Mit Staunen und Zittern

von Amélie Nothomb 
4,1 Sterne bei121 Bewertungen
Mit Staunen und Zittern
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Mich begeistern die Bücher von Amélie Nothomb einfach!

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Ein weiteres Kapitel im Leben Nothombs, wieder einmal fulminant erzählt!

Alle 121 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Mit Staunen und Zittern"

Sie hat es sich selbst eingebrockt: Aus Übermut und Neugier hat Amélie eine Stelle beim japanischen Unternehmen Yumimoto angenommen. Dort lernt sie zwar nichts in Sachen Buchhaltung, dafür wird ihr ein Crash-Kurs in Sachen Hierarchie erteilt. Eines ist von Anfang an klar: Eine Frau, zumal eine aus Europa, kann nur ganz unten einsteigen. Und noch tiefer fallen.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783257233254
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:157 Seiten
Verlag:Diogenes
Erscheinungsdatum:28.06.2002
Das aktuelle Hörbuch ist am 06.09.2006 bei HörbucHHamburg erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    killmonotonys avatar
    killmonotonyvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein weiteres Kapitel im Leben Nothombs, wieder einmal fulminant erzählt!
    Rezension: Mit Staunen und Zittern

    Ein weiteres Amélie Nothomb Buch! Und was für eins!  Amélie erzählt von ihrer Rückkehr nach Japan, wo sie nach dem Studium (gibt es über diese Zeit auch einen Roman?) ihren ersten Job bekommt – als Dolmetscherin in einem riesigen Unternehmen. Doch was sie letztendlich für Arbeiten erledigen muss, grenzt an Quälerei – so nötigt sie einer Ihrer Vorgesetzten doch, immer wieder einen Stapel Papiere neu zu kopieren, weil diese nicht ordentlich zentriert seien. Sie verrückt die Kalendermarker im gesamten Büro, sorgt dafür, dass jeder seinen bevorzugten Kaffee zur bevorzugten Uhrzeit bekommt, und am Ende landet sie sogar beim Toilettenputzen. Doch so sei das nun mal in Japan, wie sie nicht müde wird zu erzählen. Alle werden von den Gepflogenheiten der japanischen Kultur dazu genötigt, sich klein zu machen, bloß nicht selbständig zu handeln, Ehre und Ordnung sind alles.

    Die Tage verstrichen, und noch immer war ich zu nichts nütze. […] An meinem Schreibtisch sitzend, las und las ich immer von neuem die Schriftstücke, die Fubuki mir [am ersten Tag] zur Verfügung gestellt hatte. […] An und für sich hatten diese [Schriftstücke] nichts wirklich Faszinierendes. Aber für den Ausgehungerten wird schon eine Brotrinde zur Delikatesse: In dem Zustand untätiger Entkräftung, in dem mein Gehirn sich befand, schien mir diese Liste vor Spannung zu knistern wie ein Skandalmagazin.

    Mit ihrem typischen Erzählstil berichtet Nothomb in „Mit Staunen und Zittern“, wie sie sich mit ihren jungen Jahren in ihre Heimat zurückgezogen hat und dort mit den Umgangsformen, Gebräuchlichkeiten und kulturellen Eigenheiten in ihrem Berufsumfeld klarkommen muss. Amélie, frech wie immer, versucht das Beste aus ihrer Situation zu machen, indem sie sich immer neue Tätigkeiten auf der Arbeit sucht, damit niemandem auffällt, dass sie eigentlich fürs Nichtstun bezahlt wird. Da ihr, eingestellt als Dolmetscherin, verboten wurde, Japanisch zu reden, ja sogar zu verstehen, bleibt ihr nichts anderes übrig, als kleine Tätigkeiten zu machen, um sich aber doch noch als würdig zu erweisen.

    Die vollständige Rezension findet ihr auf meinem Blog: http://killmonotony.wordpress.com

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    Canems avatar
    Canemvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Dramatische Ironie...
    Dramatisch, ironisch und traurig zugleich...

    "In Japan weiß man, was 'durchdrehen' heißt."

    Amélie Nothomb beschreibt in diesem kurzen Buch ihre Zeit als Angestellte in einer großen Japanischen Firma. Sie ist anfang zwanzig und kommt mit ihren kindlichen Erinnerungen, Nostalgien und Wünschen zurück in das Land ihrer Kindheit, das Land in dem sie ihre ersten fünf Lebensjahre verbracht hatte.
    Schnell stellt sich heraus, dass es etwas anderes ist, in einen Japanischen Kindergarten zu gehen, als in einer Firma dort zu arbeiten.

    Frau Nothomb schafft es wieder einmal ihre teils traurigen und schlechten Erfahrungen hochironisch und dramatisch zu beschreiben. Beim Lesen weiß man nicht so recht ob man nun lachen oder weinen soll.

    Ihr literarisches Handwerk beherrscht sie grandios; hier ein kleines Zitat:

    "Weil eine Schönheit, die in so viele körperliche und seelische Korsetts eingeschnürt gewesen ist, so viele Zwänge ertragen hat, so vielen Niederlagen, absurden Verboten, Dogmen, der Erstickung, der Trostlosigkeit, dem Sadismus, der Verschwörung des Stillschweigens, so vielen Demütigungen widerstanden hat - weil eine solche Schönheit jedenfalls ein Wunder an Heroismus ist."

    Amélie Nothombs Werke sind meiner Meinung nach alle literarische Kunstwerke und für jeden zu empfehlen.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 3 Jahren
    Zusammenprall der Kulturen...

    Eines der preisgekrönten und verfilmten Werke der belgisch-französischen Autorin, und wieder ein Volltreffer! "Mit Staunen und Zittern" ist eines von mehreren Büchern von Amélie Nothomb, die stark autobiografisch geprägt sind. Zwar enthält jeder Roman von ihr versteckte Anspielungen auf ihr Leben, einige Bücher jedoch gehen speziell auf Selbsterlebtes ein.

    Im Alter von 23 kehrte Amélie Nothomb, die als Tochter eines belgischen Diplomaten in Japan geboren wurde und ihre Kindheit dort verbrachte, in ihr Geburtsland zurück, um für ein Jahr im kaufmännischen Bereich des Yumimoto Unternehmens zu arbeiten. Was dann folgt, ist ein urkomischer Bericht über den Zusammenprall der europäischen mit der japanischen Kultur, wie immer mit Ironie und unheimlich bissig und grotesk erzählt, wie man es von Nothomb kennt und liebt. Sie beschreibt ausführlich die Hierarchie in derartigen Unternehmen, die Rolle der Frau in Japan und die Arbeitsmentalität in diesem Teil der Welt.

    Überspitzt, politisch absolut unkorrekt und gewiß mit ein paar erfundenen Details aufgewertet, wirkt das Buch trotz allem sehr realistisch. Amélie Nothomb beschreibt selbstironisch, wie sie im Ansehen der Japaner durch selbst fabrizierte Fehler und Unkenntnis immer tiefer sinkt, bis sie schließlich die Arbeit als Toilettenfrau im vierundvierzigsten Stockwerk des Unternehmens zugeteilt bekommt.
    Auch in diesem Roman sind (wie in allen Werken dieser Schrifstellerin) die rasanten, ausgedehnten Dialoge hervorzuheben, die gleichermaßen sarkastisch wie intelligent sind. Überhaupt ist auch dieses Buch der Nothomb wieder (bei aller Absurdität) durchaus nachdenkenswert und tiefgründig.

    Fazit: Der Roman zeigt den witzigen Kulturkampf zwischen Ländern und Geschlechtern...satirisch, bissig und interessant. Und mit Recht mit dem 'Grand Prix de l'Académie francaise' ausgezeichnet.

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    yvonne_piochs avatar
    yvonne_piochvor 8 Jahren
    Rezension zu "Mit Staunen und Zittern" von Amélie Nothomb

    Sie ist eine meiner Lieblingsautorinnen und überzeugt mit sehr eigenwilligen Geschichten und toller Sprache: Amélie Nothomb. Die Belgierin verbrachte als Tochter eines Diplomaten ihre ersten Lebensjahre in Japan und in diesem Land spielt auch das Buch "Mit Staunen und Zittern".

    Bei diesem Roman handelt es sich um die etwas autobiografisch (denn die Heldin in dem Buch heißt Amélie) anmutende Geschichte einer Europäerin, die eine befristete Stelle in Japan antritt, ohne mit den Gepflogenheiten dieses Landes vertraut zu sein. Dort gerät sie sehr schnell ins Fadenkreuz ihrer Vorgesetzten und auf den absteigenden Ast. Denn zwar spricht sie fließend Japanisch, erregt aber gerade damit bei einem Meeting den Unwillen der Geschäftsleute: Wie soll man sich wohlfühlen, wenn man von einer Frau und noch dazu einer Europäerin perfekt angesprochen wird? Am Ende landet sie auf einer Position, in der sie sich halbwegs wohlfühlt: der einer Klofrau. Dieser Wandel ist verblüffend interessant und mit sehr viel Ironie erzählt. Ein absolut lesenswertes Buch.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 8 Jahren
    Rezension zu "Mit Staunen und Zittern" von Amélie Nothomb

    Japan. Schlimme Zustände und eine Ausbildung, die furchtbar einschüchtert.

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    LEXIs avatar
    LEXIvor 8 Jahren
    Kurzmeinung: Unglaublich, was diese Frau erduldet hat!
    Rezension zu "Mit Staunen und Zittern" von Amélie Nothomb

    Obgleich ich den Klappentext und einige Rezensionen betreffend diesen Roman gelesen hatte war ich dennoch schockiert über die fremde Welt, die sich mir auftat. Die Welt des Unternehmens Yumimoto, in der die Protagonistin Amélie einen rasanten Abstieg von einer Dolmetscherin zur „Hüterin der Aborte“, wie es im Buch umschrieben wird, erleben muss. Die Apathie von Amélie, das Fehlen jeglichen Kampfgeistes und das Fehlen jeglicher Anzeichen des Aufbegehrens gegen diese schier unerträgliche Situation erschreckten mich. Amélie erduldet alle Demütigungen, erlebt die öffentliche Erniedrigung ihrer unmittelbaren Vorgesetzten wie in Trance mit und muss dann noch feststellen, dass ihr Mitgefühl und der angebotene Trost als Anlass genommen werden, ihr die Tätigkeit als Toilettenfrau zuzuweisen. „Schikane“ umschreibt wohl hier mit einem Wort, was in dieser Firma abläuft – allein der Einsatz in der Buchhaltungsabteilung ist reiner Hohn, wo Amelie wiederholte Male monotone Tätigkeiten wie das sinnlose Kopieren von tausenden Seiten der Golfclubstatuten ihres Vorgesetzten ausüben muß. Die Autorin beschreibt die verächtliche Abscheulichkeit eines hierarchischen Systems, das nichts mit den idealistischen Sinneseindrücken aus der Kindheit von Amélie mehr zu tun hat, nein, es ist eine andere Welt. Sie kommt zur Erkenntnis, dass in Japan der Mittelpunkt der Existenz das Unternehmen ist und dass das Leben von Etiketten, Regeln und Zwängen geprägt ist. Keine Spontaneität, kein Lachen, keine Initiative sind hier erwünscht sondern bewirken als Resultat mitunter schlimme Bestrafungen und Demütigungen. Amélie Nothomb schreibt gegen Ende des Buches: „Wie allgemein bekannt ist, ist Japan das Land mit der höchsten Suizidquote. Mich wundert daran nur, dass die Selbsttötung nicht noch häufiger ist.“
    Nach Lektüre dieses Buches wundert mich das ebenfalls.

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    MonaMayfairs avatar
    MonaMayfairvor 10 Jahren
    Rezension zu "Mit Staunen und Zittern" von Amélie Nothomb

    mich würde sehr interessieren, was bei diesem roman dichtung und was wahrheit ist, nachdem es ja teilweise autobiographisch gefärbt sein soll..
    amélie nothomb beschreibt sehr unterhaltsam, was sie da in japan erlebt bei der japanischen firma.. ich weiss nicht, ob die beschriebenen japanischen verhaltensformen den tatsächlich vorkommenden gebräuchen entsprechen.. wenn man davon ausgeht, dann bin ich doch ganz froh, hier mitten in europa zu arbeiten..

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    buchstabensammlerins avatar
    buchstabensammlerinvor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Mich begeistern die Bücher von Amélie Nothomb einfach!
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    Das_Leselebens avatar
    Das_Leselebenvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Der Sinn und Unsinn des japanischen Büroalltags. Leider nicht ganz so gut wie andere Nothomb-Romane
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    C
    Camdervor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Witzig und im unverwechselbaren Stil von Nothomb, kommt für mich aber nicht an "Der japanische Verlobte" heran.
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