Amanda Sthers Die Geisterstraße

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Inhaltsangabe zu „Die Geisterstraße“ von Amanda Sthers

Die beiden letzten Juden von Kabul - und wie sie ihre Leidenschaft fürs Leben wiederentdecken Simon und Alfred sind die letzten beiden Juden in Kabul, und sie mögen sich nicht. Sie haben sich miteinander arrangiert, um wenigstens im bescheidenen Maße die jüdischen Feste und Riten aufrecht zu erhalten. Von den zehn Juden, die es für eine Synagoge braucht, muss man sich die fehlenden acht dann einfach vorstellen. So sind sie über die Jahre ein wenig kauzig geworden. Erst als die junge Afghanin Naema, die von einem amerikanischen Journalisten geschwängert wurde, Alfreds Hilfe sucht, bricht auch bei ihnen wieder Leidenschaft in ihr Leben, und voller Aktionismus versuchen sie, Naema zu retten.

Eine tragische, poetische und berührende Geschichte über Freundschaft, Liebe und religiösen Fanatismus, mit Potential zum Lieblingsbuch!

— Barbara62

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  • Eine traurige Geschichte über Freundschaft, Liebe und religiösen Fanatismus

    Die Geisterstraße

    Barbara62

    20. February 2015 um 12:21

    "Alfred ist tot." So beginnt der erste auf Deutsch erschienene Roman der jungen, in Paris geborenen Autorin Amanda Sthers. Alfred, der Schreiber, war einer der beiden letzten Juden Kabuls. Der andere ist Simon, der Schuster aus dem Iran, der Alfreds Geschichte vor dem Vergessen bewahren will, indem er sie viele Jahre später aufschreibt. 15 Jahre lang haben die Beiden als Nachbarn in der Chicken Street gelebt, haben sich eingeredet sich nicht zu mögen und waren doch bei der Ausübung ihrer Religion aufeinander angewiesen. Da tritt die junge Afghanin Naema in ihr Leben, die ein Kind von einem amerikanischen Journalisten erwartet. Bei dem Versuch, sie vor der Steinigung zu bewahren, erkennen sie ihre Freundschaft füreinander: "An jenem Tag habe ich begriffen, dass diese fröhliche Abneigung, diese anhängliche Übellaunigkeit von tiefer Freundschaft zeugte, mehr noch, sehr viel mehr noch: von brüderlicher Liebe." Die überaus tragische Geschichte von Alfred, Simon, Naema, dem Journalisten Peter und dessen Frau Jenny ist so poetisch, mit so viel sanfter Melancholie erzählt, dass sie mich beim Lesen im Innersten berührt hat.

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  • Rezension zu "Die Geisterstraße" von Amanda Sthers

    Die Geisterstraße

    turkishrock

    29. July 2009 um 19:20

    Das Buch hat mich sehr positiv überrascht. Ich hatte gedacht, dass das Buch ein sehr kitschiges Ende hat. Ich hab mich getäuscht. Die Geschichte ist sehr schön.
    Alfred und Simon sind die einzigen Juden in Kabul. Als Naema von einem amerikanischen Journalisten geschwängert wird, bittet Naema Alfred und simon um Hilfe.

  • Rezension zu "Die Geisterstraße" von Amanda Sthers

    Die Geisterstraße

    Clari

    19. June 2008 um 18:19

    Zwei Juden von vielen sind als einzige nach der langen Herrschaft und nach dem Sturz der Taliban in Kabul geblieben: Simon und Alfred! Letzterer kam aus Rumänien, Simon aus Teheran. Sie mochten sich nicht,---und doch ist da etwas, das sie im tiefsten Inneren verbindet. Am Shabbat gehen sie gemeinsam in die Synagoge,-- auch das aber ist fragil! Braucht es nicht mindestes zehn Juden, um eine Gemeinde zu bilden? Viele Fragen tun sich auf, bevor man begreift, wie tragisch das Schicksal in das Leben von Alfred und Simon eingegriffen hat. Sie sind mit den Jahren ein ungleiches und kauziges Paar geworden. Ihr Leben stand nicht immer unter den besten Vorzeichen Alfred hat seine Kindheit verloren, als er in fremde Hände gegeben wurde. Simon hat seine untreue Frau verlassen und hat sich in das armutsvolle Leben in Kabul zurückgezogen. Alfred pflegt zu sagen, dass die Menschen sind, was sie tun. Als er eines Tages von der jungen und schönen Naema Besuch bekommt, ändert sich sein Leben. Sie ersucht ihn um Hilfe, denn sie will einen Brief an einen amerikanischen Reporter nach Amerika schreiben, mit dem sie sich für nur eine Nacht eingelassen hatte,--mit schrecklichen Folgen! Alfred, schon über siebzig, ist hingerissen und verliebt sich spontan in die hübsche Naema. Er ersinnt alle erdenklichen Pläne, um ihr zu helfen. Was soll aus Naema werden, wenn erst heraus kommt, dass sie schwanger ist? In dieser geheimnisvollen Geschichte kommen viele Stimmen zu Wort. Afghanistan und Amerika bieten die Gegenpole, in denen die Protagonisten zu Hause sind. Da sind die beiden alten Käuze Alfred und Simon, und da ist Naema; es gibt ihre Familie und nicht zuletzt Peter, den Amerikaner. Alfred ist fast ein Niemand und gewinnt mit seinem späten Charme und seiner Sehnsucht nach der großen Leidenschaft schon bald die Herzen der Leser. Simon, der Icherzähler, lässt uns an seinen Beobachtungen und Erfahrungen teilnehmen. Zwischen der ehrlichen Abneigung der beiden Alten spürt man ein stilles Einernehmen, dass zuletzt eine herzliche Brüderlichkeit offenbart. Peter lebt sein amerikanisches Leben mit Frau und zwei Kindern,--und seinen Träumen von fernen Abenteuern! Ausdrucksvoll werden die Kontraste zwischen dem Leben in der zivilisierten westlichen Welt und dem zerrütteten, kargen Leben im der einstmals blühenden nun aber zerstörten Stadt Kabul hervorgehoben. Das geheimnisvolle Leben hinter Schleiern und in ärmlichen Unterkünften bietet seltene Reize und löst zugleich Ängste aus. Die Sitten und Riten des einen Landes stehen im krassen Gegensatz zu denen im anderen. Es gibt die Langeweile und Öde eingefahrener Familiengesetzmäßigkeiten mit kleinen Unbotmäßigkeiten in Amerika. Unter dem Himmel über Kabul hingegen herrschen archaische Strukturen. Todesmut und Leidenschaft liegen nahe beieinander. Terror und nackte Gewalt bestimmen über das Leben jener, die sich gegen die Gesetze und die Jahrhunderte alte Ordnung stellen. Judenhass, Familienehre, leidenschaftliche Liebesbeziehung und Enttäuschung: der Roman bietet ein breites Panorama an Zeitgeschichte, Gesellschaftskritik und Familiengeschichten. Die Autorin Amanda Sthers hat erstaunlich sensibel und einfühlsam beide Seiten der so verschiedenen Welten in Ost und West thematisiert. Atemlos folgt man dem Fortgang der Geschichte in Kabul und bangt mit den Protagonisten um ihr Leben und einen guten Ausgang für alle! Wird das möglich sein? Der erste auf Deutsch erschienene Roman der Autorin wird hoffentlich ein Erfolg werden, so wie sie in Paris für ihr Theaterstück Le vieux juif blonde z. Zt. Ovationen erntet.

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  • Rezension zu "Die Geisterstraße" von Amanda Sthers

    Die Geisterstraße

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    14. August 2007 um 11:43

    Die 17 jährige Afghanin Naema flieht bei einem Bombenangriff auf Kabul in einen zerbombten Keller wo sie den amerikanischen Journalisten Peter trifft. Beide verleben heiße Momente zusammen die nicht ohne Folgen bleiben werden. Peter fliegt kurz darauf zurück nach Amerika, in sein normales Leben, ohne jedoch zu ahnen das Naema ein Kind von ihm erwarten wird. Das einzige daß die werdende Mutter von Peter hat ist ein Zettel mit seinem Namen und seiner Adresse darauf. Damit geht sie zu Simon und Alfred die ihr helfen sollen einen Brief an den Amerikaner zu schreiben der sie so rasch wie möglich aus Afghanistan herausholen soll bevor es unmöglich wird den größer werdenden Bauch noch zu verbergen und so in die Mühlen zwischen Religion und Familie zu kommen. Simon ist Jude und verdingt sich als Schuhmacher. Er ist noch nicht richtig alt aber auch nicht mehr richtig jung. Alfred hingegen ist mit seinen 70 Jahren richtig alt und schnorrt sich so bei den Nachbarn durch den Tag. Beide Männer mögen sich nicht sonderlich, lediglich ihr Glaube ist es der sie immer wieder zusammenführt. Beide sind nämlich nicht nur die einzigen Juden in Kabul und Umgebung sondern in ganz Afghanistan. Der Brief an Peter gelangt nach Amerika und auch zu Peter Nachhause, nur bekommt ihn dieser nie zu Gesicht weil ihn, durch einen Zufall, seine Frau Jenny zuerst in die Finger bekommt. Jene liest ihn mit wachsendem Entsetzen immer und immer wieder schweigt jedoch ihrem Mann gegenüber. Die Geschichte nimmt ihren Lauf und im selben Maße wie in Naemas Bauch das junge Leben heranwächst bröckelt die Existenz von Peter´s Frau zusehends bis zum bitteren Ende… Kabul, Amerika, Afghanistan, Bomben, Krieg oder auch Taliban. Worte die in den letzten Jahren viele Klischees mit sich gebracht haben aber dank des Könnens der Autorin Amanda Sthers, in ihrem Buch [b]Die Geisterstraße[/b], gleich wieder in die Lade zurückgeräumt werden können. Denn wenn es zwei Dinge gibt die dieses Buch nicht bedient so sind dies Politik und gängige Klischees. Ruhig und besonnen, aber dadurch nicht weniger eindringlich, lässt die Schriftstellerin den Schumacher Simon die ganze Geschichte aus seiner Sicht erzählen. Jener macht dies knapp, direkt und stets mit einem leicht traurigem Unterton der sich durch die ganze Erzählung zieht. Dies soll jetzt aber nicht mit Melancholie verwechselt werden, genau so wenig wird gejammert oder über einen nicht zu lindernden Weltenschmerz philosophiert. Fernab frisch aus der Konserve gepellter Weisheiten eines Eric-Emmanuel Schmitt zeichnet Stehrs in diesem fernen Land Charaktere die einem in Erinnerung bleiben werden und die, vielleicht durch den debilen Humor, menschlicher -schmerzhaft menschlicher- wirken als bei gerade genannten Autor. Kritiker mögen jetzt vielleicht bemängeln das auf diesen 157 Seiten des Romans alles nur angerissen wird und nur an der Oberfläche bleibt. Ja vielleicht, aber mir noch immer lieber als so viele unnötige, aufgeblasene Romane die einfach nicht zu einem Ende kommen mögen. Und vielleicht noch ein Zugeständnis an die Kritik: Dieses Buch wird nicht jedem gefallen aber wenn es für einen Leser das richtige Buch zur richtigen Zeit ist wird es ihn packen und am Ende vielleicht mit Tränen in den Augen zurück lassen…

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