Alvydas Šlepikas Mein Name ist Marytė

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Inhaltsangabe zu „Mein Name ist Marytė“ von Alvydas Šlepikas

Einer beginnt den Krieg, einer geht als Sieger hervor, Witwen und Kinder aber zählen stets zu den Verlierern. Der Zweite Weltkrieg fand ein Ende, sie haben ihn verloren, denn die Gefallenen waren ihre Väter, die Witwen ihre Mütter. Die Welt war voller Wut und ermattet. Und sie – nur Kinder. Wolfskinder. Alvydas Šlepikas’ Roman 'Mein Name ist Maryteÿ' erzählt in berührender Weise die lange in Vergessenheit geratene Geschichte ostpreußischer Kinder nach dem Zweiten Weltkrieg, nach dem Einmarsch der Roten Armee. Von Hunger und materieller Not getrieben, gingen sie über die Memel nach Litauen, um dort bei Bauern um Essen und Obdach zu betteln oder auch bei diesen für Brot und Unterkunft zu arbeiten. Der Roman beruht auf langen Gesprächen des Autors mit diesen Wolfs kindern, von denen nicht wenige von litauischen Familien großgezogen wurden und einige bis heute im Land leben. Ein Buch über Liebe, Mitgefühl und Erinnerung.

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    Mein Name ist Marytė

    Lariluna

    25. March 2017 um 17:57

    Das Thema dieses recht kurzen, aber dafür umso eindringlicheren Romans ist ein deutsch-litauisches. Tja, Litauen, was weiß man schon über dieses kleine baltische Land? Ich weiß jetzt eine Sache mehr, eine Thematik, die sowohl in Deutschland als auch in Litauen in aller Aufklärung, die nach dem Zweiten Weltkrieg betrieben worden ist, wenig bis gar nicht beachtet wurde und doch das Schicksal einiger Tausend (genaue Zahlen liegen nicht vor)  Kinder betraf: Das damalige Ostpreußen, heute Polen, trennt der Fluss Memel von Litauen. 1945 mit dem Vormarsch der Roten Armee wurde ein ohnehin schon armseliges Ostpreußen, das unter Schnee begraben lag, zu einer offensichtlichen Hölle für die dort lebenden Deutschen. Es herrschte Hunger, ganz abgesehen von der Besatzung. Viele Kinder blieben elternlos zurück, die meisten anderen konnten ihre Eltern nicht ernähren. Also schickte man sie in das benachbarte Litauen, einmal über die vereiste Memel, um dort bei den Bauern um Essen zu bitten, eventuell gegen Arbeitskraft, und es zu ihren Familien zurückzubringen. Oder gar auf dass sie in Litauen blieben und dort womöglich ein neues Zuhause fänden. Der Roman „Mein Name ist Maryte“ erzählt die Geschichte(n) dieser Kinder exemplarisch an seinen Protagonisten, die von ihrer verzweifelten Mutter über die Memel geschickt werden oder sich auf eigene Faust dorthin aufmachen – so die kleine Renate. Ihr Bruder durfte – musste – gehen, sie geht, obgleich sie noch nicht einmal zehn Jahre alt ist, den gleichen Weg. Renate hat Glück – ein litauisches Ehepaar nimmt sie auf, und das, ohne von ihr zu verlangen, harte Arbeit zu verrichten. Sie versorgen sie gut. Renate ist für sie ein lang ersehntes Kind. Doch Renate kann nicht Renate bleiben – das Ehepaar gibt ihr den Namen Maryte. Ein typischer Mädchenname in Litauen. Ein Name, mit dem sie nicht auffällt. Ein Name, der beispielhaft steht, für all die Wolfskinder, die ähnliche oder andere Geschichten erlebt haben. Doch ein deutsches Kind bei sich aufzunehmen, ist gefährlich – die sowjetischen Soldaten bestrafen jeden schwer, den sie dabei erwischen. Und nicht mal die eigene Schwester ist Renates neuer Ersatzmutter wohlgesinnt… Der Autor Alvydas Šlepikas wagt sich mit diesem Buch nicht nur an ein in der Literatur noch nicht verarbeitetes Thema heran. Dieses Thema gilt es schließlich auch, auf eine ganz besondere Art und Weise zu vermitteln, denn es ist grausam und viele Szenen enthüllen die Kälte und den Hass, der den Menschen innewohnt. Auf langen Wegen durch Eis und Schnee haben Renate und ihresgleichen viel Zeit zum Nachdenken, zum Nachdenken über Dinge, die für Kinder eigentlich noch gar nicht existieren sollten. Und Šlepikas gelingt es, diese Gedanken, diese einschneidenden und oft furchtbaren Erlebnisse auf authentisch und sehr behutsame Weise aus der Sicht der Wolfskinder zu schildern. Noch heute gibt es Wolfskinder – solche, die sich heute (wieder) als Deutsche bezeichnen und vielleicht die verbliebenen Familienmitglieder wieder gefunden haben. Und solche, die ihr Leben lang in Litauen geblieben sind, die mit einer zerrissenen Identität leben. Für seinen Titel hat der Autor mit einigen von ihnen lange Gespräche geführt.

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