Amanda Lovelace

 4,1 Sterne bei 116 Bewertungen

Lebenslauf

Als geborene Wortakrobatin und Märchenliebhaberin war es nur natürlich, dass Amanda Lovelace irgendwann auch selbst Bücher schreiben wird. Wenn sie nicht gerade liest oder schreibt, verbringt sie ihre Zeit damit, darauf zu warten, dass ihre Lieblingskaffeesorte wieder Saison hat, oder mit Binge-Watchen von Gilmore Girls (bevor ihr fragt: Team Jess, von Anfang bis Ende). Die Poetin und Geschichtenerzählerin lebt zurzeit in New Jersey, gemeinsam mit ihrem Mann, ihrer Bunnycat und einer Büchersammlung, die bald zu einem größeren Zuhause führen wird. Die Prinzessin, die nicht gerettet werden muss hat den Goodreads Choice Award für das beste Lyrik-Buch 2016 gewonnen, außerdem ist es ein USA Today und Publishers Weekly Bestseller.

Quelle: Verlag / vlb

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Neue Rezensionen zu Amanda Lovelace

Sehr persönliche lyrische Texte...

SEHR PERSÖNLICHE LYRISCHE TEXTE...

Rupi Kaur hat Poesie wieder modern und sexy gemacht. Mit Amanda Lovelace tritt nun ihre legitime Nachfolgerin auf die internationale Bühne. Amanda Lovelace verbindet Märchen und Feminismus auf eine einzigartige Weise: Direkt und ohne Umschweife schreibt sie über Liebe, Verlust, Schmerz, Heilung und die Magie, die jeder Frau innewohnt. Ein Muss für jede selbstbewusste Frau, die keinen Mann zur Rettung braucht. (Verlagsbeschreibung)

Amanda Lovelaces Gedichtband ist mehr als eine Sammlung moderner Lyrik. Unter dem märchenhaften Titel verbirgt sich eine schonungslose, sehr persönliche Auseinandersetzung mit Trauma, Verlust, toxischen Beziehungen, Selbstfindung und weiblicher Selbstermächtigung. Die Autorin verarbeitet darin Erfahrungen aus ihrer Kindheit, Jugend und ihrem Erwachsenenleben und macht die Lyrik zu einem Ventil für Schmerz, Wut, Angst und schließlich Heilung.

Wer klassische Gedichte mit Reimen und festen Formen erwartet, wird hier nicht fündig. Lovelace schreibt in freien Versen, oft nur aus wenigen Zeilen bestehend. Diese Reduktion ist zugleich Stärke und Schwäche des Bandes: Manche Texte entfalten eine enorme emotionale Wucht, andere wirken eher wie kurze Gedanken oder Lebensweisheiten. Dennoch entsteht aus der Gesamtheit der Gedichte ein eindrucksvolles Bild eines Menschen, der sich Schritt für Schritt aus Verletzungen befreit.

Besonders berührend sind die Texte über das schwierige Verhältnis zur Mutter und die vergebliche Sehnsucht nach deren Liebe und Anerkennung. Auch spätere Erfahrungen mit Liebe und Enttäuschung, Hoffnung und Trauer ziehen sich wie ein roter Faden durch das Buch. Anfangs begegnet man einer verletzlichen, oft hilflosen Erzählerin; im Verlauf der Sammlung gewinnen die Texte jedoch zunehmend an Stärke und Selbstbewusstsein. Diese Entwicklung spiegelt die persönliche Reise der Autorin wider und verleiht dem Band eine klare innere Dramaturgie.

Ein weiterer bemerkenswerter Aspekt ist die typografische Gestaltung. Wörter und Zeilen sind auf besondere Weise auf der Seite angeordnet, wodurch die gewohnte Leserichtung aufgebrochen wird. Das zwingt dazu, langsamer und aufmerksamer zu lesen, und verstärkt die Wirkung einzelner Aussagen. Die Gestaltung wird damit selbst zum Bestandteil der poetischen Ausdrucksform.

Dieser Lyrikband zeichnet sich weniger durch sprachliche Raffinesse oder komplexe Metaphorik aus. Seine Kraft liegt in der Ehrlichkeit und Verletzlichkeit der Botschaften. Menschen, die selbst Erfahrungen mit familiären Konflikten, emotionalem Missbrauch, Verlust oder schwierigen Beziehungen gemacht haben, werden sich in vielen Zeilen wiederfinden und teilweise auch tief berührt fühlen. Amanda Lovelace erzählt eine Geschichte vom Überleben und davon, die eigene Stimme wiederzufinden – und macht damit deutlich, dass die Prinzessin am Ende niemanden braucht, der sie rettet, außer sich selbst.

Alles in allem eine intensive, sehr persönliche Gedichtsammlung über Schmerz, Heilung und weibliche Selbstbestimmung. Nicht jeder Text trifft gleichermaßen, doch als Gesamtwerk entfaltet das Buch eine starke emotionale Wirkung.


© Parden

Cover des Buches The Mermaid's Voice Returns in This One (ISBN: 9781449494162)
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Rezension zu "The Mermaid's Voice Returns in This One" von Amanda Lovelace

wordworld
Von Wut zur Heilung – Ein runder Abschluss der "Women Are Some Kind of Magic"-Reihe!

Wie ihr vielleicht wisst, lese ich mich so langsam durch die Klassiker der modernen Poesie und dabei darf die amerikanische Bestsellerpoetin Amanda Lovelace mit ihrer "Women Are Some Kind of Magic"-Serie natürlich nicht fehlen. Den Anfang gemacht hat für mich im vergangenen Jahr "The Princess Saves Herself in This One", in dem die Autorin Teile ihrer Lebensgeschichte sowie verschiedene Traumata in kurzen Gedichten verarbeitet, die herausstellen, dass sie keine Prinzessin ist, die einen Retter braucht. Da mir der erste Band bereits gut gefallen hat, war ich gespannt auf ihre beiden Folgebände, "The Witch Doesn't Burn in This One" und "The Mermaid's Voice Returns in This One", deren Poesie ebenso wie bei Band 1 schon beim Titel beginnen. 

"The further along i come, the more i'm beginning to realize that maybe- just maybe- there is such a thing as fate. as destiny. if after everything, i'm still breathing, then there must be a reason. even if i haven't seen it yet.”

Nachdem mich Band 2 leider gar nicht abholen konnte, da die Autorin in der Verarbeitung ihrer Wut in eine starke und vor allem generalisierende Antagonisierung von Männern verfällt, hatte ich zur dritten Anthologie der Autorin wieder einen deutlich besseren Zugang. Das liegt zum einen daran, dass die Texte emotional reifer sind und das lyrische Ich es geschafft hat, sich von ihrer Wut zu befreien und andere Perspektiven zuzulassen. Zum anderen gibt es hier deutlich weniger inhaltliche und sprachliche Wiederholungen als in Band 2, was die Gedichte angenehmer zu verfolgen macht. 

"the only thing i can do is learn to live with the idea that i will never be cured. i will always be in the process of healing. - making the most of it."

Interessant ist auch, dass hier das Mermaid-Thema aus dem Titel weniger stark eingebunden wurde. Während die Märchenfiguren in den vorherigen Bänden - die Prinzessin und die Hexe - das Zentrum und das stilbestimmende Element der Gedichte waren, ist die Meerjungfrau zwar eine passende Figur für ihr Grundthema, aber lange nicht in allen Gedichten anwesend. Denn mit der Verkörperung einer Frau, der unrecht getan wurde, die aber ihre Stimme zurückerhält und damit ihre Kraft und Lebensenergie, fokussiert sich Amanda Lovelace in ihrem dritten Band ausgehend von dem Klassiker von Hans Christian Andersen und der Disney Verfilmung auf die MeToo-Bewegung. Dabei geht es hier um die Heilung, um das Danach und das Weitermachen, das nach der Wut von Band 2 kommt. Für mich deshalb ein runder Abschluss der Reihe!

"When you've walked on daggers your entire life, you don't even know how to trust the softness of sand between your toes. - but you need to try anyway."

 

Fazit

Amanda Lovelace gelingt mit "The Mermaid's Voice Returns in This One" ein reiferer und versöhnlicherer Abschluss ihrer Reihe, der weniger Wiederholungen enthält als Band 2, sich thematisch auf die Heilung nach einem Übergriff konzentriert, und damit die MeToo-Bewegung durch die Symbolik der Meerjungfrau reflektiert.  

Kraftvolle Poesie, die jedoch zu sehr in Richtung Misandrie driftet...

Wie ihr vielleicht wisst, lese ich mich so langsam durch die Klassiker der modernen Poesie und dabei darf die amerikanische Bestsellerpoetin Amanda Lovelace mit ihrer "Women Are Some Kind of Magic"-Serie natürlich nicht fehlen. Den Anfang gemacht hat für mich im vergangenen Jahr "The Princess Saves Herself in This One", in dem die Autorin Teile ihrer Lebensgeschichte sowie verschiedene Traumata in kurzen Gedichten verarbeitet, die herausstellen, dass sie keine Prinzessin ist, die einen Retter braucht. Da mir der erste Band bereits gut gefallen hat, war ich gespannt auf ihre beiden Folgebände, "The Witch Doesn't Burn in This One" und "The Mermaid's Voice Returns in This One", deren Poesie ebenso wie bei Band 1 schon beim Titel beginnen. 

"forget being lady-like & allow yourself to show the world just how unapolegeticaly angry this inequality makes you"

Allerdings konnte mich die zweite Anthologie der Autorin leider nicht so sehr abholen wie die erste. Zwar ist die Grundidee, ausgehend von Katniss Everdeen als Inspiration für das "Girl on Fire" die Hexenverbrennung als Metapher für die von Männer an Frauen begangenen Verbrechen zu nehmen und sich deshalb mit Rache, Feuer und Wut zu beschäftigen, eine vielversprechende Grundlage für kraftvolle Poesie. Leider verfällt die Autorin hier aber in eine starke und vor allem generalisierende Antagonisierung von Männern, die beinahe an Misandrie grenzt. Versteht mich nicht falsch, ich bin absolut für Female Rage zu haben, der das Patriarchat zerstören und begangene Übel sichtbar und wieder gut machen will. Aber ungefiltert davon zu sprechen, Männer anzuzünden ist - wenn auch nur als Allegorie zu verstehen - für mich eindeutig in die falsche Richtung. Das hat mit Feminismus nichts zu tun, stattdessen spricht da wohl der Schmerz und der Wunsch nach Vergeltung aus der Autorin. Das wird vermutlich Resonanz in Personen finden, die ebenfalls traumatisiert und wütend sind, in mir haben viele Texte aber eine Abwehrhaltung ausgelöst. 

"gods, i hope i terrify you."

Sehr schade fand ich auch, dass es hier sehr viele Wiederholungen gibt. Auf die Spitze getrieben wird das von einigen Gedichten, die nur aus einzelnen Phrasen bestehen und seitenlang wiederholt werden. Während dies in Textform vielleicht noch ein starkes Stilmittel ist, sind diese Abschnitte in der Hörbuchform aber einfach nur aufdringlich und schwer zu ertragen - beispielsweise wenn die Autorin "you have to eat" für über eine Minute durchgängig wiederholt. So hatte die Anthologie zwar auch wieder sehr mitreißende, emotionale Parts, konnte mich als Ganzes aber nicht überzeugen.

"in this novel the woman protagonist claims she's not like those other girls, not because she finds their femininity to be an insult or a weakness, no- it's because she knows all women have their own unique magic that cannot be replaced by her or any other woman."


Fazit

Die zweite Anthologie von Amanda Lovelace überzeugt zwar mit einer kraftvollen Grundidee, scheitert jedoch für mich an übertriebener Antagonisierung von Männern, zu vielen Wiederholungen und einer Wut, die eher nach Vergeltung als nach Feminismus klingt.

 

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