Amina Romano

 3.9 Sterne bei 8 Bewertungen
Amina Romano

Lebenslauf von Amina Romano

verheiratet, 3 kinder 1 sternenkind

Neue Rezensionen zu Amina Romano

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LeseJulias avatar

Ich muss gestehen, dass mir die Beurteilung dieses Buches sehr schwer fällt. Ich weiß, dass die Autorin sehr viel von sich selbst in das Buch gesteckt hat, was es um so schwerer macht, Kritik zu äußern.
Der Verlust eines Kindes ist wohl das Schlimmste, was eine Mutter (und ein Vater) durchleben können.
So muss die Protagonistin Lilli in der 23. Schwangerschaftswoche erfahren, dass ihr Baby im Bauch nicht lebensfähig sein wird und die Ärzte ihr einen schnellen Schwangerschaftsabbruch raten. Dies reißt Lilli völlig aus dem Leben und es dauert lange, bis sie zurückfinden kann.

Leider hat es die Autorin nicht geschafft, dass ich wirklich mitfühlen konnte, wenngleich viele Gefühle beschrieben waren, blieb mir Lilli fremd. Vor allem lag das an dem Erzählstil, der durch die 3. Person, die Zeitsprünge und eben die etwas distanzierte und eher nüchterne Erzählweise, es nicht schaffte mich zu packen.
Die Geschichte ist tragisch und es gab durchaus Schockmomente, wo ich das Buch weglegen musste, weil mich das verhalten der Ärzte und Schwestern im Krankenhaus doch sehr traf und am Ende war ich froh, dass Lilli Frieden schließen konnte mit ihrem Schicksal.
Ich denke, dass dieses Buch an Tiefe und Gefühlen und Mitreißpotential gewonnen hätte, wenn es in der Ich-Form erzählt worden wäre. Da fällt es dann doch immer etwas leichter, dass man sich als Leser mit dem Protagonisten identifizieren kann.

Für Frauen, die ein ähnliches Schicksal teilen oder Angehörige, ist es sicherlich ein Buch, welches für etwas mehr Verständnis sorgen würde bzw. eben zeigt, dass man sich die Zeit der Trauer gönnen muss und es doch irgendwann wieder Licht im Leben geben kann, ohne dass man sein verlorenes Baby "vergessen" muss.

Auch wenn mich dieses Buch nicht 100%ig überzeugen konnte, weiß ich den Mut der Autorin, von ihrem Schicksal zu erzählen, sehr zu schätzen und bin froh, dass ich das Buch lesen durfte.

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fredhels avatar

Das Buch "Tränenreich" handelt von der Architektin Lilli Lindenhoff, die in der 23.Schwangerschaftswoche die Diagnose erhält, daß ihr Wunschkind nicht lebensfähig ist. Sie muß eine sogenannte stille Geburt über sich ergehen lassen, das bedeutet eine normale Geburt mit alle ihren Schmerzen, nur mit der niederschmetternden Gewissheit, zum Schluss einen kleinen Leichnam in den Armen zu halten.
Es ist ein Alptraum.
Der vorliegende Roman schildert die Zeit der Vorfreude auf Lillis zweites Wunschkind und die Zeit der Depression nach der schockierenden Diagnose. 
Lillis Mann Frank kann ich gut verstehen, wenn er in den Wald geht und seine Trauer und seine Wut herausschreit, aber Lilli versinkt in eine nicht enden wollende Depression und ich kann einfach nicht verstehen, warum nicht Ehemann oder Mutter diese arme Frau zum Therapeuten schicken.
Lilli ist mir die ganze Lesezeit über fremd geblieben, und ich habe das Buch auch nicht gern gelesen.

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SandraWiedemanns avatar

Rezension zu "Tränenreich zurück zur guten Hoffnung - Eine Sternenkindmama sucht das Glück" von Amina Romano

Sehr gelungenes Buch einer lieben Kollegin
SandraWiedemannvor 3 Jahren

Nachdem meine liebe Kollegin Amina Romano nun beim gleichen Verlag heimisch wurde wie ich, ist es mir eine Ehre, auch eine Rezension zu ihrem Buch "Tränenreich zurück zur guten Hoffnung" zu verfassen.
Uns beide verbindet das gleiche Schicksal, so dass ich mich in vielen Passagen der Geschichte wieder gefunden habe und der Autorin absolut nachfühlen konnte. An manchen Stellen musste ich sogar ein paar Tränen vergießen. Es hat mich aber auch fasziniert, wie unterschiedlich wir manche Dinge wahrgenommen bzw. empfunden haben.
Ich glaube und hoffe, dass die Geschichte anderen Betroffenen helfen und Mut machen kann.
Das Buch finde ich sehr einfühlsam und liebevoll geschrieben. Es war leicht zu lesen und mitreissend. Wäre mittendrin nicht mein Kindle kaputt gegangen, hätte ich es wohl in einem Rutsch durch gelesen. ;-)
Das Einzige, was ich zu "bemängeln" habe: Das Buch hätte von mir aus ruhig noch länger sein dürfen und die doch sehr umfangreichen Erlebnisse etwas ausführlicher beschrieben.
Aber von mir auf jeden Fall ein großes Kompliment, liebe Amina! Hoffe, irgendwann noch mehr von Dir zu lesen.

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Gespräche aus der Community

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Amina-Romanos avatar

Die Aurorin

Amina Romano, geboren 1969, porträtiert in ihrem Debütroman das traurige Schicksal der Lilli Lindenhoff. Einfühlsam beschreibt sie den fast unerträglichen Verlust von Lillis Wunschkind und den steinigen Weg der Sternenkindmama in und durch eine hoffnungsvolle Folgeschwangerschaft.


Leseprobe

Zum ersten Mal seit dem Tod des Babys vor fast zwei Jahren hatte Lilli einen wunderschönen Tag verbracht, an dem sie kein schlechtes Gewissen hatte. Entspannt setzten sich Frank und Lilli auf den Balkon des Hotelzimmers, der eine wunderbare Aussicht auf das Meer bot. Die Stühle dicht aneinandergestellt verbrachten sie noch viel Zeit miteinander. Hin und wieder unterhielten sie sich leise miteinander, um dann wieder zufrieden auf das unendliche Wasser hinauszublicken. Es war eine angenehme Stille, die sie umgab. Eine Stille, die keiner Worte bedurfte, weil alles gut und angenehm war. Nur selten erlebte man diese Einvernehmlichkeit mit einem anderen Menschen, und Lilli wusste, dass sie so lange wie möglich an dieser Stille festhalten wollte. Frank lächelte Lilli an, und Lilli lächelte zurück. Eng umschlungen gingen sie nach drinnen. Am nächsten Morgen erwachte Lilli als Erste. Frank schnarchte leise vor sich hin, und Tim schlief in seinem Bett im Nebenzimmer. Die Meeresluft bekam ihm gut und ließ ihn endlich einmal fest und lange schlafen. Lilli bemerkte ein leichtes Ziehen im Unterleib, das sie aber erst nicht richtig zur Kenntnis nehmen wollte. So drehte sie sich um und versuchte noch einmal einzuschlafen, was ihr allerdings nicht gelang. Nachdem sie sich hin und her gewälzt hatte, beschloss sie aufzustehen und ging ins Bad. Das Ziehen in ihrem Unterleib, das ihr so vertraut war, ließ sich nicht mehr verdrängen. Zuerst ging Lilli ausgiebig duschen, um Zeit zu gewinnen und der Realität nicht ins Auge sehen zu müssen. Doch dann konnte sie es nicht weiter hinauszögern. Der Gang zur Toilette brachte ihr die Bestätigung: Blut auf dem Toilettenpapier. Die zarte Hoffnung, die Lilli gehegt hatte, dass sie schwanger sein könnte, hatte sich in Luft aufgelöst. Es hatte wieder nicht geklappt. Tränen schossen ihr in die Augen. Eingewickelt in das Badetuch saß sie auf dem Badewannenrand und starrte ins Leere. Das gute Gefühl der letzten Tage war dahin. Der gestrige Abend, der ihr so gut getan hatte, fühlte sich falsch und verlogen an. Mit einem Mal war sie wieder da, die unerfüllte Sehnsucht. Diesmal in doppelter Form – nach dem Baby, das nicht bleiben durfte, und dem Baby, das noch nicht kommen konnte. „Es könnten auch Schmierblutungen sein“, versuchte sie sich einzureden und begann sich anzuziehen. Ihre innere Stimme der Enttäuschung hatte allerdings schon die Gewissheit, dass dem nicht so war. Tim war mittlerweile wach geworden und hämmerte wild gegen die Badezimmertür. Nur widerwillig öffnete Lilli. Der kleine Junge stürmte an ihr vorbei, als sie das Bad verließ. Frank war bereits angezogen und begrüßte Lilli freudestrahlend. Sofort bemerkte er allerdings Lillis Gemütsverfassung, die er sich im ersten Moment nicht erklären konnte. Er überließ sie ihren Gedanken und machte sich auf den Weg ins Bad. Wenig später gingen sie gemeinsam zum Frühstück. Lilli konnte kaum einen Bissen vom reichhaltigen Frühstücksbuffet hinunterbringen. Dafür trank sie Unmengen Kaffee. Tim verschlang mehrere Nutellabrote und trank zwei Tassen Kakao. Danach machte er sich auf, um in der Kinderspielecke mit den Legobausteinen den höchsten Turm aller Zeiten zu bauen. „Was ist los, Lilli?“, wollte Frank wissen. „Gestern haben wir einen so schönen Tag und Abend verbracht, und heute bist du unausstehlich! Rede mit mir!“ „Ich habe meine Mens bekommen“, antwortete Lilli kaum hörbar.

Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.


Zur Leserunde

Zusätzliche Informationen

Amina Romano wurde am 20. Juli 1969 in Saarbrücken (Deutschland) geboren.

Amina Romano im Netz:

Community-Statistik

in 14 Bibliotheken

auf 2 Wunschlisten

von 1 Lesern aktuell gelesen

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