Amélie Nothomb

 3,9 Sterne bei 1.786 Bewertungen
Autorin von Böses Mädchen, Reality-Show und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Amélie Nothomb

Ein bewegtes Leben, das Inspiration für zahlreiche Geschichten bietet: Amélie Nothomb wurde 1967 in Japan geboren und verbrachte dort die ersten fünf Jahre ihres Lebens. 

Da ihr Vater Diplomat war, reiste die Familie viel und lebte u.a. in Japan, China, den USA und Burma. Erst als Nothomb 17 war, reiste sie das erste Mal nach Europa, wo sie einen drastischen Kulturschock erlebte und sich, obwohl sie europäischer Abstammung war, als Fremde fühlte. 

An der Universität in Brüssel studierte sie Romanistik. 1992 veröffentlichte sie ihren ersten Roman „Die Reinheit des Mörders“ und setzte damit ihre Karriere als Schriftstellerin in Gang. 

Mit 21 Jahren kehrte sie nach Japan zurück und arbeitete für einige Zeit in einem Konzern. Jedoch scheiterte ihr Berufsleben im Land der aufgehenden Sonne, was sie in ihrem Roman "Mit Staunen und Zittern" verarbeitet. In Japan lernte sie auch ihren späteren Verlobten kennen. Von dieser Beziehung berichtet sie in ihrem Buch "Der japanische Verlobte." 

Aber ebenso wie in Europa fühlte sie sich hier fremd und hatte kulturelle Schwierigkeiten. Nach einigen Jahren in Japan kehrt sie wieder nach Brüssel zurück, wo sie bis heute lebt.

Neue Bücher

Cover des Buches Klopf an dein Herz (ISBN: 9783257245868)

Klopf an dein Herz

 (1)
Neu erschienen am 23.06.2021 als Taschenbuch bei Diogenes.

Alle Bücher von Amélie Nothomb

Cover des Buches Böses Mädchen (ISBN: 9783257235524)

Böses Mädchen

 (153)
Erschienen am 25.07.2006
Cover des Buches Kosmetik des Bösen (ISBN: 9783257234756)

Kosmetik des Bösen

 (130)
Erschienen am 26.07.2005
Cover des Buches Mit Staunen und Zittern (ISBN: 9783257233254)

Mit Staunen und Zittern

 (134)
Erschienen am 28.06.2002
Cover des Buches Reality-Show (ISBN: 9783257239430)

Reality-Show

 (144)
Erschienen am 21.07.2009
Cover des Buches Der Professor (ISBN: 9783257061079)

Der Professor

 (110)
Erschienen am 01.10.1998
Cover des Buches Quecksilber (ISBN: 9783257233827)

Quecksilber

 (111)
Erschienen am 27.02.2004
Cover des Buches Töte mich (ISBN: 9783257069891)

Töte mich

 (92)
Erschienen am 23.08.2017
Cover des Buches Im Namen des Lexikons (ISBN: 9783257234558)

Im Namen des Lexikons

 (91)
Erschienen am 26.11.2004

Videos zum Autor

Neue Rezensionen zu Amélie Nothomb

Cover des Buches Klopf an dein Herz (ISBN: 9783257070866)himbeerbels avatar

Rezension zu "Klopf an dein Herz" von Amélie Nothomb

Die Liebe in ihren unterschiedlichen Ausprägungen
himbeerbelvor 2 Tagen

Für ein kurzes Buch von Amélie Nothomb ist ja immer Zeit. Umso mehr freute ich mich auf ihren gerade erst als Taschenbuch erschienenen Roman „Klopf an dein Herz“. Die knapp 150 Seiten sind schnell gelesen, aber lesetechnisch deshalb noch lange kein Fast Food.


Der Klappentext verrät: Diane hat es als Kind nicht leicht, denn ihre Mutter lehnt sie ab. Die Schwester hingegen ist Mutters Liebling. Trotzdem entwickelt sich Diane zu einer starken Persönlichkeit. Sie wird Kardiologin und kümmert sich um kranke Herzen, ganz im Sinne des Dichters Alfred de Musset, der sagte: ‚Klopf an dein Herz, denn da sitzt dein Genie.‘ Doch damit entfesselt sie zerstörerische Kräfte.


Im Mittelpunkt stehen einerseits Eifersucht, Neid und Verachtung, aber es ist auch ein Roman über die Liebe in ihren unterschiedlichen Ausprägungen: Die übersteigerte Selbstliebe bis hin zum Narzissmus, das Krankmachende der fehlenden, aber auch der überdosierten Mutterliebe, das herzerwärmende der Freundschaft bis hin zur Liebe an den Menschen allgemein. Was hier vielleicht ein wenig schmalzig klingen mag, versteht die Autorin auf ihre unvergleichlich lakonische, manchmal auch bösartige Art, unterhaltsam in Szene zu setzen.


Der Erzählton ist gelegentlich ein wenig märchenhaft und doch hat man beim Lesen den Eindruck, dass diese schöne, aber zuweilen auch recht traurige Geschichte durchaus der Realität entspringen könnte. Die Charaktere sind überwiegend sympathisch und selbst für die ungeliebten Personen entwickelt sich meist ein gewisses Verständnis, das dafür sorgt, dass man ihr Handeln zwar nicht gut heißt, es jedoch im Großen und Ganzen nachvollziehen kann.


Insgesamt ist Amélie Nothomb mit „Klopf an dein Herz“ trotz schwierigem Thema ein weiterer amüsanter Roman gelungen, der mit in die dunklen Bereiche der Psyche nimmt und den ich Fans der Autorin durchaus empfehlen kann.

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Cover des Buches Klopf an dein Herz (ISBN: 9783257245868)Filip2806s avatar

Rezension zu "Klopf an dein Herz" von Amélie Nothomb

Ein trauriges Schicksal
Filip2806vor 7 Tagen

Wie kann sich ein Kind fühlen, wenn es von der eigenen Mutter vernachlässigt wird?

Dieses Schicksal widerfährt der erstgeborenen Tochter Diane. Während die Mutter ihrem Bruder sowie ihrer Schwester die volle Aufmerksamkeit schenkt, wächst Diane ohne Liebe auf. Trotzdem bleibt aber die junge Frau stark und kämpft sich durch. Sie verfolgt ihre Ziele und wird somit zu einer starken Persönlichkeit. Schon immer wollte sie Kardiologin werden und kann sich nun endlich den Traum erfüllen. Doch dabei merkt sie, dass sie hierbei auch mit Negativität konfrontiert wird.

Mit „Klopf an dein Herz“ schreibt die Autorin einen sehr bewegenden aber auch kurzen Roman, indem die Liebe aus dem Elternhaus zum Hauptthema wird. Auf den knappen 150 Seiten stellt sie das Leben der erstgeborenen Tochter Diana dar. Wir begleiten sie durch verschiedene Phasen ihres Lebens und erfahren, inwiefern sie von ihrer eigenen Mutter abgelehnt wird. Ein Schicksal, welches man keinem Menschen auf dieser Welt wünschen möchte. Doch Diana bleibt stark und wir dürfen besonders ihre psychische Entwicklung ihre Reife verfolgen. Auch wenn keine Tiefe vorliegt, ist dieses Buch sehr interessant geschrieben. So gefiel mir sehr der psychologische Hintergedanke dieses Buches, dass man auch aufgrund einer toxischen Beziehung, trotzdem sich normal weiterentwickeln kann. Sehr interessante Ansatzpunkte liegen vor, die auch nach dem Beenden dieses Buches zum weiteren Denken anregen.

Nichtsdestotrotz tat ich mich zu Beginn des Buches mit der Reife von Diana schwierig. Ich hatte das Gefühl, dass es recht unrealistisch erschien, dass sie als Kind recht philosophische sowie therapeutische Ansätze kennt, die meines Erachtens nach, nicht für ihr Alter passen. Zudem hätte ich mir im Verlauf des Buches die ein oder andere zusätzliche unvorhersehbare Wendung gewünscht.

Fazit: Auch, wenn es für mich ein sehr bewegendes Thema war und der Hintergedanke total interessant ist, störte mich zu Beginn die fehlende Authentizität sowie der ein oder andere unerwartende Moment beim Lesen. Trotzdem ist es ein sehr ruhiges und vielseitiges Buch, welches man in einem Schwung gut durchlesen kann. Deswegen gebe ich dem Buch drei Sterne, Tendenz nach oben.

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Cover des Buches Töte mich (ISBN: 9783257069891)jenvo82s avatar

Rezension zu "Töte mich" von Amélie Nothomb

Jugend hat keine Tugend
jenvo82vor einem Monat

„Sérieuse hatte ihn mit Agamemnon und Iphigenie geschlagen. Nun tauchten aus seinen rudimentären Erinnerungen an den Religionsunterricht Abraham und Isaak auf. Ein Hoffnungsschimmer streifte ihn, machte aber bald einem noch tieferen Schmerz Platz.“

Inhalt

Graf Henri Neville steckt in der Zwickmühle: Denn nachdem ihm eine Wahrsagerin prophezeit hat, dass er auf seiner letzten Garden Party auf seinem stattlichen Anwesens zum Mörder eines Gastes werden wird, überlegt er krampfhaft, wie so ein Mord standesgemäß ablaufen könnte und wer überhaupt das passende Opfer wäre. Ihn schreckt es nicht, dass er nach vollbrachter Tat ins Gefängnis gehen muss, denn er ist ohnehin verarmt und der Landbesitz eine einzige Schuldenfalle. Doch Graf Neville hat schon von Kindesbeinen an den Grundsatz der gehobenen Gesellschaftsschicht verinnerlicht: es spielt keine Rolle, welche Taten du verübst, solange sie moralisch vertretbar sind. Leider gibt es unter den geladenen Gästen zwar viele mögliche Opfer, aber keines scheint das geeignete. Als ihn seine  verschrobene jüngste Tochter Sérieuse das Angebot macht, doch sie zu töten, statt eines Fremden, eröffnen sich ganz neue Perspektiven. Wäre da nicht sein schlechtes Gewissen und die unsagbare Strafe, die es ihm nach der Tat bis ans Ende seines Lebens unmöglich machen würde, seine persönlichen Ansprüche zu erfüllen …

Meinung

Dieser kleine, feine Roman mit gerade mal 111 Seiten Umfang konnte mich sehr begeistern, denn die 1967 geborene belgische Diplomatentochter Amélie Nothomb, die bereits zahlreiche Romane veröffentlicht hat, spinnt hier ein diffiziles Kammerspiel, welches sich zum gedanklichen Schlagabtausch zwischen Vater und Tochter entwickelt. Einerseits ist dieses Buch zeitlos und universell, weil es nichts weiter als ein moralisches Gedankenexperiment ist, andererseits wirkt es märchenhaft-leicht und absolut unterhaltsam, weil es so ohne Rahmenhandlung und Kenntnis der näheren Umstände auskommt. Für die Entwicklung der Protagonisten bleibt wenig Raum, man erfährt als Leser nur ein paar Hintergründe, die nicht genügen, um die Motivation der 17-jährigen Tochter tatsächlich nachzuvollziehen. Stattdessen konzentriert sich die Autorin auf den Aspekt des Standesdünkels und so manch skurriler Begebenheit, die eine so haarsträubende Idee schließlich in einem ganz anderen Licht erscheinen lässt. 

Fazit

Ich habe mich hier bestens unterhalten gefühlt und einen leichten, beschwingten Roman gelesen, der ein eigentlich unvorstellbares Dilemma auf die humoristische Art und Weise löst und vergebe gerne 5 Lesesterne. Sicherlich ist das keine besonders anspruchsvolle Lektüre mit Tiefgang, allerdings tut das dem Lesevergnügen keinen Abbruch, insbesondere wenn man sich auf dieses Experiment mit den Möglichkeiten und Unvorstellbarkeiten einlässt.

 Gerne hätte dieses Buch noch ein paar mehr Seiten haben dürfen und vielleicht noch einen kleinen Ausblick in das Beziehungsgeflecht der Familie Neville nach dem Ende der Garden Party liefern können, doch auch so passt es wunderbar. Von der Autorin werde ich gewiss noch weitere Bücher lesen – dieses hier hebt sich positiv von der Menge der Bücher ab, die ich sonst in den Händen halte und lässt jegliche Schwere vermissen, was für mich normalerweise immer ein Kritikpunkt ist, nicht jedoch, wenn so klar erkennbar ist, in welche Richtung eigentlich argumentiert werden soll.

 

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Zusätzliche Informationen

Amélie Nothomb wurde am 10. August 1967 in Kōbe (Japan) geboren.

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