Amit Pasricha Heiliges Indien

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Inhaltsangabe zu „Heiliges Indien“ von Amit Pasricha

Religiosität bestimmt viele Facetten der komplexen Gesellschaft Indiens. Sie wird jedoch nicht nur in den hierfür vorgesehenen Tempeln, Moscheen, Klöstern oder Kirchen praktiziert. Jenseits dieser Orte, die den Glauben vieler Inder repräsentieren, äußert sie sich sehr oft im Alltagsleben in Form von Gebeten, Opfergaben, Festen oder auch durch Präsenz zahlreicher Gebetsschreine oder Heiligenstatuen. Heiliges Indien dokumentiert jene meditativen und kontemplativen Momente in meisterhaften Fotografien, die Geschichten erzählen, zeigt Einblicke in das komplexe und facettenreiche Mosaik religiöser Praxis, ihrer Rituale und Traditionen, der religiösen Kunst und der praktizierenden Menschen. Amit Pasricha lebt in Neu-Delhi und gilt als einer der führenden Panoramafotografen Indiens. Bekannt wurde er durch seine Dokumentationen zur Architektur und Gesellschaft seines Landes. Seine Werke wurden bereits in Indien, New York und London ausgestellt. Für The Monumental India Book (2008) erhielt er den Indian Tourism Award. Begleitet werden die Aufnahmen von einem einführenden Text des Heidelberger Indologen und Religionswissenschaftlers Axel Michaels.
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  • "Man verdirbt es sich ungern mit den Göttern, zur Sicherheit verehrt man lieber mehrere."

    Heiliges Indien
    R_Manthey

    R_Manthey

    27. July 2015 um 12:04

    Seit man im Westen von Indien weiß, dient es als Projektionsfläche für die unterschiedlichsten Vorstellungen, die allerdings nur selten etwas mit diesem riesigen Land und seinen Bewohnern zu tun haben. Besonders unverbesserlichen Romantikern scheint es Indien angetan zu haben. Sie sahen in ihrer Verklärung in Indien schon immer genau das, was ihnen in Europa fehlte. Das tatsächliche Indien mit seinen enormen sozialen, ökonomischen und ökologischen Problemen ignorieren sie dabei meistens. So streben auch noch heute jährlich ungezählte Besucher auf den indischen Subkontinent, um dort nach Yoga, Meditation, ayurvedischen Gesundheitsprogrammen oder spirituellen Unterweisungen zu suchen. Doch wie steht es wirklich um die Spiritualität der Inder? Auf diese einfache Frage gibt es keine einfache Antwort. Und je mehr man nach ihr sucht, umso verwirrter bleibt man zurück. Der wunderschöne Bildband mit den farbenfrohen Fotografien von Amit Pasricha trägt auch nicht dazu bei, dass man hinterher mehr über das geistliche Leben in Indien weiß, als dass es irgendwie undurchschaubar ist. Ich habe dieses Buch schon recht lange. Und jedes Mal, wenn ich es mir ansehe, entsteht dasselbe diffuse Gefühl: Auf der einen Seite ist man fasziniert von der Vielfalt, Buntheit und Originalität, die man auf den Bildern sieht. Und andererseits sucht man als Europäer fast zwangsweise nach irgendeiner Systematik. Aber man findet keine. Und das verwirrt unseren an Systeme und Ordnung gewöhnten Geist enorm. Pasricha reiste für dieses Buch kreuz und quer durch Indien. Und selbst er, der uns eigentlich führen sollte, merkt nur an, dass alles in Bewegung ist. Zwar findet man in Indien alle Weltreligionen: den Katholizismus, den Buddhismus, den Islam, den Hinduismus und andere, aber eben kaum noch in der von uns gewohnten Abgegrenztheit. Die Strömungen vermischen sich oder sie bleiben unter sich und gehen dabei in verschiedene Sekten auf oder es entstehen völlig neue Richtungen. Der Autor zeigt diese unglaubliche Vielfalt und ihre ganz unterschiedlichen rituellen Handlungen, ihre Tempel und Gotteshäuser. Aber es gibt auch einige wenige Konstanten, zum Beispiel den offensichtlichen Hang zu lebensfroher Farbenfreudigkeit, die auch schon mal darin gipfelt, dass man sich nicht nur farbenfroh bekleidet, sondern auch mit farbigem Pulver beworfen wird. Da viele der Fotografien Panoramaaufnahmen sind, wirken sie besonders eindringlich, denn man sieht das Aufgenommene uneingeschränkt, also so, wie man es vom Standpunkt des Fotografen mit den eigenen Augen (und nicht durch die gewöhnlich einschränkende Linse eines normalen Fotoapparates) wahrnehmen würde. Ein ungemein eindrucksvolles, aber auch verwirrendes Buch.

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  • 'Sie ziehen ihn direkt in den Wirbel des Bildes [...].'

    Heiliges Indien
    sabatayn76

    sabatayn76

    07. September 2014 um 16:55

    'Sie ziehen ihn direkt in den Wirbel des Bildes - in die Mitte einer trunkenen Masse, in das dunkle, verrußte Heiligtum eines Tempels oder zu den Füßen einer Göttin.' Inhalt: Nach einem Vorwort des Fotografen Amit Pasricha und einer Einführung von Axel Michaels, der einen kurzen Überblick über Religionen, Spiritualität und Mystik Indiens bietet, finden sich im Bildband 'Heiliges Indien' mehr als 100 großformatige Fotografien zum Thema. Mein Eindruck: Ich habe mich schon sehr viel mit Indien, der Mythologie und den Religionen des Subkontinents beschäftigt und habe hier viel Bekanntes, aber auch Neues gesehen und gelesen. Bei den Bildern handelt es sich um Panoramafotografien, die dadurch nicht nur einen kleinen Ausschnitt einer Szenerie zeigen, sondern z.B. ganze Straßenverläufe abbilden oder die Landschaft als Kontextinformation einbeziehen. Dadurch gelingt es Amit Pasricha, den Leser und Betrachter mitten ins Geschehen zu versetzen und einen komplexen Einblick in die festgehaltenen Ereignisse zu gewähren. Die Karte mit den wichtigsten Städten und Regionen Indiens sowie den Verweisen, auf welchen Seiten Fotografien der jeweiligen Stadt zu finden sind, hilft sehr bei der Orientierung. Die Bildlegenden sind relativ knapp gehalten, vermitteln aber dennoch viel Hintergrundwissen zur abgebildeten Szenerie. Die Bilder sind allesamt technisch sehr gut gemacht, zeigen eine sehr gute Bildkomposition und sind sehr ästhetisch, so dass man das Buch stundenlang anschauen und die einzelnen Fotografien ausgiebig betrachten möchte. Das Buch ist durch den Leineneinband, die hervorragende Bindung und den sehr guten Druck sowohl haptisch als auch optisch von herausragender Qualität. Mein Resümee: 'Heiliges Indien' vermittelt dem Leser durch die gelungenen Texte und die hervorragenden Panoramafotografien den Zauber, die Magie und das religiöse Leben Indiens.

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