Amartya Sen Die Identitätsfalle

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Inhaltsangabe zu „Die Identitätsfalle“ von Amartya Sen

Spirale aus Identität und Gewalt Amartya Sen ist geprägt von den Ereignissen seiner Kindheit in den 1940er Jahren, als in Indien aus Nachbarn plötzlich »Hindus« und »Muslime« wurden, die einander gewaltsam gegenübertraten. Die Reduzierung von Menschen auf ihre religiöse Identität fördert Konflikte. Daher plädiert Sen dafür, zu erkennen, dass Menschen nicht nur eine, die religiös geprägte, Identität besitzen, sondern mehrere, denn jeder Mensch ist Mitglied in einer Vielzahl von Gruppen: Geschlecht, Klassenzugehörigkeit, Beruf, Essgewohnheiten, sportliche Interessen, Musikgeschmack.

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  • Rezension zu "Die Identitätsfalle" von Amartya Sen

    Die Identitätsfalle
    StephanSchwarz

    StephanSchwarz

    06. May 2012 um 11:30

    In Zeiten, in denen viele nur noch über das trennende und über Konflikte zwischen Moslems und der westlichen Welt reden, warnt der Nobelpreisträger Amartya Sen eindringlich vor dem Zuschnappen dieser Identitätsfalle. Für ihn völlig unverständlich und sträflich vereinfacht ist, das Menschen nur anhand eines Kriteriums, wie zum Beispiel ihrer Religion, beurteilt und in ein vorgefertigtes Schema gepresst werden. Als würden alle Moslems das gleiche denken und nicht auch andere Identitätsmerkmale haben, die ihre Meinung und ihre Weltsicht beeinflussen. Stellen Sie sich vor, sie werden nur auf Grund der Tatsache, dass ihr Nachbar, der im selben Haus wie Sie wohnt, ein Betrüger ist auch zum Betrüger abgestempelt. Die verbindende Identität wäre die gleiche Adresse. Jeder würde hier sofort einsehen, dass das völliger Unsinn ist. Der Autor argumentiert auf ähnliche Weise und fragt, wie eine wirkliche Identität aussieht. Man ist Mensch, Mann oder Frau, alt oder jung, politisch demokratisch oder autoritär eingestellt, Hobbytaucher, freiwilliger Feuerwehrmann, Sportkanone oder bekennender Couchgenießer. Jede dieser Eigenschaften führt zu Interessen und Einstellungen, die den anderen zuwider laufen kann. Also ist eine Person immer ein Gemenge aus vielen Interessen und Identitätsmerkmalen. Eine Vereinfachung auf nur eine Eigenschaft führt dazu, dass die Menschlichkeit verloren geht und man die „anderen“ nicht mehr als menschlich ansieht und so Hass und Gewalt sich ihren Weg bahnen können. Billigt man den Menschen jedoch die Vielfalt aller möglichen Wahlfreiheiten und Identitäten zu, so ist der logische Schluss daraus, das Feindbilder nicht entstehen können. Es wird immer Gemeinsamkeiten geben auf den man aufbauen kann und friedvoll und mit Respekt vor den anderen umgeht. Man muss sich nur klar machen, dass einfache Lösungen meistens nur einfach aber keine Lösung sind. Ein erfrischendes Buch, dass den im Westen so häufig diskutierten Kampf der Kulturen absagt und ein friedvolles Miteinander propagiert.

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  • Rezension zu "Die Identitätsfalle" von Amartya Sen

    Die Identitätsfalle
    dfelix

    dfelix

    04. October 2009 um 16:02

    Das Buch des bekannten Ökonomen Amartya Sen beschreibt auf sehr gut nachvollziehbare Weise die Komplexität und Vielfalt menschlicher Identität. Der Autor erklärt, auch anhand seiner eigenen Lebensgeschichte, wie sich Menschen in die Gesellschaft integrieren, in der sie leben, ohne dabei auf eine einzige Identität festgelegt zu sein. Solche Identitäten können z.B.definiert sein durch Staatsbürgerschaft, Herkunftsland, Religionszugehörigkeit, Geschlecht, Ausbildung, politische Überzeugung, Beruf, persönliche Interessen, gesellschaftliches Engagement usw. Jede dieser vielen möglichen Identitäten kann in bestimmten Situationen die Entscheidungen eines Menschen beeinflussen, aber niemals wird nur eine einzige Identität für alle Lebensbereiche entscheidend sein. Das Buch ist gewissermaßen ein Anti-Huntington, da Samuel Huntington in seinem Buch "Kampf der Kulturen" einen sehr viel engeren Identitätsbegriff verwendet, der dann zwangsläufig zu der von ihm postulierten Konfrontation führen muss. Dem Buch von Sen wünsche ich weite Verbreitung, weil es diese verengte Sichtweise verdeutlicht, so dass man erkennen kann, wenn radikale Kräfte versuchen, einen einseitigen Identitätsbegriff für ihre Zwecke zu instrumentalisieren. Wenn man sich den vielfältigen Identitätsbegriff Sens aneignet, könnte dies dazu beitragen, das friedliche Zusammenleben der Menschen zu erleichtern.

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