Amity Gaige

 4.6 Sterne bei 5 Bewertungen
Autor von Schroders Schweigen, Schroders Schweigen und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Amity Gaige

Schroders Schweigen

Schroders Schweigen

 (4)
Erschienen am 01.03.2015
Schroders Schweigen

Schroders Schweigen

 (1)
Erschienen am 12.08.2013
Schroders Schweigen

Schroders Schweigen

 (0)
Erschienen am 12.08.2013
Schroder

Schroder

 (0)
Erschienen am 07.03.2013
Schroder

Schroder

 (0)
Erschienen am 01.11.2013
O my darling

O my darling

 (0)
Erschienen am 01.11.2013

Neue Rezensionen zu Amity Gaige

Neu
MissStrawberrys avatar

Rezension zu "Schroders Schweigen" von Amity Gaige

Wer ist Eric?
MissStrawberryvor 2 Jahren

Eric darf seine Tochter nur selten sehen und so gut wie nie alleine. So kommt es, dass ein Ausflug von Eric und Meadow ungeplant zu einer Entführung wird. Die Reise der beiden ist für Vater und Tochter die schönste Zeit ihres Lebens, doch dann hat Meadow einen Asthmaanfall, aber keinen Inhalator mehr …

Die Geschichte erzählt Eric Kennedy – es ist eine Art Brief und Erklärung an das Gericht und seine Exfrau. Amity Gaige hat es geschafft, dass die absurdesten Aktionen einen Sinn bekommen und Fehlentscheidungen die volle Einverständnis des Zuhörers bekommen, obwohl man weiß, dass man Eric nicht unterstützen sollte. Dennoch ist in Erics Leben so viel schief gelaufen, dass er die Hilfe seiner Exfrau dringend benötigt hätte, ihr Verständnis und die Erlaubnis, die über alles geliebte Tochter viel öfter sehen zu dürfen. Die Entwicklung verschuldet somit auch Meadows Mutter zu weiten Teilen.

In allem, was Eric macht, steckt sehr viel Liebe. Auch wenn er selbst weiß, dass er falsch handelt und in seiner Kindheit und Jugend der Ausgangspunkt seiner jetzigen Situation liegt, versucht er verzweifelt, dem Gericht und seiner Frau – und somit dann auch seiner Tochter, wenn sie erwachsen ist – zu erklären, wieso er so und nicht anders handeln musste und konnte. Sein Anwalt hofft, dass er so die Strafe mildern kann. Eric Kennedy schreibt (spricht) und erklärt, warum Erik Schroder als Kind mit seinem Vater aus der DDR in die USA geflohen ist, seinen Nachnamen geändert hat, um es leichter zu haben, sich deshalb auch eine neue Identität erfunden hat und so lange geschwiegen hat.

Das Buch besticht durch eine Spannung, die ganz ohne Blut und Kriminalität (wenn man von dem ausufernden Ausflug mal absieht) auskommt. Zumindest in Bezug auf Kapitalverbrechen. Man kann kaum aufhören, will mehr und mehr erfahren und staunt, wie schnell man ans Ende kommt. Und dann … möchte man Eric und Meadow zurück, möchte weiter mit den beiden durch Amerika reisen und endlos Ferien machen. Ich jedenfalls kann mich sehr gut in Eric versetzen und ihn verstehen.

Es ist schade, dass dieses (Hör-)Buch in Deutschland so wenig beachtet wird, keine Werbetrommel gerührt wird und man als Leser/Hörer es zufällig entdecken muss. Trennungen – egal ob nun durch Mauern oder Scheidungen – haben immer Folgen. Und die sollte man niemals vergessen.

Hans-Werner Meyer hat dieses wunderbare Buch einfach perfekt eingelesen. Er hat niemals Frauenstimmen übertrieben dargestellt und auch Meadows Sätzen nicht zu viel Kindlichkeit gegeben, sondern einfach erzählt, was in seinen Augen zu all dem geführt hat. Dabei hat er sehr viel Wärme in der Stimme und lässt dem Zuhörer keinen Zweifel, wie sehr der Vater die Tochter liebt, wie sehr er sie glücklich wissen möchte. Perfekter hätte man den Sprecher gar nicht wählen können.

Für mich ein wunderbares Buch, das tief unter die Haut geht und sehr lange nachhallt. Gerne gebe ich die vollen fünf Sterne.

Kommentieren0
4
Teilen
Nils avatar

Rezension zu "Schroders Schweigen" von Amity Gaige

Wie kommt es das man einen Kindesentführer gut findet?
Nilvor 4 Jahren

Wie kommt es das man einen Kindesentführer gut findet? Wenn der Entführer der Vater ist und es aus seiner Sicht keinen anderen Weg gab ein paar Tage mit seiner Tochter zu verbringen.
Der Roman Schroders Schweigen ist das Protokoll des angeklagten Schroder, der seine eigene Tochter entführt hat und mit ihr ein paar Tage verbrachte bevor sie geschnappt wurden. Er erklärt der Mutter wieso er es tat, wie es dazu kam und was detailiert in den Tagen geschah.
Erst wundert man sich über diesen einsamen und etwas komischen Mann und dann fängt man an mit ihm zu sympatisieren.
Dieser Teil, der offensichtliche, ist aber nicht die ganze Geschichte. Schroder, der als Teenager begann sich Kennedy zu nennen um seine deutsche Vergangenheit zu vertuschen, muss sich nun zu seiner eigentlichen Identität bekennen. Wobei als kleine Anmerkung zum Text gesagt werden muss, dass seine  Erinnerungen sehr "amerikanischen" Passagen sind und offensichtlich nicht von einem deutschen lektoriert wurden.
Der Roman ist wunderbar geschrieben. Er hat viele toll erzählte Szenen mit viel Feingefühl.
Mir hätte gut gefallen, wenn zu Beginn des Buches ein fiktiver Zeitungsartikel gestanden hätte der den Leser zunächst abschreckt, um dann die Sympathie zu gewinnen für diesen Schroder.
Auch gibt es ab und an Fußnoten zum Thema Schweigen. Konzeptionell nicht überzeugend. Passte inhaltich gut um Schroders "Forschungsthema" aufzugreifen, aber gepasst hat es dann doch nur mäßig.

Im Gesamturteil ist es ein solider und guter Roman. Empfehlenswert trotz kleiner Mängel!

Kommentieren0
8
Teilen
W

Rezension zu "Schroders Schweigen" von Amity Gaige

Ein beeindruckender, hierzulande leider wenig beachteter Roman
WinfriedStanzickvor 5 Jahren


 

Dieser beeindruckende Roman der 1972 geborenen Amerikanerin Amity Gaige ist ihr dritter. Er wurde in 14 Ländern gleichzeitig veröffentlicht, wobei er leider in Deutschland  nicht die ihm gebührende Beachtung erhielt.

 

„Was folgt ist ein Bericht darüber, wo Meadow und ich seit unserem Verschwinden gewesen sind. Mein Anwalt sagt, ich soll die ganze Geschichte erzählen. Wo wir waren, was wir gemacht haben, wem wir begegnet sind.“

 

So beginnt Eric Kennedy das Buch. Er sitzt in Untersuchungshaft und wird wegen Entführung seiner Tochter Meadow angeklagt werden. Dem Gericht und vor allem seiner Frau Laura will er erklären, wie alles gekommen ist.

 

Denn zunächst sah alles ganz gut aus. Eric ist für seine Tochter ein  durchaus liebenswerter Vater. Als er während der Finanzkrise seinen vorher sehr lukrativen Job als Immobilienmakler verliert, bleibt er ein Jahr lang zu Hause und kümmert sich als Hausmann um alles. Meadow, damals drei Jahre alt, lernt lesen und noch vieles mehr. Doch bald schon ist zwischen Laura und Eric nichts mehr wie vorher und sie fragt ihren Mann verzweifelt:

“‘Ich will wissen, wie das passieren konnte. Warum wir so verschieden geworden sind. So gegensätzlich. Wie diese riesige Kluft zwischen uns entstanden ist.’ Mit bittendem Blick sahst du mich an. ‘Waren wir schon immer so? Ich glaube nicht. Ich vermisse den, für den ich dich gehalten hatte.”

Das zieht sich noch einige Jahre hin, eine Trennung folgt, doch bald schon, Meadow ist zwischenzeitlich sechs geworden, droht Eric sogar sein Besuchsrecht für seine Tochter zu verlieren. Eric verliert die Nerven. Ein Ausflug von Vater und Tochter mündet in einer verzweifelten Flucht. Meadow landet im Krankenhaus und Eric im Gefängnis. Und dort schweigt er.

Und er schreibt sich seine Geschichte von der Seele, die Geschichte einer Täuschung. Wie er als 14-jähriger seinen Nachnamen Schroder in Kennedy ändert, um nach der Ausreise aus der DDR in Amerika an einem Ferienlager teilnehmen zu können. Viele Geheimnisse, die seitdem sein Leben bestimmen, schreibt er sich von der Seele, immer in der leisen Hoffnung, seine Frau Laura, die Adressatin seiner Bekenntnisse ist, ähnlich einzunehmen wie den Leser.

Denn das ist das Besondere an diesem Buch. Wie es Amity Gaige gelingt, diesen Lügner und Hochstapler, der sein eigenes Kind entführt und in große Gefahr bringt, in einem Licht erscheinen zu lassen, dass man ihm stellenweise sogar so etwas wie Mitgefühl entgegenbringt oder wenigstens Verständnis. Eric ist nicht nur ein Betrüger, sondern er bleibt ein Mensch in all seiner Schwachheit.

Eigentlich verachtenswert mit seinem ganzen Lügengebäude, mit dem er sein Leben aufgebaut hat, kann man doch mit der Lektüre seiner Aufzeichnungen nicht aufhören und hat am Ende so eine kleine Hoffnung, dass auch aus diesem zerstörten und verfehlten Leben noch ein neues entstehen könnte.

Das ist das Besondere an diesem bemerkenswerten Roman. Den Namen seiner Autorin werde ich mir merken.

 

 

Kommentieren0
13
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Community-Statistik

in 8 Bibliotheken

auf 1 Wunschlisten

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks