Amin Maalouf Die Auflösung der Weltordnungen

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Inhaltsangabe zu „Die Auflösung der Weltordnungen“ von Amin Maalouf

Der international erfolgreiche Romancier und Essayist Amin Maalouf, geboren im Libanon und seit vielen Jahren in Frankreich ansässig, ein »Wanderer zwischen den Welten«, beschreibt, anschließend an seinen vor zehn Jahren erschienenen Essay Mörderische Identitäten (edition suhrkamp 2159), die krisenhafte »Entregelung« – in ethischer und intellektueller, geopolitischer, ökonomischer und »klimatischer« Hinsicht –, von der der Westen ebenso wie der Nahe Osten aus unterschiedlichen Gründen betroffen sind. Wo es für Autoren wie Samuel P. Huntington, aber auch Stefan Weidner (Manual für den Kampf der Kulturen. Warum der Islam eine Herausforderung ist) um einen »Kampf der Kulturen« geht, diagnostiziert Maalouf einen Zustand der Erschöpfung, in den die beiden Kulturen verfallen seien – aus dem nur eine Besinnung auf die eigenen Werte (dessen, was beide unterscheidet) sowie die Zukunft (die nur eine gemeinsame sein kann) hinausführen werde. Anschaulichkeit und Plausibilität gewinnt der Essay durch Amin Maaloufs intime Kenntnis der jüngeren und jüngsten Geschichte des Nahen Ostens, der das Buch einige überraschende Lehren zur Bewältigung der gegenwärtigen Krise verdankt.
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  • Rezension zu "Die Auflösung der Weltordnungen" von Amin Maalouf

    Die Auflösung der Weltordnungen
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    02. October 2012 um 12:46

    Dieser vorliegende Essay des 1949 in Libanon geborenen und in Frankreich lebenden Schriftstellers Amin Maalouf ist eine Zeitansage über die kulturellen Gräben hinweg, die sich nicht erst seit dem Buch von Thilo Sarrazin und nicht nur in Deutschland auftun. Er attestiert einen Orientierungsverlust unserer Gesellschaften und leitet sein Verständnis ab von dem Wort oriens, also dem, wie wir den Orient verstehen. Er stellt einen vollkommenen Verlust an Orientierung, eine zunehmende „Auflösung der Weltordnungen“ fest, und er erachtet dies als ein Synonym für den Verlust unseres Verständnisses für den Orient. Dieser Verlust hat die schweren kulturellen Konflikte unserer Tage verursacht. Maalouf, ein überzeugter Anhänger der Aufklärung und Anwalt der Freiheit, versteht sein Buch als eine Warnung vor den Folgen und den Konsequenzen dieses Verlustes, die er auch entsprechend beschreibt. Beispiele sind für ihn der wachsende Hass der Muslime gegen den Westen und seine Kultur, Machtphantasien müde gewordener ehemaliger Supermächte und die in Millionen gehenden Opfer von Bürgerkriegen in Afrika. Der schon Jahrzehnte andauernde Krieg von Palästinensern und Israel im Nahen Osten ist für ihn das Hauptproblem für eine stabile Weltordnung. Für sie macht er durchaus Vorschläge, wie nach der Auflösung der Weltordnungen die Krise der Legitimität wieder „aufgelöst“ werden kann. Dazu bedarf es mehr denn je gemeinsamer Wertvorstellungen wie einer demokratischen Gesellschaftsordnung und der Achtung der Menschenwürde, überall auf der Welt, auch in den moslemischen Ländern. Es geht darum Orientierung und Legitimität wieder zusammen zu denken. Ein wichtiger Denkanstoss auch für die gerade anschwellende Kulturdebatte in Deutschland, die noch lange nicht zu Ende scheint.

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