Amélie Nothomb Les Catilinaires

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Inhaltsangabe zu „Les Catilinaires“ von Amélie Nothomb

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  • Rezension zu "Les Catilinaires" von Amélie Nothomb

    Les Catilinaires
    couchpotatogirl

    couchpotatogirl

    09. November 2007 um 18:25

    Ein älteres Ehepaar zieht in ein Häuschen in einer ländlichen Gegend, in ein Dorf, mit nicht mehr als einer handvoll Einwohnern. Hier möchten die beiden Emile, ein Professor für Latein und Griechisch im Ruhestand, und seine Frau Juliette, ihren Lebensabend in Ruhe und Zweisamkeit genießen. Die anfängliche Freude über das neue Heim verwandelt sich bald in die Hölle, als ihr Nachbar beginnt, sie täglich zur selben Zeit zu besuchen. Er spricht dabei kein Wort, erwartet sich jedoch, nett behandelt zu werden, und lässt sich auch von geschlossenen Türen nicht von seinem Besuch abhalten. Zu guten Manieren erzogen, sehen die beiden keine Möglichkeit, den Nachbarn loszuwerden, jedoch sind Emile und seine Frau zumindest in diesem passiven Widerstand vereint. Als Emile jedoch den Selbstmordversuch seines Nachbarn verhindert, und er und seine Frau sich schließlich um die Frau des Nachbarn, die als eine wahrhaft bemitleidenswerte "Kreatur" geschildert wird, kümmern müssen, geschieht es zum ersten Mal in ihrer Ehe, dass Juliette ihren Mann nicht versteht. Denn während sie ihre Pflicht darin sieht, sich um die beiden unglücklichen Nachbarn zu kümmern, bedauert Emile, den Nachbarn gerettet zu haben, und beginnt sogar selbst zu glauben, dass dieser sich unbedingt das Leben nehmen muss, da dessen Leben nicht mehr lebenswert ist. Obwohl die Gedanken des älteren Ehepaars nicht unbedingt nachzuvollziehen sind - unsereiner würde den Nachbarn hochkant rausschmeißen -, beschreibt die Autorin eindringlich, wie die beiden sich in ihrer Harmonie bedroht fühlen, jedoch keine Möglichkeit zum handeln sehen, somit wie ein Tier im Käfig Tag für Tag voll Angst auf den Besuch des Nachbarn warten. Dass die beiden, die bisher als eine "Einheit" agiert haben, am Ende des Buches in ihren Intentionen und Überzeugungen so weit auseinander driften, macht das ganze zwischenmenschlich sehr spannend.

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