Alvydas Šlepikas Der Regengott und andere Erzählungen

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Inhaltsangabe zu „Der Regengott und andere Erzählungen“ von Alvydas Šlepikas

Die neun Erzählungen des litauischen Meistererzählers Alvydas Šlepikas entführen in ein Dorf irgendwo in der litauischen »Provinz«. Mit viel Einfühlungsvermögen und Liebe zum Detail erzählt der Autor aus den verschiedenen Perspektiven seiner Helden in authentischer Weise leicht surrealistisch wirkende Geschichten, die zu fesseln vermögen. Unversehens wird der Leser von dieser nicht ganz alltäglichen Alltagswelt »eingesogen«, der er nur schwerlich wieder entrinnen kann.

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  • Toller Einblick in die litauische Literatur!

    Der Regengott und andere Erzählungen
    storiesonpaper

    storiesonpaper

    24. March 2017 um 09:22

    „Der Regengott und andere Erzählungen“ von Alvydas Šlepikas (mitteldeutscher verlag) beinhaltet verschiedene Kurzgeschichten, die sich mit dem Leben der Bewohner eines litauischen Dorfes befassen. Pünktlich zum Gastlandstatus Litauens auf der Leipziger Buchmesse ist diese Sammlung damit ein idealer Einstieg in die litauische Literatur. „Der Regengott und andere Erzählungen“ fängt scheinbar harmlos an. Das Dorf ist umgeben von der Natur und das Leben hier geprägt von den verschiedensten Einwohnern. Die ersten Kurzgeschichten vermitteln so den Eindruck einer funktionierenden Gesellschaft, in der es zwar hier und da Ausbrüche gibt, die aber dennoch fast schon Bullerbü-artig erscheint. Man feiert Feste, trifft sich zu Traktorrennen und lässt die Kinder frei herumstromern. Zur Mitte des Buches zeigen sich dann die gängigen Motive: Neid, Missgunst, Eifersucht und Streit sowohl unter Familien als auch unter Nachbarn. Wie auch in anderen Dörfern trügt die Idylle. Alkoholismus, Diebstahl und Schlägereien finden auch hier ein Zuhause und die Geschichten werden düsterer. Zum Ende hin rutscht der Autor dann in eine surreale Ebene, wenn beispielsweise eine einnehmende Mutter auf dem Weg nach Hause von einem Monster verschlungen wird oder ein Feuerfuchs ein Kind zum verstorbenem Vater führt. Eindrucksvoll gelingt es Šlepikas, das Dorfleben zu porträtieren, sodass das litauische Leben auf dem Land gar nicht mehr so fremdartig und weit erscheint. Die Kurzgeschichten des Autors machen definitiv Lust auf mehr und seinen Roman „Mein Name ist Maryte“, der im September ebenfalls im mitteldeutschen verlag erschien, habe ich gleich auf meine Wunschliste gepackt. Šlepikas´ Geschichten laden ein, ein Stück litauische Gesellschaft mitzuerleben und sich von den Figuren anstecken zu lassen. Sie alle haben ihre Wünsche und Träume und obwohl die Hauptstadt Vilnius nicht weit ist und mit dem modernen Großstadtleben lockt, scheint im Dorf die Zeit stehengeblieben zu sein. Mir haben die Kurzgeschichten insgesamt sehr gut gefallen und ich empfehle sie gerne weiter.

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