchens in sackartigen Kleidern aus der kindlichen, später jugendlichen Gemeinschaft ausstößt. Verónica ist mit dieser neuerlichen, alten Bekanntschaft überfordert und verweigert ihr Erkennen. Doch bei diesem einmaligen, zufälligen (?) Treffen soll es nicht bleiben. Von nun an scheint Rebeca Verónicas Leben zu okkupieren. Sie ruft im Büro an, schreibt ihr Mails, taucht wie aus dem Nichts bei Veranstaltungen auf, denen auch Verónica beiwohnt und hat zu allem Übel auch noch die Wohnung über ihrem Liebhaber bezogen. Zwei Frauen wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Die eine - zwar reich und erfolgreiche Managerin - aber fresssüchtig, einsam und mit fast schizophrenen Verhaltensweisen. Die andere attraktiv, sportlich, verheiratet, wenn auch nicht sehr glücklich, mit einem wohlerzogenen Sohn, mit vielen Freundinnen und Erfüllung im Beruf. Doch der Schein trügt. Auf Verónica lastet die Schuld eines Verrates an dieser Freundschaft. In einer äußerst raffinierten zirkularen Erzählstruktur (der Anfang des Buches ist zugleich die homogene Fortsetzung des Endes und weist bereits auf ein blutiges Vorkommnis hin) schildert eine Frau rückblickend ihre eigenen Erlebnisse im Jahr 2005 in Perus Hauptstadt Lima, gepaart mit immer dichter werdenden Reminiszenzen ihrer Vergangenheit, die sie als Notizen und Fragmente in einem Tagebuch gesammelt und einer Freundin übergeben hatte. Diese wiederum lässt sie einem Schriftsteller (Alonso Cueto) zukommen und so liegen sie dem Leser jetzt vor. Wie einen bedrohlichen Schatten senkt Cueto die zunehmenden, schmerzhaften Erinnerungen Verónicas bis zum schmählichen Verrat an ihrer Freundin über das Szenario. Unprätentiös, spartanisch, karg und glasklar die Sprache. Kurze prägnante Sätze ohne Schnörkel und weit schweifende und ausladende Beschreibungen sind das Markenzeichen des Autors. Die "Handlung" ist Verknappung auf das Allernotwendigste, jedoch mit ungeheurer Tiefenschärfe und Aussagekraft: Analyse statt Bebilderung. Alonso Cueto benötigt nur zwei, drei Bleistiftstriche um eine Situation zu umreißen und einzugrenzen. Matthias Strobel hat diese großartige Literatur aus Peru vorzüglich aus dem Spanischen ins Deutsche übertragen.

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