Amanda Sthers Schweine züchten in Nazareth

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Inhaltsangabe zu „Schweine züchten in Nazareth“ von Amanda Sthers

Sie hassen und sie streiten sich. Doch der Liebe zueinander entkommen sie nicht Was für eine schreckliche Pariser Familie: Harrys Tochter Annabelle verliebt sich ständig in viel zu alte Männer, die sich in letzter Sekunde dann doch nicht entschließen können, sich von ihrer Frau zu trennen. Harrys Frau Monique wird nicht müde, ihr das immer wieder vorzuwerfen. David, der schwule Sohn, ist ein gefeierter Theaterautor. Aber er ist tiefunglücklich, weil Harry seit dem Outing nicht mehr mit ihm spricht. Schlimmer: Harry, einst erfolgreicher Kardiologe, hat die Nase voll von dem ganzen Trubel und steigt aus. In Nazareth findet er eine neue, nur auf den ersten Blick bizarre Leidenschaft: das Schweinezüchten … Verständlich, dass sich Harry mit diesem Vorhaben nicht nur Freunde macht. Der ansässige Rabbi ist erbost, und so entspinnt sich ein kurioser Briefwechsel der beiden über die ersten und letzten Fragen des Lebens. Dazwischen aber tobt in Briefen und E-mails der familiäre Wahnsinn. Nach schmerzhaft vielen unbeantworteten Briefen macht David aus der Geschichte des Schweinezüchters, der einmal sein Vater war, ein Stück. Er weiß nicht, dass Harry mit den Zeitungsberichten von Davids Erfolgen eine ganze Wand tapeziert hat. In ihrer Gekränktheit sind die Familienmitglieder unverbesserlich. Während Harry und der Rabbi am Ende zu den besten Freunden werden, lassen sie jegliche Chance zur Versöhnung an sich vorbeiziehen. Sie beschimpfen sich wüst und verletzen sich grob. Und doch ist ihnen klar, dass sie ihrer Liebe zueinander nicht entkommen …

Wunderbar durchgeknallt, liebenswert, melancholisch, politisch, Gesellschaftskritisch...ein wunderbares Buch! Absolut super!

— Sterrenhemel
Sterrenhemel

Grandioses Buch - unbedingt lesen!!!

— Nil
Nil

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  • Rezension zu "Schweine züchten in Nazareth" von Amanda Sthers

    Schweine züchten in Nazareth
    goldfisch

    goldfisch

    Da bin ich doch schon über den Titel gestolpert und dann mitten hinein in das Buch. Ein wunderbares, hinreissendes und trauriges Buch über eine zerrissene Familie die nur noch per Mail und Brief miteinander kommuniziert.Da ist man sich so fern und doch manchmal auch ganz, ganz nah. Der Vater züchtet Schweine in Nazareth und bekommt Ärger mit dem Rabbi.Die Beiden pflegen einen munteren Schriftwechsel.Die Tochter hat jede Menge Affairen und sucht dabei die Liebe,der Sohn ist vom Vater verstossen worden, weil er Männer liebt.Zurück bleibt die Mutter, die versucht, etwas Kitt in die Risse der Familienbande zu schmieren und ihre Kinder aus der Ferne lieben muss. Ein wirklich sehr gelungenes,lesenswertes Buch!

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  • Rezension zu "Schweine züchten in Nazareth" von Amanda Sthers

    Schweine züchten in Nazareth
    Nil

    Nil

    04. January 2012 um 18:47

    Erfrischend und doch sehr poetisch! Schweine züchten in Nazareth (im französischen Original: Les terres saintes) von Amanda Sthers ist eine Familiengeschichte in Form von Emails und Briefen. Klingt zunächst nicht sonderlich innovativ, aber überzeugt, denn dieser Austausch ist sehr persönlich und herzberührend. Es geht um die Familie Rosenmerck: Vater Harry, der eigentlich Kardiologe war, ging nach der Scheidung nach Israel um Schweine zu züchten, Mutter Monique blieb als einzige in der alten Heimat Paris zurück und dann sind da noch die Kinder, zum einen der schwule Theaterautor David und zum anderen die immer noch studierende Annabelle. Alle nicht am gleichen Ort, also geht das korrespondieren los. Vor allem hat der Vater kein Telefon, was die Kommunikation nicht sonderlich vereinfacht. Es gibt neben dem inner-familiären Austausch auch noch einen köstlichen Briefwechsel zwischen dem Rabbi Moshe Cattan der Harry dazu bringen will das Schweinezüchten in Nazareth aufzugeben. Zwei alte Kauze, die sich gerne streiten! Insgesamt sehr kurzweilig, ein Roman wie er besser nicht sein könnte. Viel Humor, zum Lachen und Schmunzeln. Viele Emotionen, die einem die eigenen Unzulänglichkeiten und die Wichtigkeit der Familie vor Augen führt. Und viel Wissenswertes über das jüdische Leben wird hier und da eingestreut. Eine wunderbare Mischung. Für mich schon jetzt eine der besten Entdeckungen in 2012! Fazit: UNBEDINGT LESEN! Grandioses Buch für jedermann.

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  • Rezension zu "Schweine züchten in Nazareth" von Amanda Sthers

    Schweine züchten in Nazareth
    Gospelsinger

    Gospelsinger

    08. June 2011 um 14:00

    Es ist schon nicht ganz normal, wenn ein Herzchirurg seinen Job aufgibt, um Schweine zu züchten. Vollends nicht normal ist es, wenn er dies ausgerechnet in Nazareth tut. Schweine sind dort nicht erwünscht, auch wenn sie in Pfahlbauten gehalten werden und so den jüdischen Boden gar nicht betreten, da sind sich Juden und Moslems zur Abwechslung einmal einig. Lediglich der Rabbi Moshe nimmt Briefkontakt mit dem Schweinezüchter Harry auf, woraus eine Freundschaft zwischen den beiden entsteht. Solch eine Freundschaft kann Harry gut gebrauchen, denn er muss sich nicht nur mit den Schweinezuchtgegnern herumschlagen, sondern auch mit seiner äußerst chaotischen Familie. Seine Tochter Annabelle verliebt sich immer wieder in wesentlich ältere verheiratete Männer, sein Sohn David ist schwul, seine Frau Monique eine Nervensäge. Kein Wunder, dass Harry auf einen Telefonanschluss verzichtet. Wild gehen die E-Mails zwischen den Familienmitgliedern hin und her. Die kleinen und großen familiären Streitigkeiten und Katastrophen werden so nach und nach deutlich. Dagegen ist die briefliche Auseinandersetzung zwischen Harry und dem Rabbi richtig erholsam. Zum Schießen komisch fand ich dieses lebendig geschriebene Buch. Herzzerreißend traurig. Absurd und realistisch. Politisch, religiös und gesellschaftskritisch. Kurz, einfach wunderbar!

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  • Rezension zu "Schweine züchten in Nazareth" von Amanda Sthers

    Schweine züchten in Nazareth
    Clari

    Clari

    07. June 2011 um 12:02

    Harry ist Kardiologe und hatte irgendwann genug von seinem stressigen Job. Er ist aus seinem Beruf ausgestiegen und aus Paris nach Israel ausgewandert, um sich dem Schweinezüchten zu widmen. Ausgerechnet! Jeder weiß, dass Schweinefleisch nach dem Talmud nicht zu den koscheren Speisen gehört. In einigen christlichen Regionen in Israel kann man das Fleisch dennoch vermarkten. Harry bekommt zahlreiche Vorwürfe und Belehrungen von einem Rabbi, mit dem er sich harte aber im Kern doch freundschaftliche Auseinandersetzungen per E-Mail liefert. Da geht es nicht nur um das koschere Essen, sondern um alle essenziellen Fragen des Lebens. Eingerahmt von den Disputen zwischen Moshe und Harry erlebt man daneben eine zerstrittene Familie. Sie besteht aus Harry, seiner Frau Monique, dem Sohn David und Annalbelle. Letztere verliebt sich immer in die falschen Männer und bleibt ewig unzufrieden alleine. Monique, die Mutter, lebt weiterhin in Paris, wo sie ihre beiden Kinder David und Annabelle nach der Trennung vom Vater Harry alleine aufgezogen hat. In diesem Buch passieren skurrile Geschichten. Die Familie Rosenmerck ist überworfen mit einander und teilt sich dennoch in E-Mails und Briefen alles mit, was wissenswert ist. David ist Theaterautor und schwul und sehnt sich stets nach der Liebe und Anerkennung seines Vaters, die dieser ihm jedoch konstant verweigert. Dass er insgeheim ein ganzes Zimmer mit Requisiten des Sohnes besitzt, wird nur durch die versteckte Recherche der Schwester Annabelle publik. Auch so kann Familienleben sein: verstörend, einander immer wieder insgeheim umwerbend und doch an allem vorbei agierend. Amanda Sthers versteht etwas von der Psyche der Menschen. Nur so konnte sie eine Geschichte erfinden, in der Sehnsüchte, geheime Wünsche an den jeweils anderen, Enttäuschungen und gegenseitige Scheu das Zusammenkommen verhindert. Ein wenig Melancholie und unverhohlene Trauer mischen sich in den regen Mailaustausch aller Beteiligten, so dass nichts erfunden sondern wie aus dem richtigen Leben zu stammen scheint. Amanda Sthers liebt die geistreiche Rede, und Ironie und lakonische Redewendungen tragen ihren Teil zur Unterhaltung bei. Sie geben ihrer Erzählung den farbigen Anstrich, mit der sie zu einem ausnehmenden Lesevergnügen wird.

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