Rezension zu "The Scorpion and the Night Blossom – Dolch und Blüte (The Three Realms 1)" von Amélie Wen Zhao
Caram"The Scorpion and the Night Blossom" hat mich positiv überrascht, denn selten habe ich in letzter Zeit ein Buch so schnell durchgelesen, wie dieses. In diesem Roman sind vor geraumer Zeit die Dämonen in das Reich der Flüsse - oder der Menschen - eingedrungen und haben die Welt, wie wir sie kennen, zerstört.
Àn’yīngs hat in diesem Zuge ihren Vater verloren und ihre Mutter ist nahe am Rand des Todes, seitdem eine Dämonin ihre halbe Seele gefressen hat. Um ihre Mutter zu retten, verlässt Àn’yīngs diese und ihre Schwester, um im göttlichen Reich an Spielen teilzunehmen, die eine Pille versprechen, mit der Àn’yīngs ihre Mutter retten kann. Auf dem Weg dorthin begegnet sie Yù’chén, der ihr immer wieder hilft, aber auch von sie stößt. Bis sie nicht nur auf sein dunkles Geheimnis stößt, sondern auch auf viele weitere, die die Welt, die sie kennt, in ein völlig neues Licht taucht.
Sehr gefallen hat mir an diesem Roman, dass er eine stetige Spannung aufrecht erhielt. Es gab immer wieder Wendungen und neue Einblicke, die im Gesamten absolut sinnhaft waren und bis zur letzten Enhüllung ein großes Ganzes ergeben haben. Die Welt, in der die Spiele stattfinden und in der Àn’yīng lebt, ist absolut grausam. Sie als Protagonisten hat das Herz auf jeden Fall am rechten Fleck und viele ihrer inneren Konflikte konnte ich auch sehr gut nachvollziehen. Mir gefiel es, dass sie manchmal unkomfortabel handelt, dass ihre Vorurteile ihr Urteil blenden, denn in ihrer Welt und mit ihren Hintergründen hat es Sinn gemacht. Dennoch wandelt sie sich Stück für Stück. Manchmal hätte ich mir mehr Momente gewünscht, in denen sie von sich aus erstrahlt und nicht immer wieder gerettet werden muss. Zu häufig sind die beiden Männer ihr zu Hilfe geeilt.
Auch der Schreibstil war teilweise herausragend, weil die Autorin immer wieder wunderschöne Vergleiche gezogen hat, insbesondere im Vergleich zu den Dämonen und Göttern, der Dunkelheit und dem Licht. Manchmal hätte ich mir mehr Tiefe gewünscht. Es passt hier zwar sehr gut in die Sparte Jugendroman, aber insbesondere zu den Nebencharakteren konnte ich so nie wirklich eine Verbindung aufbauen.
In dem Sinne von der Gegenüberstellung von Dunkelheit und Licht ist auch das Love-Triangle aufgebaut und diesmal hat mich dieses absolut verrückt werden lassen. Ich habe zwar eine Ahnung (und Hoffnung), wie sich Àn’yīng entscheidet, aber sicher bin ich mir nicht. Ich bin auf jeden Fall Team Yù’chén, auch wenn Ho’yáng ein absoluter Catch zu sein scheint. Die Tension zwischen Àn’yīng und Yù’chén war einfach so viel stärker und Yù’chén war einfach allgemein so liebevoll zu ihr und das trotz all der Hintergründe, die ihn umgaben...
Alles in allem freue ich mich sehr auf den zweiten Band und würde am liebsten direkt weiterlesen - vor allem, weil ich unbedingt wissen will, es Yù’chén ergeht.























