Amin Maalouf Der Mann aus Mesopotamien

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Inhaltsangabe zu „Der Mann aus Mesopotamien“ von Amin Maalouf

»Von heute ab wirst du keinen Wein mehr trinken, kein Fleisch mehr essen und dich keiner Frau mehr nähern, denn die Wahrheit ist eine anspruchsvolle Geliebte, Pattig, sie duldet keine Untreue, deine ganze Ergebenheit darf nur ihr gelten, und ihr, nur ihr gehört jeder Augenblick deines Lebens.« Pattig verläßt seine hochschwangere Frau Mariam, um sich einer Gemeinschaft von Gläubigen anzuschließen. Das Kind, das Mariam erwartete, ist Mani, nach christlicher Zeitrechnung geboren am 14. April 216 in Mesopotamien. Vier Jahre später wird er von seinem Vater in die Sekte der Weißgewandeten eingeführt. »Inmitten dieser Männer ging ich weise und listig meinen Weg«, erinnerte sich Mani, der Begründer des Manichäismus, der mit 24 Jahren die Sekte verläßt, um »durch die Welt einen Ruf ertönen zu lassen«. In Ägypten wird er »der Apostel Jesu«, in China »der Buddha des Lichts« und »seine Hoffnung erblühte an den drei Weltmeeren«. Seine Anhängerschaft wächst ständig, schließlich gerät der Verfechter einer liberalen Religion in die Schlingen der politisch Mächtigen, wird inhaftiert und stirbt am 2. März 274.
»Dieses Buch ist Mani gewidmet. Es sollte sein Leben erzählen. Beziehungsweise das, was nach so vielen Jahrhunderten der Lüge und des Vergessens noch davon zu erahnen ist«, schreibt Amin Maalouf über seine abenteuerliche Biographie über den »Mann aus Mesopotamien«.

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  • Der Mann aus Mesopotamien

    Der Mann aus Mesopotamien

    Lesemanie

    19. October 2014 um 10:50

    Kennt ihr einen Religionsgründer namens Mani? Mir persönlich war nicht viel über den Mann bekannt, und es gibt auch nur sehr wenig, das überliefert ist. Gelebt hat dieser Mani in der Spätantike von ca. 216 bis 276/77 nach Christus und er war Begründer des sogenannten Manichäismus. Amin Maalouf hat in seinem Roman über diesen Mann verschiedenste Überlieferungen und Mythen mit viel Vorstellungskraft vereint und folgt Mani von Geburt an bis zu seinem Tod. Alles beginnt damit, dass Manis Vater Pattig, Spross einer adeligen Parther-Familie, in einem Tempel dem Sektenführer Sittai begegnet, der ihn so für seine Auslegung des Christentums begeistert, dass Pattig seine hochschwangere Frau Mariam verlässt und Sittai in dessen Palmenhain folgt. Hier hat er eine Schar von Anhängern um sich versammelt – nur Männer – die ihm in seiner strengen Auslegung der „wahren christlichen Lehre“ folgen. Man könnte annehmen, dass Mani nun bei seiner Mutter aufwächst und vom Vater nie wieder hört, doch im Alter von vier Jahren wird er von Sittai der Mutter weggenommen und in den Palmenhaim gebracht. Hier wird er aufwachsen, und den Regeln der Sekte beugt er sich, auch wenn er bald erkennt, dass er mit dieser Auslegung von Religion nicht einverstanden ist. Mit 24 schließlich verlässt Mani die Sekte, gefolgt von seinem Vater, der ihm jüngergleich folgen wird, und beginnt, seinen eigenen Glauben zu propagieren. Mit am wichtigsten ist ihm dabei ein friedliches Nebeneinander aller Religionen, sei es Christentum, Judentum, Buddhismus oder die Anbetung anderer, antiker Götter wie Poseidon oder Wischnu: "Ich berufe mich auf alle Religionen, und auf keine. Man hat die Menschen gelehrt, sie müßten einem Glauben angehören, so wie man einer Rasse oder einem Stamm angehört. Ich aber sage ihnen: Ihr seid belogen worden. Bemüht euch, in jedem Glauben und Gedanken den leuchtenden Kern freizulegen und die Schale zu entfernen. Wer meinem Weg folgt, kann Ahura Masda anbeten und Mithras und Christus und Buddha." Doch irgendwie ist diese Welt der Spätantike noch nicht bereit für einen derart inklusiven Glauben (und aktuelle Ereignisse bestätigen, dass auch die Welt der Moderne es noch nicht zu sein schein). Mani schart zwar eine beachtliche Zahl an Jüngern um sich - selbst Schapur, König der Könige, und dessen Sohn Hormisd sind von seiner Weltanschauung beeindruckt oder hoffen zumindest, sie zu ihren Gunsten nutzen zu können. Doch andere mächtige Männer sehen in Mani und seinem Glauben eine Bedrohung des vorherrschenden Systems. Vor allem der mächtige Magier Kirdir wird zum erklärten Feind des sanften Mani und bestätigt damit eine Beobachtung des Glaubensgründers: "Ich respektiere jeden Glauben, und genau das ist in aller Augen mein Frevel. Die Christen hören nicht zu, wenn ich Gutes über den Nazarener sage, sie werfen mir vor, daß ich nichts Böses über die Juden und Zarathustra äußere. Die Magier hören nicht hin, wenn ich ihren Propheten lobpreise, sie wollen mich Christus und Buddha verfluchen hören. Denn nicht um das Fähnchen der Liebe scharen sich die Gläubigen, sondern um das Banner des Hasses, und einig sind sie sich nur in der Ablehnung der jeweils anderen." Ab und an ist mir Mani ein wenig zu salbungsvoll und manche religiöse Ausführungen ziehen sich für meinen Geschmack zu lange hin. Insgesamt jedoch war ich dem Buch schon nach wenigen Seiten verfallen und blieb es bis zur letzten Seite des Epilogs, in dem Maalouf erläutert: "alle Inquisitoren Roms und Persiens haben sich verbündet, um Mani zu entstellen, ihn zu tilgen." Dieser Roman sollte ein wenig Licht in das Leben dieses vergessenen Mannes bringen. In Maaloufs Worten: "Es sollte sein Leben erzählen. Beziehungsweise das, was nach so vielen Jahrhunderten der Lüge und des Vergessens noch davon zu erahnen ist." Und ganz nebenbei hat Maalouf einen lebendigen Einblick in die Welt der Spätantike geschaffen. Wenn er kurz aber detailliert beschreibt, wie der König der Könige Audienz abhält, oder wie er aus der Ferne dem römischen Reich dabei zusieht, wie es sich selbst zerstört, dann wird ein hochspannender Abschnitt der Menschheitsgeschichte lebendig. 

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  • Rezension zu "Der Mann aus Mesopotamien" von Amin Maalouf

    Der Mann aus Mesopotamien

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    10. May 2010 um 09:15

    Als Kind zu einer fundamentalistischen christlichen Sekte verschleppt, fristet Mani ein ziem-lich ödes Dasein. Bis er als junger Mann den Ruf erhält, die Sekte zu verlassen und als Pro-phet einer "Universalreligion" der Liebe und des Lichts in die Welt hinauszugehen. Eigentlich keine neue Religion, eher ein Weg der Vollkommenheit innerhalb jeder bestehenden Religi-on. Jeder Mensch habe eine "Lichtfunken" in sich, den es zu pflegen gelte. Begleitet wird er von seinem Vater und einem Jugendfreund sowie einer… Dienerin? Mätresse? Das wird nicht ganz klar. Sein Auftrag führt ihn schnell an höchste Stelle, an den Hof des Sassanidenherrschers. Dabei lassen Neider nicht lange auf sich warten, denn Religion ist anscheinend eine einträgliche "Kernkompetenz". Das Buch war insofern interessant, als ich einiges über das spätantike Persien gelernt habe: Handel, Religion, das Königtum der Sassaniden. Doch die Person Mani blieb mir fremd und seine Lehre blass und wenig attraktiv (vielleicht allgemein das Problem einer "Universalreligion": weder anziehend noch abstossend), und auch ein "Feeling" für seine Welt, den spätantiken Orient – eigentlich ein faszinierender Rahmen –, wollte sich nicht einstellen. Ich habe das Buch nach ca. zwei Dritteln abgebrochen. Es war nicht schlecht, aber auch nicht wirklich gut.

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  • Rezension zu "Der Mann aus Mesopotamien" von Amin Maalouf

    Der Mann aus Mesopotamien

    Marco

    26. January 2008 um 16:07

    Maalouf hat mit diesem Roman versucht einen fast vergessenen Religionsführer ans Licht zu bringen. Der eindrucksvolle Mani lebte im 3. Jahrhundert und hat zu dieser Zeit viele Anhänger gefunden und ein neue tolerante monotheistische Religionsgemeinschaft erschaffen. Als seine Lehre selbst bei den Herrschern mächtiger Länder auf Sympathie treffen, bekommt Manis Glaube die Chance unsterblich zu werden. Maalouf gibt den Lesern einen guten Eindruck vom Glauben und Leben Manis. Doch die wahre Gefühlswelt bleibt etwas im Verborgenen. Die Lektüre in jedem Fall eine interessante Auseinandersetzung mit dem Glauben, mit verschiednen Religionen. Der Stoff hätte das Zeug zu einem Epos, was dieser Roman leider nicht geworden ist.

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