Amélie Nothomb

 3.9 Sterne bei 1.531 Bewertungen
Autorin von Böses Mädchen, Reality-Show und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Amélie Nothomb

Ein bewegtes Leben, das Inspiration für zahlreiche Geschichten bietet: Amélie Nothomb wurde 1967 in Japan geboren und verbrachte dort die ersten fünf Jahre ihres Lebens. Da ihr Vater Diplomat war, reiste die Familie viel und lebte u.a. in Japan, China, den USA und Burma. Erst als Nothomb 17 war, reiste sie das erste Mal nach Europa, wo sie einen drastischen Kulturschock erlebte und sich, obwohl sie europäischer Abstammung war, als Fremde fühlte. An der Universität in Brüssel studierte sie Romanistik. 1992 veröffentlichte sie ihren ersten Roman „Die Reinheit des Mörders“ und setzte damit ihre Karriere als Schriftstellerin in Gang. Mit 21 Jahren kehrte sie nach Japan zurück und arbeitete für einige Zeit in einem Konzern. Jedoch scheiterte ihr Berufsleben im Land der aufgehenden Sonne, was sie in ihrem Roman "Mit Staunen und Zittern" verarbeitet. In Japan lernte sie auch ihren späteren Verlobten kennen. Von dieser Beziehung berichtet sie in ihrem Buch "Der japanische Verlobte." Aber ebenso wie in Europa fühlte sie sich hier fremd und hatte kulturelle Schwierigkeiten. Nach einigen Jahren in Japan kehrt sie wieder nach Brüssel zurück, wo sie bis heute lebt.

Neue Bücher

Die Kunst, Champagner zu trinken

Erscheint am 20.03.2019 als Hardcover bei Diogenes.

Alle Bücher von Amélie Nothomb

Sortieren:
Buchformat:
Böses Mädchen

Böses Mädchen

 (142)
Erschienen am 25.07.2006
Kosmetik des Bösen

Kosmetik des Bösen

 (114)
Erschienen am 26.07.2005
Mit Staunen und Zittern

Mit Staunen und Zittern

 (121)
Erschienen am 28.06.2002
Reality-Show

Reality-Show

 (131)
Erschienen am 21.07.2009
Der Professor

Der Professor

 (99)
Erschienen am 01.10.1998
Quecksilber

Quecksilber

 (104)
Erschienen am 27.02.2004
Töte mich

Töte mich

 (77)
Erschienen am 23.08.2017

Videos zum Autor

Neue Rezensionen zu Amélie Nothomb

Neu

Rezension zu "Happy End" von Amélie Nothomb

„Riquet mit der Locke“
Literaturwerkstatt-kreativvor 12 Tagen

Literaturwerkstatt- kreativ / Blog“ stellt vor:

Happy End“ von Amélie Nothomb

Frankreich - Paris

Es geht einmal um Déodat, Sohn von Énide und Honorat. Déodats Aussehen ist von solch absoluter Hässlichkeit, das er bei denen die ihn zu Gesicht bekommen erst einmal Entsetzen hervorruft. Allerdings hat er einen überdurchschnittlichen IQ und ist ein kleines Genie. Aufgrund seiner Hässlichkeit hat er es in der Schule natürlich nicht leicht. Da er jedoch schon früh um seine Hässlichkeit weiß, ist es ihm egal dass sein Mitschüler ihn meiden. Er wird zum Einzelgänger und entwickelt eine Vorliebe für Vögel. In einsamen Stunden fängt er an Diese zu beobachten. Später studiert er an der Sorbonne Biologie und wird Ornithologe.

Anders Trémière, Tochter von Rose und Lierre. Da beide Elternteile arbeiten und keine Zeit für ihre Tochter haben, wächst diese bei ihrer Großmutter Passerose auf. Rose ist von einer außergewöhnlichen Schönheit und erregt bei allen gleich schieres Erstaunen. Aber so schön Rose auch ist, umso weniger Intelligenz besitzt sie. Auch sie hat daher während der Schulzeit keine Freunde und wird zur Einzelgängerin. Durch ihre Großmutter entwickelt sie ein Vorliebe für Juwelen und wird später Hand- und Halsmodel für Edelsteine.

Durch Zufall lernen die beiden, Déodat und Trémière, sich bei einer Talkshow kennen.


Fazit:

Amélie Nothomb hat mit „Happy End''' eine Parallele zu Charles Perraults Märchen „Riquet mit der Locke“ geschaffen. Sie bringt das alte Märchen quasi in eine moderne Fassung. Intelligenz oder Schönheit, womit kommt man besser durchs Leben; Diese These steht im Raum. Die Autorin macht in ihrem Buch anhand der beiden Protagonisten sehr deutlich, dass man es erheblich schwerer hat, wenn man mit irgend einer Eigenschaft, oder einem Merkmal besonders hervorsticht. Zuviel Intelligenz, zu viel Hässlichkeit, zu viel Schönheit, zu viel Dummheit - wird von Anderen nicht gerne gesehen. Déodat und Trémière werden quasi von der Gesellschaft zu Außenseitern gemacht. Werden aber dadurch - durch ihre Position als Einzelgänger - zu stillen Beobachtern dieser Gesellschaft. Sie können vom Rand aus beobachten und erhalten so einen viel schärferen Blick – nicht nur schwarz und weiß - sondern einen der viele Facetten hat. Die Beiden erkennen meist den „wahren“ Menschen, weil sie den Blick hinter die Fassade wagen. Die Autorin hat sich an ein Thema gewagt, das immer aktuell ist und sein wird. Schönheit und Intelligenz eine Auseinandersetzung, und letztendlich auch ein kleiner philosophischer Diskurs.

Amélie Nothomb hat allerdings einen Erzählstil, der auch polarisiert. Immer am Rande von Klischee und starken Übertreibungen, Humor bis hin zum Sarkasmus und in ihre Erzählweise absolut direkt. Es gibt keine Umschreibungen von Dingen, es wird alles gleich auf den Punkt gebracht. Mir liegt diese Art des Erzählens und ich mag auch das fast schon stakkatoartige einsetzten ihrer Sätze. Kurz und Knapp, aber mit viel Würze. Ihr gelingt es hervorragend, das Humorvolle und Skurrile mit einer Ernsthaftigkeit zu verbinden, dass man als Leser sozusagen zum Nachdenken gezwungen wird. Ein anspruchsvolles Buch, welches trotzdem bestens unterhält.

„Happy End“ ist ein sehr kurzweiliges Buch, welches man gut in einem Rutsch durchlesen kann. Mir hat die moderne Märchenfassung von Amélie Nothomb sehr gut gefallen. Es war mein erstes Buch von ihr, aber bestimmt nicht mein Letztes.


https://literaturwerkstattkreativblog.wordpress.com/2019/01/12/happy-end-von-amelie-nothomb/


Besten Dank an den „Diogenes Verlag“ für das Rezensionsexemplar.

Kommentare: 1
110
Teilen

Rezension zu "Happy End" von Amélie Nothomb

Vögel lieben Schmuck
Daphne1962vor 12 Tagen

Amelie Nothomb schreibt viele Bücher. Sie sind alle recht dünn,
aber sie haben viel Inhalt zu bieten sozusagen. Mittlerweile bin
ich ein richtiger Fan dieser außergewöhnlichen Französin geworden.

Happy End ist wieder mal angelehnt an ein Märchen. Die Autorin
entwickelt dabei so viel Phantasie, dass sie daraus eine eigene
Kreation erschaffen hat, die allerdings sprachlich außerordentlich
phantasievoll ist. Sie wirft mit originellen Wörtern nur so um sich.

Zum Inhalt der Geschichte:
Deodat ist wahnsinnig klug, ein einsamer Sonderling. Eines Tages entdeckt  er eine Leidenschaft für Vögel. Er wird Ornithologe. Aber kein gewöhnlicher.  Ein Frauenheld ist er geworden, trotz seines Aussehens. Er lässt die  Frauen leiden. Als er sich eines Tages unsterblich verliebt bemerkt er  seinen Fehler im Umgang mit den verflossenen Frauen. 

Die schöne Tremier wächst bei ihrer Großmutter auf und gilt in der
Schule schon als Sonderling und dumm. Das sich eines Tage die Wege der L eiden so unterschiedlichen Menschen treffen werden ist vorprogrammiert.  Dennoch war der Tag als es geschah alles andere als normal.  

Bewertung:

Amelie Nothomb schreibt tiefgründige Märchen auf eine eigene
intelligente Art, dass man einfach sagen muss....lesen und selbst urteilen!  Mittlerweile war das mein 6. Buch der Autorin und zum Glück kann
ich noch mehr finden. 

Kommentieren0
5
Teilen
A

Rezension zu "Töte mich" von Amélie Nothomb

Rezension "Töte mich"
artist_levor 12 Tagen

Rezension „Töte mich“


"Doch die Vorstellung, dass er einen seiner Gäste töten könnte, entsetze Neville. Das macht man nicht. Und ausgerechnet bei der letzten Garden Party auf 'Le Pluvier' sollte ihm ein solcher Fehler unterlaufen!"

Graf Henri Neville lebt mit seiner wunderschönen Frau, die er mehr als alles andere liebt, sowie seinen drei Kindern Oreste, Électre und Sérieuse irgendwo in den belgischen Ardennen auf dem Familienschloss Château de Pluvier. Schon früh musste er lernen, dass der gesellschaftliche Status über allem steht, so entwickelte er sich zu einem begnadeten Gastgeber für Veranstaltungen. Seine alljährliche Gartenparty am Ostersonntag ist jedes Jahr in aller Munde, jeder der etwas auf sich hält nimmt die Einladung mit Freude an. Doch nun sind die Nevilles bankrott, können das Schloss nicht halten und geben die letzte dieser Veranstaltung, ein besonderes Ereignis für den Grafen.


Einige Tage zuvor jedoch, die Planungen laufen auf Hochtouren, wird die 17 Jährige Sérieuse schlotternd vor Kälte im Wald von einer Wahrsagerin entdeckt. Sie habe dort auf dem Boden gelegen, erklärt die alte Frau anschließend dem Grafen, der gekommen ist um sie nach Hause zu holen. Er ist eigenartiges Verhalten seiner Tochter gewöhnt, erläutert in langen Monologen die Veränderung seiner ehemals geliebten Tochter von einem fröhlichen, lebensbejahenden Kind zu einem introvertierten, von dunkler Energie und pessimistischen Gedanken umgebenem, mürrischen Teenager.
Doch zusätzlich zu seiner Tochter, übergibt die Wahrsagerin ihm eine Prophezeiung. Er werde auf der anstehenden Party einen seiner Gäste eigenständig töten. Zuerst ungläubig, dann jedoch völlig schockiert reagiert der Graf auf diese Nachricht.

Jedoch besorgt ihn weniger die Tat an sich, vielmehr die Auswirkungen auf seine soziale Stellung, sowie die seiner Familie. Was sollen die Leute denken, es würde die Veranstaltung ruinieren. Er sucht nach Präzedenzfällen, der Graf rätselt welcher Gast sterben könnte, welcher es verdient hätte, geht die Gästeliste durch und fragt seine Frau, mit welchem Besucher sie zuletzt in Konflikt geraten sei.
Es findet sich jedoch keine Person, die es in seinen Augen verdient hätte zu sterben, und so durchlebt er schlaflose Nächte, existenzphilosophische Monologe und viele Krisen.


Doch dann unterbreitet seine depressiv anmutende Tochter Sérieuse ihm einen Vorschlag: wenn er schon einen Gast töten müsse, dann könnte er doch ihr das Leben nehmen. So seien zwei Probleme mit einem Schlag aus der Welt geschafft. Sie wäre ihr Leben los, welches sie ab einem Gewissen Zeitpunkt nicht mehr genießen konnte, weil sie weder Freude, noch Trauer oder körperlichen Schmerz empfindet und der Graf müsse keinen seiner Gäste töten.
Zuerst völlig abgeneigt, beginnt der Graf jedoch sich mit der Vorstellung anzufreunden, wiegt ab, gibt ihr ein Versprechen und hadert wenig später wieder mit sich. Vater und Tochter beginnen wunderbare Dialoge zu führen, in denen sie die Vor- und die Nachteile, sowie mögliche Folgen dieses völlig absurden Vorhabens erläutern.

Wahnsinnig wortgewandt und mit grandios gesetztem Witz lässt Amélie Nothomb hier ihre Figuren interagieren. Wie die kurze, auf 110 Seiten erzählte Geschichte ausgeht, möchte ich nicht verraten, lest dieses sprachliche Meisterwerk selbst.
Nothomb ist eine Meisterin darin, Figuren mit wenigen Sätzen zu zeichnen. So breitet sie Stück für Stück das Leben des Grafen Henri aus, seine Kindheit und sein Aufwachsen, seine frühere Familie und deren Hintergründe. So wird schnell klar, wieso solche Veranstaltungen eine so ungeheure Wichtigkeit für ihn darstellen.
Man versteht seine Verzweiflung darüber, eben diese Veranstaltungen durch etwas so profanes wie einen Mord ruinieren zu "müssen".

Denn nach der Prophezeiung wandelt diese sich scheinbar schnell in einen Handlungsbefehl. Aus der Tatsache, dass es geschehen wird, dass es voraus gesagt wurde zieht Graf Neville mit der Zeit den klaren Willen es auch auszuführen, durch ebendiese starke Überzeugung, dass es so kommen wird.
Ein weiterer grandioser Schachzug Nothombs ist die Beschreibung der atemberaubend schönen Landschaft, der Umgebung des Schlosses, welche durchgehend als starker Kontrast zur grauenvollen und brutalen Kernhandlung steht.

So wie in vielen ihrer Bücher bildet das Böse, die Gewalt, die Verdorbenheit der Menschen das Zentrum und wird umgeben von detaillierten Beschreibungen des Schönen. Ihre Romane sind bitterböse, voller Ironie und brillanten Dialogen, die scharfsinnig und psychologisch gewieft ebendiese Abgründe aufzeigen.
Mit feinem Witz ,der sich durch das Buch zieht behält sie den Leser bei sich, auch die Übersetzung aus dem Französischen ist grandios, voller Leichtigkeit mit interessant aufgebauten Sätzen.


Dieses Buch erinnert an ein modernes Märchen, an die Koketterie Hoffmanns, welches es dennoch schafft Fragen aufzuwerfen, den Leser einzubinden und ihn selbst vor die moralischen Abgründe zu stellen, mit denen der Protagonist konfrontiert wird.

Man glaubt der Autorin alles, beginnt Sympathie für die sympathieunwürdigsten Gestalten und Handlungen zu entwickeln und diese nachzuvollziehen.
Nothomb bietet mit "Töte mich" allerfeinste Unterhaltung mit Tiefgang, gespickt mit satirischen Elementen, Wortspielen und fabelhaften Dialogen, die einen schmunzeln lassen.

Kommentieren0
0
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Zusätzliche Informationen

Amélie Nothomb wurde am 10. August 1967 in Kōbe (Japan) geboren.

Community-Statistik

in 965 Bibliotheken

auf 155 Wunschlisten

von 21 Lesern aktuell gelesen

von 31 Lesern gefolgt

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks