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NussCookie

vor 3 Jahren

(17)

Informationen:
„Wanderer. Sand der Zeit“ ist der Auftakt zu einer Reihe mit 2 Bänden und wurde von Amelie Murmann geschrieben. Es ist bislang nur als E-Book im Impress Verlag erschienen für einen Preis von 3,99€ bei einer Seitenzahl von 368.

Klappentext:

Der Lebenstraum der sechzehnjährigen Emilia lässt sich in zwei Worten zusammenfassen: »Palaestra Viatorum« – die renommierte Internatsschule, in der nur die Besten der Besten aufgenommen werden. Leider hapert es in Emilias sonst perfektem Zeugnis an der Kunstnote, auf die gerade diese Schule ganz besonderen Wert zu legen scheint. Doch dann trifft Emilia ausgerechnet in einer Kunstgalerie auf Max, den stellvertretenden Schulsprecher der Institution, und zwar nachdem er gerade durch ein modernes Gemälde gesprungen ist... Emilia traut ihren Augen nicht. Als sie dann noch Visionen ihrer eigenen Zukunft bekommt, scheint sich plötzlich nicht nur Max, sondern auch die Palaestra für sie zu interessieren – und lädt sie zu einer ungewöhnlichen Aufnahmeprüfung ein.

Erster Satz:
„Alles begann mit Schwärze.“

Erwartung:
Von einem Impress Titel erwarte ich mittlerweile doch sehr viel. Gerade wenn er so ein schönes Cover hat und mich der Klappentext schon total überzeugen kann. Meine Erwartungen steigen dann schon ziemlich hoch und da es sich bei der Autorin auch um eine sympathische Buchbloggerin handelt, steigen sie bis in den Himmel.

Covereindrücke:
Die Sanduhr im Hintergrund fällt natürlich sofort ins Auge. Auch das Paar, welches Rücken an Rücken steht zieht die Aufmerksamkeit auf sich. Da könnte man jetzt wie wild spekulieren, warum sie sich nicht anschauen, aber das würde hier den Rahmen sprengen. Alles in Allem mal wieder sehr gelungen und ein richtiger Eyecatcher.

Meinung:
Dies ist die Geschichte von Emilia Sommer, aber nicht nur von ihr.
Alles beginnt damit, dass sie unsanft aus ihrem Traum erwacht, in dem ein Löwe die Hauptrolle zu spielen scheint, und sich dabei wieder in der Realität befindet. Um genau zu sein in einem Bus, welcher sie zu einer Kunstausstellung fährt. Emilia ist nämlich eine sehr gute Schülerin, nur in Kunst hat sie eine 3- und möchte nun ihre Note mit einem Aufsatz aufbessern, um an der Privatschule Palaestra – Viatorum angenommen zu werden. Emilia möchte nichts lieber als an dieser Schule angenommen zu werden und dafür würde sie einfach alles tun.
Doch der Ausflug schlägt eine sonderbare Richtung ein, als sie endlich ein Bild gefunden hat das ihr zusagt. Denn plötzlich erscheinen, wie aus dem Nichts, zwei Jungen in der Ausstellung. Die werden doch wohl nicht aus den Bildern gestiegen sein? Als sie einen von ihnen anspricht reagiert dieser sehr merkwürdig.
Im weiteren Verlauf der Geschichte erfährt man dann von Max, einer dieser Jungen die aus dem Bild gestiegen sind. Er besucht die Schule, welche von Emilia heiß begehrt ist und er ist ein Wanderer. Halt stopp, was ist ein Wanderer? Wanderer sind Menschen, die durch Gemälde springen können. Diese Fähigkeit stammt von den Göttern der alten Griechen bzw. von Kronos.
Max hat eine wichtige Aufgabe, wird dann aber beauftragt Emilia zur Direktorin zu bringen.
Und wäre Max nicht da gewesen, so wäre Emilia vielleicht ertrunken, denn als diese sich in einem Traum verliert droht sie beim Schwimmen zu ertrinken, wird aber gerettet- von Max. Die Beiden ahnen in dem Moment noch nicht, dass sich ihr Schicksal miteinander verwoben hat, denn beide können sich auf den ersten Blick so gar nicht ausstehen.

Dann ist da noch Florian, ein Klassenkamerad von Emilia, welche auf die Schule eingeladen wurde, welche Emilia erstmal verwehrt bleibt, denn sie hat eine 3 in Kunst bekommen. Doch Florian scheint sich nicht mal für die Schule zu interessieren. Wie ungerecht. Doch wie durch ein „Wunder“ wird sie eingeladen, nachdem sie beim Direktor höchstpersönlich war. Denn Emilia entspricht voll und ganz den besonderen Anforderungen der Schule, denn dort sind alle Wanderer, ebenso wie Emilia, obwohl sie davon noch nichts weiß. Dort trifft sie auf Kit und von nun an wird nichts mehr so sein, wie es einmal war.
Spannung, Gefahren, Liebe, Vertrauen, Freundschaft, Verrat, Humor, griechische Mythologie und ein Stundenglas spielen eine zentrale Rolle.


Zuerst einmal möchte ich betonen, dass ich sowas wie die Wanderer noch nie gelesen habe. Natürlich kennt man viele Elemente wie das Internat für die Außergewöhnlichen, die Sprünge durch die Zeit etc. von anderen Geschichten, aber in welcher springen die Menschen durch echte Kunst? Außerdem ist die Geschichte so ganz anders. Hier kommt kein 0815 Gefühl auf, denn man könnte fast meinen die Autorin hätte mächtig in der Klischeekiste gewühlt um dann jedes Klischee auf die Schippe zu nehmen. Dazu kommt noch der herrliche Humor von allen Figuren und diese sind ja sowieso (fast) das Beste an der ganzen Geschichte. Der rote Faden zieht sich durch die ganze Geschichte und SO entsteht eine Geschichte der Extraklasse.

Die Charaktere sind mir sehr ans Herz gewachsen, sodass ich ständig mitgelitten habe.
Emilia ist die Protagonistin und macht eine Entwicklung durch, die glaubhafter nicht sein könnte. Emilia Sommer ist eigentlich als Emilia di Fiore geboren worden und wurde schließlich von den Sommers adoptiert. Aber statt sich daran zu stören findet sie sich wunderbar in ihrer Familie ein. Sie ist loyal und sagt ihre Meinung immer ganz offen. Sie weiß wer sie ist und was sie will und das macht sie so sympathisch. Im Laufe der Geschichte stellt sich heraus, dass sie besondere Fähigkeiten hat wie z.B.: Visionen ihrer eigenen Zukunft, aber sie macht darum nie einen Aufstand à la: Ich bin etwas total Besonderes, sondern bleibt sie selbst. Auch die Liebesgeschichte zu Max wurde sehr realistisch dargestellt.

Max ist so ein Fall für sich. Er ist ein Wanderer wie er im Buche steht: Sehr begabt, sehr gutaussehend, sehr eingebildet. Am Anfang gibt er sich sehr unnahbar und dadurch kann man ihn einfach nicht einschätzen. Im Laufe der Geschichte ändert sich das aber und je mehr man über ihn erfährt, desto besser versteht man.

Neben den Hauptpersonen waren auch die Nebenfiguren bestens ausgearbeitet. Um ein paar Namen zu nennen: Kit, welche im Laufe der Geschichte Emilias beste Freundin wird und Florian, welcher aus Emilias altem Leben mit in ihr neues gezogen ist. Kit ist einfach nur … Kit. Man kann sie nicht erklären, man muss sie lesen. Schlagfertig, sarkastisch, genial. Florian ist ein ehrlicher Typ und weiß wofür es sich zu kämpfen lohnt.

Bei so vielen liebenswerten Charakteren muss man manchmal echt um jeden Einzelnen bangen, denn es gibt auch in dieser Geschichte die böse Gegenseite, welche die guten Pläne verhindern wollen und zu ihrem eigenen eigennützigen Zweck verwenden wollen. So schickt die Autorin unsere liebsten Figuren in die unmöglichsten Situationen gegen das Böse und man fiebert jede Seite um jeden Charakter. Ein Schocker jagt den nächsten. Wendungen über Wendungen. Hier wird es richtig Spannend bis zum Schluss! Man kann einfach nicht voraus sagen, was als nächstes passieren wird, denn es kommt alles so anders und unerwartet. Die Geschichte hat einfach alles was mein Herz begehrt! Ich habe mitgelacht, mitgefiebert, mitgeweint, mitgewartet, mitgelitten, mittgezittert, mitgebibbert, mitgefühlt und schlussendlich war ich beim Ende ein einziges Gefühlsbündel.

Kennt ihr diese Bücher bei denen man die letzte Seite liest, das Buch beendet hat und dann erst Mal kein neues Buch anfangen kann, weil man sich nicht von der alten Welt verabschieden möchte? So ein Buch habt ihr hier.

Fazit:
Eigentlich gibt es sonst nichts mehr zu sagen. Kauft es, lest es, liebt es! Ich habe die vollen 5 Cookies vergeben, einfach weil es nicht mehr Cookies gibt. Obwohl man mit diesem Ende leben kann fiebere ich dem nächsten und auch letzten Teil sehr entgegen! Ein Kauf lohnt sich also definitiv! Bitte lest es.

Ich möchte mich ganz herzlich bei Vorablesen.de und dem Impress Verlag für dieses Rezensionsexemplar bedanken.

Autor: Amelie Murmann
Buch: Wanderer - Sand der Zeit
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