Amir Hassan Cheheltan

 3.9 Sterne bei 10 Bewertungen

Lebenslauf von Amir Hassan Cheheltan

Der persische Ingenieur und Schriftsteller Amir Hassan Cheheltan wurde 1956 in Teheran geboren. Er zählt zu den bedeutendsten Autoren des Iran und schreibt Essays, Romane und Drehbücher. Sein aktueller Roman "Der Kalligraph von Isfahan" erscheint im Herbst 2015 bei C.H. Beck.

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Der Kalligraph von Isfahan

Der Kalligraph von Isfahan

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Erschienen am 29.01.2016
Amerikaner töten in Teheran

Amerikaner töten in Teheran

 (4)
Erschienen am 25.08.2011
Teheran, Revolutionsstraße

Teheran, Revolutionsstraße

 (1)
Erschienen am 17.05.2018
Der standhafte Papagei

Der standhafte Papagei

 (0)
Erschienen am 31.08.2018
Iranische Dämmerung

Iranische Dämmerung

 (0)
Erschienen am 01.10.2015
Teheran, Stadt ohne Himmel

Teheran, Stadt ohne Himmel

 (0)
Erschienen am 11.09.2018
Teheran Kiosk

Teheran Kiosk

 (0)
Erschienen am 01.11.2016
Die Teheran-Trilogie

Die Teheran-Trilogie

 (0)
Erschienen am 17.05.2018

Neue Rezensionen zu Amir Hassan Cheheltan

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Rezension zu "Der Kalligraph von Isfahan" von Amir Hassan Cheheltan

Die belagerte Stadt
serendipity3012vor 3 Jahren

Die belagerte Stadt

Im Jahr 722 wird das persische Isfahan, das unter der Herrschaft der Safawiden steht, von afghanischen Stammeskriegern belagert, die die Stadt irgendwann einnehmen werden, so viel scheint den Bewohnern sicher. Allahyar ist gerade erwachsen geworden, er ist der Enkel des berühmten Kalligraphen von Isfahan, der Schriften des Sufis Rumis besitzt und auch selbst zu Papier bringt. In den Augen der strengen Herrscher ist er ein Ketzer, der ihrer Meinung nach gegen die islamische Lehre und die Gebote verstößt.

Als Allahyars Großeltern zu Beginn der Belagerung kurz nacheinander sterben, sieht er sich auf sich allein gestellt. Sein Vater ist tot, seine Mutter hat er nie kennen gelernt. Er muss nun sehen, wie er in der zunehmend schwieriger werdenden Situation zurechtkommt. Vor allem das Essen wird immer knapper und die Menschen hungern und sterben. Sein Großvater hat ihm außer einigen Kalligraphien einen Teppich hinterlassen, auf dem „die Fränkin“ abgebildet ist, eine Europäerin, so schön wie ungläubig in den Augen der strengen Führer. Allahyar erfährt, dass es sich dabei um seine Mutter handelt. Er möchte wissen, wer sie ist, aber zunächst gibt es einige Menschen, um die er sich kümmern muss: Die Christin Manusch, ganz offensichtlich in ihn verliebt, auf der anderen Seite Jasmin, die Allahyar liebt. Als es immer schwieriger wird, etwas zu essen bekommen, beginnt er, die Kalligraphien seines Großvaters zu fälschen, um sie gegen Essbares bei denen eintauschen zu können, die noch etwas besitzen, was sie hergeben können.

„Der Kalligraph von Isfahan“ von Amir Hassan Cheheltan ist ohne Zweifel ein Roman, bei dem der deutsche Leser einiges lernen kann, befasst er sich doch mit einem sehr speziellen Kapitel iranischer Geschichte. Im lesenswerten Nachwort erfahren wir mehr darüber und außerdem über die Gegensätze der schiitischen und der sunnitischen Lehre im Islam, sowie über den Sufismus.

Die Geschichte selbst konzentriert sich auf ihren Helden Allahyar und sein Leben zur Zeit der Belagerung der Stadt. Cheheltan erzählt in leichter, aber bildreicher Sprache davon, wie die Lage immer ernster wird, wie der Hunger alles beherrscht und die Menschen auch vor Gewalt und Brutalität nicht mehr zurückschrecken, um etwas essen zu können. Dazu kommt die ständige Angst davor, dass die Afghanen in die Stadt eindringen – es ist nur eine Frage der Zeit, wann das geschehen wird. Allahyar aber bleibt ruhig und versucht alles, um seine geliebte Jasmin zu beschützen und Nahrung für sie aufzutreiben. Er würde alles für sie tun, wie deutlich wird. Als Leser taucht man schnell ein in diese Welt, auch wenn der Roman einige kleinere Längen aufweist, in denen sich Geschehnisse recht ähnlich wiederholen und die Geschichte nicht vorangeht. Auch empfand ich als nicht ganz gelungen, dass bestimmte Handlungsfäden, zunächst offenbar sehr wichtig, dann fallengelassen wurden, wo bei mir als Leser die Erwartung geweckt wurde, dass es hier noch eine Art Auflösung geben wird. Auch die Rahmenhandlung, die Allahyars Geschichte vorangeht, ist im Grunde gar nicht zwingend und hätte ebenso gut weggelassen werden können.

„Der Kalligraph von Isfahan“ ist dennoch ein empfehlenswerter Roman, der in eine andere Zeit und auch in eine andere Welt entführt, eine Welt, die der Autor gekonnt in Worte zu malen weiß. Eine Geschichte, wie man sie nicht oft liest. Trotz kleiner Schwächen lesenswert!

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Rezension zu "Der Kalligraph von Isfahan" von Amir Hassan Cheheltan

'Hier ist Isfahan, nur einen Schritt von der Hölle entfernt!'
sabatayn76vor 3 Jahren

Inhalt:
Der Erzähler der Rahmengeschichte entdeckt nach dem Tod seines Vaters einen Familienstammbaum, der ihm Rätsel aufgibt. Auf der Suche nach Erklärungen und Antworten reist er nach Delhi und findet dort in der Bibliothek eines Sammlers ein Büchlein. Dieses Büchlein enthält den 'Bericht des Enkels des großen Kalligraphen aus der Zeit der Belagerung von Isfahan', und im weiteren Verlauf des Romans wird die Geschichte um Allahyâr (den Enkel des Kalligrafen) erzählt, der im Jahre 1722 in Isfahan lebte und der vom Ende der persischen Safawiden-Dynastie und der Belagerung der Stadt durch die Afghanen berichtete.

Mein Eindruck:
Ich habe mich schon sehr viel mit der Geschichte Persiens bzw. des Irans sowie mit dem Islam und Kalligrafie beschäftigt. 'Der Kalligraph von Isfahan' hat mir sehr gut gefallen, denn hier wird nicht nur eine fesselnde Geschichte um Allahyâr und seine Liebe zu Jasmin erzählt, sondern der Leser bekommt zudem spannende Einblicke in die Geschichte des Islam, in die Kunst der Kalligrafie sowie in die historischen Begebenheiten am Ende der persischen Safawiden-Dynastie und in die monatelange Belagerung der Stadt Isfahan. Besonders gelungen fand ich in diesem Kontext auch das Nachwort des Autors, in dem er einen verständlichen Überblick über die Geschichte des Islams, Sufismus etc. bietet.

Die Sprache Cheheltans ist gewählt und anspruchsvoll, mit blumigen Beschreibungen, die bisweilen etwas schwülstig erscheinen, meiner Meinung nach aber recht typisch für den Erzählstil der Region sind. Cheheltan ist ein sehr guter Erzähler, der den Leser fesseln und unterhalten kann, und so lässt sich der Roman trotz langer Sätze schnell und flüssig lesen.

Cheheltan beschreibt die Personen und die Stadt Isfahan so anschaulich und lebendig, dass man sich ohne Weiteres in die Geschichte eindenken und einfühlen kann, wobei seine Schilderungen stets glaubwürdig sind und einen ebenso faszinierenden wie beklemmenden Einblick in die Belagerung der Stadt bieten. Die Art und Weise, wie der Autor von Hunger und Elend, Brutalität und Gewalt, Angst und Verzweiflung erzählt, ist sehr eindrücklich und vermittelt Einblicke in einen mir bislang unbekannten Teil der persischen Geschichte.

Mein Resümee:
Ein unterhaltsamer Roman, der zudem Einblicke in die Geschichte Persiens, in den Islam und in Kalligrafie vermittelt. Damit ist der Roman eines meiner Lesehighlights 2015.

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