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flyingelle

vor 5 Jahren

(5)

Wendy sticht aus der Masse raus. Seit dem Mordversuch ihrer Mutter lebt sie mit ihrem Bruder bei ihrer Tante. Doch nicht nur ihre Mutter, auch Wendy selber denkt, dass sie anders ist. Als sie auf Finn trifft bekommt sie ihre Bestätigung: Sie ist ein Changeling. Und ein Troll. Jedoch kein ganz normaler, sondern die Tochter der Königin. Finn bringt sie zu ihrer richtigen Mutter, die allerdings wenig herzlich ist. Es fällt Wendy sehr schwer, sich in die Gesellschaft einzufügen, und das zu tun, was von ihr erwartet wird. Besonders die Gefühle für Finn, für den sie eigentlich gar keine haben darf, machen ihr das neue Leben sehr schwer.

Aufmachung & Details:
Das Cover gefällt mir recht gut. Es sticht aus der Masse raus und verlockt einem zum lesen. Für meinen Geschmack ein wenig zu rot und zu dunkel, aber das Bild von dem Mädchen in der Blumenwiese fand ich schön.
Da ich ein vorab Leseexemplar hatte, waren dort keine besonderen Extras enthalten, bis auf die kleine Verzierung unter der Kapitelzahl. Wie das bei der Endausgabe aussieht, kann ich nicht sagen.

Idee & Umsetzung:
Die Geschichte an sich hat mir gut gefallen. Als ich Wendys Weg verfolgte, war mir nie langweilig, die Autorin hat in ihrem flüssigem, leichten Stil, der mir schon aus Unter dem Vampirmond bekannt ist, geschafft, mich immer am Ball bleiben zu lassen. Ich hatte nicht das Gefühl, etwas ähnliches schon einmal gelesen zu haben. Die Entwicklung der Geschichte ging mir ein wenig schnell, und das hat es für mich ein wenig unrealistisch gemacht, aber im großen und ganzen hat mir der Verlauf zugesagt.
Einziger Minuspunkt: Warum Trolle? Ich hatte ein wenig das Gefühl, dass der Autorin kein passendes Fabelwesen eingefallen ist, und dann einfach irgendeines genommen hat, aber vielleicht liege ich da falsch.
Die Tochter der Tryll - Verborgen ist eine spannende Jugendgeschichte, in der Teenager mit Hindernissen zu einander finden müssen. Nicht besonders anspruchsvoll, aber eine schöne Geschichte und gut zu lesen.

Schreibstil:
Amanda Hockings Schreibstil hat sich seit ihrer letzten Reihe nicht groß verändert. Er ist jugendlich und frisch, leicht und flüssig zu lesen und nie langweilig. Wendys trockener Humor gab mir manchmal zu lachen und die modernen Vergleiche mit aktuellen Filmen haben mich in dem Buch wohlfühlen lassen. Für den Schreibstil kann ich keine Kritik geben, denn wie ich schon sagte, war es ein einfach zu lesender, entspannender Stil, bei dem man einfach in die Geschichte eintauchen konnte. Es gab kleine Tippfehler, aber das lag wahrscheinlich daran, dass ich noch kein fertiges Werk vor mir hatte.

Charaktere:
Mir ist eigentlich das schlimmste passiert, was einem passieren kann: Ich kann die Protagonistin nicht leiden. Sie ist unheimlich selbstbezogen und nimmt sich jedes Recht heraus. Sie kam mir vor wie ein Kleinkind, und ich kann nicht verstehen, warum sie so viel Anklang bei jedem findet. Ich konnte keine Nähe zu ihr aufbauen und sie nicht nachvollziehen, nur an ganz wenigen Stellen, in denen sie sich unsicher fühlte. Bei Wendys gut ausgestattetem Selbstvertrauen kam das vielleicht ein, zwei mal vor. Sie blieb für mich einfach nur skizziert, ich kam nicht an sie ran und dazu war sie unsympathisch. Schlimme Mischung!
Die anderen Charaktere sagten mir mehr zu, obwohl sie alle recht undurchsichtig blieben. Keiner kam einem näher, jeder hatte seine Art, und bei der schien es zu bleiben. Einzig allein Elora, die Königin der Tryll, interessierte mich, da sie ein wenig mehr zu sein schien, als sie war, aber ihre erste Facette war eine zickige Dispotin, mit der ich dann auch nichts anfangen konnte. Ach ja. Und Rhys, Wendys "Bruder", habe ich geliebt. So ein Süßer!

Fazit:
Das Grundgerüst, die Idee dahinter und der Schreibstil des Buches haben mir gut gefallen. Da ich allerdings mit Wendy absolut nichts anfangen konnte, hat mir das auch nichts gebracht. Protagonisten sind wichtig, und diese hat mir einfach das Buch versaut. Ich vergebe 3 Sterne. Die Charaktergestaltung ist Amanda Hocking in diesem Buch einfach nicht gelungen.

Zitate:
Ich hasste diesen Blick und das Wissen, dass ich der Grund für ihre Resignation war. Ich hasste es, dass ich sie so oft enttäuscht hatte. Sie tat so viel für mich und verlangte im Gegenzug dafür nur, dass ich mir in der Schule wenigstens Mühe gab. Diesmal musste es einfach klappen. - Seite 21

"Hast du wirklich geglaubt, du kannst mich auf dem Ball wie ein Stück Dreck behandeln, dich dann mitten in der Nacht in mein Zimmer schleichen und mir verkünden, ich sei ein Troll mit Zauberkräften, und ich sage nur >Klar, das hört sich plausibel an.
"So funktioniert das nicht. Du hast kein Recht auf die Gedanken anderer Menschen, nur weil sie dich möglicherweise enthalten", sagte er. "Genauso wenig wie ich das Recht auf deine Gedanken habe, nur weil sie sich um mich drehen." - Seite 133

Autor: Amanda Hocking
Buch: Verborgen
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