Amos Oz

 4 Sterne bei 292 Bewertungen
Autor von Eine Geschichte von Liebe und Finsternis, Judas und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Amos Oz

Amos Oz wurde im Mai 1939 geboren. Er studierte Philosophie und Literatur an der hebräischen Universität und war später in diesen Fächern als Dozent tätig. Als Schriftsteller verfasste Oz zahlreiche Romane, Erzählungen, Essays und auch zwei Kinderbücher. In vielen seiner Werke macht er die politschen Spannungen in seiner Heimat zum Thema. Neben der Schriftstellerei ist Amos Oz auch politisch sehr engagiert. Er war einer der Mitbegründer der Organisation "Peace Now" und unterstütze damit die Friedensbewegung in Israel. Für sein enormes Lebenswerk wurde Oz vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Friedenspreis des deutschen Buchhandels, dem Goethepreis der Stadt Frankfurt am Main und dem Franz-Kafka-Literaturpreis.

Alle Bücher von Amos Oz

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Eine Geschichte von Liebe und Finsternis

Eine Geschichte von Liebe und Finsternis

 (99)
Erschienen am 11.09.2016
Judas

Judas

 (44)
Erschienen am 11.04.2016
Plötzlich tief im Wald

Plötzlich tief im Wald

 (28)
Erschienen am 27.08.2007
Verse auf Leben und Tod

Verse auf Leben und Tod

 (12)
Erschienen am 20.04.2009
Sumchi

Sumchi

 (11)
Erschienen am 12.01.2018
Unter Freunden

Unter Freunden

 (10)
Erschienen am 14.04.2014
Der dritte Zustand

Der dritte Zustand

 (9)
Erschienen am 15.04.2013
Geschichten aus Tel Ilan

Geschichten aus Tel Ilan

 (9)
Erschienen am 10.12.2012

Neue Rezensionen zu Amos Oz

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Rezension zu "Judas" von Amos Oz

Judas
Perlevor 2 Monaten

Klappentext:

Im Winter 1959/1960 gibt Shmuel Ash sein Studium in Jerusalem auf und zieht in das Haus eines gehbehinderten alten Mannes als dessen Helfer und Begleiter: Hier begegnet ihm die verführerische, unnahbare Atalja Abrabanel. - Neugier und Lust packen ihn, aber sie warnt, sich in sie zu verlieben.


Nach und nach gelingt es ihm, ihr Geheimnis zu enthüllen, das sie mit Gershom Wald, dem schroffen alten Mann, teilt, das die beiden auf unheilsame Weise eng miteinander verbindet und das Haus zu einem Gefängnis werden läßt.

Amos Oz hat einen Liebesroman geschrieben und zugleich ein  Buch über Israel und das geteilte 'Jerusalem - eine Geschichte seines Landes mit seinen Hoffnungen und seiner Verzweiflung.


Eigene Meinung:

Habe mir das Hörbuch vor einigen Wochen in der Stadtbücherei der Nachbarstadt ausgeliehen, da es dies als Buch dort nicht gab.

Wir sollten es lesen - als Lese-Objekt in einem Literaturkreis in unserer Stadt. Ich habe es des öfters angehört, weil es ja nur eine CD ist mit 655 Minuten - sprich fast 11 Stunden. Und musste es daher öfters abbrechen, weil mehr als 6 Stunden ging dann bei mir auch nicht. Hatte es dann nachts gehört, da es über Tag hier zu laut ist. Dann kann man sich nicht darauf konzentrieren. Hatte es aber diese Tage nochmal erneut laufen lassen, konnte nicht genug davon kriegen und kaum aufhören, es mir reinzuziehen.

Einfach wunderschön - traumhafte  Stimme von Christian Brückner! Man kommt richtig ins Schwärmen und könnte Tag und Nacht durchhören und nicht mehr aufhören. Diese Stimme macht echt süchtig. Diese passt genau zu diesem Buch.


#Deshalb vergebe ich gut und gerne liebgemeinte 5 Sterne.


Und empfehle es auf jeden Fall weiter - an alle.




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W

Rezension zu "Judas" von Amos Oz

Sein vielleicht bestes Buch
WinfriedStanzickvor 8 Monaten



Der neue Roman von Amos Oz ist, obwohl er seine Handlung unverdächtig in das Jahr 1959 verlegt hat, von hoher Aktualität und steckt voller Anspielungen auf die gegenwärtige Politik in Israel und den Zustand seiner zerrissenen Gesellschaft. Gleichzeitig ist es ein Liebesroman und eine theologisch spannende Auseinandersetzung mit dem Phänomen des Verrats im Allgemeinen und mit der Figur Jesusjüngers Judas im Besonderen.

Wir befinden uns zu Beginn des Romans in Jerusalem, Ende 1959. Der junge Schmuel Asch ist an einen vorläufigen Tiefpunkt seines Lebens gekommen. Seine Verlobte hat ihn verlassen und einen anderen Mann geheiratet. Sein Vater ist in Konkurs gegangen und kann ihm sein Studium nicht mehr finanzieren. Und mit seiner Magisterarbeit über "Jesus in den Augen der Juden" steckt er auch fest - je tiefer er in die Materie eindringt, desto klarer wird ihm, dass zwei Jahrtausende völlig gereicht haben, zu diesem Thema alles zu sagen. Er beschließt alles, was er hat zu verkaufen und in die Wüste zu gehen. Er will dort bei einem Siedlungsprojekt als Hilfskraft arbeiten. Da entdeckt er am Schwarzen Brett der Universität ein Stellenangebot: Gesucht wird ein Gesprächspartner für einen gebildeten, gehbehinderten alten Mann; geboten wird etwas Geld sowie freie Kost und Logis.


Der alte Mann, er heißt Gerschom Wald, lebt nicht allein. Mit im Haus wohnt seine schöne Schwiegertochter Atalja, in die sich Schmuel schnell verliebt. Sie jedoch ist sehr zurückhaltend mi ihrer Zuneigung, genauso wie mit Informationen über ihre Geschichte und ihr Leben. Erst im langen Verlauf des Romans offenbaren sich die Geheimnisse ihrer Vergangenheit sowie der ihres Vaters. Er war einer der führenden Persönlichkeiten bei der Gründung des Staates Israel. Seine idealistischen Vorstellungen vom künftigen Zusammenleben von Juden und Arabern hatten zum Zerwürfnis mit denen geführt, die dann die Teilung Palästinas durchsetzten, z. B. David Ben Gurion und damit zum unrühmlichen Ende seiner politischen Karriere. Fortan galt er als Verräter.

Als Verräter gilt auch seit 2000 Jahren im ganzen christlichen Abendland der Jesusjünger Judas Ischarioth. Schmuel fragt sich im Rahmen seiner Forschungen immer wieder, wieso der wohlhabende Judas seinen Herrn für dreißig Silberlinge an die Römer ausliefert und er (respektive Amos Oz) entwickelt eine Theorie, die Judas und seine Motivationen in einem ganz anderen Licht erscheinen lassen. Judas war wohl von Jesus als dem Messias so überzeugt, dass er mit der Verhaftung Jesus dazu bringen wollte, sich nun endlich zu offenbaren und sozusagen als glorreicher Retter vom Kreuz zu steigen. Und sein Selbstmord ist demnach nicht Ausdruck von Schuldgefühlen, sondern von endloser Enttäuschung über seinen theologischen Irrtum.

Lizzie Doron hat in ihrem etwa zeitgleich mit Oz` Buch „Judas“ in Deutschland erschienenem Roman „Who The Fuck Is Kafka“ die Überzeugung vertreten, dass die beiden verfeindeten Völker, wollen sie eine Chance haben zu überleben, das Unverständnis füreinander überwinden müssen. Gleichzeitig ist sie sich mit David Grossmann und vielen anderen einig, dass ohne die israelische Armee das Land schon längst nicht mehr existieren würde, und die Juden, wie es Nasser zuerst formulierte, von den Arabern ins Meer getrieben worden wären.
Amos Oz lässt den greisen Gerschom Wald, den er mit dem jungen Schmuel unzählige Gespräche über die Geschichte Israels führen lässt, im Jahr 1959 etwas sagen, was in der Gegenwart nach wie gültig ist:
„Die Wahrheit ist, dass alle Macht der Welt den Feind nicht in einen Freund verwandeln kann. Man kann den Feind zum Sklaven machen, aber nicht zu einem Liebenden. Mit aller Macht der Welt kann man einen Fanatiker nicht zu einem aufgeklärten Menschen machen. Und mit aller Macht der Welt kann man aus einem Rachedurstigen keinen Freund machen. Und genau da liegen die existentiellen Probleme des Staates Israel: einen Feind zum Liebenden zu machen, einen Fanatiker zu einem Gemäßigten, einen Rachsüchtigen zu einem Freund.“

Auch die Haltung seiner Schwiegertochter Atalja (sie hat ihren Mann, den Sohn von Wald, im Unabhängigkeitskrieg verloren), könnte in der Gegenwart und für die Gegenwart formuliert sein, was sicher auch die Absicht von Oz war:
„Einen Staat habt ihr gewollt“, schleudert sie Gerschom Wald entgegen als spucke sie ihre Worte aus. „Unabhängigkeit habt ihr gewollt. Ihr habt ganze Flüsse reinen Blutes vergossen. Ihr habt eine ganze Generation geopfert. Ihr habt Hunderttausende Araber aus ihren Häusern vertrieben. Ihr habt Schiffsladungen von Hitler-Überlebenden direkt vom Kai aufs Schlachtfeld geschickt. Nur damit es hier den Staat der Juden gab. Und jetzt kann man sehen, was ihr bekommen habt.“

Wie Lizzie Doron ist auch Amos Oz, so wie David Grossmann und viele andere, bei aller auch fundamentaler Kritik davon überzeugt, dass die militärische Macht und ihr Einsatz notwendig sind, um den schnellen Tod Israels und seiner jüdischen Bevölkerung zu verhindern. Ohne die Armee hätten die Araber ihre seit Nasser immer wieder wiederholte Drohung wahrgemacht und die Juden ins Meer getrieben.

Es war und ist eine verzweifelte Zwickmühle, die da mit großer literarischer Kunst beschrieben wird. Beim Lesen dieses Buches spürt der Leser geradezu körperlich die Qual, die Intellektuelle wie Doron, Oz oder Grossmann nicht erst seit gestern aushalten. Ich kann es allen Menschen sehr empfehlen, die sich, aus welchen Gründen auch immer, weigern, die Hoffnung für dieses Land und seine Menschen aufzugeben, und denen die einseitige Parteinahme für die Palästinenser von vielen Medien, den Linken und auch der SPD gegen den Strich geht.
Und doch schleicht sich beim Leser immer mehr die Gewißheit ein, dass es für den Konflikt zwischen Juden und Araber keine Lösung gibt und auch in baldiger Zukunft nicht geben wird. Warum man dennoch nicht aufgeben darf, das hat Amos Oz mit seinem vielleicht besten Buch literarisch großartig gezeigt.









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Rezension zu "Sumchi" von Amos Oz

Ein Geschichte Über Liebe und Abenteuer
Schwalbe71vor 9 Monaten

Amos Oz schreibt eine Geschichte aus wohl seiner Kindheit, von der man sich an die Hand nehmen lassen und führen lassen muss. Das gelingt von der ersten Seite an und hält bis zur letzten Seite. Danach kann man sich noch etwas Straßenstaub von Mantel putzen, der von dieser wunderbaren und persönlichen Zeitreise haften blieb und den man sich nicht gerne abputzt, da so der Zauber wieder droht zu verschwinden, denn man sich so fügsam hat angelesen. Amso Oz gelang ein Buch das den Autor mehr in den Fokus des Interesses rückt, dessen Name und dessen Geschichte immer in der Nähe des Leserherzens bleibt, zumindest von dieser nahezu traumwandlerischen Melodie einer Kindheit, die dem Leser vielleicht selber irgendwie bekannt vorkommt. 

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Gespräche aus der Community

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LovelyBooks Challenge 2018 „Sachbücher & Ratgeber“


  • Du interessierst dich für historische Zeitreisen?
  • Du entdeckst immer wieder spannende, naturwissenschaftliche Publikationen?
  •  Du stöberst gerne wahre Schätze zu politischen oder skurrilen Themen auf?
  •  Oder bevorzugst du Bücher über Tiere, genussvolles Erleben, Kreativität?

Dann lass uns doch an deinen Entdeckungen teilhaben!
Wir freuen uns auf deine Vorstellungen und Tipps, tauschen uns gerne mit dir aus.
Stelle dich der Herausforderung und mach einfach mit!

Und so bist du dabei:

  1. Du meldest dich hier im Thread an und erstellst einen Sammelbeitrag. Dieser kann von dir jederzeit verändert bzw. aktualisiert werden.
  2. Die Challenge dauert von 1.1.2018 bis 31.12.2018. Du kannst jederzeit einsteigen.
  3. Schreibe zu jedem Buch eine Rezension und ordne diese dem jeweiligen Bereich zu. Verlinke bitte deine Rezension in deinem Sammelbeitrag, nur so kann am Ende des Jahres ermittelt werden, ob du die Challenge geschafft hast.

Ziel der Challenge: 12 Bücher in 12 Monaten aus mindestens 3 unterschiedlichen Bereichen zu lesen und zu rezensieren.


Es ist egal, ob du Sachbücher oder Ratgeber liest. Diese können in diversen Formaten (Hörbuch, E-book, Print) vorgestellt werden. Wichtig ist, dass das jeweilige Buch vom Verlag bzw. Lovelybooks als Sachbuch/Ratgeber/Biographie geführt wird.


Primär sollte natürlich der Gedanke zählen, sich auszutauschen oder neue Bücher kennenzulernen. Doch was wäre eine Challenge ohne Gewinn!


Und das kannst du gewinnen:

Natürlich ein Buchpaket von LovelyBooks – dieses wird unter allen Teilnehmerinnen bzw. Teilnehmern verlost, die das Ziel der Challenge geschafft haben.


In eigener Sache: Ich wünsche mir eine Challenge, in der wir respektvoll miteinander umgehen, in der wir die Meinung der anderen akzeptieren (wenn wir sie auch nicht immer teilen werden) und in der wir auch bei hitzigen Diskussionen immer wieder zu einem Konsens finden – „Meinungsfreiheit“ soll hier selbstverständlich sein.


Ich freue mich, wenn du dabei bist.


Ambermoon

annlu

ban-aislingeach

beerenbuecher

Bellis-Perennis

Buchraettin

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Ceciliasophie

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Durga 108

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Filzblume

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Igelmanu66

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Zur Leserunde

Zusätzliche Informationen

Amos Oz wurde am 04. Mai 1939 in Jerusalem (Israel) geboren.

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in 473 Bibliotheken

auf 44 Wunschlisten

von 24 Lesern aktuell gelesen

von 8 Lesern gefolgt

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