Amin Maalouf

 4 Sterne bei 89 Bewertungen
Autor von Samarkand, Die Reisen des Herrn Baldassare und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Amin Maalouf

Amin Maalouf wurde 1949 im Libanon geboren und lebt seit 1976 als Journalist und Schriftsteller in Frankreich. Er bereiste über sechzig Länder und gilt als anerkannter Spezialist für Fragen der arabischen Welt und der Beziehungen zwischen Okzident und dem Nahen Osten. Amin Maalouf war Chefredakteur der Wochenzeitschrift An Nahar International sowie des Magazins Jeune Afrique, während des Vietnamkriegs und der Islamischen Revolution arbeitete er als Kriegsberichterstatter. Als Buchautor hat er bisher sieben Romane veröffentlicht, seine Werke sind in etwa 25 Sprachen übersetzt worden und sein erstes Werk Die Kreuzzüge aus der Sicht der Araber (1983) ist zu einem Standardwerk geworden. Im August 2000 wurde bei den Salzburger Festspielen (in Zusammenarbeit mit der finnischen Komponistin Kija Saariaho) die erste Oper nach einem Libretto des Autors uraufgeführt: L'amour de loin.  

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Amin Maalouf

Cover des Buches Samarkand (ISBN: 9783458360872)

Samarkand

 (25)
Erschienen am 06.07.2015
Cover des Buches Die Reisen des Herrn Baldassare (ISBN: 9783458360056)

Die Reisen des Herrn Baldassare

 (21)
Erschienen am 18.08.2014
Cover des Buches Leo Africanus (ISBN: 9783518396216)

Leo Africanus

 (9)
Erschienen am 24.05.2004
Cover des Buches Der Mann aus Mesopotamien (ISBN: 9783518399552)

Der Mann aus Mesopotamien

 (5)
Erschienen am 24.02.2003
Cover des Buches Die Häfen der Levante (ISBN: 9783518456149)

Die Häfen der Levante

 (5)
Erschienen am 17.05.2004
Cover des Buches Das erste Jahrhundert nach Béatrice (ISBN: 9783518456194)

Das erste Jahrhundert nach Béatrice

 (4)
Erschienen am 23.06.2004
Cover des Buches Die Verunsicherten (ISBN: 9783716027028)

Die Verunsicherten

 (3)
Erschienen am 01.04.2014
Cover des Buches Der Felsen von Tanios (ISBN: 9783518455715)

Der Felsen von Tanios

 (3)
Erschienen am 24.03.2004

Neue Rezensionen zu Amin Maalouf

Cover des Buches Die Reisen des Herrn Baldassare (ISBN: 9783518455319)
dunkelbuchs avatar

Rezension zu "Die Reisen des Herrn Baldassare" von Amin Maalouf

Geschichte, Religion und Liebe aber auch über unvernunft, aberglaube und schicksal
dunkelbuchvor 8 Monaten

Anno 1665, das von vielen Menschen als das Jahr des Tieres gefürchtete Jahr wirft seine dunklen Schatten voraus, eine allgemeine Weltuntergangsstimmung beunruhigt weite Teile der  Menschen zwischen Orient und Okzident. Die zunehmende Hysterie, bzw. der wachsende religiöse Wahn erzeugen bizzare Situationen, in denen sich die Menschen bar innerer, beziehungsweise religiöser Sicherheit zu teils recht grotesken Handlungen hinreissen lassen.

Mit großem Vergnügen habe ich Baldassares Abenteuer begleitet - da dieses Buch zudem auch etwas dicker ist, eröffnet sich uns eine ganze Welt, ein großes, vielschichtiges Feld - zu Land , zu Wasser, im Moloch einer verwegenen Stadt oder unter der sengenden Sonne der Wüste... Überdies sind einige der Diskurse über verschiedene Weltanschauungen sehr erbaulich, zumal der Autor Personen verschiedenster Glaubensrichtungen zu Wort kommen lässt.
 

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Cover des Buches Samarkand (ISBN: 9783458360872)
J

Rezension zu "Samarkand" von Amin Maalouf

Geniale Geschichte
joasvor 4 Jahren

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Cover des Buches Der Mann aus Mesopotamien (ISBN: 9783518399552)

Rezension zu "Der Mann aus Mesopotamien" von Amin Maalouf

Der Mann aus Mesopotamien
Ein LovelyBooks-Nutzervor 8 Jahren

Kennt ihr einen Religionsgründer namens Mani? Mir persönlich war nicht viel über den Mann bekannt, und es gibt auch nur sehr wenig, das überliefert ist. Gelebt hat dieser Mani in der Spätantike von ca. 216 bis 276/77 nach Christus und er war Begründer des sogenannten Manichäismus. Amin Maalouf hat in seinem Roman über diesen Mann verschiedenste Überlieferungen und Mythen mit viel Vorstellungskraft vereint und folgt Mani von Geburt an bis zu seinem Tod. Alles beginnt damit, dass Manis Vater Pattig, Spross einer adeligen Parther-Familie, in einem Tempel dem Sektenführer Sittai begegnet, der ihn so für seine Auslegung des Christentums begeistert, dass Pattig seine hochschwangere Frau Mariam verlässt und Sittai in dessen Palmenhain folgt. Hier hat er eine Schar von Anhängern um sich versammelt – nur Männer – die ihm in seiner strengen Auslegung der „wahren christlichen Lehre“ folgen. Man könnte annehmen, dass Mani nun bei seiner Mutter aufwächst und vom Vater nie wieder hört, doch im Alter von vier Jahren wird er von Sittai der Mutter weggenommen und in den Palmenhaim gebracht. Hier wird er aufwachsen, und den Regeln der Sekte beugt er sich, auch wenn er bald erkennt, dass er mit dieser Auslegung von Religion nicht einverstanden ist.

Mit 24 schließlich verlässt Mani die Sekte, gefolgt von seinem Vater, der ihm jüngergleich folgen wird, und beginnt, seinen eigenen Glauben zu propagieren. Mit am wichtigsten ist ihm dabei ein friedliches Nebeneinander aller Religionen, sei es Christentum, Judentum, Buddhismus oder die Anbetung anderer, antiker Götter wie Poseidon oder Wischnu:

"Ich berufe mich auf alle Religionen, und auf keine. Man hat die Menschen gelehrt, sie müßten einem Glauben angehören, so wie man einer Rasse oder einem Stamm angehört. Ich aber sage ihnen: Ihr seid belogen worden. Bemüht euch, in jedem Glauben und Gedanken den leuchtenden Kern freizulegen und die Schale zu entfernen. Wer meinem Weg folgt, kann Ahura Masda anbeten und Mithras und Christus und Buddha."

Doch irgendwie ist diese Welt der Spätantike noch nicht bereit für einen derart inklusiven Glauben (und aktuelle Ereignisse bestätigen, dass auch die Welt der Moderne es noch nicht zu sein schein). Mani schart zwar eine beachtliche Zahl an Jüngern um sich - selbst Schapur, König der Könige, und dessen Sohn Hormisd sind von seiner Weltanschauung beeindruckt oder hoffen zumindest, sie zu ihren Gunsten nutzen zu können. Doch andere mächtige Männer sehen in Mani und seinem Glauben eine Bedrohung des vorherrschenden Systems. Vor allem der mächtige Magier Kirdir wird zum erklärten Feind des sanften Mani und bestätigt damit eine Beobachtung des Glaubensgründers:

"Ich respektiere jeden Glauben, und genau das ist in aller Augen mein Frevel. Die Christen hören nicht zu, wenn ich Gutes über den Nazarener sage, sie werfen mir vor, daß ich nichts Böses über die Juden und Zarathustra äußere. Die Magier hören nicht hin, wenn ich ihren Propheten lobpreise, sie wollen mich Christus und Buddha verfluchen hören. Denn nicht um das Fähnchen der Liebe scharen sich die Gläubigen, sondern um das Banner des Hasses, und einig sind sie sich nur in der Ablehnung der jeweils anderen."

Ab und an ist mir Mani ein wenig zu salbungsvoll und manche religiöse Ausführungen ziehen sich für meinen Geschmack zu lange hin. Insgesamt jedoch war ich dem Buch schon nach wenigen Seiten verfallen und blieb es bis zur letzten Seite des Epilogs, in dem Maalouf erläutert: "alle Inquisitoren Roms und Persiens haben sich verbündet, um Mani zu entstellen, ihn zu tilgen." Dieser Roman sollte ein wenig Licht in das Leben dieses vergessenen Mannes bringen. In Maaloufs Worten: "Es sollte sein Leben erzählen. Beziehungsweise das, was nach so vielen Jahrhunderten der Lüge und des Vergessens noch davon zu erahnen ist." Und ganz nebenbei hat Maalouf einen lebendigen Einblick in die Welt der Spätantike geschaffen. Wenn er kurz aber detailliert beschreibt, wie der König der Könige Audienz abhält, oder wie er aus der Ferne dem römischen Reich dabei zusieht, wie es sich selbst zerstört, dann wird ein hochspannender Abschnitt der Menschheitsgeschichte lebendig.

Diese Rezension wurde auch auf lesemanie.com veröffentlicht.

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