Amanda Sthers

 4.1 Sterne bei 53 Bewertungen
Autor von Die Geisterstraße, Schweine züchten in Nazareth und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Amanda Sthers

Die Geisterstraße

Die Geisterstraße

 (23)
Erschienen am 19.09.2011
Schweine züchten in Nazareth

Schweine züchten in Nazareth

 (14)
Erschienen am 13.06.2011
Der Gesang der Zikaden

Der Gesang der Zikaden

 (11)
Erschienen am 07.07.2008
Bin das ich, die du liebst?

Bin das ich, die du liebst?

 (5)
Erschienen am 10.07.2009

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Rezension zu "Der Gesang der Zikaden" von Amanda Sthers

Einsamkeit auf Französisch
Ulenfluchtvor 8 Monaten

Zikaden singen bevor sie sterben. Diese Feststellung präsentiert die Autorin früh im Buch, aber erst ganz am Ende des Buchs zeigt sie, was das eigentlich heißt. Vorher bekommt der Leser trotz der nur 155 Seiten ausgiebig Zeit, das Elend von Madeleine zu teilen. 40 Jahre alt, korpulent, findet sich hässlich. Ist alleine, natürlich. Dann begegnet sie Castellot, einem Kunden, dem sie ein Haus zeigen soll. Er verändert alles. Nicht durch Liebe, sondern durch ruppiges, egoistisches, ja geradezu entwürdigendes Begehren. Wortlos, unberechenbar, zerstörerisch. Madeleine verliebt sich - und es zerfrisst sie.

Amanda Sthers nimmt sich schonungslos des Themas Einsamkeit an und beleuchtet, wie der Mensch da hineingeraten kann. Wie es möglich ist, dass ein Leben zu zerstört ist, dass man damit nichts mehr anzufangen weiß und sich in Fantasie flüchtet, in die unerfüllbare Sehnsucht nach einer heilen Welt. Madeleine bekommt sie nicht, trotz allem. Stattdessen bekommt sie die einfache Zuneigung eines einfachen Menschen, während der leidenschaftlich verehrte Castellot nur hin und wieder hereinschneit und dennoch ihr Leben verändert. Ihr zeigt, dass man leben muss, bevor man stirbt. Dass man singen muss wie eine Zikade, weil man keine Wahl hat. 

Alles an diesem Buch ist zart und vulgär zugleich. Selbst der Humor ist trist, es gibt keinen Ausweg aus nichts. Man kommt den Figuren nicht nahe, obwohl man sie auf so hefitge Art und Weise vorgeführt bekommt. Man erfährt alles über sie, was sie denken, was sie fühlen. Aber zu keinem Zeitpunkt ahnt man, was kommt. Man hofft nicht, man weint über sich selber. Jeder meint, das Gefühl der Einsamkeit zu kennen, aber Madeleine ist immer noch eine Stufe höher. Dieses Buch ist deprimierend, grob, bängstigend. Es konfrontiert einen mit den großen Grundängsten der Menschen: Der Einsamkeit und dem Tod. Es hinterlässt Spuren. Mal möchte man sich abwenden, mal sich fallenlassen in den exakten und ungewöhnlichen Beobachtungen und Gleichnissen. Man versteht, dass die Angst der Unsichtbaren nicht ist, sichtbar zu werden, sondern zu verschwinden. Man macht drei Kreuze, nicht zu ihnen zu gehören oder man beweint sich selber, weil man einen Spiegel vorgehalten bekommt.

Ein ganz erstaunlicher Roman also, der einem vieles erklärt und einen doch am Ende ratlos zurücklässt. Wie das Leben selber.

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Rezension zu "Die Geisterstraße" von Amanda Sthers

Eine traurige Geschichte über Freundschaft, Liebe und religiösen Fanatismus
Barbara62vor 4 Jahren

"Alfred ist tot." So beginnt der erste auf Deutsch erschienene Roman der jungen, in Paris geborenen Autorin Amanda Sthers. Alfred, der Schreiber, war einer der beiden letzten Juden Kabuls. Der andere ist Simon, der Schuster aus dem Iran, der Alfreds Geschichte vor dem Vergessen bewahren will, indem er sie viele Jahre später aufschreibt.


15 Jahre lang haben die Beiden als Nachbarn in der Chicken Street gelebt, haben sich eingeredet sich nicht zu mögen und waren doch bei der Ausübung ihrer Religion aufeinander angewiesen. Da tritt die junge Afghanin Naema in ihr Leben, die ein Kind von einem amerikanischen Journalisten erwartet. Bei dem Versuch, sie vor der Steinigung zu bewahren, erkennen sie ihre Freundschaft füreinander: "An jenem Tag habe ich begriffen, dass diese fröhliche Abneigung, diese anhängliche Übellaunigkeit von tiefer Freundschaft zeugte, mehr noch, sehr viel mehr noch: von brüderlicher Liebe."


Die überaus tragische Geschichte von Alfred, Simon, Naema, dem Journalisten Peter und dessen Frau Jenny ist so poetisch, mit so viel sanfter Melancholie erzählt, dass sie mich beim Lesen im Innersten berührt hat.

http://mit-büchern-um-die-welt.de/amanda-sthers-die-geisterstrasse/

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Rezension zu "Bin das ich, die du liebst?" von Amanda Sthers

Rezension zu "Bin das ich, die du liebst?" von Amanda Sthers
Medienjournalvor 6 Jahren

Bin das ich, die du liebst? steckt voller Ambitionen und scheitert an diesen kläglich. Der Stil ist gut, die Idee ebenso, an der Umsetzung hapert es allerdings umso deutlicher.

Mehr gibt es unter:
http://medienjournal-blog.de/2011/06/bin-das-ich-die-du-liebst-buch/

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