Amor Towles

 4.5 Sterne bei 187 Bewertungen
Autor von Eine Frage der Höflichkeit, Ein Gentleman in Moskau und weiteren Büchern.
Amor Towles

Lebenslauf von Amor Towles

Amor Towles hat an der Yale University und an der Stanford University studiert und war anschließend in der Finanzbranche tätig. Daneben gehört er dem Vorstand der »Library of America« und der »Yale Art Gallery« an. Sein Debütroman »Eine Frage der Höflichkeit« erschien 2011. Er lebt mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Manhattan, New York.

Neue Bücher

Ein Gentleman in Moskau

 (84)
Neu erschienen am 09.11.2018 als Taschenbuch bei Ullstein Taschenbuch Verlag.

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Ein Gentleman in Moskau

Ein Gentleman in Moskau

 (84)
Erschienen am 09.11.2018
Eine Frage der Höflichkeit

Eine Frage der Höflichkeit

 (88)
Erschienen am 14.03.2016
Ein Gentleman in Moskau: Roman

Ein Gentleman in Moskau: Roman

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Erschienen am 08.09.2017
Ein Gentleman in Moskau

Ein Gentleman in Moskau

 (8)
Erschienen am 08.09.2017
Ein Gentleman in Moskau

Ein Gentleman in Moskau

 (0)
Erschienen am 08.09.2017
Ein Gentleman in Moskau

Ein Gentleman in Moskau

 (0)
Erschienen am 08.09.2017
A Gentleman in Moscow

A Gentleman in Moscow

 (4)
Erschienen am 06.09.2016
Rules of Civility

Rules of Civility

 (2)
Erschienen am 26.06.2012

Neue Rezensionen zu Amor Towles

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Rezension zu "Eine Frage der Höflichkeit" von Amor Towles

Etwa ziellos und leider auch langatmig
Viv29vor 8 Tagen

Amor Towles' "Ein Gentleman in Moskau" ist eines der besten Bücher, die ich je gelesen habe und so wollte ich nun auch sein Erstlingswerk kennenlernen. Dieses fand ich leider ausgesprochen enttäuschend.

Zu Beginn wird recht gut Spannung aufgebaut. Auf einer Fotoausstellung in den 1960ern entdeckt die Hauptperson Kate zwei Fotos eines Mannes aus ihrer Vergangenheit, Tinker, der offensichtlich im Zeitraum zwischen den Fotos einen sozialen Abstieg mitgemacht hat. Wir begleiten Kate auf einen Rückblick in das Jahr 1938, das Buch berichtet über ihre Erlebnisse des gesamten Jahres. Dies geschieht leider ausgesprochen detailreich und ereignisarm. Durch "Ein Gentleman in Moskau" wußte ich bereits, daß Amor Towles zum ruhigen Erzählen neigt, sich dem Atmosphärischen, den Charakterstudien mehr widmet als einer aufregenden Geschichte. Da er dies im "Gentleman" so ausgesprochen gut gemacht hat, habe ich mir Ähnliches auch hier erwartet - leider vergeblich.

Zu Anfang gelingt es ihm noch recht gut, die New Yorker Welt Kates zu schildern. Sie wohnt in einer Pension, teilt ein Zimmer mit Eve, um Geld zu sparen. Das Geld ist generell knapp, die jungen Frauen in der Pension leihen sich gegenseitig Kleider, kalkulieren genau, in welchen Zeitabständen sie sich abends Drinks bestellen können, um mit der mageren Barschaft durch den Abend zu kommen. Eve, bildschön, eigensinnig und auch egoistisch, dem angenehmen Leben nicht abgeneigt, wird bildhaft charakterisiert, man kann sie sich gut vorstellen. Als die beiden jungen Frauen dann Tinker treffen, wird auch er mit wenigen treffenden Worten ausgezeichnet charakterisiert. Damit endet es aber leider auch schon - alle weiteren Charaktere bleiben blaß, unausgegoren, austauschbar. Dies beinhaltet seltsamerweise auch den Hauptcharakter Kate, die hier als Ich-Erzählerin fungiert. Ab und an blitzt bei ihr ein herrlich trockener Humor hervor, sonst aber erfährt man wenig über sie. Sie kann schnell tippen, liest gerne Klassiker, neigt manchmal zur Schroffheit - das war es dann letztlich. Sie wirkt nicht interessant, sondern eher langweilig. Das machte für mich dann auch einen Großteil des Buches nicht nachvollziehbar, denn seltsamerweise scheinen alle Menschen, die Kate begegnen, von ihr umgehend fasziniert zu sein. Problemlos wird sie in die eigentlich für Außenstehende nicht unbedingt offene Welt der Manhattener High Society aufgenommen. Jemand empfiehlt sie für eine anspruchsvolle Arbeitsstelle, ohne daß sie die nötige Erfahrung besitzt, jemand anderer vererbt ihr etwas, die Männer liegen ihr zu Füßen, Fremde starren sie in einem Restaurant an und suchen den Kontakt zu ihr. Das wirkt angesichts von Kates sprödem, etwas faden Charakter unglaubwürdig. Viele von diesen substanzlos rasch enstandenen Freundschaften und Bekanntschaften verschwinden dann kommentarlos wieder und man fragt sich, was hier überhaupt der Sinn war.

Auch das Atmosphärische läßt leider schnell nach. Zu Beginn wirkt der Einblick in das Manhattan der 30er Jahre noch abwechslungsreich, aber irgendwann haben wir die schäbigen Kneipen und Diners zur Genüge beschrieben bekommen, ebenso wie die schicken Apartmentgebäude, exklusiven Clubs und Bars. Die Geschichte um Kate und Tinker findet letztlich fast nur im ersten und letzten Viertel des Buches statt. Dazwischen lesen wir einen Barbesuch nach dem anderen, eine Party nach der anderen und insbesondere: eine detaillierte belanglose Unterhaltung nach der anderen. Die Unterhaltungen sind von entsetzlicher Langweiligkeit und bei den meisten Szenen habe ich mich gefragt, warum diese überhaupt im Buch ist und warum sie zudem noch so detailliert beschrieben wurde. Dauernd denkt man beim Lesen, daß sicher gleich etwas Bedeutendes passiert, aber das tut es fast nie.

So bleibt also letztlich alles blaß und unentschlossen. Die von George Washington aufgezeichneten Regeln der Höflichkeit, nach denen das Buch benannt ist und die im Buch häufiger erwähnt werden, spielen letztlich für die Geschichte auch kaum eine Rolle. Warum der Autor sie für sein Buch als Aufhänger nimmt, erschließt sich beim Lesen nicht. Am Ende frage ich mich, was der Autor mit diesem Buch eigentlich erreichen, sagen wollte. Die Geschichte um Kate und Tinker ist nicht uninteressant, aber auch nicht mitreißend. Sie hätte in 50 Seiten erzählt werden können. Als Gesellschaftsroman kann man das Buch auch nicht sehen, dafür bleiben Charaktere und Umfeld zu vage. Eine Art Entwicklungsroman könnte es sein, aber dafür sind Kates Erfahrungen zu unglaubwürdig und zu wenig nachvollziehbar. Mädchen einfacher Herkunft ohne sonderliche charakterliche Vorzüge gelingt es, diverse Mitglieder der New Yorker Society auf den ersten Blick um den Finger zu wickeln....das ist als Geschichte einfach nicht überzeugend.

Nun hat die Geschichte ab und an interessante Momente, der Blick ins damalige New York ist an mehreren Stellen gut gelungen und der Schreibstil oft sehr schön (aber nicht annähernd so gut wie im "Gentleman"). Anfang und Ende sind nicht übel, ein strafferer plausiblerer Mittelteil hätte zu einem guten Buch geführt. Für diese Punkte drei knappe Sterne.

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Rezension zu "Ein Gentleman in Moskau" von Amor Towles

Wundervoll, einzigartig, geistreich - perfekt
Viv29vor 9 Tagen

Das Lesen dieses Buches war für mich ein kleines Experiment. Ich war besorgt, dass es eines dieser "style over substance" Bücher sein würde, die nur aus prätentiöser Sprache bestehen. Dieses Buch aber ist wirklich in wundervollem Stil geschrieben, ohne dabei je prätentiös zu sein. Es zu lesen ist wie ein luxuriöser Genuß; schafft es der Autor doch, die Welt des Grafen, des Hotels und des Sowjetrusslands so zu gestalten, dass man sich darin verlieren kann.

Der Großteil des Buches findet über 32 Jahre in einem Hotel statt. Um jedoch aus dem Buch zu zitieren: "Es war ohne Frage der kleinste Raum, den er in seinem Leben eingenommen hatte, aber irgendwie war die Welt innerhalb dieser vier Wände gekommen und gegangen." Und wir sehen wirklich die ganze Welt im Hotel. Während der Hauptcharakter, der Graf, es im Laufe dieser 32 Jahre nur zweimal hinterlässt, hat er unzählige Begegnungen und Beziehungen zu den Menschen, die im Hotel arbeiten oder wohnen. Einige geben nur einen kurzen Einblick in das Leben anderer Menschen, wie das junge Paar auf einem Rendezvous, andere begleiten den Grafen - und uns - durch die ganze Geschichte. Es gibt hart arbeitende Hotelangestellte, internationale Journalisten, eine Filmschauspielerin, Genossen (einige wahre Gläubige, einige opportunistische) und Touristen, und Amor Towles webt ein wunderbares Netz, das sie alle zu einer erfreulichen Geschichte verbindet.

Der Graf ist eine absolut charmante Hauptfigur. Er zeigt, dass der Adel von Herzen kommt, nicht vom Titel, und das Wort Gentleman war so noch nie so passend. Er ist von Anfang an liebenswert und hatte mich schon bald ganz auf seiner Seite. Die Anmut, mit der er seine Umstände akzeptiert, der von Natur aus kultivierte und warmherzige Charakter, den er in der gesamten Geschichte zeigt, seine Fähigkeit, stets auf dem Laufenden zu bleiben und schnell zu handeln - aber niemals ohne Stil - ist bezaubernd.

Der Schreibstil schafft es, die ernsten und traurigen Aspekte des Lebens im Sowjetrußland mit einem feinen, witzigen Humor in Einklang zu bringen - eine schwierige Balance und so gut gestaltet. Ich wurde vom Kichern zur Traurigkeit geleitet, von Müßiggang zur Spannung. Fußnoten geben gelegentlich einen historischen Hintergrund oder informieren uns über das Schicksal einer Figur, wodurch sie die äußeren Ereignisse gut mit einbringen, ohne die weltabgeschiedene Umgebung des feinen Hotels zu stören.

Dieses Buch ist so eine feine Komposition aus erfahrenem und erfreulichem Schreibstil, lebendigen Charakteren, Geschichte und Stil. Sobald ich es beendet hatte, wollte ich alle meine Freunde anrufen und ihnen sagen, dass sie es sofort lesen müssen. In einer Zeit, in der schlecht geschriebene, billige Fanfiction zu einem Bestseller werden kann, ist es gut, Bücher wie "Ein Gentleman in Moskau" zu haben, die den Glauben an das gute Gefühl wiederherstellen, dass es immer noch gute Bücher gibt.

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Rezension zu "Ein Gentleman in Moskau" von Amor Towles

Ein Leben im Luxushotel
Bibliomaniavor 10 Tagen

Moskau kurz nach dem 1. Weltkrieg. Graf Alexander Rostov stammt aus einer reichen Familie und genießt sein Leben in vollen Zügen. Er wohnt im Hotel Metropol und wird just in diesem zu lebenslangem Arrest verurteilt. Rostov ist ein Gentleman der alten Schule, obwohl er ein junger Mann ist. Er hat Manieren, ist ein Kenner der gepflegten Konversation und trotzt vor Optimismus. Da er das Hotel nicht verlassen kann, wird dieses Haus der betuchten Leute seine ganze Welt. Doch dann bekommt er die Verantwortung für ein kleines Mädchen übertragen und ihr Glück liegt in seinen Händen.


Nach den vielen positiven Rückmeldungen über dieses Buch war ich sehr gespannt. Doch wie so oft, waren die Erwartungen dann einfach zu hoch. Die Geschichte plätschert nur so dahin und ein wenig Spannung lässt bis ganz zum Schluss auf sich warten.

Interessant war die Russland-Geschichte, die in den Roman eingebettet ist. Leider passiert das so nebensächlich, dass der ganze Schock, der Stalinismus und das Verschwinden von Menschen nur als schlechter Scherz bei mir ankam. Graf Rostov hatte ein großartiges Leben. Geld ohne Ende, das einzige Manko war der Hausarrest. Aber darunter leidet er kein  bisschen. Jemand, der so arg eingeschränkt ist und eigentlich nur die Welt des Luxus kennt, kann einfach so im Dienstbotenzimmer auf 4 m² ein tolles, immer positives Leben führen? Sehr unrealistisch.

Schön war hingegen die Kultiviertheit Rostovs. Ein so höflicher, zuvorkommender Charakter, ein kluger Mann. Die Figur musste dem Leser einfach sympathisch sein. Besonders seine Gespräche mit Nina waren amüsant, hatten aber auch einen kleinen unangenehmen Beigeschmack. Ein erwachsener Mann, der ständig mit einem Kind herumhängt? Ich bin skeptisch.

Dennoch eine nette Lektüre für zwischendurch, die mich aber nicht übermäßig begeistert hat.

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Gespräche aus der Community

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So, da ja einige "Eine Frage der Höflichkeit" lesen möchten, mache ich hier mal ein eigenes Thema auf. Ich warte noch, ob sich weitere Interessenten finden und dann schicke ich das Buch los.
Hier nochmal alles zum Thema Wanderbuch:
Also es funktioniert eigentlich wie bei den anderen Wanderbüchern auch (ich hab mir da mal aus den anderen Themen alles zusammengesucht): Erfragt bei eurem Nachfolger die Adresse, wenn das Buch bei euch angekommen ist und schreibt kurz eine Mitteilung in den Thread, wenn das Buch bei euch eingetroffen und weitergeschickt worden ist. Das das Buch gut behandelt wird, davon bin überzeugt ;)
Ihr sagt einfach hier bescheid, wenn ihr gern mitlesen möchtet und ich trage euch in die Liste. Ich schicke es an den ersten los und jeder hat dann zwei Wochen Zeit um es zu lesen und weiterzuschicken. Geht es verloren, dann teilen sich der Absender und der Empfänger die Kosten für ein neues Exemplar. Na dann mal los und viel Spaß :)

eeyorele schickt an:
1) steffchen3010
2) Nicki81
3) Arista
4) The iron butterfly
5) MelE
6) Bücherwurm
7) SharonBaker
8) Sissy84
9) Lesejulia
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